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Der Lebensmitteldschungel - Wie komme ich da durch?

Am Freitag, dem 22. Februar 2013 war Prof. Dr. Hauke Hilz von der Hochschule Bremerhaven zu Gast in der gut besuchten Aula des Athenaeums. In der vierten Veranstaltung im Rahmen der Feierlichkeiten zum 425-jährigen Jubiläum des Athenaeums ging es unter dem Titel „Der Lebensmitteldschungel – Wie komme ich da durch?“ um Fragen rund um unsere Nahrung.
Der junge Hauke Hilz verließ das Athenaeum im Jahr 1996 mit einer Abiturnote von nur 2,3. Der Schulleiter, Herr Horn, meinte in seiner Ansprache vor dem Vortrag scherzhaft, dass Herr Hilz das perfekte Beispiel dafür sei, dass man auch mit 2,3 noch was erreichen könne.
In seinem Vortrag erzählte der Professor zunächst etwas von seiner Schulzeit am Athenaeum. Zu seinen Stärken gehörten vor allem Mathe, Chemie und Physik, dagegen hatte er Probleme im Fach Deutsch. In seiner Präsentation zeigte er einen Ausschnitt aus seinem Abibuch, in dem man ihn beispielsweise „Mathe-Genie mit Weißbier-Tick“ oder „Besserwisser mit Sauklaue“ nannte.
Nach seinem Wehrdienst studierte er von 1997 bis 2002 Lebensmittelchemie an der Universität Hamburg. Anschließend promovierte er an der niederländischen Universität in Wageningen über die Struktur von Zellwänden in Johannisbeeren. Danach arbeitete er drei Jahre lang im Bremerhavener Forschungsinstitut.
Im Jahr 2008 bekam er den „Gerhard-Billek-Preis“ der Gesellschaft Deutscher Chemiker für die beste Promotion im Fach. Seit dem Jahr 2010 ist Hilz, der mit seiner Familie in Bremen lebt, als Professor für Lebensmittelchemie an der Hochschule Bremerhaven tätig.
Neben seinem Beruf als Professor engagiert sich Hilz außerdem in der Politik. Er ist Landesvorsitzender der FDP Bremen und außerdem Mitglied im Bundesvorstand der Liberalen.
Gleich zu Beginn der Veranstaltung stellte der Professor klar, dass es sich hier nicht um einen „Schlechtes-Gewissen-Vortrag“ handele. Am Anfang der Veranstaltung stellte er den erschienenen Gästen die Guideline Daily Amounts (GDA) vor, die auf vielen Lebensmittelverpackungen zu finden sind, und erklärte, wie man sie liest. Des Weiteren erklärte er die Funktion einer Lebensmittelampel, welche vor einiger Zeit im Gespräch war, deren Einführung jedoch nie umgesetzt wurde. Außerdem erläuterte Hilz den Zuhörerinnen und Zuhörern den Inhalt einiger Lebensmittel, zum Beispiel die des Vollkornbrots oder des Apfelsafts und stellte zusätzlich verschiedene Werte und Statistiken zum Thema vor.

Zudem stellte er mögliche Risiken der vegetarischen Ernährung dar und erklärte, welche Bedingungen ein Produkt heutzutage erfüllen müsse, um mit dem Bio-Siegel versehen zu werden. Nach der EU-Bio-Verordnung aus dem Jahr 2010 müssen Bio-Produkte gentechnikfrei sein, dürfen nur eingeschränkt Zusatzstoffe und Pestizide enthalten, außerdem müsse eine Bodenfruchtbarkeit sowie eine artgerechte Haltung der Tiere gewährleistet sein. In Bezug auf die Co2-Bilanz, die Nährstoffe wie zum Beispiel Vitamine und den Geschmack gebe es jedoch keine Unterschiede zu konventionellen Lebensmitteln. In seinem Vortrag erwähnte der Professor außerdem, dass natürliche Zusatzstoffe unbedenklich seien. Jedoch vermeide er den Konsum von Azo-Farbstoffen, die in kalten Getränken und Speisen wie beispielsweise „Slush Ice“ verwendet werden.
Das Publikum durfte zudem während des gesamten Vortrags und in der angeschlossenen Fragerunde Fragen an Herrn Hilz stellen. Als Antwort auf eine Frage erzählte er beispielsweise, dass ein natürliches Erdbeeraroma nicht unbedingt aus Erdbeeren bestehen müsse, sondern ebenfalls aus Bakterien gewonnen werden könne, die dann auch als natürlich gelten würden. Angesprochen auf den aktuellen Pferdefleisch-Skandal stellte Hilz zwar klar, dass es sich hierbei um kriminelle Machenschaften handele, jedoch sei er sich schlussendlich sicher, dass alle in Deutschland verkauften Lebensmittel gesundheitlich unbedenklich seien.

Anetta Hartono & Moritz Jost

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