Seine Schüler liegen ihm am Herzen. Bescheiden und unaufgeregt
kommt Dennis Röder daher, der seit 2008 am Stader Gymnasium
Athenaeum Englisch und Geschichte unterrichtet – letzteres auch
gelegentlich in englischer Sprache. Für sein besonderes
pädagogisches Engagement wurde der 36-Jährige am Montag in Berlin
mit dem „Deutschen Lehrerpreis 2013“ ausgezeichnet.
Schüler seines ehemaligen Geschichts-Leistungskurses hatten Dennnis
Röder für den Preis in der Kategorie „Schüler zeichnen Lehrer aus“
vorgeschlagen, weil er sie in besonderer Weise unterstützt und
geprägt hat. Einige der jungen Leute hatte Röder von der siebten
Klasse an durch ihre Schulzeit begleitet.
Mit seinem Geschichtskurs war Röder seinerzeit außerplanmäßig zum
Thema Nationalsozialismus für ein Wochenende nach Berlin gereist,
um mit den Schülern die einschlägigen Stätten und Museen über die
NS-Zeit zu besuchen. „Mir ist der Kontakt zu den Schülern über den
Unterricht hinaus wichtig“, sagt Dennis Röder. So könne er eine
Beziehung zu ihnen aufbauen, die ein gutes Lernklima zulasse. Die
Schüler sollten ihn alles fragen können und Klarheit darüber haben,
was er von ihnen erwarte.
Im Unterricht ließe er ihnen viele Freiräume, eigene Vorschläge
einzubringen. Seine Schüler sollten nicht stupide Jahreszahlen
auswendig lernen, sondern die geschichtlichen Zusammenhänge
verstehen und sie auf Ereignisse in der Gegenwart anwenden können.
„Wie spannend und aktuell Geschichte sein kann und wie Lügen und
Verfälschungen entstehen“, das wolle er seinen Schülern vermitteln.
Neben der Faszination für das Fach Geschichte ist es die
Leidenschaft am Lehrerberuf, die ihn antreibt: „Ich habe in den
vergangenen Jahren in diesem Job selbst unglaublich viel gelernt
bei neuen Themen – und auch von den Schülern“, sagt Röder.
Seine Motivation: Schüler über einen längeren Zeitraum zu fördern,
ihnen Anregungen zu geben und Fortschritte zu sehen. Ein „Danke“
habe er dafür nie erwartet. Umso mehr habe ihn die Auszeichnung
gerührt, sagt Dennis Röder, gerade weil Lehrer ein solches Lob im
Unterrichtsalltag häufig nicht erführen.
Schon früh habe für ihn festgestanden, dass er Lehrer werden wollte
– gewiss auch deshalb, weil ihn sein eigener Geschichtslehrer
geprägt hat.
Dennis Röder steht gern vor der Klasse, hat sich in der Schule und
vor allem am Athenaeum von Anfang an wohl gefühlt. Ohnehin habe er
immer Glück gehabt, betont Röder. Gern denkt er zurück an die
Menschen, die ihn auf seinem Weg unterstützt haben: eine
Professorin an der Uni während des Lehramtsstudiums in seiner
Heimatstadt Siegen und ein Studienleiter während des Referendariats
in Gelsenkirchen. An die Uni wäre er auch gern nochmal für ein
dreijähriges Gastspiel zurückgekehrt, um dort zu lehren, zu
forschen und zu promovieren. Doch als Beamter war für ihn ein
vorübergehender Wechsel an die Uni fast unmöglich; der Pädagoge
hätte sich da mehr Unterstützung vom Land gewünscht.
Am Athenaeum sind sie froh, dass Röder nicht vorübergehend an der
Uni unterrichtet. So wurde er denn auch gleich zum Fachobmann für
Geschichte gewählt und stellt sich nun neuen Herausforderungen.
Dazu gehört auch eine Geschichts-AG, die Dennis Röder zusammen mit
Alice von Plato anbietet. Gemeinsam wollen sie die Schüler für
Geschichtswettbewerbe fit machen.
Deutscher Lehrerpreis
Insgesamt wurden 16 Lehrkräfte und sechs Unterrichtsprojekte aus
neun Bundesländern ausgezeichnet. An die 3500 Schüler und Lehrer
beteiligten sich an dem bundesweiten Wettbewerb „Deutscher
Lehrerpreis 2013“ der Vodafone Stiftung Deutschland und des
Deutschen Philologenverbandes. Meldungen für 2014 sind ab sofort
möglich.
Athenaeum-Lehrer Dennis Röder mit dem „Deutschen Lehrerpreis 2013“ ausgezeichnet
so erschienen im Stader Tageblatt am 26.11.2013



