Durch die Schule „läuft“ ein Band und verknüpft Menschen, die etwas verbindet – Schüler, Schülerinnen, Lehrkräfte und Mitarbeiter/innen der Schule. Hier soll es um den einzelnen Menschen gehen, um seine Interessen, Ideen, Vorschläge zum Schulleben: also verschmilzt Persönliches mit Schulischem und wir lernen die interessante Vielfalt, die das Athenaeum ausmacht, nach und nach kennen. Hierbei entscheidet jede/r Interviewte selbst , an wen sie oder er das rote Band, also quasi den symbolischen roten Faden, der sich durch die Schule zieht, weiter geben möchte. Ich bin sicher, dass wir viel Neues und Spannendes über diejenigen, die das Athenaeum ausmachen, erfahren werden. - Barbara Post
Ein rotes Band zieht sich durch’s Athe

****** 40. Herma Sonack ******

Eine einzigartige und liebenswerte Sekretärin mit Herz
„Eine optimistische und familiäre Frohnatur“, so beschreibt sich unsere Oberstufensekretärin Herma Sonack, welche seit über 40 Jahren als Sekretärin tätig ist, selbst. Geboren ist sie 1959 in Drochtersen-Dornbusch, wo sie bis heute auch lebt. Nachdem sie damals ihre Ausbildung als Reno-Gehilfin (Rechtanwalt- und Notarfachangestellte) in Stade absolviert hat, hat sie sich im Landkreis Stade beworben und ist schließlich hier am Athenaeum als Sekretärin eingesetzt worden. Von diesem und aus dem Schulalltag vieler Schüler:innen ist sie mittlerweile gar nicht mehr wegzudenken. Jeden Tag steht sie mit ihrer hilfsbereiten Art den Schülern und Kollegen bei Fragen zur Verfügung. Im Büro zu arbeiten und der Umgang mit Menschen gefällt ihr sehr gut, weshalb sie genau aus diesem Grund Sekretärin geworden ist: „Diesen Beruf mag ich wirklich sehr, das selbstständige, abwechslungsreiche und vielseitige Arbeiten, was den Beruf auszeichnet, finde ich einfach toll“, erklärt Frau Sonack. Es ist also kein Wunder, dass sie sich für diesen Beruf entschieden hat, wobei es auch andere gibt, die sie interessant findet: „Ich hätte mir auch vorstellen können im Kindergarten zu arbeiten, doch eigentlich bin sehr glücklich über meinen Beruf als Sekretärin.“ Doch nicht nur dieser gefällt ihr sehr gut, sondern auch die Tatsache, dass sie ihn am Athe ausüben kann: „Mir gefällt einfach alles am Athenaeum, die Schüler:innen sind freundlich und hilfsbereit, genauso wie die Kollegen und Kolleginnen, die Zusammenarbeit ist einfach sehr harmonisch“, erklärt Frau Sonack mit einem Lächeln im Gesicht. „Eine harmonische Zusammenarbeit“, es ist wohl genau das, was man sich für seine berufliche Zukunft nach der Schulzeit wünscht. Apropos Schulzeit, wie sind eigentlich Ihre Erinnerungen an diese? „Ich hatte eine sehr schöne Schulzeit, wir besaßen eine gute Klassengemeinschaft und hatten nette Lehrer. Zudem liebte ich die sprachlichen Fächer wie Englisch und Französisch. Das Einzige, was mir nicht so gut gefiel, war der Sportunterricht.“ Doch obwohl sie diesen nicht so gerne mochte, ist Frau Sonack eigentlich ein ziemlicher Sportfan: „In meiner Freizeit mag ich es, neben dem Bingo spielen, kegeln und schießen zu gehen. Außerdem bin ein großer HSV-Fan.“

Genauso wie Fußball gibt es aber noch weitere Dinge, die Herma Sonack sehr mag: „Ich mag deutsche Schlager, verbringe natürlich auch gerne Zeit mit meinen Enkelkindern und meiner Familie oder entspanne mich nach meiner Arbeit mit einem Kaffee.“ Sich einfach einmal entspannen und nichts tun wird in Zukunft etwas sein, was Herma Sonack wohl noch häufiger tun kann. Denn nach ihrer langen Arbeit als Sekretärin wird sie demnächst in den Ruhestand gehen. Dabei ist es ihr wichtig, auch weiterhin jeden neuen Tag bewusst zu erleben und genießen zu können: „Ich werde weiterhin meinen ‚neuen‘ Alltag genießen, wobei ich schon betonen muss, dass mir die Arbeit, die Kollegen sowie alle weiteren Mitarbeiter:innen dieser Schule und die Schüler:innen sehr fehlen werden“, erklärt Frau Sonack. Das ist sehr nachvollziehbar, nach so langer Zeit ist es schließlich ungewohnt, wenn einem plötzlich ein ganz neuer Alltag bevorsteht. Doch auch dann wird es sicherlich viele schöne Dinge geben, mit welchen man seinen Tag verbringen kann, oder? „Ja, auf jeden Fall, ich kann mir gut vorstellen, kleine Urlaubsfahrten zu unternehmen, das wird bestimmt schön.“ Dies klingt doch einem hervorragenden Plan, bei welchem wir Ihnen viel Spaß wünschen. Gibt es denn noch etwas, dass Sie zum Abschluss gerne sagen würden? „Ja unbedingt, ich möchte mich nochmal herzlich bei den Kollegen und der Schulleitung für jegliche Unterstützung, die man in schwierigen Lebensphasen erhält, bedanken. Für die Zukunft wünsche ich Ihnen allen Gesundheit, Glück und Zufriedenheit!“ Vielen Dank Frau Sonack! Ich denke, ich spreche im Namen aller, wenn ich sage, dass wir dies nur zurückgeben können.
Herzlichen Dank, Frau Sonack, für Ihre Arbeit, welche Sie jederzeit zuverlässig, freundlich und mit einem Lächeln mit Gesicht erledigt haben. Am Athenaeum werden Sie uns allen sehr fehlen, doch es wird Ihnen sicherlich eine wundervolle Zeit bevorstehen, für welche wir Ihnen ebenfalls Gesundheit, Glück, Zufriedenheit und nur das Beste wünschen, denn dies haben Sie sich auf jeden Fall verdient!
Interview: Lydia Prigge
39. Tim Heuke

Ein humorvoller Handballer mit einer Liebe für Geographie…
„Ausgeglichen, perfektionistisch und humorvoll.“ So würde sich der aktuelle Athebandträger Tim Heuke in drei Worten beschreiben. Seit einiger Zeit ist Herr Heuke schon als Englisch-und Erdkundelehrer an unserer Schule tätig. Geboren ist er 1987 zwar in Münster, er spricht aber fränkisch, ist er doch in Fürth aufgewachsen. Mittlerweile lebt er zusammen mit seiner Frau in Fredenbeck. Zuvor lebten sie zusammen in Bayern, haben sich dann aber für den Norden entschieden. Doch dass dies in Stade sein würde, hätte Herr Heuke nicht gedacht: „Um ehrlich zu sein, habe ich vorher noch nie etwas von Stade gehört. Als ich dann nach einer Arbeitsstelle gesucht habe, bin ich auf das Athenaeum gestoßen und habe ich mich sehr schnell in diese Gegend verliebt. Dies ist auch der Grund, warum ich die Stelle angenommen habe.“ Über diese Entscheidung ist Herr Heuke immer noch sehr erfreut, genauso wie die Tatsache, dass er Lehrer geworden ist. Doch wie kam es eigentlich zu dieser Entscheidung? „Eigentlich wollte ich als Jugendlicher immer Zahnarzt werden oder auch Rentner, weil diese immer so viel Zeit hatten. Jedoch stellte ich schnell fest, dass ich großen Spaß an der Arbeit mit Jugendlichen habe, da ich auch viele Jahre Nachhilfe gegeben habe und ich merkte, dass es sich gut anfühlt, jemanden bei etwas helfen zu können.“ Auch, welche Fächer er unterrichten möchte, war Herrn Heuke eigentlich schnell bewusst: „Als Schüler war ich in Englisch immer ganz gut, außerdem habe ich Familie in England. Zudem reizte mich das hohe Themenspektrum in Geographie (so heißt das nämlich – und nicht Erdkunde, sagt Herr Heuke schmunzelnd), obwohl das Interesse eher nach dem Abitur kam, da ich in der Oberstufe kein Geographie hatte. Zudem bekommt meine Frau auch oft zu hören, dass ‚alles Geographie ist‘, sie wäre mittlerweile sicher bereit für ein Abi in Geographie“, sagt Herr Heuke lachend. Doch neben diesen Fächern gab es natürlich noch weitere, welche ihm gefallen bzw. auch eher weniger gefallen haben…: „Was ich am wenigsten gemocht habe, war definitiv Geschichte! Da ging es irgendwie immer nur um die Jahreszahlen und wann wer irgendwas Tolles gemacht haben soll – das war mir zu langweilig. Vielleicht lag das aber auch einfach an meinem Geschichtsunterricht. Natürlich habe ich aber auch Fächer gehabt, die richtig super fand, zum Beispiel Sport.“ Und nicht nur in der Schulzeit war Herr Heuke ein totaler Sportfan, sondern auch noch heute, insbesondere Handball hat es ihm besonders angetan: „In der fünften Klasse bin ich auf Handball aufmerksam geworden und da war es um mich geschehen. Ich bin dann einem Verein beigetreten und spiele bis heute gerne Handball. Zum Beispiel spiele ich auch mit Herrn Hoffeld hier in einem Verein in Stade. Wir sind zwar mittlerweile fast schon eher eine Altherrenmannschaft, aber es macht immer noch sehr Spaß!“

Dies hängt vor allen Dingen damit zusammen, dass aufgrund der Kombination der drei Grundsportarten Laufen, Springen und Werfen der ganze Körper beansprucht wird, was ihm sehr gefällt: „Handball ist eben sehr körperbetont, aber gleichermaßen sehr fair. Meiner Meinung nach gibt es keinen Sport, welcher vergleichbar mit Handball ist. So habe ich in meinen 20 Jahren, in welchen ich Handball gespielt habe, auch nie so eine Rudelbildung wie z.B. beim Fußball erlebt.“ Dennoch aber mag Herr Heuke auch gerne Fußball, obwohl er seine Fußballkarriere für den Handball irgendwann aufgegeben hat: „Handball ist eben mein Favorit, ich sympathisiere auch sehr mit dem Handballverein HC Erlangen, bin aber auch Borussia-Dortmund-Fan, was den Fußball betrifft.“ Doch neben seiner Leidenschaft für Handball und anderen Sportarten hat Herr Heuke natürlich noch weitere Interessen: „Durch die Pandemie habe ich meine Kochskills erweitert. Besonders gerne mag ich übrigens Pesto alla Genovese. Dass ich zu Hause der Koch bin, freut meine Frau auch sehr. Ansonsten gucke ich gerne Sport, natürlich Handball, aber auch American Football und spiele gerne Gesellschaftsspiele mit meiner Familie und meinen Freunden.“ Dies klingt doch sehr vielreich und nach tollen Möglichkeiten, seine Freizeit zu verbringen, auch wenn man nicht sehr viel davon hat. Aufgrund dessen ist es natürlich auch wichtig, sich mal zu entspannen, oder? „Ja, natürlich auf jeden Fall! Um zu entspannen, gehe ich in der Ferienzeit sehr gerne in den Alpen wandern. Oder ich fahre mit dem Fahrrad irgendwo durch Deutschland. Zudem habe ich vor einiger Zeit Podcasts für mich entdeckt. Einfach mal nicht reden zu müssen, finde ich schon sehr entspannend.“ Apropos Schulzeit, was sind eigentlich Ihre schönsten Erinnerungen an Ihre Schulzeit? „Definitiv meine Schulfreunde. Ich habe in der Schulzeit meine bis heute besten Freunde kennengelernt und dafür bin ich sehr dankbar. Die Schulzeit schweißt, denke ich, sehr zusammen und daran denke ich auch gerne zurück.“ Doch nicht nur seine Zeit als Schüler mochte Herr Heuke sehr, sondern auch seine Zeit als Lehrer hier am Athenaeum genießt er: „Ich fühle mich hier am Athe seit Tag eins sehr wohl und dafür bin ich vor allem meinen Kolleginnen und Kollegen dankbar. Doch auch der soziale Umgang zwischen den Schülern gefällt mir besonders gut! Als ich neu am Athenaeum war, hat mir das gute Miteinander der Schülerinnen und Schüler sehr imponiert. Außerdem finde ich die Kabuschka super – es gibt immer eine tolle Auswahl, unser Kabuschka-Team ist wahnsinnig nett und ich habe im Laufe der Jahre sogar Rezepte nachgekocht. Auf die Geheimzutat der Giraffencreme warte ich aber immer noch“, verrät der 34-Jährige. Doch auch ohne die Geheimzutat zu kennen, ist Herr Heuke hier am Athenaeum mit seiner Arbeit als Lehrer super zufrieden: „Ich mag meine Arbeit sehr. Des Weiteren gibt es einige Kolleginnen und Kollegen, welche ich sehr witzig finde und mit denen ich gut lachen kann, da wir den gleichen Humor teilen.“ Auch die Tatsache, dass er Lehrer werden konnte, mache ihn glücklich. „Wahrscheinlich wäre ich ansonsten Tischler geworden, da ich das Handwerkliche manchmal etwas vermisse, aber dennoch freue ich mich Lehrer zu sein!“ Und nicht nur Herr Heuke ist darüber erfreut, es gibt bestimmt auch Schülerinnen und Schüler, welche Sie als Lehrer sehr schätzen, oder? „Also ich würde mich auf jeden Fall freuen, wenn dies der Fall ist und mich einige vielleicht auch als coolen Lehrer bezeichnen würden. Ich lege sehr großen Wert auf Lockerheit und Freude bei gleichzeitig hoher Leistung. Ich mache sehr gerne mal einen Spaß und lache auch gerne mit den Schülerinnen und Schülern, wobei ich natürlich auch Leistung von allen Beteiligten erwarte – sowohl von mir als auch von der Klasse.“ Leistung zu erbringen ist eben etwas, was uns immer im Leben begleitet, in der Schule z.B. durch die Klassenarbeiten: „Klassenarbeiten zu schreiben, gehört eben auch dazu und manchmal kann es auch sehr lange dauern, diese zu korrigieren. Deswegen muss ich auch immer wieder lachen, wenn mich Schüler zwei Tage nach einer Klassenarbeit fragen, ob sie die Arbeit heute zurückbekommen. Manchmal wünsche ich mir, dass Schülerinnen und Schüler wüssten, wie lange das wirklich dauert, wie viele Wochenenden am Schreibtisch verbracht werden, bis eine Arbeit korrigiert ist. Allgemein verbringe ich leider viel zu viel Zeit mit dem Korrigieren“, erklärt Herr Heuke. Es gibt doch auch bestimmt noch einen Wunsch, welchen Sie sich erfüllen wollen, oder? „Ja, das stimmt“, sagte Herr Heuke lachend. „Wir haben uns vor kurzem erst ein Haus gekauft, dies war ein großer Traum, den wir uns bereits erfüllen durften. Außerdem habe ich mir letzten Sommer ein Moped gekauft. Ich liebe einfach das Gefühl, im Sommer damit herumzufahren. Aber natürlich ist das Wichtigste immer noch die Gesundheit meiner Familie, insbesondere in diesen schwierigen Zeiten.“ Dem kam sich bestimmt jeder anschließen. Wir hoffen zumindest, dass sich Ihre Wünsche erfüllen und Sie auch nächsten Sommer mit ihrem Moped die Gegend erkunden können und weiterhin Ihre Freude am Beruf behalten und diese natürlich auch an andere, insbesondere an die Schülerinnen und Schüler, weitergeben können!
Interview: Lydia Prigge
- An wen möchten Sie das rote AtheBand weitergeben?
Ich würde das Atheband gerne an Jette Baumgarten weitergeben.
- Welche Gründe gibt es für diese Weitergabe?
Ich erlebe Jette als sehr positive und immer gut gelaunte Person. Das finde ich bewundernswert und ich möchte unbedingt ihr Geheimnis dafür kennen. Außerdem finde ich ihren Berufswunsch sehr spannend.
38. Robin Fiege

Einer, der immer eine gute Figur macht...
Robin Fiege hat von seinem Lieblingslehrer Herrn Tietje das
Atheband übergeben bekommen, denn Robin begeistert seine Mitschüler
und Lehrer mit seinen erstaunlichen Origami-Fähigkeiten – und Herr
Tietje wollte mehr darüber erfahren. Diesen Wunsch können wir ihm
nun erfüllen, denn die Fingerfertigkeiten des Nachwuchskünstlers
sind beeindruckend. Innerhalb kürzester Zeit erschafft der
Sechstklässler die kleinen Figuren aus Papier. Dabei folgt er
längst nicht mehr Anleitungen aus einem Buch, denn er faltet
zahlreiche von ihnen aus dem Kopf und hat sich selbst auch eigene
ausgedacht.
Angefangen hatte alles mit dem Falten von Papierfliegern im Alter
von etwa fünf Jahren, auch wenn er das nach einiger Zeit
kurzfristig aufgab und sich erst nach einer längeren Pause wieder
mit ungefähr sieben Jahren dem Origamifalten widmete, indem er sich
an den Anleitungen aus Büchern orientierte und sich an immer
schwierigeren Figuren versuchte. Die Faszination ließ ihn nicht los
geht für Robin von den vielfältigen Möglichkeiten und der schnellen
Wandelbarkeit des Papiers durch nur wenige Faltschritte aus. Er
vergleicht das mit den “Transformers”, von denen er ebenfalls Fan
ist. Außerdem hat er ein Faible für die Origamis, die zwar leicht
zu falten sind, aber durch ihr cooles Aussehen trotzdem eine große
Wirkung auf den Betrachter haben. Schätzungsweise faltet Robin
täglich fünf bis zehn Figuren, mal mehr, nur selten auch mal gar
keine. Basteln tut er häufig in Situationen, in denen ihm
langweilig ist. Dabei faltet er nicht nur Figuren in weniger als
einer Minute, für die die meisten Bastler fraglos mindestens zehn
benötigen würden. Teilweise beschäftigt er sich mehrere Stunden mit
einer einzigen, besonders kniffligen Figur, mit denen andere
Künstler seiner Zunft zweifellos komplett überfordert wären. Robin
beschränkt sich nicht mehr nur auf die normalen Größen von
Origamipapier, sondern faltet auch Figuren, die größer sind als
üblich. Außerdem erfindet er seit einiger Zeit auch eigene
Origamis. Die Idee zu einem Strauß kam ihm beispielsweise, als er
ursprünglich etwas anderes falten wollte, aber sich nicht richtig
an die Anleitung erinnern konnte und bemerkte, dass er aus dem
bereits gefalteten Ansatz einen Strauß entwickeln könnte.

