Ein Bus voller Athelehrer/innen, gerade noch rechtzeitig vor dem
niedersächsischen Landtag in Hannover eingetroffen, reiht sich in
den riesigen Demonstrationszug ein. Ein selbstgemaltes Plakat vor
uns fällt uns besonders auf. Man schmunzelt, fängt aber auch an zu
grübeln: Es zeigt eine alte Lehrerin mit Rollator auf den Weg in
die Klasse. Ein schönes Bild für eine Zukunft mit deutlich höherem
Durchschnittsalter in den gymnasialen Kollegien.
Was hat das eine mit dem anderen zu tun?
In Niedersachsen gibt es die neue Planung, in den Gymnasien die
Arbeitszeit der Lehrkräfte um ein Unterrichtsstunde, also fast 90
Zeitminuten (denn Vorbereitung, Korrekturen und alles andere kommen
ja dazu) pro Woche zu erhöhen. Im Monat sind das schon etwa 7
Zeitstunden mehr. Viele Kollegen sollen diese Mehrarbeit noch
verdoppeln, denn auch die versprochene Ermäßigung ab 55 soll gar
nicht erst eingeführt werden.
Mit dem Rollator in die Schule?
Zahlreiche Kollegen und Kolleginnen des Athenaeums fahren in ihrer Freizeit nach Hannover zur Demonstration gegen die geplante Aufstockung der Stundenzahl


Wenn so viele Kollegen so viele Stunden mehr arbeiten, spart man
natürlich das überall anders auch benötigte Steuergeld, aber es
werden auch über Jahre keine neuen Lehrkräfte mehr eingestellt.
Hier passt dann das schöne Bild des Rollators gut in die
Zukunftsaussicht der Schulen.
Natürlich gibt es in der Bevölkerung kaum Unterstützung für diesen
Protest gegen die indirekte Gehaltskürzung, denn viele sehen die
Lehrertätigkeit immer noch als „leichte Vormittagsstelle“ an. Das
ist schade, weil es dem schwieriger werdenden Schulalltag und den
vielen äußerst engagierten Lehrern und Lehrerinnen Ihrer Schüler
überall, aber natürlich auch besonders am Athe nicht gerecht wird.
Der gute Zusammenhalt in unserem Kollegium wurde im Zusammenhang
mit der Demonstration wieder einmal gezeigt. Für alle, die mit nach
Hannover fuhren, vertraten andere Lehrkräfte in den Klassen, sodass
nicht eine Stunde ausfiel.
Wir freuen uns über Unterstützung aus Eltern- und Schülerschaft,
wenn es darum geht, neue Stellen für junge Kollegen weiterhin
besetzen zu können und die Arbeit an unserer Schule wertzuschätzen.
Sabine Buck, Cay Ditschke, Friederike Klause, Barbara Post, Peter
Trautmann


