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  1. 2013

Mit dem Rollator in die Schule?

Zahlreiche Kollegen und Kolleginnen des Athenaeums fahren in ihrer Freizeit nach Hannover zur Demonstration gegen die geplante Aufstockung der Stundenzahl

Ein Bus voller Athelehrer/innen, gerade noch rechtzeitig vor dem niedersächsischen Landtag in Hannover eingetroffen, reiht sich in den riesigen Demonstrationszug ein. Ein selbstgemaltes Plakat vor uns fällt uns besonders auf. Man schmunzelt, fängt aber auch an zu grübeln: Es zeigt eine alte Lehrerin mit Rollator auf den Weg in die Klasse. Ein schönes Bild für eine Zukunft mit deutlich höherem Durchschnittsalter in den gymnasialen Kollegien.

Was hat das eine mit dem anderen zu tun?

In Niedersachsen gibt es die neue Planung, in den Gymnasien die Arbeitszeit der Lehrkräfte um ein Unterrichtsstunde, also fast 90 Zeitminuten (denn Vorbereitung, Korrekturen und alles andere kommen ja dazu) pro Woche zu erhöhen. Im Monat sind das schon etwa 7 Zeitstunden mehr. Viele Kollegen sollen diese Mehrarbeit noch verdoppeln, denn auch die versprochene Ermäßigung ab 55 soll gar nicht erst eingeführt werden.

Wenn so viele Kollegen so viele Stunden mehr arbeiten, spart man natürlich das überall anders auch benötigte Steuergeld, aber es werden auch über Jahre keine neuen Lehrkräfte mehr eingestellt. Hier passt dann das schöne Bild des Rollators gut in die Zukunftsaussicht der Schulen.
Natürlich gibt es in der Bevölkerung kaum Unterstützung für diesen Protest gegen die indirekte Gehaltskürzung, denn viele sehen die Lehrertätigkeit immer noch als „leichte Vormittagsstelle“ an. Das ist schade, weil es dem schwieriger werdenden Schulalltag und den vielen äußerst engagierten Lehrern und Lehrerinnen Ihrer Schüler überall, aber natürlich auch besonders am Athe nicht gerecht wird.
Der gute Zusammenhalt in unserem Kollegium wurde im Zusammenhang mit der Demonstration wieder einmal gezeigt. Für alle, die mit nach Hannover fuhren, vertraten andere Lehrkräfte in den Klassen, sodass nicht eine Stunde ausfiel.
Wir freuen uns über Unterstützung aus Eltern- und Schülerschaft, wenn es darum geht, neue Stellen für junge Kollegen weiterhin besetzen zu können und die Arbeit an unserer Schule wertzuschätzen.


Sabine Buck, Cay Ditschke, Friederike Klause, Barbara Post, Peter Trautmann

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