„Stephan, Abi machen!“
1977 kam Prof. Dr. Stephan Kröger dieser Bitte nach und verließ das
Athe – damals noch eine reine Jungenschule. Erst sein jüngster
Bruder, der letzte von vier Brüdern, hatte dann auch Mädchen in
seiner Schule. Doch damals unterschied sich, so Kröger, die Schule
noch weitgreifender von unserem heutigen Unterricht. ‚Grau‘ sei das
Erste, was ihm in den Sinn komme, wenn er seine bruchstückhaften
Erinnerungen an das tägliche Schulleben beschreibt. So habe ein
ganz unbeliebter Lehrer zum Beispiel Kopfnüsse verteilt, wenn seine
Schüler die Antwort auf eine Frage nicht wussten. Auch sonst sei
der Unterricht lust- und humorlos gestaltet gewesen, es gab wenig
Flexibilität oder gar Lob für die Schüler, die Lehrer waren
unmotiviert und die Schüler sowieso, so der Professor. Auch der
Zusammenhalt in der Klasse ließ zu wünschen übrig, sodass selbst
heute noch keine Klassentreffen veranstaltet werden konnten und
auch fast kein Kontakt zu ehemaligen Mitschülern bestehe.
Die größte pädagogische Verfehlung des Schulsystems war jedoch,
dass nicht genügend Informationen über den nächsten Lebensabschnitt
nach der Schule an die Schüler vermittelt werden konnten. Deshalb
stand der junge Stephan nach seinem Abitur ohne eine Idee da, wie
seine berufliche Laufbahn aussehen sollte. Aufgrund dessen nutzte
er als Orientierungshilfe das Leibniz Kolleg in Tübingen. Dort
konnten sich junge Menschen über die Universität und die
verschiedenen Studiengänge informieren und fächerübergreifend
arbeiten.