Mittlerweile hat Robin sich durch eine Vielzahl an Büchern mit
Faltinstruktionen gearbeitet und orientiert sich auch an
Anleitungen aus dem Internet. Zudem kennt er zwischen 50 und 100
Figuren auswendig, sodass er seinem Hobby auch dann nachgehen kann,
wenn er kein Buch zur Hand hat. Wo andere sich mit ihrem Smartphone
beschäftigen, greift Robin zum Papier. Dieses muss auch nicht immer
zwangläufig herkömmliches Origamipapier sein, im Restaurant hält
auch einmal die Servierte her. Nach eigenen Angaben befinden sich
zahlreiche Figuren bei ihm zuhause, weshalb der 12-Jährige
inzwischen nach Beschwerden seiner Mutter viele der Figuren
verschenkt. Außerdem nimmt der Sechstklässler auch für kleine
Gegenleistungen Aufträge an und verschenkte beispielsweise
sogenannte Bascetta-Sterne zu Weihnachten, die schwer zu falten
sind. Mit Freude und viel Geduld ist Robin auch dazu bereit, den
Ablauf des Faltens neugierigen Mitmenschen zu erklären und schreckt
dabei auch nicht davor zurück, seine erstaunlichen Werke komplett
auseinanderzunehmen – um sie anschließend erneut wiederauferstehen
zu lassen.
Doch Robin beschränkt sich nicht nur auf das Falten der
Papierfiguren. Er spielt nämlich außerdem schon seit vier Jahren
Schlagzeug und Kontrabass, seitdem er in der Musikklasse ist.
Außerdem rudert er in der AG von Herrn Wendel. Zudem ist er auch
begeistertes Mitglied der Robotik AG und hatte Spaß, dieses Jahr am
RoboCup teilzunehmen. Mit seiner Mutter und seinem Bruder geht
Robin auch gerne paddeln. Außerdem hat Robin auch sonst einen Hang
zum Erbauen und Erschaffen, da sich ebenfalls für Lego begeistert.
Robin Fiege ist also ein echter Tausendsassa. Sein Lieblingsfach,
Mathematik, mag er, weil es für ihn leicht zu verstehen ist, auch
wenn er mal eine Stunde gefehlt hat. Ob es da einen Zusammenhang
zwischen den Formen und Mustern des Origamis und dem Fach gibt, der
ihm hilft? Die Vermutung liegt zumindest nahe…
Interview: Clara Stürzl
- An wen möchtest Du das rote AtheBand weitergeben?
Ich möchte das rote AtheBand an Herrn Heuke weitergeben.
- Welche Gründe gibt es für diese Weitergabe?
Weil er immer sehr witzigen und interessanten Unterricht macht. Außerdem würde ich gerne mehr über seinen Sport Handball erfahren.
37. Lars Tietje

Sportfan durch und durch mit einem Talent für Rouladen
„Ein ziemlich guter Lehrer.“ Das waren die ersten Worte, die ich
auf Nachfragen über den Interviewten erhalten habe. Und dieses Bild
zieht sich auch weiter durch die Schülerschaft: „Herr Tietje kann
gut erklären, allerdings ist er auch streng“, meint eine andere
Schülerin der Jugendreporter. Und das wissen Schüler meistens zu
schätzen, wenn der Lehrer gleichzeitig freundlich ist. Und das ist
Lars Tietje.
Der Mathematik- und Physiklehrer ist Thema dieses Artikels, da er
von Julia Fuchs das rote Athe-Band erhalten hat. Diese hatte es an
ihn weitergegeben, weil sie ihn als einen sehr seriösen Lehrer
wahrnimmt und sie wissen wollte, was Herr Tietje abgesehen von
Mathematik interessiert. Im Gespräch mit ihm wurde mir schnell
klar: Er ist ein Sportfan durch und durch! Neben den wöchentlichen
Treffen zum Fußballspiel mit dem Kollegium geht der HSV-Fan einmal
wöchentlich zum Schwimmen und spielt Squash. Abgesehen davon
interessiert er sich für politisches Kabarett. Der gebürtige Stader
wollte quasi schon immer Lehrer werden. Am Wichtigsten an der
Schule ist ihm dabei, dass sie das kritische und selbstständige
Denken der Schüler fördert, wozu er einen Beitrag leisten will.
Außerdem findet er das Kabinettsystem interessant. Klassenräume
werden hierbei den Lehrern zugewiesen, diesen können sie sich
individuell einrichten und die Klassen kommen zum Unterricht zu den
Lehrkräften. Nicht der Lehrer wandert somit durch die Gegend,
sondern die Schüler, was aber den Vorteil hat, dass die Räume
vermutlich gemütlicher eingerichtet und gepflegt werden. Aber
wieder zu Herrn Tietje. Interesse, Sympathiepunkte bei ihm sammeln?
Relativ einfach. Sympathisch findet Herr Tietje an Schülern, wenn
sie sie sich ehrlich und authentisch verhalten. Frei nach dem
Motto: Weniger schleimen ist mehr…!
Als eher anstrengend empfindet der 31-Jährige hingegen die momentan
zahlreichen Abordnungen an andere Schulen, in seinem Fall an die
Hauptschule der Thuner Straße, und das Korrigieren von
Klassenarbeiten. Zudem ist Herr Tietje der Meinung, dass die
Digitalisierung an den Schulen schneller vorangehen und überprüft
werden sollte, ob diese wirklich einen Mehrwert bringt, um sie
gegebenenfalls zu optimieren.

In seiner eigenen Schulzeit ist Herr Tietje neben Mathe- und
Physik- gerne zum Französischunterricht gegangen. Da er allerdings,
wie er sagt, keinerlei musikalisches oder künstlerisches Talent
hat, waren die dem Themengebiet zugehörigen Fächer nicht so seine
Stärke, weshalb er auf diesem und dem literarischen Bereich gerne
mehr Fähigkeiten und Wissen hätte. Dafür ist er aber stolz auf
seine Fähigkeit, Rouladen zu kochen, von der nicht nur seine
(frisch) Verlobte Vanessa zu schwärmen weiß…
Zwar hat Herr Tietje kein wirkliches Lebensmotto, allerdings ist es
ihm wichtig, im Leben auch Spaß zu haben, dabei solle man aber
nicht vergessen, kritisch zu denken, sich eine eigene Meinung zu
bilden und diese zu vertreten. Dann macht auch der Unterricht viel
mehr Spaß – besonders bei Lars Tietje…
Interview: Clara Stürzl
- An wen möchten Sie das rote AtheBand weitergeben?
Ich würde es gerne an Robin Fiege aus der 6m weiterreichen.
- Welche Gründe gibt es für die Weitergabe?
Er hat ein Hobby, das ich noch nie bei einem Sechstklässler gesehen habe. Denn er faltet die unfassbarsten Figuren aus Papier und ich würde gerne einfach wissen: Wie ist Robin dazu gekommen? In welchem Umfang betreibt er dieses, wie ich finde, außergewöhnliche und bemerkenswerte Hobby?
36. Julia Fuchs

Engagierte Schülerin mit Liebe zu Sprachen
Als ich davon hörte, dass Herr Wendel das rote Athe-Band an Julia
Fuchs weitergeben will, war ich sofort Feuer und Flamme, das
Interview mit ihr zu führen. Ich kenne Julia bereits seit dem
Kindergarten und war auch mit ihr in der Theater-AG an unserer
Schule. Daher war es mir ein Leichtes, einen Termin mit ihr zu
einem Interview zu finden, welches aus ersichtlichen Gründen schon
ein paar Tage zurückliegt.
Julia ist 16 Jahre alt und wäre jetzt in der elften Klasse,
befindet sich zurzeit aber in Amerika. Nach den Sommerferien ist
sie direkt nach Houston, Texas geflogen und macht dort nun ein
einjähriges Austauschjahr. Doch zunächst hat Julia einen schönen
Tag mit ihrer Gastfamilie in New York verbracht. Dieses tolle
Ereignis hat die Gastfamilie und Julia noch ein Stück näher
zusammengebracht und war ein sehr schönes Erlebnis. Kurz darauf
fing auch schon die Schule an. ,,Die Schule macht sehr viel Spaß,
allerdings ist dort sehr viel anders als bei uns in Deutschland‘‘,
sagte mir Julia, als wir mal wieder miteinander sprachen.
Unterschiede sind zum Beispiel, dass die Schule dort viel größer
ist und in einem Jahrgang dementsprechend mehr Leute sind. Außerdem
gibt es andere Fächer, wie beispielsweise Astrologie. Julia meinte
einmal zu mir, dass sie nicht wirklich etwas verstehe, weil es dort
so viele Wörter gebe, die sie nicht kenne. Trotzdem sei alles sehr
interessant und eine spannende Erfahrung.
Hier am Athenaeum hat sich Julia bereits die letzten Jahre sozial
engagiert. Sie hat am ISA-Programm teilgenommen und hilft bereits
seit zwei Jahren Schülern in Französisch. Dazu kam es überhaupt
erst, da eine Freundin durch das Erzählen ihr Interesse erweckte
und sie gerne ,,ihr Wissen weitergeben möchte‘‘. Außerdem benötigte
sie natürlich auch Geld, das sie heute für die teure Reise nutzen
kann. Zu ihren eigenen Lieblingsfächern in der Schule lässt sich
nicht viel sagen… Julia berichtete, dass sie eigentlich kein
richtiges Lieblingsfach habe, da alle vollkommen in Ordnung seien.
Das einzige Fach, was Julia absolut nicht mag, ist Physik. Julia
interessiert sich aber insbesondere für Sprachen und Historie.
Daher hat sie vor, später im beruflichen Leben eventuell etwas mit
Sprachen oder auch Politik oder Geschichte zu machen.

Doch auch außerhalb der Schule engagiert sich Julia. Sie ist seit
ihrer Konfirmation in der evangelischen Kirche aktiv und auch in
der Schülervertretung tätig. In der Kirche ist sie eine
,,Teamerin‘‘ und kümmert sich um die etwas kleineren Kinder, die
mit ihr zusammen zum Beispiel basteln. Außerdem spielt sie
leidenschaftlich Tennis und Volleyball. Diese Hobbies hat sie
jedoch erst einmal beendet, weil sie ja nicht in Deutschland ist.
Julia hat aber vor, ihren sportlichen Aktivitäten weiter
nachzugehen, wenn sie wieder zurück ist.
,,Ich bin ein sturer Mensch‘‘, das berichtete mir Julia, als ich
sie nach ihren Schwächen und Stärken fragte. Zu den Stärken sagte
sie, dass sie ein sehr positiv denkender und selbstbewusster Mensch
sei. Daher wundert es mich nicht, dass Julia schnell Anschluss in
Texas gefunden hat und dort noch eine tolle Zeit verbringen wird.
Ich wünsche weiterhin ihr viel Spaß bei ihrer Reise und dass sie
möglichst viele positive Erfahrungen machen wird!
Interview: Heather Buck
- An wen möchtest Du das rote AtheBand weitergeben?
Ich möchte das rote AtheBand an Herrn Tietje weitergeben.
- Welche Gründe gibt es für diese Weitergabe?
Es interessiert mich, was er so in seiner Freizeit macht und was er abgesehen von Mathe interessant findet. Der Grund für die Weitergabe ist, dass ich ihn als Lehrer sehr seriös finde und aus den oben genannten Gründen.
35. Jochen Wendel

Großgewachsener Ruderer mit Hang zur Artistik
Wolf Rolapp hat das Athe-Band an Herrn Wendel weitergegeben, da
dieser zum einen der Vater eines Freundes aus dem Kindergarten ist,
und zum anderen seit langer Zeit die Ruder-AG leitet, an der Wolf
bis zu seinem Abitur in diesem Jahr teilgenommen hat. Die beiden
teilen die Leidenschaft für diesen Sport und Wolf wollte gerne
einige Dinge aus der Rudervergangenheit des großgewachsenen Hessen
erfahren.
Großgewachsen – so kennt jeder Jochen Wendel. Aber er ist nicht nur
für oder wegen seiner Größe bekannt. Viele kennen ihn aufgrund
seiner Position als Leiter der Ruder-AG bei uns am Athenaeum. Dass
das Rudern schon seit vielen Jahren Raum in seinem Leben einnimmt,
erzählt er mir bei unserem Gespräch. Früher war er Teil eines
Jugendkaders, mittlerweile betreibt er den Wassersport aber nur
noch in der Freizeit. Seine Leidenschaft und langjährige
Verbundenheit mit diesem Sport machten es für ihn attraktiv, jungen
Schülerinnen und Schülern den Rudersport näherzubringen. Doch
Jochen Wendels Herz schlägt nicht nur für den Rudersport, sondern
auch fürs Jonglieren. Als begabter Jongleur tritt er in seiner
Freizeit gemeinsam mit seiner Gruppe nicht selten auch hier in
Stade auf. Als ich hörte, dass ich dieses Interview mit ihm führen
sollte, erinnerte ich mich sofort an eine seiner Jongliershows mit
Feuer, die ich vor einiger Zeit gesehen habe. Mit dem Jonglieren
begann Jochen Wendel vor ungefähr 25 Jahren, nachdem er in Berlin
fasziniert einige Jongleure im Park beobachtet hatte. Seit seinem
Studium in Trier und Greifswald ist er in Gruppen tätig, die
zusammen auftreten und Shows organisieren. Seine Faszination geht
so weit, dass er sogar europaweite Treffen besucht, bei denen sich
verschiedene Jongleure aus ganz Europa zusammenfinden.

Dass er seine beiden Leidenschaften im hohen Norden so gut
verwirklichen könnte, hätte Jochen Wendel damals bestimmt noch
nicht gedacht, als er vor 14 Jahren ohne hohe Erwartungen von
Großgerau nach Stade kam. Er brauchte einen Job und entschied sich
kurzerhand gegen Langen und für die Hansestadt. An seinen ersten
Schultag am Athe kann er sich noch genau erinnern. Auf die Frage,
ob ihm dieser denn gefallen habe, antwortet er sofort: „eher
nicht“. Es sei sehr stressig gewesen, sagt er. Sein
Vorstellungsgespräch und das erste Kennenlernen des Schulgebäudes
haben ihm jedoch sehr gefallen. Nach dem Gespräch mit der
Schulleitung und den Fachleitungen der verschiedenen Fächer erhielt
er noch eine Führung durch das Schulgebäude. Begeistert war er vor
allem von der fantastischen Aussicht, die man von der Sternenwarte
aus hat. Uns Schüler beschreibt er als aufgeweckt und neugierig,
auch mit den Kollegen verstehe er sich super. Mittlerweile gefällt
ihm Stade sehr gut. Die Ruhe und die Vertrautheit haben es ihm
einfach gemacht, sich hier wie zuhause zu fühlen.
Interview: Mira Senkbeil
- An wen möchten Sie das rote AtheBand weitergeben?
Ich möchte das rote AtheBand an Julia Fuchs aus dem 11. Jahrgang weitergeben.
- Welche Gründe gibt es für diese Weitergabe?
Julia steht stellvertretend für viele Schüler, die im Rahmen des ISA-Programms eine sehr engagierte Arbeit leisten. Julia ist dabei für mich besonders herausragend, da sie in relativ großen Gruppen sehr guten Unterricht macht. Mich interessieren ihre Beweggründe, sich im ISA-Programm zu engagieren. Außerdem würde mich interessieren, ob und wie sie sich auch auch außerhalb des ISA-Unterrichts sozial engagiert (an der Schule oder privat).
34. Wolf Rolapp

Ein engagierter Musikliebhaber mit Sinn für Familie und Natur
Als ich den Auftrag bekam, ein Interview mit einem Wolf Rolapp zu
führen, war ich von Anfang an gespannt, was sich wohl für eine
Person hinter einem doch so interessanten Namen wie Wolf verbirgt.
Ich fragte zunächst mal in meinem Freundeskreis nach, ob ihn
vielleicht jemand kennt. Als meine Freunde mir sagten: „Das ist
doch dieser große Typ, der in den Pausen meist auf der Treppe vor
dem A-Bau rumhängt; der mit der großen Fellmütze“, hatte ich sein
Bild sofort im Kopf.
Mit Block und Stift bewaffnet mache ich mich nun also auf den Weg
zur Bibliothek, vor der wir uns in der ersten großen Pause treffen
wollen. Wolf wartet bereits auf mich. Als wir unser Interview
beginnen, ist er mir von Anfang an sympathisch. Bereitwillig
antwortet er auf all meine Fragen und erzählt von sich aus einfach
mal drauf los.
Wolf ist 18 Jahre alt und besucht den zwölften Jahrgang unseres
Athenaeums. Zu einem seiner größten Hobbys, auf das er neben dem
Rudern als körperlichen Ausgleich nicht mehr verzichten will, zählt
das Jagen. Schon seit Jahrzehnten gehört es zur festen
Familientradition und liegt ihm sprichwörtlich in den Genen, ebenso
wie die Musik, die durch Wolfs Adern rinnt. Seine Eltern, erzählt
er, waren schon immer sehr musikalisch unterwegs – der Vater als
Trompetenlehrer und die Mutter als Sängerin im Chor. Er selbst
singt seit dem vierten Lebensjahr im Chor, hört gerne klassische
Musik und spielt sowohl in seiner Freizeit als auch im
Atheorchester Horn. Auf die Frage, was er denn beruflich mal machen
wolle, antwortet er direkt und ohne groß zu überlegen:
„Landschaftsberater“. Er ist auf einem altem Hof mit einem
Obstplantageanteil aufgewachsen, um den er sich regelmäßig kümmert.
Er kennt die landwirtschaftliche Arbeit also schon in Teilen und
möchte dieses Wissen auch in seinen bevorzugten Beruf als
Landschaftsberater einfließen und weiter wachsen lassen. Was jedoch
direkt nach dem Abitur für Wolf ansteht, weiß er noch nicht.
Fest steht, dass Wolf ein sehr großer Familienmensch ist; er möchte
später mal eine eigene Familie mit Frau und Kindern haben. Aus
diesem Grund könnte er sich auch eher weniger vorstellen, später
mal auszuwandern oder dergleichen, denn so müsste er seine jetzige
Familie ja zurücklassen und „Zuhause ist es eben doch am
schönsten“. Allerdings heißt das nicht, dass er nicht gerne in der
Welt herumreist. Er verreist zwar nicht so häufig und nicht für so
lange, aber wenn, dann doch sehr gerne.

Nun ja, eine Frage konnte ich mir während des Interviews dann doch
nicht verkneifen und zwar, wie denn seine Eltern auf den Namen
„Wolf“ gekommen sind. Er lächelt und erzählt, dass der Name Wolf
der germanischen Mythologie entstamme oder genauer: aus Richard
Wagners „Ring der Nibelungen“, was ganz überraschend eine
16-stündige Oper ist (tja, eine Musikfamilie eben). Jedenfalls gibt
es in dieser Oper einen Mann, der immer mit zwei Wölfen unterwegs
ist „und dann meinte mein Vater, der Junge soll Wolf heißen“. Und
jetzt heißt Wolf eben „Wolf“.
Ich habe ihn auch gefragt, wer denn „seine Person“ wäre, wenn er
sich jeden Menschen, tot oder lebendig, mal für einen ganzen Abend
lang für ein beliebiges Gespräch an den Tisch holen könnte. Bei
dieser – laut Wolf – sehr interessanten Frage, grübelt er
verständlicherweise ein wenig länger und meint dann schließlich,
dass er gerne mal einen seiner Vorfahren kennen lernen würde, um
dessen Geschichte zu erfahren. Um einfach mal zu hören, was ein
Verwandter von vor zig Jahren zu erzählen und zu berichten hat. Um
dessen Freuden, Erfahrungen, Sorgen und Erlebnisse zu erfahren. Um
ihn kennenzulernen.
Zu Wolfs Stärken gehören neben seiner musikalischen Ader und
körperlichen Stärke auch seine Teamfähigkeit, die Bereitschaft,
Menschen zu helfen sowie sein freundlicher Umgang mit ihnen. Diese
Stärken lassen sich gut bei den Schulsanitätern einbringen, bei
denen er neben dem Chor, dem Orchester und der Ruder-AG tätig ist.
Allerdings gesteht er auch, dass es ihm in manchen Situationen
durchaus etwas an Ernsthaftigkeit fehlt, zumindest solange diese
nicht ausdrücklich gewünscht und verlangt wird.
Als verrückte Aktion in seinem Leben würde er gerne mal mit dem
Auto durch die Karpaten „brettern“ und die schöne Landschaft
sozusagen mit Tempo 200 genießen. Womit wir auch schon zur letzten
Frage gelangen und zwar: „Was würdest du deinem jüngeren Ich gerne
mit auf den Lebensweg geben?“ Er denkt kurz darüber nach und sagt
dann: „Bleib so wie du bist! Denn letzten Endes bist du, so wie du
bist, genau richtig! Lass dich nicht beirren, sondern gehe deinen
Weg! Bleib standhaft!“.
Mit diesen letzten Worten und einer netten Verabschiedung gehen wir
dann beide nach einem entspannten und guten Interview wieder zurück
in unsere Klassen.
Interview: Sophia Deleker
- An wen möchtest Du das rote AtheBand weitergeben?
Ich möchte das rote AtheBand an Herrn Wendel weitergeben.
- Welche Gründe gibt es für diese Weitergabe?
Ich war mit seinem Sohn gemeinsam im Kindergarten und kenne ihn schon lange. Außerdem leitet Herr Wendel die Ruder-AG und ich würde gerne mehr über seine Rudervergangenheit erfahren.
33. Peter Trautmann

Humorvolles Organisationstalent mit Leidenschaft zum Sport
Svenja Dammann hat das AtheBand an Peter Trautmann weitergegeben,
weil sie beide sehr gerne Sport machen. Wir haben uns mit ihm
getroffen, um neben seinen privaten und sportlichen Interessen noch
mehr über ihn zu erfahren.
Fangen wir mit dem Privaten an: Peter Trautmann ist verheiratet und
hat mit seiner Frau zwei Söhne. In seiner Freizeit wandert er
gerne, geht mit seinem Hund spazieren oder arbeitet gelegentlich
als Fußballtrainer. Doch auch das Lesen gehört zu seinen
Leidenschaften. Insbesondere Geschichtsbücher mit Bezug zum Kalten
Krieg und zur DDR, über die Ausmaße des Spitzelsystems der
Staatssicherheit, Dinge, die der gebürtige Thüringer zur damaligen
Zeit einfach nicht bewusst erlebt hat, haben es ihm angetan.
Doch warum genau hat er sich für den Beruf des Lehrers entschieden?
Es sei schon immer sein Kindheitstraum gewesen, Lehrer zu werden.
Weil er sich schon immer für Geschichte interessiert habe und
früher schon sehr sportlich gewesen sei, unterrichte er heute die
Fächer Sport und Geschichte. Nicht ganz unschuldig an dieser
Laufbahn, so erzählt er uns mit einem kleinen Schmunzeln, sei seine
Größe gewesen, die letztlich ausschlaggebend für die Absage einer
Jugendsportschule und somit das Aus einer möglichen Sportkarriere
gewesen sei. Das Interesse am Sport, insbesondere an der
Leichtathletik (Mittel- und Langstreckenlauf), allen Ballsportarten
und dem Skifahren, hat der sympathische Lehrer jedoch nie verloren.

