Der Schulgarten - Das verlorene Paradies?
Besucht haben wir ihn alle schon, den Schulgarten. Für die meisten
von uns dürfte es allerdings schon einige Jahre her sein. Genau wie
jetzt noch vereinzelt die Fünft- und Sechstklässler gingen viele,
besonders diejenigen, die in den angrenzenden Pavillons Unterricht
hatten, in den Pausen dorthin, um „Kronefrei“ und anderes zu
spielen. Aber irgendwann ist man aus dem Alter raus und bleibt dem
grünen Flecken fern, sieht ihn nur noch im Vorbeigehen oder aus dem
Fenster des E-Baus.
Aber was hat sich seitdem getan? Joshua Minow ist dem mit Kamera
und Notizblock nachgegangen.
Die Erinnerungen an den Schulgarten sind zumeist solche, in denen
er gepflegt und sauber ist, mit einem offenen Teich, der im Winter
als kleine Eisfläche diente. Es gab einen orangen Schuppen und zwei
Gewächshäuser. Später wurde er sogar zur Sperrzone erklärt.
Ursächlich hierfür waren wohl zu viele (Müll-)Zwischenfälle. Und
dann kamen die Bauarbeiten.
Bis vor einigen Jahren gab es einen Gärtner, der sich um den
Schulgarten und die Sauberhaltung des Sportplatzes kümmerte.
Nachdem der Landkreis Stade seine Arbeitszeit zunächst auf 3,5 Tage
reduzierte und seine Tätigkeit für das Athe später ganz strich, war
es dem Hausmeister, zunächst mit dem Gärtner und dann allein, nicht
möglich, den Schulgarten UND die Schulgebäude zu betreuen.
Der Schulgarten wurde nun zum Stiefkind.
Um ihn nicht total der Verwahrlosung preiszugeben, gab das Athe
eine Anzeige in der Zeitung auf, um freiwillige Helfer zu finden,
die sich ehrenamtlich um den Schulgarten kümmern könnten, erklärt
Frau Schöning im Interview. Daraufhin meldeten sich vier Damen, die
sich jetzt um den Schulgarten bemühen. Frau Seggert, Frau
Winterhoff, Frau Nettersheim und Frau Förster engagieren sich seit
längerer Zeit freiwillig hier und haben schon viel geschafft. Dafür
dankt die Schule ihnen herzlich, denn so etwas ist nicht
selbstverständlich.
Die Beete wurden generalüberholt. Besonders zu bemerken ist dies
bei der „Düne“ mit dem Steinweg.

Der gesamte Schulgarten. Es sieht aus wie eine schöne Parkfläche und man könnte meinen, dass sich wenig geändert hat. Aber...

Einiges ist eben doch nicht zu schaffen bei dieser großen Fläche.


Eine Wandlung hat auch der Schulteich vollzogen. Wenn man sich das Foto vom Herbst ansieht, muss man sich fragen, ob die Bezeichnung oder „Schultümpel“ nicht passender wäre. Der Teich war von Gras und anderem Gestrüpp überwachsen, so dass man kaum noch Wasser sah. Ein Grund hierfür liegt darin, dass die Pumpe im Teich vor einiger Zeit gestohlen wurde. Außerdem kommen die freiwilligen Helferinnen bei der großen Gartenfläche kaum gegen den Wildwuchs im und um den Teich an.

Das Schicksal des „schönen Hartheus“ ist leider unbekannt.
Fazit
Nachdem er für so lange Zeit niemandem zugänglich war und die
Anzahl der sich Kümmernden immer noch zu gering ist, um ihn zu
durchgehend zu pflegen, nahm die Natur das Ganze teilweise wieder
selbst in die Hand und ließ die Pflanzen einige Beete überwachsen.
Dadurch verloren vermutlich auch viele Schüler das Interesse an
ihm. Wo man früher noch regelmäßig Schüler aller Klassenstufen
antreffen konnte (aber besonders die Jüngeren), sieht man heute mit
Glück vielleicht EINE Gruppe jüngerer Schüler, die „Kronefrei“
spielt.
Aber wie sieht die Zukunft des Schulgartens aus? Aufruf!
Fakt ist, dass in naher Zukunft vermutlich nicht mit einer
dauerhaften bezahlten Hilfe zu rechnen sein wird. Jedoch wurden die
Schüler früher viel aktiver in die Pflege des Schulgartens
einbezogen, z.B. im Unterricht, in AGs oder auch im ASS.
Was spricht dagegen diese „ Tradition“ wieder aufleben zu lassen?
Vielleicht finden sich beim nächsten ASS oder schon wieder einige
Schüler für ein Schulgartenseminar oder der eine oder andere
Bio-Lehrer baut eine Stunde „Feldforschung“ in seinen Unterricht
ein. Wie wäre es mit Patenschaften für einzelne Beete?
Möglichkeiten gäbe es sicherlich. Im Frühling kann wieder begonnen
werden.
Behandeln wir den Schulgarten doch wie einen alten Freund, der zwar
für einige Zeit in Vergessenheit geraten war, jetzt aber in unserem
(Athe-)Leben zurück ist. Er benötigt ein wenig Hilfe - es ist nun
unsere Aufgabe, ihn wieder zu integrieren.
Ich denke, es wird sich lohnen.


