Nachdem ich mir eine Verletzung am Fuß zugezogen hatte und mehrere
Wochen mit Krücken durch die Schule laufen musste, wurde ich oft
gefragt, wie es eigentlich ist, mit Krücken durch die Schule zu
laufen und wie die Leute auf einen reagieren. Ob sie einem helfen
oder ob sie es eher ignorieren. Deswegen habe ich meine Erfahrungen
einmal für euch zusammengefasst.
Ehrlich gesagt: Am Anfang fand ich es noch relativ leicht, aber mit
der Zeit habe ich bemerkt, dass es schon anstrengend ist, mit
Krücken durch die Schule zu laufen. Man braucht für alles länger,
zum Beispiel, um durch Türen zu gehen, Treppen hoch- oder runter zu
kommen und so weiter. Die Menschen reagieren immer unterschiedlich
auf einen. Manche halten einem die Tür auf, manche gehen einfach
weiter und andere Fragen, ob ich Hilfe brauche. Man bekommt
Muskelkater und Schmerzen in den Armen, weil der Körper nicht daran
gewöhnt ist, den ganzen Tag zu stützen. Es gibt aber auch einige
Vorteile. Zum Beispiel kann man kann den Fahrstuhl nutzen, ohne
blöd angeguckt zu werden, die Muskeln werden gestärkt und man kann
sich immer noch gut verteidigen – schließlich hat man ja Krücken in
der Hand…
Obwohl es nicht immer leicht war, war die Zeit mit Krücken für mich
eine gute Erfahrung, da ich es jetzt besser einschätzen kann, wie
es ist, mit Krücken durch die Schule zu laufen. Und ich werde
sicher meinen Nachfolgern immer die Tür aufhalten…
Nachgedacht über…: Ein Schul-Leben auf Krücken
von Sophia Selke





