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  1. 2013

Ganztägig in der Schule

Das Athenaeum wurde dieses Schuljahr zu einer Ganztagsschule. Für alle Fünftklässler gibt es die Möglichkeit am Nachmittag in der Schule Hausaufgaben zu machen, Sport zu treiben und an AGs teilzunehmen. Wie das genau funktionieren soll sowie Allgemeines zur Ganztagsschule hat Jugendreporter Michael Gisbrecht herausgefunden.

Die Ganztagsschule am Athe ist zuerst nur für die fünften Klassen entwickelt. Die Teilnahme ist freiwillig, wer nicht will, hat also nicht teilzunehmen. Die Schüler haben 45 Minuten lang Hausaufgabenbetreuung und 45 Minuten lang begleitende AGs wie Sportspiele, Basteln mit Papier und Pappe und Bewegungsspiele. Man kann dabei zuerst die Hausaufgaben machen oder zuerst an einer Arbeitsgemeinschaft teilnehmen, man muss nur beides machen. Die Schüler, die keine Hausaufgabenbetreuung in Anspruch nehmen wollen, können an den zusätzlichen AG-Angeboten Tanzen, Chor Theater, Fußball, Judo und Rechtschreibung teilnehmen, wo auch Schüler der sechsten und siebten Jahrgangsstufe mitmachen können, Fünftklässler werden aber bevorzugt genommen.

Eine Ganztagsschule ist eine Schule, an der der Unterricht nicht nur am Vormittag stattfindet, sondern bis ca. vier Uhr nachmittags. Dafür gibt es dann auch ein Angebot für das Mittagsessen, Betreuung am Nachmittag und Hausaufgabenhilfe.

Man unterscheidet zwei häufptsächliche Arten von Ganztagsschule. Die eine ist die offene Ganztagsschule, bei der die Teilnahme am Angebot freiwillig ist. Am Vormittag findet dort Pflichtunterricht statt und am Nachmittag ein Freizeitangebot. Das kann auch von privaten Trägern gestellt werden. Das Athe ist ein Beispiel für diese Art von Ganztagsschule. Die Teilnahme an der gebundenen Ganztagsschule ist verpflichtend. Pflichtunterricht und Freizeit sind miteinander verschränkt. Arbeitsphasen wechseln sich mit sportlichen, künstlerischen, musischen oder die Sozialkompetenz fördernden Beschäftigungen ab. Auch Erholungsphasen sind eingeplant.

Die Debatte um Ganztagsschulen begann in Deutschland nach den schlechten Ergebnissen bei der PISA-Studie (2001). 2002 hat Bundeskanzler Gerhard Schröder Gelder für den Ausbau der Ganztagsschule im Rahmen des „Investitionsprogramm(s) Zukunft Bildung und Betreuung“ bereitgestellt. Seit der Föderalismusreform 2005 ist ein derartiges Programm aufgrund der Bildungshoheit der Länder unmöglich. Positiv gesehen wird zum einen, dass die Schule Schüler aus Problemfamilien besser erreichen kann und dass sie Eltern einen schnelleren Wiedereinstieg in den Beruf auch am Nachmittag ermöglicht. Auch wird in der geschlossenen Ganztagsschule die Klassengemeinschaft durch das Zusammensein auch am Nachmittag gestärkt. Negativ betrachtet wird eine Minderung des erzieherischen Einflusses der Eltern und die Zunahme der Dauer der Schule, die die Ausprägung einer eigenen Persönlichkeit durch die Schüler durch mangelnde Freizeit behindere und sie überfordere.

Zurück zum Athe: Ob die offene Ganztagsschule am Athenaeum eine gute Idee war, wird sich zeigen, besonders wenn auch weitere Klassenstufen in das Konzept eingebunden werden. Beispiele bei anderen Schulen machen Mut, aber letztendlich muss ein gutes Konzept geschaffen werden, damit sich diese Form auszahlt.

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