Volles Haus beim Konzert der Gymnasien
so erschienen im Stader Tageblatt am 16.12.19
von Harald Winter

Volles Gotteshaus: Blick auf Chor und Orchester in der gut besuchten St.-Martini-et-Nicolai-Kirche in Steinkirchen
Kein Blatt passte zwischen sie, so dicht gedrängt standen sie, die
Sängerinnen und Sänger des Schulchores des Athenaeums, und vor
ihnen saß noch das gemeinsame Orchester der beiden Stader
Gymnasien.
Zusammen schienen die fast hundert Schüler von
Vincent-Lübeck-Gymnasium und Athenaeum aus dem benachbarten Stade
den Altarraum des wunderschönen Gotteshauses in Steinkirchen beim
gemeinsamen Advents- und Weihnachtskonzert fast zu sprengen.
Allerdings sah es in den übrigen Teilen des Kirchenschiffs in der
St.-Martiniet-Nicolai-Kirche in Steinkirchen auch nicht viel anders
aus.
Der „Kulturverein Steinkirchen und Umgebung e.V.“ unter der Leitung
seiner rührigen Vorsitzenden Doris Marks hatte geladen und beging
mit dem Konzert am späten Sonntagnachmittag gleichzeitig seinen
30-jährigen Geburtstag – und alle waren gekommen, so dass die
Kirche bis auf den letzten Platz und darüber hinaus besetzt war. Es
wurde vom Publikum mit herzlichem Zwischen- und Schlussapplaus
ordentlich gefeiert, das alljährliche Joint Venture von
Vincent-Lübeck und Athenaeum. Wohl vorbereitet – unter anderem auf
einer gemeinsamen Freizeit in Otterndorf – wurde eine gut
programmierte Mischung aus konzertanten Instrumentalmusiken und
Chorwerken präsentiert, die vielfach ebenfalls vom Orchester
begleitet wurden, so dass sich ein voller runder Gesamtklang ergab,
der den Raum gut füllte. Und ab und an waren auch die Zuhörer
gefordert, die in gemeinsam gesungenen Weihnachtsliedern unter
anderem mit dem abschließenden „O du fröhliche“ ihre Stimmen
kräftig einbrachten und damit vorfestlichen Glanz auf die Gesichter
zauberten.
Stilistisch wurde ein bunter Strauß geboten, aus fast allen Epochen
und Richtungen war etwas dabei. Gesanglich lag der Schwerpunkt
leicht auf Gospel oder gospelähnlichen Stücken, die zum Teil
durchaus modern gesetzt waren wie zum Beispiel „Glory, glory!“ von
Earlene Rentz, die ein gelungenes Arrangement des
Spiritual-Klassikers „Down by the riverside“ mit in ein neues
Gewand eingewoben hatte. Doch auch Barock und Klassik kamen – vor
allem im instrumentalen Bereich – nicht zu kurz, etwa mit dem
„Concerto grosso“ Nr. 8 von Arcangelo Corelli oder Cimarosas
Flötenkonzert.
Ein besonderes Bonbon: Zwei Eigenkompositionen des Leiters des
Athenaeum-Chores, Benjamin Warnat, wurden unter der Leitung des
Komponisten selbst präsentiert, ebenfalls quittiert mit herzlichem
Applaus aus dem Publikum.
Mit der Orchesterleitung des Ensembles war der gut aufgelegte Nils
Schraplau betraut sowie in der Vorbereitungsphase seine Kollegen
Katarzyna und Arne Westerhaus. Sie alle sorgten dafür, dass die
Zuhörer nach der finalen Würdigung der Jubilare des Kulturvereins
vorweihnachtlich gestimmt zufrieden nach Hause gingen. Am
Donnerstagabend treten sie erneut in der St.-Wilhadi-Kirche in
Stade auf, das Konzert ist laut VLG-Schulsekretariat bereits
ausverkauft.


