Athe-Schüler setzen Zeichen gegen Rassismus
so erschienen im Stader Tageblatt am 28. Februar 2020

Die Festredner mit dem Logo von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ während der Feierstunde. Foto: Stief
Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Athenaeum in Stade haben
sich der Initiative „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“
angeschlossen. Damit verbunden ist ein dauerhaftes Engagement gegen
rassistische und sexistische Tendenzen.
Bei einer Feierstunde nahmen Schüler und Lehrer die dem Ansatz
entsprechende Urkunde in Empfang. Die Schülervertreter um Laura
Kaczmarczyk und Tim Evers hatten sich zusammen mit engagierten
Schülern wochenlang ins Zeug gelegt und Unterschriften an der
Schule gesammelt. Drei Viertel der Befragten sprachen sich demnach
dafür aus, „Schule ohne Rassismus“ zu werden.
Aufklärungsarbeit als erster Ansatz
Auf das fehlende Viertel ging Iyamide Mahdi ein, die sich seit
vielen Jahren für ein interkulturelles Miteinander einsetzt und als
Patin des Anti-Rassismus-Projektes fungiert. „Da könnt ihr ansetzen
und den den Weg weisen, wo es hingehen soll.“ Sie versprach, als
Projektpatin engagiert dabei zu sein, Impulse zu geben und das
große Ganze im Blick zu behalten.Schulleiter Martin Niestroj wies
in seiner Rede darauf hin, dass am Athenaeum Schüler aus 34
Nationalitäten vertreten sind. „Gemeinsamkeiten und gemeinsames
Lernen erleben wir jeden Tag“, so Niestroj. Dabei werde die
Einzigartigkeit jedes Schülers gesehen und gefördert.
Die Schüler des Athenaeums seien zur richtigen Zeit aktiv geworden,
sagte Schuldezernentin Ellin Nickelsen. Der Gast aus Lüneburg
unterstrich die Notwendigkeit eines solidarischen Miteinanders, um
dem Rechtspopulismus entgegenzuwirken. Ganz praktisch gesehen,
haben sich Schüler und Lehrer nun die Verpflichtung auferlegt,
kontinuierlich Projekte im Sinne eines Kampfes gegen Rassismus
aufzulegen. Als einen ersten Ansatz haben sich die engagierten
dafür entschieden, Aufklärungsarbeit zu leisten.
Schule ohne Rassismus
„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ist ein bundesweites
Netzwerk, dem sich in Deutschland bislang über 3300 Schulen
angeschlossen haben. Nicht nur Rassismus im klassischen Sinn,
sondern auch alle Formen der Diskriminierung aufgrund von Religion,
der sozialen Herkunft, des Geschlechts, der Weltanschauung oder
körperlicher Merkmale stehen im Fokus. Um den Titel zu bekommen,
müssen drei Bedingungen erfüllt sein: Mindestens 70 Prozent der
Schüler und Lehrer müssen sich verpflichten, gegen Diskriminierung
vorzugehen. Zudem sind ein Projekttag zum Thema pro Jahr und die
Verpflichtung eines Paten, der die Aktivitäten im Auge hat und
betreut, nötig.


