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  1. 2013

Der Schulgarten - Das verlorene Paradies?

Besucht haben wir ihn alle schon, den Schulgarten. Für die meisten von uns dürfte es allerdings schon einige Jahre her sein. Genau wie jetzt noch vereinzelt die Fünft- und Sechstklässler gingen viele, besonders diejenigen, die in den angrenzenden Pavillons Unterricht hatten, in den Pausen dorthin, um „Kronefrei“ und anderes zu spielen. Aber irgendwann ist man aus dem Alter raus und bleibt dem grünen Flecken fern, sieht ihn nur noch im Vorbeigehen oder aus dem Fenster des E-Baus.
Aber was hat sich seitdem getan? Joshua Minow ist dem mit Kamera und Notizblock nachgegangen.

Die Erinnerungen an den Schulgarten sind zumeist solche, in denen er gepflegt und sauber ist, mit einem offenen Teich, der im Winter als kleine Eisfläche diente. Es gab einen orangen Schuppen und zwei Gewächshäuser. Später wurde er sogar zur Sperrzone erklärt. Ursächlich hierfür waren wohl zu viele (Müll-)Zwischenfälle. Und dann kamen die Bauarbeiten.

Bis vor einigen Jahren gab es einen Gärtner, der sich um den Schulgarten und die Sauberhaltung des Sportplatzes kümmerte. Nachdem der Landkreis Stade seine Arbeitszeit zunächst auf 3,5 Tage reduzierte und seine Tätigkeit für das Athe später ganz strich, war es dem Hausmeister, zunächst mit dem Gärtner und dann allein, nicht möglich, den Schulgarten UND die Schulgebäude zu betreuen.
Der Schulgarten wurde nun zum Stiefkind.

Um ihn nicht total der Verwahrlosung preiszugeben, gab das Athe eine Anzeige in der Zeitung auf, um freiwillige Helfer zu finden, die sich ehrenamtlich um den Schulgarten kümmern könnten, erklärt Frau Schöning im Interview. Daraufhin meldeten sich vier Damen, die sich jetzt um den Schulgarten bemühen. Frau Seggert, Frau Winterhoff, Frau Nettersheim und Frau Förster engagieren sich seit längerer Zeit freiwillig hier und haben schon viel geschafft. Dafür dankt die Schule ihnen herzlich, denn so etwas ist nicht selbstverständlich.
Die Beete wurden generalüberholt. Besonders zu bemerken ist dies bei der „Düne“ mit dem Steinweg.

Der gesamte Schulgarten. Es sieht aus wie eine schöne Parkfläche und man könnte meinen, dass sich wenig geändert hat. Aber...

Einiges ist eben doch nicht zu schaffen bei dieser großen Fläche.

Eine Wandlung hat auch der Schulteich vollzogen. Wenn man sich das Foto vom Herbst ansieht, muss man sich fragen, ob die Bezeichnung oder „Schultümpel“ nicht passender wäre. Der Teich war von Gras und anderem Gestrüpp überwachsen, so dass man kaum noch Wasser sah. Ein Grund hierfür liegt darin, dass die Pumpe im Teich vor einiger Zeit gestohlen wurde. Außerdem kommen die freiwilligen Helferinnen bei der großen Gartenfläche kaum gegen den Wildwuchs im und um den Teich an.

Das Schicksal des „schönen Hartheus“ ist leider unbekannt.

Fazit
Nachdem er für so lange Zeit niemandem zugänglich war und die Anzahl der sich Kümmernden immer noch zu gering ist, um ihn zu durchgehend zu pflegen, nahm die Natur das Ganze teilweise wieder selbst in die Hand und ließ die Pflanzen einige Beete überwachsen.
Dadurch verloren vermutlich auch viele Schüler das Interesse an ihm. Wo man früher noch regelmäßig Schüler aller Klassenstufen antreffen konnte (aber besonders die Jüngeren), sieht man heute mit Glück vielleicht EINE Gruppe jüngerer Schüler, die „Kronefrei“ spielt.

Aber wie sieht die Zukunft des Schulgartens aus? Aufruf!
Fakt ist, dass in naher Zukunft vermutlich nicht mit einer dauerhaften bezahlten Hilfe zu rechnen sein wird. Jedoch wurden die Schüler früher viel aktiver in die Pflege des Schulgartens einbezogen, z.B. im Unterricht, in AGs oder auch im ASS.
Was spricht dagegen diese „ Tradition“ wieder aufleben zu lassen? Vielleicht finden sich beim nächsten ASS oder schon wieder einige Schüler für ein Schulgartenseminar oder der eine oder andere Bio-Lehrer baut eine Stunde „Feldforschung“ in seinen Unterricht ein. Wie wäre es mit Patenschaften für einzelne Beete?
Möglichkeiten gäbe es sicherlich. Im Frühling kann wieder begonnen werden.

Behandeln wir den Schulgarten doch wie einen alten Freund, der zwar für einige Zeit in Vergessenheit geraten war, jetzt aber in unserem (Athe-)Leben zurück ist. Er benötigt ein wenig Hilfe - es ist nun unsere Aufgabe, ihn wieder zu integrieren.
Ich denke, es wird sich lohnen.

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