Dass es ihn aus der ehemaligen DDR in den hohen Norden verschlagen
hat, lag an den fehlenden Ausbildungsmöglichkeiten (also den
fehlenden Referendariatsplätzen) nach dem Studium. Gemeinsam mit
seiner Frau fiel der Entschluss, es einfach mal in Stade zu
versuchen, eine Familie zu gründen und vielleicht irgendwann wieder
zurückzugehen. Doch aus dem Zurückgehen wurde nichts. Insbesondere
durch den Sport und die Arbeit fanden die beiden schnell Anschluss
und tauschten die Berge gegen das flache Land. „Keine Berge, aber
den Deich immer vor der Nase: das ist unsere neue Heimat“, sagt er
strahlend.
Zuerst war Peter Trautmann an der Osteschule in Hemmoor tätig, doch
dann wurde er aufgrund der Abschaffung der Orientierungsstufe ans
Athenaeum versetzt. Sein erster Eindruck vom Athe: „Wie komme ich
hier schnell wieder weg?“ Aus der anfänglichen Angst wurde schnell
eine enge Verbundenheit. Heute versteht er sich mit vielen
Kolleginnen und Kollegen gut und ist gerne an der Schule. Seit nun
etwa drei Jahren ist er Stunden- und Vertretungsplaner und übt
damit genau die Tätigkeiten aus, die ihn schon immer interessiert
haben und jetzt erfüllen: das Organisieren und Koordinieren. Sein
erster Eindruck von den Schülern hingegen war besser: schlitzohrig,
nett und wissbegierig. Das hat sich bis heute nicht verändert und
ist auch ein Grund dafür, weshalb sein anfänglich einziger
Lichtblick – das Begleiten der Skifahrt – zu seiner Leidenschaft
wurde. Jedes Jahr ist er erneut mit Leib und Seele dabei.
Sein neuer Lieblingsplatz sei mittlerweile das kleine Lehrerzimmer
– das ehemalige Raucherzimmer – geworden. Dort sei es besonders
witzig und motivierend für den gesamten Tag. Seine Wünsche für die
Zukunft? Verletzungsfrei und natürlich gesund bleiben! Dafür
drücken wir ihm selbstverständlich die Daumen und wünschen viel
Spaß, wenn es wieder einmal heißt: Alpenpanorama, Zithermusik und
ab geht die Post.
Interview: Carina Waledziak, Heather Buck, Janne Voigt
- An wen möchten Sie das rote AtheBand weitergeben?
Ich möchte das rote AtheBand an Wolf Rolapp aus dem 12. Jahrgang weitergeben.
- Welche Gründe gibt es für diese Weitergabe?
Ich habe Wolf in der 7. Klasse unterrichtet und als ruhigen aber sehr selbstbewussten Schüler kennengelernt. Bei verschiedenen Chorauftritten, vor allem beim Musical Hair, hat mich Wolf begeistert. Zudem ist er sehr engagiert und zuverlässig in der AG ,,Erste Hilfe“ tätig. Mich würde interessieren, welche Pläne Wolf nach dem Abitur hat.
32. Svenja Dammannn

Handballerin mit guter Laune
Frau Puls hatte das Athe-Band an Svenja weitergegeben, weil sie
gerne wissen wollte, ob sie auch in anderen Fächern als Sport so
gute Laune hat. Hat sie! Während unseres Interviews in der
Kabuschka haben wir viel gelacht und das, obwohl wir zu unserer
beider Bedauern keine Giraffencreme mehr bekommen haben.
Svenja kommt aus Deinste und besucht die 12. Klasse. Sie ist froh,
dass sie zum letzten Deinster Jahrgang gehört, der zum Athe gehen
durfte und nicht nach Harsefeld ‚musste‘. An ihren ersten Schultag
vor 7 Jahren kann sie sich noch gut erinnern. Wie den meisten
Neuankömmlingen kam ihr die Schule zunächst unheimlich groß vor und
die Orientierung fiel nicht ganz leicht. Wenn sie die heutigen
Fünftklässler anguckt, wundert sich Svenja, wie selbstbewusst diese
unterwegs sind und wie wenig Respekt manche Älteren gegenüber
zeigen. Sie habe damals zu den Oberstufenschülern mit einer
gewissen Ehrfurcht aufgeschaut.
Insgesamt fühlt sich Svenja rundum wohl am Athe. Gut gefallen hat
ihr, dass man durch regelmäßige Lehrerwechsel verschiedene Methoden
und Arbeitsweisen kennengelernt habe. Gerne hat sie Unterricht bei
anspruchsvollen Lehrern, denn die würden das meiste aus ihr
„herausholen“. Der Wechsel in die Oberstufe sei ihr nicht wirklich
schwer gefallen. Zwar habe man nun deutlich mehr zu tun, aber man
wisse jetzt auch, wofür man lernt. Es habe irgendwann geradezu
„Klick gemacht“ und sie habe sich viel häufiger gemeldet. Früher
gehörte sie eher zu den Schüchternen.
Wenn Svenja nicht gerade etwas für die Schule tun muss, dann
verbringt sie viel Zeit mit ihrem größten Hobby, dem Handball. In
Fredenbeck ist sie quasi mit dem Sport groß geworden. Später musste
sie nach Stade wechseln, da in Fredenbeck nur noch
Männermannschaften trainierten. Seit in Fredenbeck auch wieder
Damenmannschaften trainieren, ist Svenja in zwei Mannschaften aktiv
und somit am Wochenende eigentlich immer irgendwo unterwegs. Es sei
allerdings gar nicht so leicht, aus Deinste wegzukommen. Daher ist
sie sehr froh, endlich allein fahren zu können, Svenja hat vor
kurzem ihren 18. Geburtstag gefeiert.
Der Zeit nach der Schule sieht sie mit gemischten Gefühlen
entgegen. Ihr gefällt es, täglich ihre Freunde zu sehen, und sie
weiß, dass sie als Schülerin noch relativ viel Freizeit hat, aber
sie freut sich auch darauf, „erwachsen zu werden“. Im Moment könnte
sie sich vorstellen, in Richtung Journalismus oder Neurobiologie zu
gehen. Auf jeden Fall will sie vor einer Entscheidung ein Praktikum
machen, um nicht ins kalte Wasser springen zu müssen. Die
Physiotherapie ist auch ein Berufsfeld, das Svenja interessiert.
Selbst immer mal wieder betroffen, hat sie irgendwann entdeckt,
dass sie ein Talent dafür hat, bei anderen Verspannungen zu
erspüren.
Obwohl sie manchmal ein wenig Respekt vor der Fremde hat, möchte
Svenja gerne die Welt sehen und sich auf Reisen ein Stück weit
selbst entdecken: Island, Kanada, ... Hauptsache Natur!

Interview: Wiebke Moritz
- An wen möchtest Du das rote AtheBand weitergeben?
Ich möchte das rote AtheBand an Herrn Trautmann weitergeben.
- Welche Gründe gibt es für diese Weitergabe?
Herr Trautmann ist Lehrer in einem meiner Leistungskurse. Da er auch sehr gerne Sport macht, interessieren mich seine Lieblingssportarten sowie andere private Interessen sehr.
31. Kristina Puls

Ehemalige Leistungsschwimmerin und zufällige Lehrerin
Lauritz Bertram wollte wissen, wie Frau Puls auf die Idee der
Erste-Hilfe-AG gekom-men ist. Natürlich ist das die erste Frage,
die ich stelle. Sie sagt, dass es gar nicht ihre eigene Idee war,
sondern dass Herr Hellwinkel sie angesprochen habe, ob sie die AG
nicht übernehmen wolle. Die AG hat ihr Interesse geweckt, sagt sie.
Da sie Sportlehrerin ist, wird sie wohl auch öfter damit
konfrontiert, Erste Hilfe einsetzen zu müssen, was hoffentlich
nicht allzu oft passiert. Außerdem wusste sie von Dienst-Handys,
die nicht genutzt werden, das war ein weiterer Ansporn für Frau
Puls, damit die Ersthelfer auch im Unterricht Bescheid bekommen
können.
Aber fangen wir von vorne an: Ihre Idee, Lehrerin zu werden, kam
auch eher durch Zufall, sagt Frau Puls. Dass sie Sport studieren
möchte, war von vornherein klar, doch eigentlich wollte sie
Trainerin werden, da sie aus dem Leistungssport im Schwimmen kommt.
Sie wollte aber auch schon immer etwas mit Kindern machen und kam
in dem Zusammenhang dann auf die Idee des Lehramtsstudiums. Sport
war direkt klar, doch eigentlich sollte es Englisch als zweites
Fach sein, nur gab es dafür sehr viele Anmeldungen und dann musste
der Zufall entscheiden. Frau Puls war daraufhin gezwungen, ihren
Zweitwunsch, also Deutsch, zu studieren.
Das erste Kennenlernen mit den anderen Lehrerinnen und Lehrern
hatte Frau Puls bei einer Dienstbesprechung und einem
Kollegiumsausflug. Es ging zum Paddeln auf für sie unbekanntes
niedersächsisches Gewässer. Dabei lernte sie ihren späteren Mann
kennen, als sie mit ihm wortwörtlich ,“im selben Boot“ saß. An ihre
ersten rich-tigen Schultage an unserer Schule, die wohlgemerkt
schon 6 Jahre zurück liegen, kann Frau Puls sich noch gut erinnern.
Sie kam ans Athe und durfte zwei Wochen lang noch nicht
unterrichten, so erkundete sie die Schule, dies empfand sie als
sehr beruhigend. Aus dieser Zeit hat sie auch schnell ein Andenken
bekommen, auf ihrem Klassenraumschild stand als Gravur ein Herz mit
der Inschrift “Pulsi“.
Sie erzählt außerdem, dass sie es sehr mag, dass der Altbau noch so
schön erhalten ist, sie sei selbst auf eine alte Schule gegangen
und erinnert sich gern daran. Doch obwohl jeden Tag knapp 1300
Menschen durch das Athe laufen, merke man es nicht, da sich das
alles gut auf dem großen Gelände verlaufe, erzählt Frau Puls.
Au-ßerdem gefällt ihr die gute technische Ausstattung in fast jedem
Raum dieser Schule, wie zum Beispiel mit modernen Activeboards und
PCs. Sie bedauert aber, dass nur wenige Räume einen Nebenraum
haben, um zum Beispiel verschiedene Lerngruppen trennen zu können.

Uns Stader bezeichnet sie gerne als „Landeier mit Stadtanschluss“,
es gäbe nicht die Hektik aus der Großstadt Hamburg, aber auch nicht
nur die Gemütlichkeit vom Land. Wir seien also ein schönes
Mittelmaß.
Obwohl es schon sehr viele AGs am Athe gibt, findet Frau Puls, dass
man das AG-Angebot weiter ausbauen kann, als Bespiel nennt sie ein
Sport-Förder-Angebot. Es werden zwar gute Sportler gefordert, doch
leider bleiben dann die schwächeren Schüler auf der Strecke. Sie
schlägt vor, in solch einer AG einfach ein Spieleangebot zu bieten.
Zum Schluss erzählt Frau Puls eine peinliche Geschichte aus der
Zeit der Overhead-projektoren. Da diese noch mit langen Kabeln an
die Steckdose angeschlossen wer-den mussten, liefen diese auch
durch den kompletten Raum. Und es kam, wie es kommen musste: Frau
Puls will durch den Raum gehen und stolpert über das Kabel. Und
schon lag sie auf dem Boden eines unserer Klassenräume.
Interview: Tabea Lohmann
- An wen möchten Sie das rote AtheBand weitergeben?
Ich möchte das rote Atheband an Svenja Dammann aus dem 11. Jahrgang weitergeben.
- Welche Gründe gibt es für diese Weitergabe?
Svenja ist in meinem Sportkurs und immer guter Laune.
Mich würde interessieren, ob sie auch in anderen Fächern so
begeisterungsfähig ist.
30. Lauritz Bertram

Engagierter Sanitäter mit Liebe zur Musik
Die Jugend-Reporter treffen sich mit Lauritz Bertram, um ihn in der
Reihe „Das rote AtheBand“ zu interviewen. Direkt als wir die erste
Frage gestellt haben, sprudelt es nur so aus Lauritz heraus: Er ist
jetzt in der siebten Klasse und kann sich an seinen ersten Tag am
Atheaneum nicht mehr genau erinnern, nur noch daran, dass er damals
denselben Klassenlehrer bekommen hat, wie sein Bruder vorher.
Außerdem dachte er am ersten Tag vor etwa drei Jahren, er könne
sich in der großen Schule nie zurechtfinden, doch nach kurzer Zeit
kam er gut klar. Das liegt vielleicht auch daran, dass er schon oft
wegen seines Bruders, der Tuba und Klavier spielt, am Athe zu
Besuch war und bei Aufführungen zugesehen hatte.
Lauritz ist in der Musikklasse und spielt dort Posaune. Daher kennt
er natürlich auch Frau Schraplau, die an ihn das rote AtheBand
weiter gegeben hat. Außerdem spielt Lauritz in seiner Freizeit auch
noch ein weiteres Instrument: Cello. Zum Cello ist er durch seine
Patentante gekommen, erzählt er. Er hatte zu der Zeit viele
verschiedene Instrumente ausprobiert und dann ist er am Cello
„hängen geblieben“.
Als es soweit war, dass er von der Grundschule ans Athenaeum
wechseln sollte, wollte Lauritz natürlich in die Musikklasse, da er
sehr gerne Musik macht und in dieser Klasse auch mal neue Leute
kennen lernen wollte. Mit seinen Klassenkameraden versteht er sich
gut, berichtet er uns im Interview. Der Schüler verbringt auch
seine Pausen immer mit ihnen, um sich mit ihnen zu unterhalten.
Außerdem ist Lauritz gerne im ,,Saniraum“, da er in der
Erste-Hilfe-AG von Frau Puls Mitglied ist. Zuerst kannte er die AG
noch nicht so genau, aber durch einen Freund kam er dann dazu und
blieb. Als Sanitäter hat er manchmal Bereitschaft und wird dann
gerufen, wenn es einen Schüler oder eine Schülerin gibt, die Hilfe
im Sanitäts-Raum braucht. Der Siebtklässler mag auch die anderen
AGs an dieser Schule und findet es richtig gut, dass das Angebot
sehr groß ist. Man könne so Verschiedenes ausprobieren.

Lauritz' Lieblingsfächer sind Chemie und Sport, erzählt er uns auf
die Frage nach beliebten Fächern. Er begründet dies damit, dass
diese Fächer nicht so theoretisch sind und ihm das gefällt. Gerne
powert Lauritz sich auch in der Freizeit, die er ohne die
Instrumente verbringt, aus - er spielt nämlich leidenschaftlich
gerne Badminton und läuft Halbmarathon. Da sind wir ziemlich
beeindruckt, was Lauritz so alles macht und wünschen ihm weiterhin
so viel Engagement und Energie.
Inverview: Tabea Lohmann und Leonie v. Heeren
- An wen möchtest Du das rote AtheBand weitergeben?
Ich möchte das rote AtheBand an Frau Puls weitergeben.
- Welche Gründe gibt es für diese Weitergabe?
Frau Puls ist die Leiterin unserer Erste-Hilfe-AG. Ich würde gerne wissen, wie sie auf diese Idee so einer AG gekommen ist.
29. Sonja Schraplau

Hochmotivierte Hornistin mit Traum vom eigenen Hund
Sonja Schraplau sitzt am Esstisch im gemütlichen Wohnzimmer, trinkt
Kaffee und lächelt. Dieses Lächeln kenne ich schon aus den Gängen
des Athenaeums - viele Schüler sicher auch. Frau Schraplau scheint
überwiegend freundlich zu sein und gute Laune zu haben. Da muss ich
gleich mal fragen, ob sie denn auch böse sein kann. Jaaa, doch,
meint sie lächelnd, aber nur zeitlich sehr begrenzt. Sie könne sich
sehr wohl ordentlich aufregen, lasse sich dann aber auch schnell
wieder in positivere Stimmung bringen.
Die Musik- und Deutschkollegin war lange Jahre die Musiklehrerin
von Anna Born aus Jahrgang 12, die ihr auch das rote AtheBand
übergeben hat. Anna wollte wissen, welche anderen Seiten Frau
Schraplau denn noch im Privaten habe, da man Lehrer ja immer nur
vor der Klasse kennen lerne.
Die Verbindung zwischen Beruf und Freizeit ist bei den Schraplaus
eindeutig die Musik. Frau Schraplau spielt Horn, ihr Mann ebenso,
beide sind Mitglieder des Stader Kammerorchesters. Wenn es dann
einmal schwierig wird, eine Kinderbetreuung zu finden, können sie
sich beide gut ersetzen oder für einander einspringen. Aber ein
bisschen andere Freizeit muss auch noch sein, sagt sie. „Zum
Beispiel ein schönes Buch im Garten lesen - das genieße ich dann im
Strandkorb. Diese Aus-Zeit nehme ich mir.“
Zurück zur Musik: Warum Horn? - ein nicht alltägliches Instrument.
Sonja Schraplau erklärt, dass sie schon mit 3 Jahren Horn spielen
wollte, denn ihr früherer Nachbar und Ziehvater war Hornist und
Berufsmusiker. Sie erinnert sich, dass sie dort auf dem Sofa saß
und dem Instrument beim Ausprobieren schon als kleines Mädchen Töne
entlocken konnte, obwohl das Horn noch viel zu schwer war, um es
richtig halten zu können. Zu Anfang war aber noch die Zahnspange im
Wege, also war Klavier das erste Instrument („Bin kein Held am
Klavier!“), bis es dann später mit 15 das Horn sein durfte.
Natürlich waren die ersten Bühnenerfahrungen dann die Auftritte im
örtlichen Blasorchester.

Am Athe unterrichtet Frau Schraplau beide Fächer Deutsch und Musik
gleich gern. Im Deutschbereich engagiert sie sich besonders für
Jugend Debattiert und konnte schon Schüler unserer Schule zum
Landes- und sogar Bundeswettbewerb begleiten. Sie findet aber
trotzdem, dass sie ihre Schüler aus den Bläserklassen durch die
Übungsstunden und Auftritte noch genauer kennen lernen kann, als es
im Deutschunterricht möglich ist. Mit der 7m steht zum Beispiel
bald das Konzert aller Musikklassen im Stadeum am 12. Mai 2016 an.
Das Arbeiten mit der Bläserklasse sei für sie die totale
Motivation, meint sie. So ein Unterricht sei aber auch oft
körperlich doppelt so anstrengend, besonders für die Stimme.
Körperlich anstrengend sind teilweise auch Sonja Schraplaus
Hobbies: Sie buddelt gerne im Garten herum und versucht Sportarten
auszuprobieren, die etwas mit Tanz zu tun haben. Stumpfes Joggen
sei ihr zu langweilig. Insgesamt könne leichter Druck von außen
auch nicht schaden, denn sonst neige sie manchmal auch zur
„sportlichen Bequemlichkeit“. Sie ist ja als Mutter zweier Kinder
auch noch auf andere Ebene gefordert. Ein Kurzurlaub auf einer
Nordseeinsel gemeinsam mit der Familie ist dann für alle
„Entschleunigung“ und Erholung pur.
Was steht denn so auf der Wunschliste für später einmal? Eine
größere Reise nach Südamerika oder Afrika vielleicht, um die
dortige Tierwelt zu entdecken – und, wenn mehr Zeit ist und die
Kinder etwas größer sind, sehr gerne auch ein Hund.
Interview: Barbara Post
- An wen möchten Sie das rote AtheBand weitergeben?
Ich möchte das rote Atheband an Lauritz Bertram weitergeben.
- Welche Gründe gibt es für diese Weitergabe?
Lauritz ist ein quirliger Junge mit vielen Ideen, der, wenn er Posaune oder Cello spielt, sehr konzentriert ist. Das finde ich faszinierend. Ich würde gerne mehr über ihn erfahren.
28. Anna Born

Freundliche Kiosk-Expertin mit Engagement in Sport, Musik und
Kirche
Anna Born aus Jahrgang 11 wurde von Andreas Klemens vorgeschlagen,
da sie durch den Kiosk viel Kontakt zu den Hausmeistern hat.
Außerdem möchte er von Anna wissen, wie lange sie jetzt schon im
Kiosk aktiv ist und warum sie sich dort im Kiosk engagiert.
Sie ist seit der 10 Klasse beim Kiosk aktiv, da ihre Vorgänger in
ihrer Klasse Werbung gemacht haben, erzählt sie uns im Interview.
Anna macht mit ihrer Freundin beim Kiosk mit, weil sie es cool
findet etwas für die Gemeinschaft am Athe zu tun und die Pause auch
mal anders zu gestalten. Der Anfang war recht schwer, aber es wurde
immer einfacher und bis heute gab es kaum Beschwerden.
Die AG „ Athe Kiosk“ funktioniert wie eine kleine Firma mit allem,
was dazu gehört. Anna ist im Aufsichtsrat der
Schülergenossenschaft. Dort ist sie zuständig für die Kontrolle der
Kassenprüfung. Dies ist zwar ziemlich entspannt, sagt sie,
allerdings muss sie jeden Freitag zur Inventur und danach gibt es
eine Rücksprache mit den anderen Kioskbetreibern. Manchmal kommt es
vor, dass Trinkgeld oder Ähnliches gegeben wurde, dann stimmt die
Kasse nicht auf den Cent genau. Auch kann es sein, dass mal jemand
falsch heraus gegeben hat oder man sich in der Inventur verzählt
hat. Wenn sie die Kasse durchstöbert, kann sie erkennen, wo es
nicht läuft. Dieses Problem wird dann versucht zu beheben.
Wir fragen Anna nach dem Beginn ihrer Schulzeit hier am Athe: Sie
lächelt und beichtet: „Am ersten Schultag kam ich eine halbe Stunde
zu spät, wurde aber im Lauf des Tages super in der Klasse
aufgenommen. Ansonsten kann ich mich nicht wirklich mehr an den
ersten Tag erinnern.“
Anna weiß noch nicht in welche Richtung ihr Berufswunsch gehen
soll. Allerdings hat sie schon mal ein Praktikum in einer
Physiotherapie-Praxis gemacht. Dies kann sie sich aber nicht als
Beruf vorstellen. Sie möchte aber auch auf gar keinen Fall nur im
Büro sitzen, da dies für sie sehr langweilig ist. Ein bisschen Zeit
für neue Ideen hat sie ja jetzt noch, denn das Abitur ist erst im
nächsten Jahr für sie dran.

