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  1. 2013

Realistische Unfalldarstellung – Wenn es ernst wird

Alle Schüler, die Mitglied im Schulsanitätsdienst sein wollen, müssen vorher eine Ersthelfer-Ausbildung absolvieren. Kurz nach dem Kurs ist natürlich noch alles Gelernte präsent, aber mit der Zeit verschwindet die Sicherheit darüber, was im Ernstfall zu tun ist. Denn im Athenaeum passieren – zum Glück – nicht so oft schwere Unfälle. Um trotzdem auf Notfälle vorbereitet zu sein, gibt es die realistische Unfalldarstellung. Jugendreporterin Luise Kranzhoff war als Sanitäterin selbst dabei, als es wirklich ernst wurde.

Ein Mann, eine Frau und ein Mädchen. Das war die Gruppe von Schauspielern, die von Kristina Günther, der zuständigen Lehrerin für den Sanitätsdienst, am Mittwoch, den 13.03.2013 begrüßt wurde. Sie zogen sich zurück, um alles vorzubereiten.
In Zweier- oder Dreier-Teams durften die jungen Lebensretter den Raum betreten, in dem sie ein Unglück erwartete. Natürlich wussten sie, dass das Blut, das aus den Wunden rann, kein echtes war. Dennoch war man angespannt, denn, wie man auf die Situation reagierte, wurde von Frau Günther und den Schauspielern genauestens verfolgt.

Der erste Vorfall war ein Chemieunfall. Ein Lehrer hatte mit einer Schülerin mit einem Bunsenbrenner experimentiert. Dabei hatte er sich Verbrennungen zugezogen und die Scherben des Reagenzglases steckten in der Hand des Mädchens. Die Sanitäter bekamen eine Sanitätstasche und mussten die Verletzten versorgen. Da die Ausbildung schon fast ein Jahr zurücklag, zeigte sich am Anfang Unsicherheit, aber nach kurzer Zeit besserte sich das. Dass sie die Gelegenheit hatten, sich abzusprechen, war sicherlich eine große Hilfe. Beide Gruppen konzentrierten sich vor allem auf das Mädchen, sodass die Lehrer die Situation komplizierter machte, indem er kurzfristig beschloss, in Ohnmacht
zu fallen. Aber auch dieser Vorfall wurde gemeistert.

Obwohl nicht alles perfekt gelaufen war, beschlossen die Ersthelfer, sich noch ein zweites Mal an einen Notfall zu wagen.
Diesmal war es weniger schlimm. Eine Schülerin knickte beim Sportunterricht um und konnte nicht mehr auftreten. Das größere Problem war jedoch wieder der Lehrer. Er war nämlich der Meinung, das Mädchen würde sich anstellen und wollte sie andauernd zum Aufstehen und Weiterlaufen bringen. Auch als er vom Geschehen weg manövriert worden war, schrie er seiner Schülerin von weitem Beleidigungen zu und versuchte andauernd, sich der Aufsicht der Ersthelfer zu entziehen.

Am Ende waren sich jedoch alle darüber einig, dass das Schauspielerteam unbedingt wiederkommen sollte. Sollte in nächster Zeit ein Notfall passieren, sind auf jeden Fall die fünf, die an der realistischen Unfalldarstellung teilgenommen haben, darauf vorbereitet.

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