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- Wer kann sich diese lange Zeit vorstellen?

Die Chronik des Athenaeum im Blick der Jugendreporter

425 Jahre hat unsere Schule schon auf dem Buckel. Folglich existiert sie schon seit 1588. Machen wir eine Zeitreise zurück in dieses Jahr.

Was ist seitdem in dieser Gegend passiert?
Welche Geschichten ranken sich um unser Gymnasium?
Was passierte vor 425, 300, 200 oder 100 Jahren hier und gleichzeitig im „Rest der Welt“?


Vor 425 Jahren – 1588 – Aufbau hier, Untergang dort
(Recherche von Julius Kamper)


Wir schreiben das Jahr 1588. Während hier die vierklassige Lateinschule in ein siebenklassiges Gymnasium umgewandelt wird, was dann 2013 als 425-jähriges Jubiläum gefeiert wird, scheitert die Spanische Armada einige hundert Kilometer weiter westlich im Ärmelkanal bei dem Versuch, eine Invasion in Großbritannien durchzuführen. Im Hafen von Calais in Frankreich wird sie von Brandern aus der Englischen Flotte aus dem Hafen gedrängt, wo sie in der anschließenden Seeschlacht von Gravelines vernichtend geschlagen wird und später in einem Sturm auch noch viele ihrer angeschlagenen Schiffe verliert.
Diese Niederlage besiegelt das Ende der spanischen Invasionspläne in England. Königin Elizabeth I., die von dem Sieg ihrer Flotte noch nichts weiß, hält unterdessen ihre berühmte Tilbury-Rede, in der sie ihren Landtruppen, die an der Küste auf das Eintreffen der spanischen Armada warten, Mut zuspricht.
Englisch wird aber am Athenaeum noch nicht unterrichtet, sodass die Rede geht an den Lateinschülern vorbei geht.
Außerdem wird der britische Philosoph, Mathematiker und Staatstheoretiker Thomas Hobbes geboren. Er gilt, wie John Locke oder Jean-Jaques Rousseu, als Begründer des aufgeklärten Absolutismus und als Vertragstheoretiker.
Später werden sicher die angehenden Abiturienten des Athenaeums die Texte dieser berühmten Männer im Unterricht lesen.

Vor 300 Jahren - 1713 – Entdeckung neuer Welten und ein Brand am Athe
(Recherche von Adriana Dinter und Melina Umland)

Bald nachdem das Athenaeum 150 jähriges Jubiläum feiern konne, in den 1770er Jahren, umsegelte Thomas Cook, ein englischer Seefahrer und Entdecker, die Welt. Währenddessen schickte der Rest der Tee schlürfenden Briten, die außerdem gerade mit den Schotten dabei waren Großbritannien zu gründen, ihre Strafgefangenen in das „neue Land“ Australien.

1789 rebellierten dann auch noch die Franzosen, weil sie mehr Rechte wollten und sich von der Regierung missverstanden fühlten.
In all diesen und noch vielen anderen Ländern wurden zudem eine Menge bedeutender Erfindungen gemacht, wie der Fallschirm, der Heißluftballon und die Dampfmaschine, von genauso bedeutenden Menschen wie Isaac Newton, und in anderen Bereichen machten Goethe, Mozart und Beethoven von sich reden.

Für die Schweden lief es nicht so gut, 1713 wurde ihr König festgenommen und ein Jahr vorher verloren sie ihre Herrschaft über unsere schöne Stadt Stade.
Jedoch rückten noch im selben Jahr die Dänen an und bombardierten unsere, damals in den wenigsten Zeiten unabhängige, Stadt.

Zur gleichen Zeit, als im Athe noch Lehrer gewohnt haben, ist unsere Schule dann auch noch abgebrannt – man weiß nicht warum. Wir können nur hoffen, dass es kein aus dem Ruder gelaufener Schülerstreich war.

Im Endeffekt ist in dieser Zeit viel Gutes in der Welt passiert, nur in Stade lief leider mehr als nur ein bisschen schief.

Vor 200 Jahren - 1813 – Nach Schweden und Dänen kommen die Franzosen
(Recherche von Luise Kranzhoff)

1806 wird die Gegend um Stade und Hamburg von den Franzosen unter der Führung von Napoleon I. besetzt. Man spricht von der „Franzosenzeit“. Jedoch mischt sich der Kaiser nicht in die Führung von Schulen ein, sodass sich für das Athenaeum nichts ändert. Auch ist der Französisch-Unterricht, der nur als Privatunterricht möglich ist, nicht auf ihn zurückzuführen. Dafür gelten die Fächer Deutsch, Geschichte, Geographie und Mathematik als Neuheit. Latein bleibt jedoch wichtigstes Unterrichtsfach. Die Zeit bekommt der Schule nicht gut; nur 37 Schüler gehen aufs Athenaeum. Denn mit Stade hat es an Bedeutung verloren. Während Wilhelm III. in Breslau zur Rüstung gegen die Franzosen aufruft, kämpft das Gymnasium also wegen der geringen Schüleranzahl mit finanziellen Problemen, weil das Schulgeld zur Finanzierung kaum ausreicht.

Ab 1830 verbessert sich die Situation jedoch, da das königlich hannoversche Kabinettsministerium an Kontrolle über die Schulen gewinnt. Als einzige Schule in der Provinz Bremen/Verden erhält das Athenaeum das Recht zur „Maturitätsprüfung“ (Abitur) und somit wird es vollwertiges Gymnasium.


Vor 100 Jahren - 1913 – enorme Fortschritte am Athenaeum, in Stade, Deutschland und der Welt
(Recherche von Michael Gisbrecht)


Nun sind wir im Jahre 1913. Schon seit zwölf Jahren ist das Athe an der Harsefelder Straße, es hat 8 Klassenräume, zwei Reserveräume, Zeichensaal, Physikraum, Aula und eine Turnhalle. Das Athe ist eine Paukschule für eine kleine bürgerliche Elite. Bis jetzt ist diese Elite immer noch männlich.
Nebenbei wird der Seglerverein Stade gegründet und der Stader Geschichts- und Heimatverein erwirbt das Altländer Haus. In der Innenstadt brennt das Inselhaus ab, aber die Neuerrichtung wird 1914 bereits errichtet sein. Stade und das Athenaeum gehören nun zum deutschem Kaiserreich.
In diesem machen Wissenschaften und Technik enorme Fortschritte, es gibt bereits erste Flugzeuge, Autos und Kinos. Man bemerkt das Vorhandensein von Ideologien wie Nationalismus, Militarismus und Imperialismus. In dieser Zeit steuert die Welt gerade auf den ersten Weltkrieg (1914-1918) zu: Auf dem Balkan toben die Balkankriege, die Europa destabilisieren und die maßgeblich zum Ausbruch des ersten Weltkrieges beitragen. In dessen Verlauf werden die Grenzen auf dem Balkan und in Europa gezogen werden. Das osmanische Reich (Vorgänger der Türkei) verliert fast alle Gebiete in Europa, diese werden unter den Balkanstaaten aufgeteilt.
All das wird sicher in den 8 Klassenräumen an der Harsefelder Straße 1913 noch nicht so wahrgenommen.
Es sind noch ganze 100 Jahre hin, bis im Jahre 2013 ein großes Jubiläum mit Schülern, Lehrern, Eltern und Bürgern der Stadt gefeiert wird.
Das Athenaeum übersteht sie nicht ganz unbeschadet, aber auch in großen Teilen doch entweder in alter Pracht oder in neuem Glanz.

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