Anna war seit Beginn am Athenaeum in einer Musikklasse. In ihrer
Freizeit spielt sie ebenfalls Klarinette, hat allerdings mit
Blockflöte angefangen und dann gewechselt. Sie ist Mitglied im
Blasorchester Himmelpforten, was ihr sehr viel Spaß macht.
Genauso engagiert ist sie im kirchlichen Bereich: Sie ist für den
Vorstand der evangelischen Kirche aktiv und weil man sich ja auch
noch sportlich betätigen sollte, so Anna, spielt sie außerdem
erfolgreich Handball beim VFL Stade. Um dieses umfangreiche
Freizeit-programm zu schaffen, braucht man eine Freundin, die einen
mitreißt. Die war es auch, die sie zum Handball und zur Kirche
gebracht hat.
Gut am Athe? Die vielen AG-Möglichkeiten, meint Anna. Und
verbesserungswürdig? Dass es keinen Entspannungsraum für größere
Schüler gibt, wo man in der Pause mal sitzen und gemütlich klönen
könnte.
Interview: Fabian Heuer und Tjerk Ramsthal
- An wen möchtest Du das rote AtheBand weitergeben?
Ich möchte das rote AtheBand an Frau Schraplau weitergeben.
- Welche Gründe gibt es für diese Weitergabe?
Frau Schraplau war lange meine Musiklehrerin. Da ich sie nur aus dem Unterricht kenne, würde ich gerne wissen, was sie privat außer der Musik noch für Interessen und Vorlieben hat.
27. Andreas Klemens

Sportbegeisterter Handwerker mit Vorliebe für Rockmusik
Viel Zeit hat Andreas Klemens nicht, als er sich an diesem Morgen
kurz vor Weihnachten mit uns zum Interview trifft. Der Hausmeister
des Athenaeums muss nämlich schon bald wieder los, um die Schüler
zu beaufsichtigen, die bei der Schulbibliothek die Wände beschmiert
haben und nun beauftragt wurden, diese auch wieder zu reinigen.
Auch dies gehört zu den vielfältigen Aufgaben, die täglich so
anfallen. Kein Tag ist wie der andere - und genau das ist es, was
Herr Klemens an seinem Beruf so schätzt. Fest steht nur, dass die
Schule um 6:30 Uhr auf- und Abends auch wieder abgeschlossen werden
muss. Was zwischendurch zu tun ist, ist jeden Tag anders: Müll
wegbringen, im Sommer Gartenarbeiten, Fenster und Türen reparieren,
Heizungsanlagen überwachen oder die Schließtechnik überprüfen - am
Athenaeum fallen jeden Tag die verschiedensten Arbeiten an. Mit
seinem Kollegen Herrn Dennis Rix, der zwei Monate später als
Hausmeister zum Athenaeum kam, stimmt er sämtliche Arbeiten im
Schichtdienst ab. Zusätzlich dazu übernahm er zusammen mit zwei
Kollegen den Bereitschaftsdienst für die neu eingerichtete
Flüchtlingsunterkunft in der Sporthalle der
Friedrich-Fröbel-Schule. Wenn dort etwas anfällt, ist einer der
drei schnell zur Stelle.
Herr Klemens ist immer dort zu sehen, wo Arbeit ansteht und
Arbeiten erledigt werden. Die meisten Arbeiten finden aber eher im
Hintergrund statt. Trotzdem hat er nicht das Gefühl, dass seine
Arbeit im Schulalltag unter den Tisch fällt. Die meisten Lehrer und
Schüler freuen sich darüber, dass er da ist und zeigen dies durch
Lob und andere nette Gesten. Das sei nicht an allen Schulen so. Als
wolle er dies bestätigen, kommt in diesem Moment Herr Burfeind in
das Büro, um sich bei Herrn Klemens für die Hilfe zu bedanken.
Mit dem Athenaeum kam Herr Klemens schon früh in Kontakt. Nach
einer Ausbildung zum Schlosser ließ er sich zum Metallbautechniker
umschulen und übernahm für seinen Arbeitgeber im Landkreis Stade
den Kundendienst für die Schulen, weswegen er das Athenaeum
durchschnittlich ein bis zwei mal in der Woche zu Gesicht bekam. An
unserer Schule war er beispielsweise für den Einbau der
Brandschutztüren zuständig. Schon damals faszinierte ihn vor allem
der Altbau, der Altes mit Neuem kombiniert. Wie kaum ein anderer
kennt er technischen Unterschiede zwischen Alt- und Neubau -
angefangen bei den Türen über das Heizungssystem bis hin zu
Sternwarte, die seiner Meinung nach einer der interessantesten Orte
an der Schule sei. Zwar war er schon oft oben, wirklich
durchgesehen durch das Teleskop habe er aber noch nicht. Er sei
aber schon in Kontakt mit Herrn Carmesin getreten, um dies
möglichst schnell nachzuholen.

Natürlich kommt Andreas Klemens in seinem Beruf nicht nur mit
Technik, sondern auch mit Lehrern und Schülern in Kontakt. Am
Athenaeum gefällt ihm vor allem der nette Umgang der Schüler,
Lehrer und Mitarbeiter untereinander. Es stört ihn lediglich, wenn
der Müll der Schüler nicht in den Mülltonnen lande oder wenn die
Schüler Essen einfach wegschmeißen würden. Angesichts des Hungers
in der Welt fällt ihm für dieses Verhalten nur ein Wort ein:
„Wahnsinn“. Ansonsten seien aber alle am Athe „sehr nett“. Er freue
sich darüber, von Deike für das AtheBand nominiert worden zu sein.
Das sei auch eine Anerkennung für seine tägliche Arbeit an der
Schule.
In seiner Freizeit widmet sich Herr Klemens vor allem seinen beiden
Hobbys Sport und Musik. Wenn er nicht mit seinem Fahrrad unterwegs
ist, besucht der Rockmusik-Fan Festivals und Konzerte oder spielt
selber seine E-Gitarre - nach einem abwechslungsreichen Arbeitstag
eine nette Erholung.
Interview: Julius Kamper
- An wen möchten Sie das rote AtheBand weitergeben?
Ich möchte das rote Atheband an Anna Born weitergeben.
- Welche Gründe gibt es für diese Weitergabe?
Da Anna Born über den Kiosk viel Kontakt mit uns Hausmeistern hat, habe ich sie für das rote AtheBand vorgeschlagen. Ich finde es toll, wie sie sich um den Kiosk kümmert. Mich würde interessieren, warum sie den Kiosk mit begleitet und wie lange sie das schon macht.
26. Deike Buck

Engagierte Politikerin mit dem Traum der eigenen Bäckerei
Herr Schneider hat Deike Buck vorgeschlagen, da sie neben der
Schule politisch sehr aktiv ist und es ihn interessierte, wie sie
das alles schafft. Doch eigentlich ist ihre größere Leidenschaft
das Backen. Viele kennen Deike als die, die backt, da schon so
ziemlich jeder Kurs in den Genuss ihrer Kekse, Kuchen und Torten
gekommen ist.
Sie steht immer früh genug auf, damit sie sich noch ihr
Frühstücksbrot backen kann, ihr Morgen ist trotzdem sehr entspannt,
da sie nahe der Schule wohnt. Nach der Schule kocht sie für sich
und kann sich nur sehr selten aufrappeln, direkt nach dem Essen
ihre Hausaufgaben zu machen, deshalb schiebt sie das oft bis abends
auf und widmet sich erst einmal ihrem ''zweiten Fulltimejob'' der
Politik. Jede freie Minute nimmt dieses Hobby ein, weshalb sie sehr
stressresistent sein muss, denn sie ist Kreisvorsitzende der
Jungliberalen der FDP, außerdem ist sie für die Pressearbeit und
die Website zuständig.
An Wochenenden ist sie daher auch oft in Niedersachsen unterwegs,
doch wenn sie nicht gerade früh aufstehen muss um an Tagungen
teilzunehmen, schläft sie am liebsten aus und unternimmt dann gerne
etwas mit ihrer Familie oder ihren Freunden. Abends liest sie dann
mit Vorliebe Sachbücher - da sie Geschichts- und Politikfanatikerin
ist, handeln diese meist (Wer hätte es gedacht?) von Geschichte
oder Politik.
Am Athe gefällt ihr besonders, dass es hier so ‘‘familiär‘‘ ist.
Man wird auf den Gängen von Lehrern gegrüßt, selbst wenn man sie
nicht mehr im Unterricht hat, so ist also die Stimmung gut und
nicht so kühl, wie es sonst von großen Schulen bekannt ist.
Große Schule ist ein gutes Stichwort. Deike kann sich an ihren
ersten Tag zwar nicht mehr genau erinnern, weiß aber noch, dass sie
einen kleinen Schock erlitten hat, wie groß die Schule ist, da sie
aus einem 600-Seelen-Dorf kommt. „Dort gibt es nur eine kleine
Grundschule, wo sich jeder kennt“, sagt sie. Am meisten habe sie
sich aber auf die neuen Fächer wie Erdkunde und Biologie gefreut.
Sie ist in den verschiedensten AGs: Jugend forscht, Astronomie und
beim Schulsanitätsdienst. Als „Jugend forscht“ noch vom
Vierer-Gespann geleitet wurde, gab es mal eine Weihnachtsfeier, für
die Deike jedem der vier Lehrer ihre Wunschtorte gebacken hat. Alle
haben sich sehr darüber gefreut.

Doch es gibt eine Sache, die ihr hier nicht so gut gefällt. Und
zwar, dass am Athenaeum leider kaum Praktisches unterrichtet wird.
„Wir lernen zwar, wie man Integralen berechnet, aber nicht wie man
Nudeln kocht oder Steuererklärungen schreibt.“ So merkt man also,
dass unser Schulsystem nicht in allen Lebensbereichen bildet. Aber
gerade das könnte ihr so sehr helfen ihren Traum zu verwirklichen,
den Traum des eigenen Cafés.
Deike möchte nach dem Abi eine Bäckerlehre machen, oder eventuell
auch eine Kochlehre, um dann einen Gasthof mit integriertem Café zu
eröffnen. Nebenbei will sie auch noch in der Kommunalpolitik tätig
bleiben, weil sie das Hobby nicht aufgeben mag. Man merkt, dass sie
jetzt schon einen richtigen Plan vom Leben hat.
Für alle, die schulmüde sind, hat Deike einen Rat: Abi ist ein
Türöffner, das heißt, mit Abitur hat man mehr Möglichkeiten, sowohl
zu studieren, aber auch eine Lehre zu machen.
Interview: Tabea Lohmann
- An wen möchtest Du das rote AtheBand weitergeben?
Ich möchte das rote AtheBand an Herrn Klemens weitergeben.
- Welche Gründe gibt es für diese Weitergabe?
Der Hausmeister Herr Klemens ist noch nicht sehr lange an unserer Schule. Mich interessiert, warum er sich für das Athe entschieden hat und was ihm an seiner Arbeit besonders gefällt.
25. Dr. Helmut Schneider

Schülernaher Mopedfahrer
Mit Chemie und Mathe unterrichtet Dr. Helmut Schneider nicht
unbedingt die beiden beliebtesten Fächer. Doch trotzdem gibt es
viele Schüler, die genau diese Fächer bei ihm mögen. Wie schon Lara
im ihrem Interview anmerkte, ist er sehr Schüler-verbunden, eine
Aussage, auf die wir ihn natürliche gleich ansprechen. Die Antwort
ist genau so simpel wie genial. Er versucht einfach nur, er selbst
zu sein. Außerdem sollten möglichst viele Schüler möglichst viel
mitbekommen. Herrn Schneiders persönlicher Bezug zu den Schülern
wird auch dadurch gestärkt, dass er nichts von ihnen erwartet, was
er nicht auch selber macht.
Als Vorbild für seine Lehrweise nimmt Herr Schneider sich einen
Lehrer, der seine eigene Schulzeit geprägt hat: seinen Englisch-
und Französischlehrer. Auch wenn diese Fächer nie seine Stärken
gewesen seien, bewunderte er diesen Lehrer für seine Fairness und
Authentizität.
Nach seinem Abitur in Bayern trat Herr Schneider seinen Wehrdienst
an, wechselte allerdings schnell in den Zivildienst in einer
Hautklinik. Dort stellte er fest, dass die Teilausbildung zum
Krankenpfleger, die er in diesem Jahr absolvierte, ihm sehr gut
gefiel und Medizin ein Studium wäre, das ihm liegen könnte. Um dies
zu verwirklichen nahm er am Medizinertest teil, verfehlte aber die
Aufnahme – um einen Punkt.
Stattdessen bewarb er sich (mehr aus Scherz) als Hebamme, wurde
aber in dem damals noch sehr konservativen Berufsfeld abgelehnt.
Danach landete Herr Schneider in Bayreuth, um dort zwei Jahre lang
Mathe und Chemie auf Diplom zu studieren. Weitere zwei Jahre am
Max-Plank-Institut in Berlin und vier Jahre und einen Monat in
Zürich kamen dazu, um seine Doktorarbeit über Abgaskatalisatoren zu
schreiben, dann hatte er „theoretisch“ fertig studiert. Nun musste
er aber feststellen, dass es für den von ihm angestrebten Job in
der Industrie kaum noch freie Stellen gab. Also hängte Dr.
Schneider spontan ein Lehramtsstudium an, bei dem er neben Chemie
und Mathe auch noch Theologie in Berlin studierte und dann mit
stolzen 35 Jahren ein ausgebildeter Lehrer war. Während seines
gesamten Studiums arbeitete er in den Semesterferien in einem
Krankenhaus, um sich seinen Unterhalt zu verdienen und zugleich die
Medizin nicht ganz aus seinem Leben verschwinden zu lassen.

Auch danach war seine Laufbahn alles jedoch andere als geradlinig.
Seine Karriere als Lehrer begann er in einem Internat in Thüringen
als „Familienvater“, wo er eine Wohngruppe als Ansprechpartner 24
Stunden an sieben Tagen in der Woche betreute.
Da ihm jedoch bewusst war, wie wunderschön unser Norddeutschland
ist, gab er dem natürlichen Drang zum Segeln nach und bewarb sich
um eine Stelle and er Elbe, um dann schließlich an die Gesamtschule
in Drochtersen zu wechseln. Hier allerdings musste er feststellen,
dass in den bayerischen Bergen zwar alle Ski fahren können, an der
norddeutschen Küste deswegen aber nicht alle Segeln oder Surfen
können. Auch seine Frau nicht, die er vor 13 Jahren auf Krautsand
kennen lernte.
Trotz seiner unregelmäßigen Laufbahn hat Helmut Schneider es am
Ende doch geschafft, zu uns ans Athe zu kommen – etwas Besseres
gibt es schließlich nicht…
Hier unterrichtet der schülernahe Kollege gerne sowohl die mit
Unfallgefahr behaftete Mittelstufe als auch die stofflich
anspruchsvolle Oberstufe und ist dabei der Lehrer, der durch
Arbeiten in der Chemie „am öftesten“ den Feueralarm ausgelöst hat.
Außerdem hat er für einen kompletten Tag einmal das Forum lahm
gelegt, da er dort den lieblichen Geruch von Buttersäure in die
Freiheit entließ.
Abgesehen von dem Nervenkitzel bei chemischen Experimenten, so
erzählt er mit einem Lachen, mag er in seinem Fach auch den
theoretischen Stoff, da er eine Faszination für die abstrakten
Zusammenhänge entwickelt hat („Wir bestehen aus nichts.“).
Auch sein Nebenfach Religion habe er nach dem anfänglichen Zwang,
dieses zu unterrichten, ins Herz geschlossen, da er einmal in
Berlin einen Professor kennen lernte, der seinen Glauben und seine
Faszination für dieses Fach entscheidend geprägt habe. Trotz dieser
Erfahrung möchte er selbst nicht in die Fußstapfen dieses
Professors treten und niemanden missionieren, sondern lediglich den
Schülern das Wissen um die Religion nahe bringen.
Da er am Gymnasium, anders als früher im Hauptschulzweig an einer
Gesamtschule, die Schüler weniger betreuen muss, hat er nun mehr
Freizeit und kann sich seinem zehnjährig dauernden Versuch widmen,
Gitarre spielen zu lernen („Der Anschlag klappt schon!“). Es bleibt
auch Zeit, sich um seinen übermäßig niedlichen Hund Simon zu
kümmern und seit Neuestem fährt Helmut Schneider mit seinem
schnittigen Moped durch die Gegend.
Wie würden wir Herrn Schneider also nach all dem beschreiben?
Auch wenn seine Wege mit Sicherheit kurvig und schwierig waren und
sind, setzt Herr Schneider sich durch. Er ist tierlieb. Er ist
semimusikalisch. Er kann sich von den unterschiedlichsten Dingen
faszinieren lassen: Er ist ein schülernaher Mopedfahrer.
Interview: Melina Umland und Adriana Dinter
- An wen möchten Sie das rote AtheBand weitergeben?
Ich möchte das rote Atheband an Deike Buck weitergeben.
- Welche Gründe gibt es für diese Weitergabe?
Mich interessiert, wie man neben dem Stress in der Oberstufe noch so politisch aktiv sein kann wie sie.
24. Lara Maria Puchta

Musikalische Hobby-Imkerin
Wahrscheinlich gibt es wenige Tiere, die so positiv konnotiert
sind, wie die Bienen. Sie sind fleißig, sie sind organisiert, sie
sind ordentlich. Alles Eigenschaften, die wahrscheinlich jeder
gerne hätte. Auch für Lara haben die kleinen Tiere einen ganz
besonderen Flair, mit dem sie bei einem Besuch in der Honigfabrik
ihres Onkels zum ersten mal in Kontakt kam. Sie war sofort
fasziniert von den fleißigen Tieren und beschloss, sich in ihrer
Freizeit dem Imkern zu widmen. „Ich hatte da eine Phase, in der ich
genau das Gegenteil von dem machen wollte, was sonst alle machen“,
erzählt die Zehntklässlerin. Und da sich sonst keiner für dieses
Hobby interessierte, fing Lara halt damit an.
Regelmäßig schaut die 15-Jährige bei ihren Bienenvölkern vorbei.
Die kommen zwar auch prima ohne Imker zurecht, aber trotzdem muss
regelmäßig überprüft werden, ob es den Bienen gut geht oder ob
diese von Viren, Milben oder anderen Schädlingen befallen sind.
Einmal im Jahr kann der Honig dann geerntet werden. Bis dieser
fertig in den Gläsern landet, sind einige Arbeitsschritte
notwendig. Die Waben, in denen die Bienen die süße Flüssigkeit
sammeln, müssen vorsichtig aus dem Bienenstock herausgenommen
werden. Durch eine Zentrifuge wird der Honig dann aus den Waben
herausgeschleudert, bevor er von Wachsteilchen befreit und in
Gläser abgefüllt werden kann. Das Ganze könne schon mal bis zu drei
Stunden dauern, erzählt Lara.
Mit ihrem Hobby verdient die 15-Jährige sogar schon etwas Geld. Zum
einen natürlich mit dem Honig und dem Wachs, zum anderen aber auch
mit den Bienen selber. Denn die sind im Moment teuer, was auch am
Phänomen des Bienensterbens liegt. Viele Völker überleben den
Winter nicht. Laut dem deutschen Imkerbund ging die Zahl der Bienen
allein im vergangenen Winter um 1/5 zurück. Auch bei Lara starben
in der kalten Jahreszeit zwei ganze Bienenvölker - oder, anders
ausgedrückt: 80.000 Tiere. Der Hauptgrund dafür: Eine kleine Milbe
sorgt dafür, dass die Bienen nicht wachsen. Sie bleiben zu klein,
um die Kälte zu überleben und erfrieren schließlich. Trotzdem sieht
Lara das Bienensterben zumindest bei ihr nicht als allzu großes
Problem.
Neben dem Imkern ist die Musik ein weiteres großes Hobby von Lara. Schon seit fünf Jahren spielt sie (bis zur 9. Klasse in der Musikklasse) Chello und seit einiger Zeit auch in einem Orchester in Buxtehude. Das Spielen von klassischer Musik macht ihr Spaß, obwohl sie privat eher andere Musikrichtungen hört. Ein bis zwei große Auftritte bringt Lara im Jahr ungefähr über die Bühne. Es sind viele schöne dabei, zum Beispiel der Auftritt auf der Hochzeit ihrer Tante zusammen mit ihrer Schwester, aber auch einige, auf die sie lieber verzichtet hätte. Das erste Vorspiel beim Orchester in Buxtehude ist so einer: „Ich habe gedacht, ich sterbe vor Aufregung.“

