Das Athenaeum wurde dieses Schuljahr zu einer Ganztagsschule. Für
alle Fünftklässler gibt es die Möglichkeit am Nachmittag in der
Schule Hausaufgaben zu machen, Sport zu treiben und an AGs
teilzunehmen. Wie das genau funktionieren soll sowie Allgemeines
zur Ganztagsschule hat Jugendreporter Michael Gisbrecht
herausgefunden.
Die Ganztagsschule am Athe ist zuerst nur für die fünften Klassen
entwickelt. Die Teilnahme ist freiwillig, wer nicht will, hat also
nicht teilzunehmen. Die Schüler haben 45 Minuten lang
Hausaufgabenbetreuung und 45 Minuten lang begleitende AGs wie
Sportspiele, Basteln mit Papier und Pappe und Bewegungsspiele. Man
kann dabei zuerst die Hausaufgaben machen oder zuerst an einer
Arbeitsgemeinschaft teilnehmen, man muss nur beides machen. Die
Schüler, die keine Hausaufgabenbetreuung in Anspruch nehmen wollen,
können an den zusätzlichen AG-Angeboten Tanzen, Chor Theater,
Fußball, Judo und Rechtschreibung teilnehmen, wo auch Schüler der
sechsten und siebten Jahrgangsstufe mitmachen können, Fünftklässler
werden aber bevorzugt genommen.
Ganztägig in der Schule


Eine Ganztagsschule ist eine Schule, an der der Unterricht nicht
nur am Vormittag stattfindet, sondern bis ca. vier Uhr nachmittags.
Dafür gibt es dann auch ein Angebot für das Mittagsessen, Betreuung
am Nachmittag und Hausaufgabenhilfe.
Man unterscheidet zwei häufptsächliche Arten von Ganztagsschule.
Die eine ist die offene Ganztagsschule, bei der die Teilnahme am
Angebot freiwillig ist. Am Vormittag findet dort Pflichtunterricht
statt und am Nachmittag ein Freizeitangebot. Das kann auch von
privaten Trägern gestellt werden. Das Athe ist ein Beispiel für
diese Art von Ganztagsschule. Die Teilnahme an der gebundenen
Ganztagsschule ist verpflichtend. Pflichtunterricht und Freizeit
sind miteinander verschränkt. Arbeitsphasen wechseln sich mit
sportlichen, künstlerischen, musischen oder die Sozialkompetenz
fördernden Beschäftigungen ab. Auch Erholungsphasen sind
eingeplant.
Die Debatte um Ganztagsschulen begann in Deutschland nach den
schlechten Ergebnissen bei der PISA-Studie (2001). 2002 hat
Bundeskanzler Gerhard Schröder Gelder für den Ausbau der
Ganztagsschule im Rahmen des „Investitionsprogramm(s) Zukunft
Bildung und Betreuung“ bereitgestellt. Seit der Föderalismusreform
2005 ist ein derartiges Programm aufgrund der Bildungshoheit der
Länder unmöglich. Positiv gesehen wird zum einen, dass die Schule
Schüler aus Problemfamilien besser erreichen kann und dass sie
Eltern einen schnelleren Wiedereinstieg in den Beruf auch am
Nachmittag ermöglicht. Auch wird in der geschlossenen
Ganztagsschule die Klassengemeinschaft durch das Zusammensein auch
am Nachmittag gestärkt. Negativ betrachtet wird eine Minderung des
erzieherischen Einflusses der Eltern und die Zunahme der Dauer der
Schule, die die Ausprägung einer eigenen Persönlichkeit durch die
Schüler durch mangelnde Freizeit behindere und sie überfordere.
Zurück zum Athe: Ob die offene Ganztagsschule am Athenaeum eine
gute Idee war, wird sich zeigen, besonders wenn auch weitere
Klassenstufen in das Konzept eingebunden werden. Beispiele bei
anderen Schulen machen Mut, aber letztendlich muss ein gutes
Konzept geschaffen werden, damit sich diese Form auszahlt.


