Ein schweres, in einen blauen Einband gekleidetes Buch. Kaum zu
glauben, dass das ein Stück ist, dass für das Athenaeum von Sandeep
Bhagwati komponiert wurde. Am 10.04.2013 fand im Zimmer des
Schulleiters die offizielle Übergabe statt. Sponsoren, Musiklehrer
und Wolfgang Horn, Direktor der Schule, staunten über das Werk.
„Dieses Stück will ein Buch sein, kein Dessert.“ Dieser Satz des
Komponisten Sandeep Bhagwati beschreibt die Partitur sehr gut. Denn
es ist kein gewöhnliches Musikstück. Der Chor, der Auszüge der
Noten schon erhalten hat, musste feststellen, dass sie alles andere
als einfach sind. Auch die Musik unterscheidet sich von der, mit
der man normalerweise im Unterricht oder Chor in Berührung kommt.
Interessant ist, dass es sich vielfach um Geräusche handelt, die
man gar nicht in Noten aufschreiben kann.
Schon vor 25 Jahren war Sandeep Bhagwati eingeladen worden, für das
400ste Jubiläum etwas zu komponieren, war aber zu der Zeit mit dem
Studium beschäftigt. Die beiden Lehrer, die ihn auf die Musik
brachten und ihn förderten, sind mittlerweile beide nicht mehr im
Schuldienst. Hans Niemeyer, ehemaliger Musiklehrer am Athenaeum,
erinnerte sich jedoch an die Einladung von vor 25 Jahren und
schrieb den Schüler, der 1982 am Athenaeum Abitur machte, erneut
an.
Es entstand die Idee, die Schule musikalisch darzustellen. Dazu
konnten Lehrer und Schüler ihre Eindrücke vom Athenaeum an Sandeep
Bhagwati schicken. Die Aufgabe, daraus ein Stück zu machen, sei für
ihn keineswegs einfach gewesen, berichtete er. Zwischendurch sei er
kurz davor gewesen, aufzugeben. Doch letztendlich entstand ein sehr
umfassendes Werk, das jedes Fach, das in der Schule unterrichtet
wird, darstellt.
Es beginnt mit Physik und dem Urknall. Denn diese alternative Musik
umfasst nicht nur Noten für ein Orchester, sondern auch Texte, die
vorgelesen werden, und eine Geräuschkulisse, die durch den Chor
erzeugt wird. Besonders ist auch, dass in der Besetzung nicht nur
erfahrene Musiker sitzen, die zum Teil auf die Schule gegangen
sind, sondern auch eine Musikklasse, die erst wenige Jahre
Erfahrung mit ihren Instrumenten hat. Auch werden zwei Chöre
auftreten: zum einen der Chor, der aus jüngeren Schülern besteht,
und zum anderen der gemischte Chor, in dem vor allem ältere Schüler
Mitglied sind. Um diese Gruppen in Einklang zu bringen, hat sich
Sandeep Bhagwati viele interessante und kreative Alternativen zu
„normaler“ Orchestermusik ausgedacht.
Das Projekt wurde vom Landschaftsverband Stade, der Sparkasse
Stade-Altes Land und der Kreisparkasse gesponsert.
Die Sparkassen wollten das Jubiläum auf jeden Fall unterstützen und
dieses Projekt sei besonders interessant, weswegen sie sich an die
Niedersächsische Sparkassenstiftung wandten und eine beträchtliche
Summe beisteuerten.
Auch der Vertreter des Landschaftsverbandes Stade zeigte bei der
Übergabe großes Interesse und Begeisterung.
Die Umsetzung der Partitur liegt jetzt an den Musikern und Benjamin
Warnat, dem für diese Aufführung zuständigen Musiklehrer an der
Schule, der sich jetzt schon engagiert mit seinem Chor um das
Einstudieren bemüht.
Die Melodien werden am 15. Juni im Athenaeum zu hören sein, am
folgenden Tag, dem 16. Juni finden zwei Aufführungen im Stadeum
statt. Über 1200 Karten werden beim Veranstaltungsort und an der
Abendkasse vergeben. Es wird ein einmaliges Ereignis werden, denn
so ein Stück hat es in der langen Geschichte des Athenaeums noch
nicht gegeben.
News von den Athereportern: Übergabe der Partitur
von Luise Kranzhoff