Ihre ersten Tage an der neuen Schule hat Lara noch sehr genau in
Erinnerung. Am Anfang sei sie vom Athenaeum ziemlich erschlagen
gewesen, erzählt die Schülerin. Das große Gebäude, die vielen
anderen Mitschüler, die neuen Lehrer - das alles war am Anfang erst
einmal ziemlich beängstigend. „Ich habe mich außerdem bestimmt
hunderte Male verlaufen“, sagt sie und lacht. Inzwischen hat Lara
sich schon lange an der Schule eingelebt. Das in ihren Augen gute
Miteinander unter den Schülern gefällt ihr am Athe zum Beispiel
besonders gut. Verbessern könnte man ihrer Meinung nach vor allem
einige alte Räume. Vor allem in den Pavillons sei der Unterricht
nicht so angenehm wie zum Beispiel in den neuen Räumen. Aber
insgesamt hat es Lara das alte Gebäude mit seinen vielen
versteckten Ecken angetan: „Das hat was.“
Neben Sprachen wie Deutsch und Englisch zählt Lara auch die
Naturwissenschaften Mathe und Physik zu ihren Lieblingsfächern.
„Ich mag eigentlich ziemlich viele Fächer“, erklärt die 15-Jährige,
die ursprünglich mal Ärztin werden wollte. Doch das lange Studium
und die ungünstigen Arbeitszeiten in dem Beruf brachten sie
inzwischen wieder etwas von ihrem Plan ab. Aber der Zehntklässlerin
bleibt ja noch etwas Zeit, in Ruhe über ihren Berufswunsch
nachzudenken.
Interview: Julius Kamper
- An wen möchtest Du das rote AtheBand weitergeben?
Ich möchte das rote AtheBand an Herrn Schneider weitergeben.
- Welche Gründe gibt es für diese Weitergabe?
Ich hatte Herrn Schneider zwei Jahre in Mathe und Chemie. Er hatte immer einen persönlichen Bezug zur Klasse und hat uns immer unterstützt. Deswegen möchte ich das rote AtheBand gerne an ihn weitergeben.
23. Dr. Silvia Schmidt

Organisierte Chemie-Expertin mit Tendenz zu Lachanfällen
Silvia Schmidt ist gut vorbereitet. Man merkt gleich, dass sie wohl
ungern etwas dem Zufall überlässt.
Als wir uns zum Interview trafen, hatte Frau Schmidt direkt etwas
in der Hand: Ein buntes Steckspiel für Moleküle. Sie sagt, dass sie
sich schon gedacht habe, dass sie etwas für die Fotos brauche. Sie
sei sehr gespannt auf das Interview, weil sie es als Ehre empfinde
das rote AtheBand weiter gereicht zu bekommen.
Als ich die erste Frage gestellt habe, sprudelt es praktisch aus
ihr heraus. Sie erzählt, dass sie ihren ersten Tag nicht als
Schultag erlebt hatte, sondern einen Kollegiumsausflug mit dem
Schiff „Greundiek“‘ auf der Schwinge miterlebt hat. Sie hat unsere
Lehrerinnen und Lehrer dort schon als sehr aufgeschlossen kennen
gelernt. Aber dann an ihrem ersten Schultag unterrichtete sie
zuerst einen Oberstufenkurs, welcher 2005 Abi gemacht hat und den
sie heute noch wieder erkennen würde und danach gleich eine siebte
Klasse. Sie erzählt, dass sie damals bei den jüngeren Schülern viel
nervöser war als bei den älteren und dass es heute immer noch so
sei. „Je jünger die Schüler sind, desto nervöser bin ich“, sagt
sie. Sie erzählt davon, dass sie vor ein paar Wochen Grundschüler
zu Besuch hatte und mit ihnen Experimente mit Feuer gemacht hat,
also nichts Besonderes, aber sie war trotzdem sehr nervös.
Frederica Schmidt, die ihr das AtheBand weiter gereicht hat, wollte
gerne etwas Privates über ihrer Lehrerin Frau Schmidt erfahren. Ich
frage natürlich danach. Zuhause, hier in Stade, früher in Hamburg,
ist Silvia Schmidt gerne im Garten und auf oder im Wasser, dabei
findet sie einen Ausgleich zur Schreibtischarbeit. Sie hört gerne
Musik und liest gerne. Sie erzählt, dass sie zu den Menschen zählt,
die sehr schlecht einschlafen können und deshalb abends auch mal
eineinhalb Stunden liest. Außerdem erzählt sie lachend, dass sie
wohl zu wenig Sport treibt, dass das aber wahrscheinlich jeder von
sich behauptet.
Aber vor allem ihre Familie nimmt viel Zeit in ihrer Freizeit ein.
Sie hat einen Sohn, welcher jetzt in der ersten Klasse ist und eine
vierjährige Tochter. Sie findet es sehr interessant mal als Mutter
und nicht als Lehrerin zu einem Elternabend zugehen, da es aus der
anderen Sicht für sie sehr spannend ist, erzählt sie. Außerdem sind
die Lehrerinnen und Lehrer an den Grundschulen vielen Aspekten
ausgesetzt, das bewundere sie sehr. Seitdem sie Kinder hat, hat sie
zwar nicht mehr ganz so viel Zeit für die Schule, aber der weitere
Blick tut ihr sehr gut, sagt sie von sich selbst.

Hier in der Schule ist Frau Dr. Schmidt in der freiwilligen ILE
Gruppe (Dokumentation der individuellen Lernentwicklung). Diese
Arbeitsgruppe soll Lernentwicklungsbögen besser und anschaulicher
machen, sodass alle etwas davon haben, Lehrer sowie Schüler und
Eltern. Was ihr besonders wichtig ist, erklärt sie: dass alle
zusammen daran arbeiten, dass die Kommunikation in der Schule
verbessert wird.
Besonders gefällt ihr an unserer Schule, dass es ein großes Angebot
und eine große Vielfalt gibt. Außerdem kann sie als Lehrerin die
Schule mitgestalten. Sie sagt, dass es wohl nicht überall so ist.
Vor allem in der Chemiesammlung, wo sie Leiterin ist, gibt es viel
zu tun. Sie erzählt, dass es immer irgendwelche unordentlichen
'Nester' gibt und immer jemand aufräumen muss. ''Vielleicht könnte
man mich mal übers Wochenende vergessen und dann einschließen,
damit ich mal alles schaffe, was ich möchte. Aber dabei hätte ich
dann auch schnell wieder Sehnsucht nach zu Hause'' sagt sie
lachend.
Eine besonders lustige Geschichte ereignete sich als Frau Buck noch
Referendarin war: Da stand Frau Buck auf einem Stuhl, um eine Säule
zu befüllen und sie beide mussten schon lachen, dann kippte auch
noch die Säule um und dann gab es kein Halten mehr. Frau Schmidt
erzählt, dass sie manchmal nicht mehr aufhören kann, wenn sie erst
mal angefangen hat zu lachen. Sie berichtet von einer weiteren
'Lachanfall-Geschichte', welche im ASS bei dem Seminar 'Chemie in
der Kriminalistik' geschah, dort haben sie am Ende eine Folge der
Serie 'Der Tatortreiniger' geschaut und es war für sie so witzig,
dass sie so sehr lachen musste, dass sie sogar rausgehen musste.
Am Ende des Interviews haben wir gemeinsam dann auch viel Spaß beim
Herstellen von bunten Molekülketten für das Foto mit AtheBand.
Interview: Tabea Lohmann
- An wen möchten Sie das rote AtheBand weitergeben?
Ich möchte das rote Atheband an Lara Maria Puchta aus der 9m weitergeben.
- Welche Gründe gibt es für diese Weitergabe?
Ich habe gehört, dass Lara imkert. Mich interessiert, wie Lara zur Imkerei gekommen ist und wie wir bedrohte Bienenvölker besser schützen können. Außerdem möchte ich gern mehr darüber erfahren, was sie sonst noch so alles auf die Beine stellt, denn sie ist ja auch besonders musikalisch.
22. Frederica Schmidt

Engagierter Fantasyfan mit Herz für Tiere
Frederica Schmidt kann sich an ihren ersten Schultag am Athenaeum
noch gut erinnern, schließlich ist sie erst zu Beginn der achten
Klasse, also vor jetzt etwa zwei Jahren, hierher gekommen. Nachdem
sie 2012 aus Göttingen nach Stade gezogen war, besuchte sie
zunächst das Vincent Lübeck Gymnasium und wechselte dann nach einem
Jahr und einem erneuten Umzug innerhalb von Stade auf das
Athenaeum.
Am ersten Schultag wirkte vor allem die Größe des Athenaeums auf
sie etwas einschüchternd. Als sie von ihrem Klassenlehrer zum Raum
gebracht wurde, stand sie zunächst alleine mit einem anderen neuen
Klassenkameraden abseits der restlichen Klasse und kam sich etwas
verloren vor. Mittlerweise ist Rike hier aber voll integriert.
Besonders gefallen ihr am Athenaeum der Schulgarten und die vielen
alten Bäume auf dem Schulhof, die ihr am VLG auf dem eher leeren
Schulhof gefehlt haben. Auch die moderne Ausstattung mit Whiteboads
und Kameras gefällt ihr; an ihren alten Schulen gab es so etwas
nicht. Außerdem mag sie, dass das Athe "ein bisschen wie Hogwarts
aussieht", erzählt sie schwärmerisch im Gespräch.
Sie ist Fantasy Fan und liest sehr gerne; auch die
Harry-Potter-Bücher hat sie verschlungen. Ihre Pausen verbringt sie
daher oft in der Bibliothek, die wie der Schulgarten zu ihren
Lieblingsplätzen in der Schule gehört. Den Pavillon, der in ihrem
ersten Schuljahr hier ihr Klassenraum war, gefällt ihr dagegen
nicht. Auch die Qualität des Essens in der Mensa hielt sie für
ausbaufähig, obwohl durch den Umzug in die neuen Räume bereits eine
große Verbesserung erfolgt sei. Ebenfalls verwundern sie die neuen
Mensakarten: Da ist der große Aufwand, der zunächst mit dem
Fotographen betrieben wurde, um Bilder von jedem Schüler für Karten
zu bekommen, die dann erst Monate später verteilt wurden und selbst
jetzt, mittlerweile fast ein dreiviertel Jahr nach den
Fotografenterminen, sind sie immer noch nicht funktionstüchtig.

In der Schule gefällt Frederica, von vielen einfach Rike genannt,
das Fach Deutsch besonders gut, weil sie gerne über
unterschiedliche Themen diskutiert. Auch Biologie findet sie
interessant; Ein Grund, warum sie darüber nachdenkt, nach der
Schule Medizin zu studieren und später als Ärztin zu arbeiten.
Sonst hat sie noch keine wirkliche Idee, was sie nach dem Abitur
machen will. Aber bis dahin ist ja auch noch ein paar Jahre Zeit.
Neben der Schule engagiert sie sich seit kurzem in der Jugendgruppe
des Tierschutzvereines von Frau Elss und hat auch sonst viel mit
Tieren zu tun. Sie kümmert sich manchmal um einen Hund, hat Enten
und Hühner zu betreuen.
Rike ist sehr vielseitig: Sie ist musikalisch und spielt Gitarre
und Cello, letzteres sogar im Orchester. Auch Paartanz und Reiten
zählen zu ihren Hobbys. Nicht zu schweigen vom ihrem Mitwirken in
der Musical-AG von Frau Lorenzen/Liebethal, die ihr viel Mut,
Ausdauer und Engagement bescheinigt hatte.
Und trotz so vielfältiger Aktivitäten in der Freizeit würde Rike
selbst sich als eher faul beschreiben. So mag sie ihren Wecker
nicht und kann sich nicht immer aufraffen, Dinge, die anfallen, zu
erledigen. Außerdem ist sie recht selbstkritisch, denn sie meint,
dass sie nicht immer gute Laune habe, was ihre Freundin, die sie
zum Interview begleitet hat, allerdings ganz anders sieht. Denn sie
mag an Rike gerade, dass sie immer so gut gelaunt ist.
Rike scheint sich hier also gut eingelebt zu haben. Und wenn die
Mensakarten dann bald auch funktionstüchtig sind und es vielleicht
irgendwann einmal keine alten Pavillions mehr gibt, wird ihr unser
„Hogwarts“ mit Sicherheit noch besser gefallen.
Interview: Maike Mayer
- An wen möchtest Du das rote AtheBand weitergeben?
Ich möchte das rote AtheBand an Frau Silvia Schmidt weitergeben.
- Welche Gründe gibt es für diese Weitergabe?
Frau Schmidt ist eine meiner Klassenlehrerinnen. Ich kenne sie natürlich nur aus der Schule und würde gerne mehr über sie erfahren, denn dafür ist da AtheBand ja da.
21. Andrea Lorenzen

Internationale Kunst-Allrounderin mit vielen Projekten
Wir treffen uns im Raum der Stundenplaner und begeben uns dann voll
bepackt mit irgendwelchen Papprollen in die Kunsträume. Obwohl sie
viel an der Schule leistet, wie das nachfolgende Interview zeigt,
scheint Andrea Lorenzen entspannt und fröhlich.
Gleich in der Anfangsphase werden wir unterbrochen, durch den
Hausmeister, der im Auftrag meiner Interviewpartnerin Leisten in
einem der Kunsträume anbringen soll. Die Verschönerung der Schule
und Ausstellung der Leistungen der Schüler habe sie sich „auf die
Fahne geschrieben“, so der Kommentar dazu.
Aber erst einmal zu ihren Unterrichtsfächern: Frau Lorenzen
unterrichtet Kunst, Darstellendes Spiel, Deutsch und Werte und
Normen an unserer Schule. Über die Frage danach, wie sie zu dieser
Kombination gekommen ist, erzählt sie eine Kurzform ihrer
Lebensgeschichte, die sich in fast allen Teilen der Welt und mit
Kontakt zu ganz unterschiedlichen Menschen abgespielt hat.
Ursprünglich wollte Andrea Lorenzen freie Kunst studieren und begab
sich zum Sammeln von Erfahrungen für ein Jahr in die Länder des
südlichen Afrikas. Dort absolvierte sie verschiedene Praktika in
Kunsthandwerken wie Weberei, Töpferei und Bildhauerei. So ganz das
Richtige schien das nicht gewesen zu sein, denn als sie wieder in
Deutschland war, studierte sie erst einmal Kunstgeschichte, während
sie die Mappe mit praktischen Arbeiten für die Kunsthochschule
fertig stellte. Damals gab es das Unterrichtsfach Darstellendes
Spiel noch nicht, daher entschied sich Frau Lorenzen, Deutsch zu
studieren, wobei für sie besonders interessant war, sich mit
Theater zu beschäftigen. Denn das gehörte schon immer zu ihren
Leidenschaften. So arbeitete sie auch während des Studiums am
Jungen Theater Göttingen in der Verwaltung, aber auch am
Bühnenbild.
Nach ihrem Studium begann ihre Zeit im Ausland, wo sie in
verschiedenen Ländern und Städten der Welt an internationalen
Schulen unterrichtete. Dabei war es Pflicht, als Lehrer/in die
Weltreligionen zu unterrichten, was ungefähr dem Fach Werte und
Normen in Deutschland entspricht. Außerdem gab es an einigen
internationalen Schulen das Fach Darstellendes Spiel. Seit dem Jahr
2000 engagierte sich Frau Lorenzen im Ausland in Form einer
Musical-AG. Zurück in Deutschland ließ sie sich die Befähigung,
Darstellendes Spiel zu unterrichten, nach einer Phase von
Blockseminaren anerkennen.

Vor vier Jahren bewarb sich Andrea Lorenzen dann kurzfristig am
Athenaeum und hatte Glück, dass Herr Krusemark da war, um das
Vorstellungsgespräch zu führen. Das Athenaeum gefalle ihr gut und
sie habe vor, erst einmal zu bleiben, berichtet sie. Man habe hier
sehr viel Selbstständigkeit und arbeite mit seinen Kollegen
zusammen. Eigene Projekte seien gewollt und die Hierarchie nicht so
stark spürbar wie an vielen Schulen im Ausland, an denen sie
unterrichtet habe. Es gebe viele engagierte Lehrer an unserer
Schule und nur wenige würden die Schule schnell wieder verlassen.
Auch die Gegend gefalle ihr gut. Das Alte Land und gleichzeitig die
Nähe zu Hamburg, einer Stadt, die sie vor allem für die Angebote im
Bereich Theater, Film und Tanz liebe, machten für sie auch das
außerschulische Leben sehr angenehm.
Der erste Tag an der Schule ist ihr in guter und vor allem lustiger
Erinnerung geblieben. Lächelnd erzählt sie, sie habe Herrn Allion
mit dem Hausmeister verwechselt, da dieser immer ansprechbar
gewesen sei und man ihn die ganze Zeit die Treppen rauf und runter
habe laufen sehen.
Man kann sagen, dass Andrea Lorenzen sich mit der Schule
identifiziert. Nun wurde sie für dieses Interview aufgrund ihres
Kunstunterrichtes vorgeschlagen, weshalb ich sie bitte, davon zu
erzählen. Sie gibt zu, dass sie viel fordere, möchte, dass die
Schüler/innen verschiedene Zeichentechniken ausprobieren und lässt
deshalb auch ein berühmt-berüchtigtes Skizzenbuch führen. Besonders
interessant für sie ist, dass die Schüler in ihren Arbeiten den
eigenen Charakter zeigen oder in der Unterrichtszeit danach suchen.
Die Stärken bei guten Schüler/innen seien von Anfang an zu sehen.
Nun hat Andrea Lorenzen Projekte an der Schule: Sie freut sich
schon auf verschiedene Theateraufführungen, die sie auf die Beine
stellt, und beschäftigt sich verstärkt mit der Schulraumgestaltung.
Zu dem Zweck hat sie auch schon im letzten Athe-Sommer-Seminar die
Schüler Graffiti für den E-Bau malen lassen. Diese können zu
anderer Gelegenheit wieder übermalt werden, sodass die Gestaltung
permanent im Wandel bleiben wird. Ihr Konzept ist es, ständig
wechselnde Ausstellungen der Leistungen von Schüler/innen zu
organisieren und so den Schulalltag und die Gebäude lebendig zu
machen. Dazu möchte sie auch Gefährtinnen für die Athene-Statue im
Altbau schaffen, allerdings in verschiedenen, auch moderneren
Auffassungen. Außerdem beschäftigt sie sich mit einer Renovierung
von Aula und Requisitenraum. Bei all diesen Projekten findet sie
trotzdem Zeit, versteckte Kunst im Gebäude wie ein Bild von einem
Auto, das im Forum seit Jahren an die Wand gelehnt steht,
wahrzunehmen und sich weitere Projekte aufzuladen.
Interview: Luise Kranzhoff
- An wen möchten Sie das rote AtheBand weitergeben?
Ich möchte das rote Atheband an Frederica Schmidt weitergeben.
- Welche Gründe gibt es für diese Weitergabe?
Beim Mitwirken in der Musical-AG hat sie viel Mut, Ausdauer und Engagement gezeigt und so dabei geholfen, dass das Stück doch aufgeführt wurde, obwohl selbst ich daran gezweifelt habe, dass es noch umsetzbar ist.
20. Marie Moje

Landleben. Mode. Musik.
Marie Moje aus dem 11. Jahrgang scheint eine viel beschäftigte
Schülerin zu sein. Die ersten Anläufe, uns für ein Interview zu
treffen, gehen schief, aber dann kommt es doch zu einem Gespräch
und E-Mailkontakt, worüber wir gerne berichten.
Von Herrn Wartner, der bei ihrer Ankunft am Athenaeum zuerst mit
ihr als Koordinator sprach, wissen wir, dass sie sehr engagiert an
unsere Schule gekommen ist. Ihn interessierte, das zeigt sein
Interview bei „Das rote AtheBand“, wie sie mit den neuen
Anforderungen zurecht kommen würde und wie ihre Eindrücke nach dem
ersten halben Jahr sein würden, denn so ein Schulwechsel sei ja nie
ganz leicht.
Marie kommt aus Osten an der Oste, einem ziemlich kleinen Dorf in
der Nähe von Cuxhaven. Landleben pur also. Sie muss deshalb jeden
Tag über 20 Minuten mit dem meist nur stündlich fahrenden Metronom
von Hemmoor nach Stade fahren und dann zur Schule laufen. Bis zum
letzten Jahr war das auch noch nicht so. Doch auf ihrer alten
Schule, dem Gymnasium Warstade, das weniger Schüler und damit
weniger Wahlmöglichkeiten als das Athe hat, war sie unzufrieden mit
den Kurswahlmöglichkeiten, wie viele ihrer Freunde auch. Nach einer
Schnupperphase im Athenaeum entschied sie sich dann trotz weiterem
Weg zu wechseln.
Da sie in der Oberstufe auch nicht in eine bestehende Klasse kam,
sondern mit der elften Klasse das Kurssystem begann, war es für sie
leichter sich einzugewöhnen und sie konnte schnell neue Freunde zu
finden. Auch wenn sie die Oberstufe sehr anspruchsvoll findet,
kommt sie mit ihren gewählten Kursen gut zurecht, berichtet sie.
Der Wechsel scheint sich bis jetzt also gelohnt zu haben.
Nachdem sie die Schule erfolgreich beendet hat, möchte sie gerne
nach Asien, Amerika oder Skandinavien zu reisen, aber nicht nur, um
diese Länder und ihre Einwohner als Touristin kennen zu lernen,
sondern um dort intensivere Erfahrungen in Form von Praktika und
diversen Jobs zu machen.
Mode? Sie hat auch schon eine ziemlich genaue Vorstellung davon ,
wie es dann weiter gehen soll: Anschließend möchte ich gerne etwas
in Richtung Kunst, Mode oder Fotografie studieren, erklärt sie
begeistert. Für diese Themen sowie für Ernährung und Fitness
interessiert sie sich auch in ihrer Freizeit sehr. Um ihre
Zukunftspläne zu unterstützen, jobbt sie bereits jetzt in einer
Werbeagentur für Mode in Hamburg, was ihr sehr viel Spaß macht und
was sich, wie wir meinen, dann auch in einem Lebenslauf für spätere
Anstellungen gut machen wird.
Musik? Dass neben Schule, langer Schulwege, Nebenjobs in Hamburg
und Familienleben noch Zeit für andere Hobbys bleibt, kann man sich
kaum vorstellen. Aber Marie hat dafür noch Energie.
Sie ist musikalisch und nimmt in der restlichen Zeit auch noch
Gesangs,- und Klavierunterricht. Und üben muss man dann ja
eigentlich auch noch. Klar, vielleicht singt sie ja nebenbei, wenn
sie sich zur Entspannung mit ihren zwei Pferden und ihrem Hund
beschäftigt. Aber das ist natürlich nur Spekulation, wir haben im
kleinen Dorf Osten mit Landleben pur nicht auf der Lauer gelegen.
Interview: Adriana Dinter und Melina Umland
- An wen möchtest Du das rote AtheBand weitergeben?
Ich möchte das rote AtheBand an Frau Lorenzen weitergeben.
- Welche Gründe gibt es für diese Weitergabe?
Sie ist meine Kunstlehrerin und Kunst war ein wichtiger Grund für meinen Schulwechsel.
19. Holger Wartner

