Am Anfang des Vortrages witzelte Prof. Dr. Ehlers über
Film-Satelliten aus Filmen wie zum Beispiel „24 – Twenty Four“,
eine Sendung bei der Jack Bauer Terroristen mit Hilfe von
Satelliten Meter genau Orten kann und nur noch zuschnappen muss. Er
verdeutlichte, dass dies in der Realität so nicht möglich sei und
dass kein „Big Brother“ im All über uns aufs Kleinste aufpasse.
Auch, wenn dies bald möglich sein könnte, da sich die Technik der
Fernkunde seit der Erfindung der Kamera im 19. Jahrhundert
grundlegend revolutioniert hat. So gibt es schon Satelliten mit
einer Bodenauflösung von 0,5 m, mit der man, so scherzt der
Wissenschaftler, wohl schon erkennen könne, ob man die Bild Zeitung
oder das Stader Tageblatt liest. Dass die Amerikaner zurzeit einen
Satelliten mit einer Bodenauflösung von 30 cm bauen, sollte uns
jedoch nicht beunruhigen.
Überwiegend werden solche Satelliten von Archäologen,
Klimaforschern, Meteorologen und zum Katastrohen-Management, wie
zum Beispiel zurzeit an der Elbe, verwendet.
Für die wissenschaftliche Verwendung können diese Bilder nicht so
bleiben, wie man es vielleicht von Google-maps kennt. Daher werden
sie modifiziert. Bilder, die aus drei Farbkanälen entstehen, werden
mit unterschiedlichsten Infrarot- oder Radardaten gespickt. So
lässt sich zum Beispiel die im Infrarot rötlich dargestellte
Vegetation leichter erkennen, als auf normalen Bildern. Dies
basiert auf der Zusammensetzung der Chloroplaste der Pflanzen, die
Infrarot sehr gut wiedergeben.
Dies zeigte der Professor auf „Buenos Dias - schönen Dias“, wie er
selbst sagte.
Zuletzt klärte er die Frage: „Warum ist der Himmel eigentlich
blau?“
Dieses Phänomen lässt sich sehr einfach mit der hohen Streurate des
blauen Lichtes erklären. Das blaue Licht wird an der Atmosphäre am
stärksten gebrochen und daher erscheint uns der Himmel blau.
So endet der interessante Vortrag, der sehr viel Zuspruch erhielt,
mit einer Menge neuer Erkenntnisse im fachlichen Bereich und dem
guten Gefühl, nicht ständig überwacht zu werden.
Unsere Augen im All – sehen Satelliten wirklich alles?
Jens Wiebusch zum Vortrag zur Satelliten-Technik und der Verwendung solcher Bilder aus dem All von Prof. Dr. Manfred Ehlers.



