Am 17. April kehrte der Geowissenschaftler Herr Prof. Dr. Jürgen
Oßenbrügge anlässlich des Jubiläums an seine ehemalige Schule
zurück und informierte in einem spannenden Vortrag über die
Zusammenhänge von Klimawandel und Urbanisierung. Die
Jugendreporterinnen Adriana Dinter und Melina Umland hatten
Gelegenheit, dem Referenten vorab etwas auf den Zahn zu fühlen, und
erfuhren auf diese Weise einiges über seine Schulzeit am Athenaeum
und seinen Werdegang.
Alex. So hieß Irene Pepperbergs Graupapagei, an dem über 30 Jahre
lang die Sprachfähigkeit von Tieren erforscht wurde. So hieß Prof.
Dr. Oßenbrügges Graupapagei nicht. Der hieß Theo. Sprechen konnte
er aber auch.
Als Alex geboren wurde, hatte Prof. Dr. Oßenbrügge sein Abitur
schon seit vier Jahren in der Tasche – nämlich seit 1972 - und war
erfolgreich dabei, hintereinander einige Semester Geschichte,
Politik und Volkswissenschaftslehre zu studieren. Am Ende entschied
er sich aber doch für den Lebensweg als Geografieprofessor.
Überraschend, denn noch auf dem Athenaeum habe er Erdkunde für ein
eher langweiliges Fach gehalten – bis er einen neuen Lehrer
bekommen habe. Herrn Linkewitsch. Dieser habe zu einer neuen
Generation von Lehrern gehört und band aktuelle Themen in den
Unterricht ein.
Erdkunde – ein langweiliges Fach? Keineswegs!
von Adriana Dinter und Melina Umland


Diese spielten für den ehemaligen Athenaeer in der Schulzeit
sowieso eine große Rolle. Ob es die Einrichtung einer
Schülervertretung, die Lieferung eines Packen Mao-Bibeln oder
einfach der Streit mit dem damaligen Schuldirektor war – gerne habe
man damals als Schüler die konservativen älteren Lehrer provoziert.
Selbstständigkeit – wenn auch nicht ganz in der Form, in der er sie
selbst damals praktizierte – sei ihm auch bei seinen eigenen
Studenten wichtig, so der Geografieprofessor. Viele Studenten
würden eine Art Rezept für ihr Tun verlangen. Querdenken, kreativ
und souverän zu sein, das ist das, was er ihnen jedoch eigentlich
vermitteln möchte.
Während sein Jüngster noch sucht, sind seine beiden Töchter bereits
sehr eigenständig in die Niederlande gezogen – hauptsächlich wohl
wegen der Jungs, so der amüsierte Vater.
Auch seine Eltern ließen ihm viele Freiheiten, selbst zu
entscheiden (trotz kleiner Diskussionen über den Militärdienst), so
dass er zu dem werden konnte, was er heute ist. Ein Referent an
seiner ehemaligen Schule, dem Gymnasium Athenaeum Stade.