Lesebegeisterter Theaterspieler
Wer Holger Wartners Büro im Altbau betritt, der braucht nicht
lange, um zu erraten, dass das Lesen zu seinen Leidenschaften
zählt. Die Regale sind mit Büchern aller Art gefüllt und an einer
Wand hängt eine Postkarte, die zwei im Café sitzende Männer zeigt.
„Lesen?“, fragt der eine, „das geht ein, zwei Jahre gut, dann bist
Du süchtig.“
Herrn Wartners typischer Arbeitstag ist schwer zu beschreiben,
eigentlich gibt es ihn nicht. Kurswahlen, Erstellung der Stunden-
und Klausurpläne und Betreuung des Abiturs – sein alltägliches
Geschäft bringt jeden Morgen unvorhersehbare Probleme mit sich, die
es zu lösen gilt. Das sei es, was seine Beschäftigung sehr reizvoll
mache, erzählt Herr Wartner. Neben diesen Verwaltungsaufgaben
unterrichtet er außerdem noch Deutsch, Erdkunde und Darstellendes
Spiel.
An seinem ersten Schultag am Athe als Schüler hat Holger Wartner
nur noch vage Erinnerungen. Er war in einem sehr großen Jahrgang,
sodass bei der Einschulung in die weiterführende Schule selbst die
Aula des Athenaeums an ihre Grenzen geriet und nicht alle neuen
Fünftklässler – das Athe war eine reine Jungenschule – dort Platz
fanden. Als letzter Jahrgang mussten Herr Wartner und seine
Mitschüler im Unterricht noch auf richtigen Holzbänken Platz
nehmen. „Aber ohne Tintenfässer“, fügt der Lehrer lachend hinzu.
Dank des Busfahrplanes – der Bus kam bereits um kurz nach sieben am
Athenaeum an – verbrachte Herr Wartner viel Zeit im Warteraum.
Unter den wachsamen Augen des Hausmeisters musste er jeden Morgen
zusammen mit den anderen Fahrschülern, die das Schicksal des viel
zu früh fahrendes Busses teilten, eine Stunde auf den Schulbeginn
warten. Mit Hausaufgaben, Gesprächen und unzähligen Runden in
diversen Kartenspielen versuchten er und seine Leidensgenossen die
Zeit irgendwie totzuschlagen.
Nach seinem Abitur 1980 war Herr Wartner erst einmal fünf Jahre
raus: Außerhalb von Schule und Uni war es in der Erwachsenenbildung
tätig und fand den Kontakt zu Firmen, die ihm erzählten, was sie
von jungen Berufsanfängern erwarten. Das war eine prägende
Erfahrung, bei der er lernte, dass man den Lehrplan nicht immer
penibel befolgen muss, sondern ruhig auch mal abweichen dürfe.
Überfrachtete Lehrpläne gingen seiner Meinung nach ohnehin an der
Realität vorbei. Trotzdem hat ihn die Schule nie wirklich
losgelassen.

Der Wunsch, mit jungen Leuten zusammenzuarbeiten und ihnen etwas
Positives für ihr Leben mitzugeben, habe ihn schließlich dazu
veranlasst Lehrer zu werden.
Auf seine Leidenschaft zum Theater angesprochen, holt Herr Wartner
ein eingerahmtes Foto hervor, aufgenommen auf der Bühne des
Athenaeums in der Aula. Es zeigt eine Szene aus dem Stück „Die
Gaunereien des Scappino“, in dem er als Schüler mitwirkte. Da der
damalige Leiter der Theater AG nicht viel davon hielt, Frauenrollen
mit Männern zu besetzen, ging die AG für ihre Stücke oft eine
Kooperation mit dem Vincent Lübeck Gymnasium ein, welches das
Mädchengymnasium war. So kamen neben dem erwähnten Stück viele
weitere Aufführungen zustande.
Nach seiner Schulzeit blieb Herr Wartner dem Theater treu und
sammelte als Student erste Erfahrungen im Bereich der Regie.
Schließlich ließ er sich zum Lehrer für Darstellendes Spiel
weiterbilden. Am Athe baute er dann zusammen mit Herrn Gäb die
Theater AG wieder auf, die zuvor lange Zeit lang brach gelegen
hatte. Seitdem wirkt Holger Wartner an mindestens einer großen
Aufführung pro Jahr mit. Im letzten Jahr war es das Musical „Linie
1“, in dem er für den schauspielerischen Teil verantwortlich war.
Jetzt, wenn die Tage wieder kürzer werden, findet Herr Wartner
wieder mehr Zeit, sich seinem liebsten Hobby, dem Lesen, zu widmen.
Man muss ja nicht gleich süchtig werden.
Interview: Julius Kamper
- An wen möchten Sie das rote AtheBand weitergeben?
Ich möchte das rote Atheband gerne an Marie Moje weitergeben.
- Welche Gründe gibt es für diese Weitergabe?
Marie ist erst seit diesem Sommer an der Schule und geht in die elfte Klasse. Sie ist sehr engagiert hier her gekommen. Mich würde interessieren, wie sie mit den gestiegenen Anforderungen in der elften Klasse zurecht kommt und ob es ihr am Athenaeum immer noch so gut gefällt wie am Anfang.
18. Jasper Eylmann

Pianist mit Talent zum Hauselektroniker
Jasper Eylmann war in der 5. Klasse „The CD-Man“ bei Herrn Zeuch,
denn er saß direkt neben der Steckdose und war so versiert am
Gerät, dass er im Laufe der Zeit sogar die Lautstärke regeln und
später die CDs einlegen durfte. An diese wichtige Aufgabe erinnern
sich der Englischlehrer und Jasper, jetzt schon im 12. Jahrgang,
mit einem breiten Grinsen. Sicher hatte Herr Zeuch da den Richtigen
ausgewählt, denn auch zu Hause, so berichtet Jasper, ist er der
Mensch, der gerufen wird, sobald irgendein technisches oder
elektronisches Gerät nicht funktioniert. Und meistens läuft es
danach dann wieder, denn dieser Schüler scheint handwerklich sehr
begabt zu sein.
So hat Jasper in der Oberstufe natürlich Physik als Leistungsfach
gewählt, da es ihn sehr interessiert. Eine ungewöhnliche
Kombination ist dann allerdings die Mischung mit Musik als weiterem
Leistungsfach, aber er erklärt auch gleich, wie das kommt.
Mit 5 Jahren, vor der Schule, begann er schon mit dem
Klavierunterricht, konnte Noten also schon vor den Buchstaben recht
gut lesen. Seit dieser Zeit hat er viel an diesem Instrument
gelernt, zuerst die klassische Musik und später dann immer mehr
auch das Improvisieren. Jetzt, nach dem Ende des langjährigen
Unterrichts, bringt er sich zum Spaß einfach eigene Melodien bei,
die er kurz gehört hat. Das sind zum Beispiel Stücke von Cold Play
oder anderen Gruppen, einfach das, was ihm einfällt. Als wir dann
das Foto mit dem roten AtheBand am Flügel machen wollen, legt er
auch gleich los und spielt vor sich hin, die Finger schweben fast
über die Tasten.
Musik begleitet ihn auch auf dem sehr kurzen 8-Minuten-Schulweg. Er
geht zu Fuß und hat immer die Kopfhörer im Ohr - dann werden aber
nicht die eigenen Klavierstücke, sondern die seine Lieblingsbands
gehört. An Auftritte hat Jasper noch nicht gedacht, eigentlich,
meint er, sei dafür auch wirklich keine Zeit, denn Schule,
Handwerkerei und Tennistraining fordern ihn ziemlich. Tennis spielt
er auch manchmal mit seinem 6 Jahre älteren Bruder Jan, der auch am
Athe war. Wer da meistens besser ist, wird hier nicht verraten.
Was macht der vielseitige Jasper nach dem Abi? „Ich warte in diesen
Tagen auf die Zusage für eine Ausbildung bei Airbus, denn ich würde
gerne Fluggeräteelektroniker werden.“ Er meint, er sei wohl nicht
der Typ zum Studieren, er würde gerne auch mit den Händen arbeiten.
Wir drücken die Daumen. Hoffentlich klappt’s.

Nach einer Anekdote aus seinem Schulleben gefragt, kann der
Fast-Abiturient sich nicht entscheiden, denn es ist viel passiert,
meint er. Seine Klasse sei wohl immer „anstrengend“ gewesen. Sie
muss aber auch mal „ruhig“ und „freundlich“ gewirkt haben, denn
sonst hätte Herr Zeuch sich doch nicht so gerne an diese Klasse
erinnert. Alle drei Adjektive beschreiben, wie er selbst sagt, auch
die Facetten von Jasper Eylmann. Beim Abschied bedankt er sich
herzlich für das Interview, was wirklich nicht anstrengend war.
Interview: Barbara Post
- An wen möchtest Du das rote AtheBand weitergeben?
Ich möchte das rote AtheBand an Herrn Wartner weitergeben.
- Welche Gründe gibt es für diese Weitergabe?
Herr Wartner hat mit seinem Erdkundeunterricht in 9/10 meine Entscheidung bekräftigt, auch Erdkunde als Leistungsfach zu wählen. Er kümmert sich als „Oberstufenpapa“ sehr um unseren Jahrgang. Wenn es Fragen gibt, kann man immer kommen und er versucht, die Probleme zu lösen.
17. Achim Zeuch

Vom Fast-Brauer zum Ganz-Lehrer
"Herr Zeuch hat in mir die Begeisterung für das Fach Geschichte
geweckt. Er ist sehr engagiert, aber ich weiß fast gar nichts
Persönliches über ihn." So begründete Julius Kamper die Weitergabe
des roten Athe-Bandes an Herrn Achim Zeuch.
Herr Zeuch ist gerade mal ein Jahr lang, nämlich in der neunten
Klasse, der Geschichtslehrer von Julius gewesen. Von daher war er
ziemlich überrascht und erfreut über diese Ehrung.
Achim Zeuch ist Lehrer für Englisch und Geschichte. Gelegentlich
kombiniert er beide Fächer zu bilingualer Geschichte. Doch sein
Lieblingsfach ist Geschichte in deutscher Sprache. Zurück geht
diese Leidenschaft auf seinen alten Geschichtsleistungskurs, dessen
Lehrer es schaffte ihn zu fesseln und für das Fach zu begeistern.
Eine Fähigkeit, die er jetzt selbst, wie man dem obigen Zitat
entnehmen kann, bei seinen Schülern einsetzt. Nach 2 Jahren
bilingualem Geschichtsunterricht mit Herrn Zeuch kann ich dies aus
eigener Erfahrung bestätigen.
Ursprünglich stammt dieser Geschichtsfan gar nicht aus dem Norden,
sondern aus einem kleinen Dorf in der waldreichsten Gegend
Deutschlands. Er wurde im Mittelpunkt des Länderdreiecks NRW,
Rheinland-Pfalz und Hessen geboren. Ganz in der Nähe wohnte auch
ein weiterer Athe-Geschichtslehrer, Herr Röder, mit dem er nun
schon sehr lange gut befreundet ist.
Eigentlich war es zunächst nicht sein Ziel, Lehrer zu werden. Er
hatte den ausgefallenen Plan, das Gymnasium nach der 10. Klasse zu
verlassen und eine Ausbildung zum Brauer zu beginnen. Nach seiner
Aussage war dieser Entschluss besonders dem Interesse an dem
Berufsbild geschuldet, nicht dem Biergenuss! Daraus wurde jedoch
irgendwie nichts und durch den Leistungskurs fand er bald heraus,
dass Geschichte "sein Ding" sei und er dies beruflich machen wolle.
Er studierte Lehramt um Lehrer für Englisch und Geschichte zu
werden. So landete er nach einem 2-jährigen "Seeluft-Abstecher"
(Gymnasium Insel Föhr) dann 2007 am Athe in Stade.

Im Moment unterrichtet er jedoch nur wenig Geschichte, da er auch
noch Fachberater für Geschichte bei der Schulbehörde ist und diese
Tätigkeit viel Zeit in Anspruch nimmt. Als einer von 6 Fachberatern
für Geschichte der Schulbehörde in Niedersachsen zählen zu seinen
Aufgaben unter anderem Fortbildungen für andere Lehrer im Fach
Geschichte, den Unterricht anderer Lehrer zu beurteilen, die
telefonische Beratung, das Bearbeiten fachlicher Beschwerden und
die Überprüfung der Korrekturen der Abiturklausuren. An den
Zentralabituren und Kerncurricula ist er übrigens auch direkt
beteiligt. Da reicht die Zeit nur noch für die Erteilung von 8 bis
12 Stunden Unterricht pro Woche.
Auflerhalb der Schule und der Arbeit für die Schulbehörde ist er
sportlich aktiv und geht etwa zwei mal pro Woche laufen. Auch seine
5 Monate alte Tochter hält ihn auf Trab. Zum Entspannen hört er
dann sehr gerne Musik, besonders Indie-Rock. Welche Bands etc. er
da genau hört, wollte Herr Zeuch mir dann nicht verraten. Nur so
viel, dass in seiner über 500 CDs groflen Sammlung eigentlich so
ziemlich alles vertreten sei. Auch Filme sieht er sich gern an.
Wenn möglich geht er dafür ins Kino, aber momentan ist dafür wegen
seiner kleinen Tochter nicht genug Zeit.
Interview: Joshua Minow
- An wen möchten Sie das rote AtheBand weitergeben?
Ich möchte das rote AtheBand an Jasper Eylmann überreichen.
- Welche Gründe gibt es für diese Weitergabe?
Jaspers Klasse hatte bei mir in Jahrgang 5 und 6 Englisch und Geschichte. Und obwohl Jasper heute in der 12. Klasse ist, grüßt er mich immer noch jedes Mal auf dem Flur und ist generell sehr freundlich. Ich würde gerne wissen, wie es wohl nach dem Abitur bei ihm weiter geht.
16. Julius Kamper

Sportlicher Jugendreporter mit trockenem Humor
Nach Unterrichtsschluss wollen wir uns treffen. Julius lässt sich
nicht aus der Ruhe bringen und packt sorgfältig seine Sachen ein.
Ja, wir kennen uns schon seit der fünften Klasse, dennoch muss ich
zugeben, dass ich nicht sehr viel über diesen eher stillen
Lockenkopf weiß. Umso interessanter ist es, jetzt seine „dunklen
Seiten“ kennen zu lernen, die auch Diana Biermann interessierten,
als sie ihn vorschlug.
An seinem ersten Tag am Athenaeum sei er aufgeregt gewesen. Er
erinnert sich an die erste Zeit vor allem als Suche nach den
passenden Räumen in dem verwinkelten und überwältigend großen
Gebäude. Julius gehörte zu den Schülern, die beim Klingeln sofort
aufgesprungen sind, um auf dem Schulhof eine Tischtennisplatte zu
ergattern und dort die Pause auf dem Schulhof mit vergleichsweise
wenig Spielgeräten zu verbringen.
An der Schule gefällt ihm vor allem das umfangreiche AG-Angebot. So
einiges davon interessiert ihn, auch wenn er nur bei den
Jugendreportern Mitglied ist. Deshalb setzt er sich wohl auch für
eine Artikelserie ein, in der das Angebot detaillierter vorgestellt
werden soll.

Jetzt hat er es bis in die zehnte Klasse geschafft und ist nicht
ohne Erfolg. Einige bezeichnen ihn als Streber, ein Begriff, von
dem er selber eher Abstand nimmt.
Auf die Oberstufe und das Abitur fühle er sich schon vorbereitet,
er kriege durch den Aufbau der letzten Klassenarbeiten ein Gefühl
für die Leistungsanforderungen, die ihn erwarten, beantwortet der
16-jährige Diana Biermanns Frage. Einen bestimmten
Notendurchschnitt, den er erreichen will, hat er sich jedoch nicht
gesetzt. Wichtig ist Julius aber, die für ihn bestmögliche Leistung
zu erstreben und zu erreichen, denn ohne Ehrgeiz ist er nicht. Er
hat sich für das gesellschaftswissenschaftliche Profil entschieden
und möchte vor allem in den Fächern Geschichte, Deutsch und Politik
seine Fähigkeiten unter Beweis stellen.
Wer Julius Kamper kennt, schätzt seinen trockenen Humor. Unerwartet
und spontan schaltet er sich ein und verzieht dabei keine Miene. Er
denkt allerdings, dass dies auf Fremde eher irritierend wirkt,
daher halte er sich bei ihnen zurück. Vielleicht erweckt er deshalb
einen so ernsten, leicht schüchternen Eindruck am Anfang.
Natürlich hat er auch mal einen schlechteren Tag, an dem er
durchaus aus der Haut fahren kann, wenn ihn etwas richtig aufregt.
Zu seinen bekanntlichen Schwächen gehöre auch, dass er schnell
ungeduldig werde, wenn etwas nicht funktioniere, gibt Julius offen
zu. Dies wurde ihm schon in der Grundschule im Zeugnis angemerkt.
Mittlerweile hat er aber seiner Ansicht nach große Fortschritte in
der Bewältigung von Niederlagen gemacht.
Was ihn auch sehr wütend machen kann, ist, wenn jemand einen
anderen ausnutzt und sich gerade in der Schule mit Leistungen
anderer rühmt.
In seiner Freizeit ist Julius sehr vielseitig. Da er Spaß am
Artikel schreiben hat, verfasst er nicht nur Texte für die
Jugendreporter AG, sondern auch für das Tageblatt. Sportlich
betätigt er sich seit vielen Jahren beim Fußball, außerdem joggt er
gerne. Schöne Landschaften faszinieren ihn, weswegen er öfter
spontan Fotos macht. Und wenn er richtig viel Zeit hat, kann es
auch vorkommen, dass er einfach mal mit dem Fahrrad losfährt.
Interview: Luise Kranzhoff
- An wen möchtest Du das rote AtheBand weitergeben?
Ich möchte das rote AtheBand an Herrn Zeuch weitergeben.
- Welche Gründe gibt es für diese Weitergabe?
Herr Zeuch hat in mir die Begeisterung für das Fach Geschichte geweckt. Er ist sehr engagiert, aber ich weiß fast gar nichts Persönliches über ihn.
15. Diana Biermann

Eine Lehrerin, die immer ein Lächeln auf den Lippen trägt.
Schon als sie auf uns zukommt, strahlt sie, obwohl wir sie länger
als nötig in der Schule halten und gleich ausquetschen werden. Mal
sehen, welche dunklen Geheimnisse wir enthüllen. Die Antwort darauf
ist:
KEINE. Gar keine. Sie ist einfach fröhlich. Immer. Durchgehend.
Ohne irgendwelche Pausen. Auch deswegen wird sie von ihren Kollegen
als der Sonnenschein unter den Lehrer bezeichnet. Nicht nur das,
auch mit ihren Schülern kommt sie gut klar, obwohl sie von sich
selbst sagt, sie müsse an einigen Stellen noch strenger sein. Ihre
Schüler sehen das sicher anders. Auch, wenn Latein und Chemie nicht
nur eine ungewöhnliche Kombination, sondern auch von vielen
Schülern verhasste Fächer sind, gibt Frau Biermann sich größte
Mühe, diese interessant darzustellen. So benutzt sie zum Beispiel
in Chemie haufenweise Modelle zur Veranschaulichung und versucht in
Latein einen Bezug von den Themen zum Alltag der Schüler
herzustellen (Leben, Lieben, Lästern – Ovid). Um das zu schaffen,
geht sie auch immer gern zur Schule und sagt, dass „Lehrerin“ der
absolute Traumberuf für sie sei. Schon als sie selbst Schülerin
war, mochte sie den Unterricht und erklärte ihren Freunden häufig
Inhalte des Unterrichts. Chemie war ihr absolutes Lieblingsfach,
sodass sie auch freiwillig Vorträge hielt und Versuche vor der
Klasse durchführte. Deshalb stand schon seit der neunten Klasse für
sie fest, dass sie Lehrerin werden wollte.

