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  1. 2013

Malediven, Michael und die meisten Punkte

Neuntklässler Michael Gisbrecht gewinnt die zweite Runde des "Dierke" Erdkundewettbewerbs und steht nun im Niedersachsenfinale.
von Julius Kamper

Erdkunde ist nicht jedermanns Sache. Entweder man interessiert sich für dieses Themengebiet oder man hangelt sich in der Schule durch und wählt es bei der nächsten Gelegenheit ab. Dass die Teilnehmer am Schulentscheid des Erdkundewettbewerbs, der am Dienstag, den 19. Februar im Computerraum des Athes stattfand, zu den Erstgenannten gehören, steht außer Frage.
Für die Schüler der siebten bis zur zehnten Klasse, die sich schon zuvor in ihren Klassen durchgesetzt hatten, ging es nun um den Einzug in das Niedersachsenfinale.

Michael Gisbrecht aus der neunten Jahrgangsstufe, der im Übrigen auch Jugendreporter ist, setzte sich gegen alle Mitbewerber durch. Und das, ohne sich darauf vorbereitet zu haben. "Worauf soll man sich denn bei einem Erdkundewettbewerb vorbereiten?" fragt er nur. Woher er dies alles wisse, kann er sich selbst nicht wirklich erklären: Sein Wissen habe er, nach eigenen Angaben, über Jahre angesammelt. Auch seine Erdkundeleistungen in der Schule sind, wie Michael es selber ausdrückt, "nicht so schlecht". Er steht auf Eins. Es waren also nicht die schlechtesten Vorraussetzungen, mit denen er in den Wettbewerb ging.

Und so waren die meisten Fragen auch kein Problem für den Neuntklässler. Wichtige Städte in Europa auf einer völlig leeren Landkarte einzeichnen oder die Staatsgrenzen von Portugal möglichst genau benennen, wo andere längst nervös nach einem Atlas suchen, hat Michael keine Probleme. Auch früher habe er oft mal in selbigem geblättert und sich so schon unbewusst einige Grenzen eingeprägt, was in einem Fachgebiet wie Erdkunde offensichtlich hilfreich sein kann. Doch es wäre kein Erdkundewettbewerb, wenn nur Fragen zu Deutschland und Europa gestellt werden würden. Auch internationale Aufgaben waren dabei, zum Beispiel wurde nach dem kleinsten Staat Asiens gefragt - das ist eine vielleicht nicht allen bekannte Inselgruppe im Indischen Ozean, die Malediven. Dort leben nur etwa 330 000 Leute, ungefähr so viele wie in Bonn, das übrigens, wie Erdkundepofis sicher wissen, früher mal Bundeshauptstadt war.

Doch niemand ist vor Fehlern sicher, und so scheiterte Michael an der Stadt, die am Zusammenfluss von Donau, Inn und Ilz liegt. Auch der Hinweis auf den St. Stephansdom, der in der gesuchten Stadt steht, konnte ihm da nicht helfen: Gesucht war Passau in Bayern, allerdings wusste keiner der Teilnehmer, welche Flüsse ausgerechnet dort zusammenfließen. Dass man das Klima im Regenwald "Tageszeitenklima" nennt, gehörte zu den wenigen Aufgaben in diesem Wettbewerb, die Michael nicht lösen konnte. Insgesamt war der Test für ihn zwar etwas schwieriger, aber nicht unmöglich zu lösen. So kam er immerhin auf über zwanzig von dreißig Punkten, womit er diese Runde des Wettbewerbs, knapp vor dem Zweitplatzierten mit neunzehn Punkten, für sich entschied.

Jetzt wartet der Niedersachsenentscheid auf ihn, wo er "so gut wie möglich" abschneiden möchte.

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