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Vom Athe-Schüler zum Meeresforscher

von Joshua Minow

Prof. Dr. Ulf Riebesell, ehemaliger Abiturient des Athenaeums und heute Professor für Biologische Ozeanographie am GEOMAR in Kiel, war am 16.05.2014 zum ersten Mal seit 35 Jahren wieder an unserer und seiner alten Schule, um einen Vortrag über die Versauerung des Ozeans zu halten.
Herr Prof. Dr. Riebesell machte 1979 sein Abitur. Zu seiner Zeit gab es gerade einen Wechsel in der Lehrerschaft: Weg von dem autoritären Unterrichtsstil der alten Lehrer hin zu jüngeren Lehrern, die den Schülern vermittelten, dass Schule auch Spaß machen kann. Von seinen Lehrern ist allerdings nur Herr Offermann, der zwei Jahre vor seinem Abitur an die Schule kam, noch am Athenaeum tätig. Doch nicht nur die Lehrerschaft hat sich verändert. Neben den kleineren Klassen, den neuen Trakten und dem Neubau, gefallen ihm besonders die außerschulischen Aktivitäten, die angeboten werden, so Riebesell.
Für den heutigen, mehrfach ausgezeichneten Wissenschaftler lief die Schule damals allerdings eher nebenbei ab. Biologie war nicht immer sein Lieblingsfach, auch wenn er dies heute hauptsächlich auf die damaligen Lehrer zurückführt. Ein konstantes Interessengebiet gab es jedoch schon immer in seinem Leben - das Meer. In seiner Kindheit verbrachte er viel Zeit mit seinen Eltern in Cuxhaven. Seine Mitgliedschaft im Ruderclub des Athenaeum bezeichnet er als prägende Phase. Während des Interviews erklärt er diesbezüglich, dass er während seiner Jugendzeit den Ruderclub eigentlich als seine „Hauptbeschäftigung“ ansah. Trotz dessen konnte er sich zu seiner Schulzeit noch nicht ernsthaft vorstellen, an einem Institut wie dem GEOMAR zu arbeiten.
Wie viele Wissenschaftler hatte auch er einen sehr bunten Werdegang. Er war in Bezug auf seine Karriere nie sehr zielstrebig und machte halt die Sachen, an denen er Spaß hatte, so Riebesell. Entsprechend begann er auch das Studium der „Meereskunde“, denn die Chancen auf einen Arbeitsplatz in diesem Bereich waren damals sehr gering. Da das Thema ihm aber einfach Spaß machte und das Meer sowieso seine Leidenschaft war, kam für ihn nichts anderes in Frage.
Zum GEOMAR kam er dann auch erst nach einem langem Umweg, zum Teil eher zufällig, über verschiedenste Institutionen auf der ganzen Welt. Heute ist er mit seinem Arbeitsplatz rundum zufrieden.

Schließlich ist das GEOMAR nicht nur in Deutschland eine Topadresse für Meeresforschung. Seine Forschungsreisen haben ihn bislang in fast alle Gebiete der Erde geführt.
Für seine Forschungen zum Ozeanwandel erhielt er 2012 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis, einer der bedeutendsten Wissenschaftspreise, der mit 2.5 Mio. Euro dotiert ist. Dieses Geld wird aber selbstverständlich für Forschungszwecke verwendet. Entsprechend hat Herr Prof. Dr. Riebesell eine Hälfte des Geldes bereits für die Einarbeitung in die Evolutionsbiologie ausgegeben. Die andere Hälfte will er in den praktischen Bereich investieren.
Für das Thema des Vortrags "Ozeanversauerung: Das andere CO2-Problem“ wünscht er sich mehr Aufmerksamkeit von der Öffentlichkeit. Viele Leute können mit dem Einfluss von CO2 auf das Klima etwas anfangen, dass die CO2-Emission aber auch die Ozeane betrifft, wissen die meisten Menschen häufig nicht, so Riebesell. Deshalb freue er sich auch über Gelegenheiten, wie diesen Vortrag, um der Öffentlichkeit das Thema näher zu bringen und ihnen zu vermitteln, dass auch die Ozeane bedeutsam sind.
Und die gut besuchte Veranstaltung zeigte, dass das Interesse vorhanden ist. Zu Beginn fragte Herr Prof. Dr. Riebesell die Anwesenden u.a., ob diese der Ansicht seien, dass es Lösungen für diese Problematik gäbe. Zu diesem Zeitpunkt „meldeten“ sich noch relativ wenige Zuhörende. Zum Abschluss seines Vortrages wiederholte er seine Frage und hatte dann praktisch den gesamten Saal auf seiner Seite. Ihm ist wichtig klarzustellen, dass es - im Hinblick au die Thematik der CO2-Emissionen - trotz vieler Rückschläge eine Hoffnung gibt, die Zeit aber langsam knapp wird. Laut Riebesell sei es jetzt an der Zeit, etwas an der bestehenden Situation zu verändern, wobei jeder von uns einen Beitrag leisten könne.

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