Aber sie war nicht immer so fleißig und ruhig, wie man heute denken
mag. In ihrem Grundschulzeugnis stand ein Vermerk, sie müsse noch
lernen, nicht unaufgefordert in den Unterricht zu reden. Selbst
bezeichnet sie sich als ein sehr temperamentvolles Mädchen, das
viel mit den Jungs in ihrer Straße gespielt hat, wobei sie auch an
der ein oder anderen Rauferei beteiligt war. Erst auf dem Gymnasium
wurde sie ruhiger und ordentlicher, obwohl sie sagt, dass sie zwar
gut, aber nicht übermäßig gut oder eine Streberin gewesen sei. Nach
ihrem Studium und ihrem Referendariat, welches über halb
Deutschland verteilt war – von Thüringen nach Leipzig und Lüneburg
– kam sie schließlich nach Stade an das Athenaeum und lebt nun in
Hamburg. Ihr gefallen der Norden, Hamburg und die Nordsee. Sie fand
Thüringen zum Aufwachsen zwar schön, empfindet Niedersachsen aber
dennoch als das attraktivere Bundesland. Auch ihre Eltern nutzen
gerne den Vorwand, sie hier oben zu besuchen.
Wenn sie nicht gerade Unterricht vorbereitet oder der einzig
schlechten Tätigkeit ihres Berufes nachgeht – Lateinarbeiten
korrigieren -, trifft sie sich gerne mit Freunden, macht Sport
(obwohl sie zugibt, dass sie das in letzter Zeit etwas
vernachlässigen musste) wie Uni-Hockey und Halbmarathon oder hört
Musik.
Aus diesem Anlass lässt die letzte Teilnehmerin des „Roten
AtheBandes“, Lea Grissmer, uns auch fragen, wie ihr letztes
Scooterkonzert gewesen sei, auf dem sie mit einigen Lehrerkollegen
war.
Begeistert antwortet sie, es sei großartig gewesen und sie hätten
alle viel getanzt.
Neben Scooter hört sie gerne Künstler der Genres Electro, Rock,
Alternative und Indie aus Deutschland.
Interview: Melina Umland und Adriana Dinter
- An wen möchten Sie das rote AtheBand weitergeben?
Ich möchte das rote AtheBand an Julius Kemper überreichen.
- Welche Gründe gibt es für diese Weitergabe?
Mich interessiert, ob sich Julius gut auf das Abitur vorbereitet fühlt, und da ich ihn als stillen, zurückhaltenden, aber ehrgeizigen Schüler kennengelernt habe, ob er auch eine dunkle Seite hat und wirklich ausrasten oder aus der Haut fahren kann.
14. Lea Grissmer

Sportliche Englisch-Liebhaberin mit klarem Berufsziel
Lea Grissmers Zeit am Athenaeum begann gleich mit einer kleinen
Panne: An ihrem ersten Schultag saß sie zusammen mit den anderen
angehenden Fünftklässlern und deren Eltern im prall gefüllten Forum
und wartete gespannt darauf, endlich in ihre neue Klasse eingeteilt
zu werden. Doch während alle ihre Freundinnen nach und nach vom
damaligen Schulleiter Hermann Krusemark aufgerufen wurden, tauchte
Leas Name nicht auf. So musste sie mit ihrem großen Schulranzen
aufstehen, nach vorne gehen und fragen, in welche Klasse sie denn
gehen solle. „Das war damals ganz schön peinlich“, erzählt die
17-Jährige mit einem Lachen.
Die nächsten Wochen verliefen zum Glück pannenfrei und Lea lebte
sich schnell am Athenaeum ein, das ihr in den ersten Tagen ein
wenig „so wie Hogwarts“ vorkam. Zwar gab es dort keine Zauberer und
„Verteidigung gegen die dunklen Künste“ stand auch nicht auf dem
Stundenplan, aber alles war viel größer als an ihrer alten Schule
in Dollern und auf den Gängen liefen „die Großen“ rum, also die
älteren Mitschüler aus den höheren Klassenstufen, denen Lea zuerst
mit einigem Respektabstand aus dem Weg ging.

Neben Zeichnen und Malen, bei dem Lea sich kreativ ausleben kann,
zählen Fußball und Kickboxen zu ihren sportlichen Hobbys. Während
es beim Fußball mehr auf das Zusammenspiel im Team ankommt, kann
sie sich bei Letzterem so richtig auspowern und ihre Grenzen
austesten. Im Sommer lässt Lea es gerne etwas ruhiger angehen: Da
segelt sie oft mit ihren Eltern in Richtung Skandinavien. So war
sie zum Beispiel bereits in Dänemark und in Schweden; weitere
Länder stehen noch auf ihrem Reiseplan. Auch die Schule gibt Lea
die Möglichkeit, ihren Hobbys und Interessen nachzugehen, was sie
am Athenaeum sehr schätzt: Im Chor ist Lea schon seit vielen Jahren
aktiv und durch den bilingualen Geschichtsunterricht kann sie etwas
über die Geschichte erfahren und gleichzeitig ihre
Englisch-Fähigkeiten verbessern. Englisch gehöre zu ihren
Lieblingssprachen, erzählt die Jugendliche aus Agathenburg.
Da verwundert es wenig, dass die 17-Jährige das Schuljahr 2012/2013
in den USA verbrachte, genauer gesagt in einem kleinen Ort im
Bundesstaat Indiana. Mit ihren beiden Gastfamilien, bei denen sie
während ihres Auslandsjahres wohnte, unternahm sie viel und an
ihrer Schule fand sie viele neue Freunde, zu denen sie teilweise
immer noch Kontakt hält. Im Gegensatz zum deutschen Schulsystem
kann man dort schon früher die Kurse nach seinen Wünschen
auswählen; selbst Fächer wie Tanzen oder Fotografieren werden dort
angeboten. Ein ähnliches System würde sich Lea auch in Deutschland
wünschen: Auf so manches Fach hätte sie bereits vor der zehnten
Klasse gerne verzichtet. Die Entscheidung, für ein Jahr ins Ausland
zu gehen, hat Lea nicht bereut: „Es hat mir viel gebracht“ Sie
würde jedem, der die Möglichkeit hat, empfehlen, für ein Schuljahr
ein anderes Land zu besuchen.
Nach der Schule würde Lea gerne im Bereich Marketing und Design
arbeiten. „Mir gefällt vor allem die Mischung aus Kreativität und
Psychologie“, erzählt die Agathenburgerin. Man müsse in diesem
Bereich nicht nur darauf achten, dass etwas gut aussieht, sondern
sich auch in die potenziellen Kunden hineinversetzten und die
Produkte nach deren Wünschen gestalten, bevor man diese überhaupt
kennt. Auch die Arbeit mit den Kunden und die guten
Aufstiegschancen sind in ihren Augen Vorteile dieses Berufsfeldes.
Die Logistik ist ebenfalls ein Berufsfeld, in dem sie sich
vorstellen könnte zu arbeiten. Dort könnte sie international tätig
sein und ihre Lieblingssprache sprechen: Englisch.
Interview: Julius Kamper
- An wen möchtest Du das rote AtheBand weitergeben?
Ich möchte das rote AtheBand an Frau Biermann weitergeben.
- Welche Gründe gibt es für diese Weitergabe?
Sie ist eine nette, zuvorkommende und humorvolle Lehrerin. Außerdem hat sie uns erzählt, dass sie zusammen mit anderen Lehrern auf einem Scooter-Konzert war. Mich interessiert, wie es denn so war.
13. Karen Kaps

Eine Frau mit Kugel
Ab nächsten Mittwoch haben wir an unserer Schule eine Lehrerin
weniger zugegen, denn ab dann wird Karen Kaps mit ihrem
unübersehbar hochschwangeren Bauch in Mutterschutz gehen. Die
Leitfrage unserer letzten ausgequetschten Schülerin Angelina Rubow
war, wie es für Frau Kaps mit ihrem Kind weitergehen wird. Unsere,
ob sie an Aliens glaubt, aber das ist nebensächlich.
Nachdem Frau Kaps und ihr Ehemann sich bei ihrer letzten
Schwangerschaft mit zwei Mädchen die Elternzeit aufgeteilt haben,
wird sie diesmal bis zum Beginn des Schuljahres 2015/16 weg bleiben
und strebt anschließend eine Teilzeitbeschäftigung mit wenigen
Stunden zum Einstieg an. Sie freut sich auf das Kind, wie auch
schon auf die beiden vorigen, auch wenn die Zwillinge eine
Überraschung bei der Ultraschalluntersuchung darstellten, die ihren
Mann vorrangig in Panik geraten ließ. Schließlich sind die Risiken
einer Zwillingsschwangerschaft bedeutend höher, als gewöhnlich,
allerdings verliefen bzw. verlaufen glücklicherweise beide
Schwangerschaften vergleichsweise recht harmlos, auch wenn sich
Mädchen Nr. 3 bereits während unseres Interviews mehrfach und
energisch bemerkbar machte. Auf unsere Beileidsbekundung für den
von Frauen umzingelten Familienvater, reagierte Frau Kaps recht
erstaunt. Sie hatte Väter mit Töchtern immer als unheimlich stolz
darauf erlebt, und wundere sich über diesen häufigen Kommentar.
Ihrer Meinung nach, würden diese Väter mit ihren Töchtern
beispielsweise glücklich und voller Stolz beim Abschlussball
tanzen. Diesem Hobby gingen sie und ihr Mann ebenfalls
leidenschaftlich nach, bis sie es aufgrund der Schwangerschaft
nicht mehr konnten. Aufgrund dessen ist sie zeitweise auf Zumba und
nun auf „Schwangeren - Yoga“ umgestiegen. Ebenfalls hindert die
zweite Schwangerschaft die Familie am für die Sommerferien
geplanten Radwanderurlaub – nur mit Fahrrad, Zelt und ungewissem
Ziel. Auch in ihrer Zeit vor dem Umzug von Hildesheim nach Stade,
als Frau Kaps noch an einer katholischen Schule lehrte, haben die
beiden das gerne gemacht. Auch an ihrer alten Schule hat Frau Kaps
selbstverständlich - genau wie hier - Religion und Mathematik
unterrichtet – eine recht ungewöhnliche Kombination. Vor allem im
Hinblick darauf, dass sie katholische Religion unterrichtet, was an
ihrer alten Schule nicht weiter ungewöhnlich war.

Doch hier ist sie damit unter lauter evangelischen Religionslehrern ein eher seltenes Exemplar. Während ihrer eigenen Schulzeit begegnete sie vor allem Mathelehrer, die die Fronten zwischen Matheliebhabern und Mathehassern verstärkten. Sie war hingegen der Meinung, dass die allgemeine „Ich bin zu blöd für Mathe“- Einstellung auf jeden Fall unnötig sei, auch wenn natürlich nicht jeder ein Mathegenie sein kann. In ihrem Unterricht versucht sie, möglichst fair zu bewerten, auch wenn sie zugibt, dass das niemand immer garantieren kann.
Interview: Adriana Dinter & Melina Umland
- An wen möchten Sie das rote AtheBand weitergeben?
Ich möchte das rote AtheBand an Lea Grissmer aus der 10fs4 überreichen.
- Welche Gründe gibt es für diese Weitergabe?
Ich übergebe ihr das Atheband stellvertretend für die Klasse, die mich so nett verabschiedet hat. Ich möchte gerne mehr über diese engagierte Schülerin erfahren, vor allem im Hinblick auf ihr Auslandsjahr und die bevorstehende Oberstufe
12. Angelina Rubow

Eine Abiturientin auf dem Sprung
Angelina Rubow aus dem Jahrgang 12 steht jetzt kurz vor ihrem
Abitur. Viele an der Schule sind noch mehr oder weniger weit davon
entfernt und während der gerade stattfindenden Mottowoche denken
die 12. Klässler wohl auch weniger daran. Doch die finalen
Prüfungen kommen immer näher. Wie sie sich darauf vorbereitet und
was Angelina sonst noch beschäftigt, hat sie uns erzählt.
Bis zur fünften Klasse besuchte Angelina die Grundschule in
Dollern. Im Gegensatz zum Athenaeum ist die Grundschule dort
eingeschossig und dementsprechend auch viel, viel kleiner. Die
Umstellung am ersten Schultag und den ersten Wochen war also enorm
und sie fühlte sich in dem riesigen Gebäude schon etwas verloren.
Doch zum Glück kam sie mit den auf dem Wahlzettel angegeben
„Wunschmitschülern“ in eine gemeinsame Klasse, was ihr den Einstieg
sehr vereinfachte.
Eine der für sie schönsten Dinge der Schule ist das Alter des
Gebäudes, insbesondere des Altbaus, da es eine Geschichte hat und
vor allem schöner anzusehen ist, als zum Beispiel das
Vincent-Lübeck-Gymnasium. Außerdem ist der Ruf des Athenaeums sehr
gut, was natürlich positive Effekte beim Suchen von Stellen bringt
und auch die Lehrer an der Schule sind allesamt nett und machen
ihren Job gut. Eigentlich findet sie die Schule also rundum super,
aber eine Sache, die ihr nicht zusagt, fiel ihr dann doch ein,
nämlich das Handyverbot. Die Schüler benutzen ihre Handys trotzdem
und die Lehrer nehmen es auch nicht immer wirklich ernst.
Als sie in die fünfte Klasse kam, gab es den Neubau noch nicht und
auch die Räume im B-Trakt waren damals noch nicht so modern und neu
gemacht wie heute. Trotzdem meint sie nicht, dass die neuen
Fünftklässler irgendwelche Vorteile hätten oder es allgemein besser
hätten, da jetzt schon in der 5. und 6. Klasse die siebte und achte
Stunde unterrichtet wird und die Schüler auch ganztägig Schule
haben. Der Neubau ist aber natürlich trotzdem sinnvoll, da die
Schule die Räume einfach braucht.
Im Abitur belegt Angelina Englisch, Deutsch, Biologie, Politik und
Geschichte als Prüfungsfächer, also den sprachlichen Schwerpunkt.
Ihre Lieblingsfächer sind Englisch, da sie in diesem Fach erst
schlechter war, sich jedoch sehr verbessert hat und ihr die Sprache
mit Fr. Sensenschmidt zudem einfach Spaß macht. Außerdem bereiten
ihr Mathe und Politik viel Freude. Auf das Abitur bereitet sie sich
ganz klassisch durch Lernen vor. Sie hofft natürlich auf ein gutes
Ergebnis und ist in dieser Sache sehr optimistisch. Nach dem Abitur
möchte sie nicht direkt ein Studium beginnen, sondern lieber erst
mal ein Jahr lang jobben, um etwas Geld zu verdienen und nicht
direkt wieder in die „Schule“ gehen zu müssen. Danach will sie aber
auf jeden Fall anfangen zu studieren.
Interview: Joshua Minow
- An wen möchtest Du das rote AtheBand weitergeben?
Ich möchte das rote AtheBand an meine Mathelehrerin Frau Kaps weitergeben.
- Welche Gründe gibt es für diese Weitergabe?
Frau Kaps ist eine meiner Lieblingslehrerinnen und Mathe macht mir Spass. Außerdem interessiert es mich, wie es für Frau Kaps weitergeht, da sie ja bald in Mutterschutz geht.
11. Marte Sensenschmidt

Sprachbegabte „Bili-Lehrerin“, die Englisch liebt
Bis zur elften Klasse konnte Marte Sensenschmidt es sich nicht
vorstellen, später einmal als Lehrerin zu arbeiten und Klassen zu
unterrichten. Doch eine Projektwoche, die sie in der elften Klasse
absolvierte, sollte dies ändern. Zusammen mit anderen
Oberstufenschülern betreute sie dabei Jüngere und arbeitete
gemeinsam mit ihnen an einem Projekt. „Da habe ich gedacht: Das ist
doch was für mich“, erzählt die Englisch- und Geschichtslehrerin
heute.
Seit fast vier Jahren ist Marte Sensenschmidt inzwischen schon am
Athenaeum. Ihren ersten Tag an dieser Schule, die ihre erste
„richtige“ Station nach ihrem Refrendariat ist, hat sie noch
bestens in Erinnerung. Das Athenaeum kam mehr als doppelt so groß
daher, wie ihre alte Schule. Statt knapp 500 Schüler gab es
plötzlich über 1000, die durch die Gänge liefen. Dementsprechend
nervös war sie, als sie ihre neue Schule zum ersten mal betrat.
Doch diese Nervosität verflog schnell, denn die neuen Kollegen
kamen sofort auf sie zu und sorgten so dafür, dass Marte sich
sofort willkommen fühlte. Nach ihrer ersten Dienstbesprechung stand
eine Kanu-Tour mit dem Kollegium auf dem Programm. Es war ein
netter Einstieg, mit den neuen Arbeitskollegen in einem Boot zu
sitzen und sich so besser kennenzulernen.
Das nette Miteinander unter den Lehrern und Schülern ist auch die
erste Sache, die sie nennt, wenn man nach den positiven Aspekten an
dieser Schule fragt. Unter den Kollegen sei „immer einer da, der
einen Ratschlag hat.“ Außerdem gefällt es ihr, dass es am Athe
ihrer Meinung nach viele kritische Schüler gibt, die Sachverhalte
im Unterricht auch mal hinterfragen und sich mit eigenen Ideen in
das Schulleben einbringen.
Ihre Vorliebe für Sprachen, vor allem für die englische, zieht sich
schon lange wie ein roter Faden durch ihr Leben. Bereits in der
Schule interessierte sie sich sehr für Sprachen und konnte sich gut
vorstellen, später einmal mit ihnen zu arbeiten. Obwohl Marte
ursprünglich mit Französisch angefangen hatte, habe sie Englisch
einfach „mehr gepackt“.
Nicht verwunderlich also, dass es Marte als Studentin für ein Jahr
in das Land ihrer neuen Lieblingssprache zog. Aus der Landschaft
zwischen Birmingham und London, wo sie in dieser Zeit lebte, reiste
sie durchs Land, natürlich nicht, ohne die beiden Städte auch mal
besucht zu haben.

Während des „besten Jahres ihres Lebens“, wie sie diese Zeit heute
gerne bezeichnet, lernte sie viele Muttersprachler kennen, zu denen
sie auch heute teilweise noch den Kontakt pflegt. Es sei wichtig,
andere Nationalitäten und Sprachen kennenzulernen, erklärt sie.
Jeder, der die Gelegenheit dazu hat, sollte ihrer Meinung nach ins
Ausland gehen und so ein anderes Land kennenlernen. Auch nach ihrer
Studienzeit ist sie dem englischsprachigen Ausland treu geblieben.
So reiste sie im letzten Sommer durch Kanada und die USA. Auch im
ihren nächsten Urlaubsort wird englisch gesprochen: Nach diesem
Schuljahr soll es nach Schottland in den hohen Norden gehen.
Vor allem aufgrund ihrer Fächerkombination aus Englisch und
Geschichte ist der bilinguale Geschichtsunterricht ein Fach, das
Marte sehr am Herzen liegt. Bisher laufe dieser am Athenaeum
allerdings mehr als „nettes Projekt nebenbei“, kritisiert sie. Oft
müsse darum gekämpft werden, dass überhaupt ein Kurs zustande
komme. Für die Zukunft wünscht sie sich deswegen eine stärkere
Förderung des bilingualen Geschichtsunterrichts. Auch eine eigene
„Bili-Leiste“ für die Oberstufe könnte dazu beitragen, dass sich
mehr Schüler für das Fach begeistern. Schließlich ist es spannend,
etwas Gewohntes wie den Geschichtsunterricht mal in anderer Form
kennenzulernen.
Interview: Julius Kamper
- An wen möchten Sie das rote AtheBand weitergeben?
Ich möchte das rote AtheBand an Angelina Rubow aus dem 12. Jahrgang überreichen.
- Welche Gründe gibt es für diese Weitergabe?
Ich übergebe ihr das Atheband stellvertretend für meinen Leistungskurs, den ich als sehr nett und engagiert empfinde. Angelina ist in den letzten zwei Jahren richtig aufgeblüht. Für mich zeigt sie, was man mit Fleiß und Arbeit alles erreichen kann. Außerdem interessiert mich, wie sie das Thema Abitur und alles, was danach kommt, angeht.
10. Kimberly Böttcher

Multitalent mit internationalen Wurzeln
Für viele Schüler bedeutet die fünfte Klasse eine große Umstellung,
denn oft ist es für sie das erste Mal, dass sie die Schule wechseln
und die kleine Grundschule gegen das große Athe mit seinen vielen
Räumen und Gängen, durch die hunderte von Schülern wuseln,
eintauschen. Für Kimberly Böttcher hingegen war es nichts Neues,
schließlich ist die Zehnjährige in ihrem bisherigen Leben schon
viel in der Welt herumgekommen und hat schon den ein oder anderen
internationalen Schulwechsel hinter sich.
Ihre schulische Laufbahn begann sie im Alter von gerade einmal vier
Jahren in der Vorschule in Spanien. Ihre Mutter, die aus Peru
stammt, habe in ihren ersten Lebensjahren nur Spanisch mit ihr
gesprochen, erzählt Kimberly, weswegen ihr das Leben dort auch
nicht schwer gefallen sei. Ein Jahr später ging es schließlich
weiter in das Heimatland ihrer Mutter, wo ihre Familie bei
Verwandten wohnte. Die damals Fünfjährige besuchte dort auch die
erste Klasse, in welcher der Unterricht aber „eher wie in der
Vorschule“ gewesen sei, berichtet Kimberly von ihren Erfahrungen.
In einem Alter, in dem andere Schüler gerade erst eingeschult
werden, wechselte Kimberly schließlich bereits zum zweiten Mal die
Schule und kam auf die Grundschule in Fredenbeck, wo sie bis zur
vierten Klasse bleiben sollte. Die Sprache hatte sie zuvor schnell
gelernt, denn ihr Vater, der aus Hannover stammt, sprach eine Weile
nur auf Deutsch mit ihr. So war es für sie auch „nichts Neues“
mehr, als sie mit dem Athenaeum ihrer Laufbahn die vierte Schule
hinzufügte.
Ihre ersten Tage auf der neuen Schule hat die Fünftklässlern
logischerweise noch sehr gut in Erinnerung. „Ich dachte, dass ich
mindestens ein Jahr brauche, um mich hier zurechtzufinden.“,
erzählt Kimberly und lacht. Doch nun, ein halbes Jahr später, kennt
sie sich schon sehr gut auf den vielen Gängen des Athenaeums aus
und hat sogar schon den ein oder anderen Lieblingsplatz hier
gefunden. So verbringt sie ihre Pause gerne in der Bücherei, vor
allem in der Fantasy-Abteilung. Auch der Vivarienraum im zweiten
Stock des A-Trakts, in dem viele exotische Tiere leben, gefällt ihr
an dieser Schule besonders gut.

Ihre Freizeit verbringt Kimberly vor allem damit, ihren vielen, vor
allem sportlichen Hobbys nachzugehen. Neben dem Joggen betreibt die
sportliche Fünftklässlern auch noch Judo und Handball. Diese
Kombination aus Individual- und Teamsportart gefällt ihr besonders
gut: Beim Judo sei sie selber auf sich angewiesen und könne keinem
anderen die Schuld für einen verkorksten Kampf geben. Außerdem
müsse man selber an Dingen arbeiten, die noch nicht so gut liefen.
„Beim Judo hole ich mir das Selbstvertrauen, das ich für Handball
brauche.“ Dort steht für sie eher die Gemeinschaft im Vordergrund.
Viele ihrer Freundinnen habe sie durch den Sport kennen gelernt und
es mache ihr sehr viel Spaß, mit anderen zusammen an einem Ziel zu
arbeiten und sich ständig zu verbessern. Doch Kimberlys Interessen
liegen nicht nur im sportlichen, sondern auch im musikalischen
Bereich: Die Zehnjährige spielt außerdem noch Geige. Trotzdem sei
es für sie kein Problem, ihre Hobbys unter einen Hut zu bekommen,
obwohl ihr nicht mehr so viel Zeit für Freunde außerhalb der
Sportvereine bleibt.
Beruflich hat Kimberly schon sehr genau vor Augen, wohin ihr Weg
gehen soll. Ihr Traum wäre es, Ärztin zu werden und in die
Fußstapfen ihrer Tante und ihres Onkels zu treten, die in Peru ein
Hospital selber aufbauten und damit vielen Menschen halfen. „Das
ist ein großes Ziel von mir“, erklärt Kimberly und lächelt.
Interview: Julius Kamper
- An wen möchtest du das rote AtheBand weitergeben?
Ich möchte das rote Atheband an Frau Sensenschmidt überreichen.
- Welche Gründe gibt es für diese Weitergabe?
Frau Sensenschmidt ist meine Englischlehrerin und ich finde sie sehr nett. Mich würde interessieren, wie sie die englische Sprache so gut gelernt hat.
9. Frank Waldermann

Bariton-Sänger mit Sinn für Romantik
Die Kombination seiner Unterrichtsfächer Musik und Sport ist sicher
ungewöhnlich und doch kann man verstehen, wie gut Bewegung und
Musik eigentlich zusammenpassen.
Mit einem Fach, das man vielleicht als Mischung aus beidem
beschreiben kann, fing die Schullaufbahn des jungen Referendars
Frank Waldermann im November 2007 am Athenaeum an: Darstellendes
Spiel. Martin Gäb wies ihn und 40 bis 50 andere Referendare an,
sich auf Stühle zu stellen und dann nach Namen zu sortieren.
Neben dem altehrwürdigen Gebäude gefielen ihm am Athenaeum die
Freundlichkeit und Herzlichkeit, mit denen er aufgenommen wurde. Er
war nicht nur ein „Kaffeekocher“, sondern wurde sofort als richtige
Lehrkraft wahrgenommen. Sei es, weil ihm eine Stelle angeboten
wurde oder weil unser Gymnasium ihn vollständig überzeugt hat: Herr
Waldermann setzte alles auf eine Karte und bewarb sich nur am
Athenaeum.
Hier konnte er mit dem Chor der jüngeren Jahrgangsstufen, den er
vier Jahre lang leitete, und einer Volleyball AG persönliche
Interessen verwirklichen. Den „Kleinen Chor“ hat jetzt jemand
anders übernommen und Volleyball musste wegen zu vieler anderer
Klassen und Kurse „geopfert“ werden.
Mit seiner Situation an der Schule scheint er, wie das entspannte
Interview uns zeigt, insgesamt sehr zufrieden zu sein, auch wenn er
die Kommunikation zwischen Schulleitung und Kollegium in Teilen für
verbesserungswürdig hält.
Was ihn am meisten im Schulalltag Spaß macht? Das sind die
Gespräche der Schüler oder was er davon mitbekommt, wenn er durch
die Gänge geht, sagt er schmunzelnd.
In seiner Freizeit beschäftigt Herr Waldermann sich gerne mit
Gesang, auch wenn er nicht besonders viel Zeit dazu findet. Das
Joggen, was früher ein guter sportlicher Ausgleich war, musste er
aufgeben. Der Sport ist allerdings trotzdem nicht aus seiner
wöchentlichen Terminplanung verschwunden: Er versucht neben dem
Schulsport, mindestens zweimal in der Woche selbst Sport zu
treiben, nämlich beim Lehrer-Volleyball und -Fußball. Da er aber
Familienvater mit kleinen Kindern ist, möchte er oft auch zu Hause
sein.

Frank Waldermann sagt selber von sich, dass er ein romantischer Typ
sei. Im Fernsehen guckt er sich ganz gerne - wenn auch selten -
romantische Komödien an, was ihn aber tatsächlich rührt, ist die
Musik. Sie hat ihn schon während des Studiums begeistert und
geprägt. So war er im Opernchor, ist ungefähr 80 mal im Jahr in die
Oper gegangen und hat an mehreren Aufführungen als schauspielender
Sänger teilgenommen.
Eine besondere schauspielerische Herausforderung ist ihm dabei im
Gedächtnis geblieben: Wer kann schon von sich behaupten, dass er
eine Schlägerei in Zeitlupe gespielt und dabei in Echtzeit dazu mit
Bariton-Stimme gesungen hat?
Nicht zuletzt, weil dem Lehrer dieses Erlebnis aus seiner
Studentenzeit und sein erster Schultag als Referendar besonders in
Erinnerung geblieben sind, kann er sich eine Fortbildung zum Lehrer
für Darstellendes Spiel vorstellen.
Abgesehen davon ist es Frank Waldermanns geheimer Traum, einmal im
Ausland als Lehrer zu arbeiten und dadurch fernere Länder kennen zu
lernen. Ein weiterer Traum, der sich allerdings einfacher erfüllen
ließe, wäre bei Hauke Ramm, dem Musikdirektor von St. Wilhadi, im
Kammerchor mitzusingen, wenn Zeit dazu ist.
Was wohl die wenigsten Schüler kennen, ist seine emotionale,
impulsive Seite. Denn im Unterricht kommt er einem eher ruhig und
diplomatisch vor. Das nennt er selber mit einem Lächeln seine
„professionelle Seite“. Herrn Waldermanns Reizschwelle scheint
relativ hoch zu sein, denn er fährt selten aus der Haut. Aber
ärgern kann er sich dennoch, es fehlt ihm nämlich das Verständnis
für „sinnlose Konflikte“.
Obwohl er selbst als Referendar kein „Kaffeekocher“ war, gefiele es
ihm inzwischen ganz gut, wenn ihm ein angehender Lehrer einen
Kaffee koche, meint er beim Fototermin.
Frank Waldermann freut sich außerdem schon jetzt darauf, wenn sein
quirliger, vierjähriger Sohn in ein paar Jahren auch so lustig
redet wie die Athenaeer in den Pausen.
Interview: Luise Kranzhoff
- An wen möchten Sie das rote AtheBand weitergeben?
Ich möchte das rote AtheBand Kimberly Böttcher aus der 5f2 überreichen.
- Welche Gründe gibt es für diese Weitergabe?
Kimberly ist eine sehr engagierte, sportliche Schülerin, die in ihrer Freizeit Handball und Judo betreibt. Mich würde vor allem interessieren, wie es ist, neu an die Schule zu kommen und wie Kimberly den Leistungsdruck, der ja jetzt sicher etwas zunimmt, und ihre anstrengenden Hobbys miteinander vereinbart.
8. Lennart Zimmermann

Junger Forscher, der schon ein Studienziel hat
„Nervtöter ersten Ranges“ betitelt er sich selbst auf Athenetz,
Lennart Zimmermann haben ihn seine Eltern genannt. Tatsächlich sind
auch unsere Nerven schon etwas strapaziert, als wir nach dem 3.
Anlauf endlich einen Termin für das Interview gefunden haben. Doch
dem schüchtern wirkenden Siebtklässler vor unseren Augen verzeihen
wir schnell die anfänglichen Schwierigkeiten.
Die Probleme an seinem ersten Schultag waren normal, aber auch
wiederum nicht. Für die meisten Fünftklässler ist die Schule groß
und unübersichtlich, doch nur die wenigsten müssen sich in einem
Rollstuhl durch das morgendliche Gedränge wuseln. Das Schlimmste an
der Zeit im Rollstuhl, so berichtet Lennart, war jedoch der
Probe-Feueralarm, welchen er zurückbleibend mit einer Lehrerin im
Raum abwarten musste. Momentan wuselt er sich wie jeder normale
Schüler zu Fuß durch unsere Schule, da auch gebrochene
Oberschenkelknochen wieder zusammenwachsen.
Lennart Zimmermann entdeckte nach den Anfangsschwierigkeiten mit
dem Rollstuhl schnell die Vorteile des Athes, wobei ihm besonders
der vielfältige AG-Plan zusagt. Er hat ihn auch schon sein
Interessen folgend ausgenutzt. Dieses Jahr besucht er
beispielsweise die Jugend-forscht-AG und entwickelt dort Ideen, um
Häuser Tsunami-sicher zu gestalten. Das findet er sehr interessant
und das Tüfteln macht ihm viel Spaß.
Darauf aufbauend will er später Physik studieren um als
Luftfahrtingenieur zu arbeiten; dieser Berufswunsch (für uns
ungewöhnlich, durch Airbus-Nähe aber sicher hier in der Gegend
nicht) wurde ihm durch seinen Vater nahe gebracht. Außerdem spielt
er gerne Fußball, spielt am PC oder liest Bücher. Deswegen sitzt er
in den Pausen auch meist in der Fantasy-Abteilung der
Schulbibliothek, wenn er nicht gerade durch die Schule streunt.

Zudem betätigt Lennart sich genau wie der zuletzt interviewte Lars
Hellwinkel, der auch sein Klassenlehrer ist, in der freiwilligen
Feuerwehr, der er auch später angehören will und mit welcher er zu
Wettbewerben fährt. „Wir lernen da was über die Feuerwehrarbeit und
üben das auch“, berichtet er uns während der Jugendreporter-AG
Stunde. Und wenn er bei all dem immer noch Zeit hat, geht er mit
Anton spazieren, seinem Jack-Russel-Terrier.
Zuletzt bleibt zu erwähnen, dass der Schüler aus der 7f2 uns von
seinem Interesse für die Kultur und Lebensweise des weit entfernten
Landes Japan erzählt hat. Als wir natürlich noch mehr wissen
wollten, merken wir aber, dass er einen ausgeprägten Fluchtinstinkt
besitzt – kaum drehten wir uns um, war er weg…
Interview: Melina Umland und Adriana Dinter
- An wen möchtest du das rote AtheBand weitergeben?
Ich möchte das rote AtheBand Frank Waldermann überreichen.
- Welche Gründe gibt es für diese Weitergabe?
Herr Waldermann gibt ja die Fächer Musik und Sport. Ich würde gerne mal wissen, wie er auf diese Fächer gekommen ist, denn die sind ja sehr unterschiedlich. Außerdem finde ich ihn sehr nett, im Moment ist er aber nicht mehr als Lehrer in meiner Klasse.
7. Dr. Lars Hellwinkel

Der Mann mit dem roten Auto: frankophil und Historiker
Man kann es sich richtig vorstellen, wie der junge Lars mit
Forscherdrang alte und uralte Dinge untersucht, von allen Seiten
betrachtet und dann auch noch etwas über ihre Geschichte erfahren
möchte. Das passiert ihm nicht nur zu Hause, sondern auch im Urlaub
in Frankreich, wohin seine Eltern ihn in der Jugend mitnehmen.
Die Verbindung von Geschichtsträchtigem mit allem, was „frankophil“
ist, zieht sich wie ein rotes Band durch das Leben von Lars
Hellwinkel: Bereits als Schüler hat er über ein Austauschprogramm
der Post als Briefträger in Frankreich gejobbt. Nach der Schule
entscheidet sich der Abiturient erst einmal für den Wehrdienst in
der deutsch-französischen Brigade, was ihm die Möglichkeit bietet,
auch weiterhin den Kontakt zur französischen Sprache und dem
französischem Lebensstil zu behalten.
Herr Dr. Hellwinkel erzählt im Interview, dass bei diesen
persönlichen Interessen ein Lehramtsstudium in den Fächern
Französisch und Geschichte eigentlich nur logisch war. Während des
Studiums arbeitete er ein Jahr in der Normandie als
Fremdsprachenassistent und da die Universität Kiel eine
Partneruniversität in der Bretagne hatte, bot sich auch ein
Auslandsstudienjahr im französischen Brest an. Dort konnte er sich
dann sogar ein Forschungsgebiet neu erschließen, das bis dahin in
Frankreich nicht besonders erforscht gewesen war. Eine Anekdote,
die er dazu erzählt, zeigt warum.
Es geht um die Besatzungszeit in Frankreich im 2. Weltkrieg und die
Kollaboration der französischen Werften mit den deutschen
Besatzern. Vor Ort an der Küste sagte man ihm auf Nachfrage, dass
es zu diesem Thema überhaupt keine Unterlagen mehr gäbe. Später,
bei Nachforschungen in Paris, kam dann heraus, dass dies nicht ganz
stimmen konnte, sodass der Student stutzig wurde und weiter
forschte. Bei einem weiteren Besuch im Archiv in Brest fand sich
dann plötzlich doch eine Kiste mit Dokumenten, die man vorher wohl
wissentlich übersehen hatte, da das Thema der Kollaboration doch
immer noch ein heikles Thema in Frankreich ist. Genug Anlass aber
für den jungen Studenten diesen Weg weiterzugehen, an dem am Ende
eine binationale Promotion zwischen den beiden Universitäten Brest
und Kiel sowie viele weitere Forschungsaufenthalte in Frankreich
standen.

Damit kam aber auch der Zwiespalt, sich für die Forschung oder die
ursprüngliche Absicht der Tätigkeit an der Schule zu entscheiden.
Zunächst folgte ein Referendariat an einer Kieler Schule, die
zufällig - oder zum Glück - eine Patenschule in Brest hatte, so
ging es auch im Referendariat wieder nach Frankreich. Herr
Hellwinkel war begeistert, nur das Land Schleswig-Holstein spielte
danach nicht mehr mit, suchte man dort bei Abschluss des
Referendariats alles andere als Französischlehrer. „Geh ich doch
wieder in die Forschung“, hat er sich gedacht und nahm eine
Anstellung als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kieler Stadt- und
Schifffahrtsmuseum an, wo er bereits im Studium gejobbt hatte.
Diese interessante Arbeit fiel dann wieder dem Kultursparhaushalt
in Schleswig-Holstein zum Opfer, sodass eine neue Herausforderung
her musste. Im lebhaften Gespräch wird deutlich, dass der Wunsch in
Norddeutschland zu bleiben und an eine geschichtsträchtige Schule
zu kommen, perfekt zum Angebot von Herrn Krusemark passte am Athe
anzufangen.
„In Stade fühle ich mich sehr wohl“, sagt Dr. Hellwinkel, „und die
Schule bietet mir mit ihren vielen historischen Schätzen wie zum
Beispiel der alten Bibliothek die Möglichkeit, Geschichtsunterricht
noch lebendiger zu gestalten und mit Schülern und Schülerinnen
gemeinsam zu forschen, denn Geschichte ist ja immer um uns herum
und das Interesse dafür möchte ich bei meinen Schülern wecken.“
Zu erwähnen sind in diesem Zusammenhang Klassenprojekte, die er
begleitete, wie z. B. das Filmprojekt mit der Klasse 10l zum Lager
Sandbostel oder die Begleitung der Stolpersteinverlegung in Stade
mit zwei 9. Klassen
Noch Zeit für Hobbies? Naja, sind die Leitung der
Deutsch-Französischen Gesellschaft und die Mitarbeit in der
freiwilligen Feuerwehr Hobbys? Lars Hellwinkel meint „Ja!. Es macht
mir einfach Spaß, mich an meinem Wohnort auch neben der beruflichen
Tätigkeit für meine Interessen zu engagieren.“ Dabei kam es auch
schon mal vor, dass der Pieper der Feuerwehr rief, als vor einigen
Jahren am Athenaeum die Pavillons brannten - ein leises „Hurra,
Hurra, die Schule brennt“ im Hintergrund konnten sich wohl die
Einsatzkollegen nicht verkneifen.
Als Brandschutzbeauftrager ist der „Mann mit dem großen roten Auto“
gerade wieder auf dem Schulhof bei einem informativen Einsatz
gesichtet worden.
Interview: Barbara Post
- An wen möchten Sie das rote AtheBand weitergeben?
Ich möchte das rote AtheBand an Lennart Zimmermann aus der 7f2 überreichen.
- Welche Gründe gibt es für diese Weitergabe?
Lennart geht in die Klasse 7f2, die ich als Klassenlehrer betreue. Er ist ein aufgeweckter und sympathischer Schüler, über den ich einfach gerne einmal mehr erfahren würde
6. Lukas Theivagt

Vielseitiger Sportler mit sehr ruhiger Hand
Es innerhalb von drei Jahren vom Anfänger im Schießsport bis zur
deutschen Meisterschaft zu bringen ist eine beeindruckende
Leistung. Lukas Theivagt, Zwölftklässler und angehender Abiturient,
erzählt im Interview, wie es dazu kam. Er hatte zuvor zwar schon
mit Begeisterung jeweils zwei Jahre Badminton gespielt und
Leichtathletik betrieben, doch die Teilnahme an der deutschen
Meisterschaft der Sportschützen als B-Jugendlicher in München war
sein bisher größter sportlicher Erfolg.
Das Schießen im Verein hatte ihn schon immer interessiert, und als
Lukas mit Badminton aufhörte, schien die Gelegenheit gekommen, es
einmal richtig auszuprobieren. Im Gegensatz zum Schießen im
Schützenverein, wo der Spaß und die Gemeinschaft im Vordergrund
stehen, ist das Sportschießen ein richtiger sportlicher Wettkampf
mit ganz festen Regeln, erklärt er. Konzentration und eine ruhige
Hand sind dabei extrem wichtig, um die Zielscheibe möglichst mittig
zu treffen und Punkte zu machen. So wie er vor mir sitzt, scheint
dieser Sport genau das Richtige für Lukas gewesen zu sein, denn man
hat das Gefühl, dass ihn so schnell nichts aus der Ruhe bringen
kann und dass er genau weiß, was er will.
Trinken und Schießen gemeinsam sind ganz bestimmt nicht sein Ding:
Alkohol im Blut werde hier wie Doping behandelt, da der Körper im
betrunkenen Zustand träger sei und somit auch weniger zittere,
erklärt Lukas und grinst. Bei der Meisterschaft in München habe es
sogar vereinzelte Dopingkontrollen gegeben.

Für das Schießen hat der Stader aufgrund von Abi-Stress allerdings
im Moment keine Zeit mehr. Der Leistungsdruck auf die Schüler sei
gestiegen, was seiner Meinung nach auch an G8 liege. Für Hobbys und
andere Freizeitaktivitäten bleibt da nur noch wenig Spielraum.
Immerhin kann er seine alte Sportart Badminton wieder im
Oberstufen-Sportkurs belegen. Ein Foto zeigt seinen Kurs im
Hintergrund.
Seine ersten Tage auf dem Athe hat Lukas vor allem als sehr
aufregend in Erinnerung. Man lernte viele so neue Leute kennen und
schloss Freundschaften. Auch die Lehrerpersönlichkeiten kamen
seiner Meinung nach auf der neuen Schule stärker zur Geltung, weil
viele von ihnen nicht nur nach Lehrplan unterrichteten, sondern
versuchten, den Schülern das spezielle Fach auch zu vermitteln und
wirkliches Interesse daran zu wecken. Und im Gegensatz zur eher
übersichtlichen Grundschule gab es auf der weiterführenden Schule
unglaublich viele Räume, die man als Neuankömmling erst einmal
finden musste.
Als Zwölftklässler hat Lukas in den vergangenen Jahren auf dem Athe
schon viele Raumsituationen erlebt. Sie reichen von den in die
Jahre gekommenen Pavillons auf Campe, wohin seine Klasse in der
Fünften und Sechsten ausgelagert worden war, über die angespannte
Situation, als der B-Trakt von den Wandhydranten unter Wasser
gesetzt wurde, bis hin zum neuen und technisch gut ausgestatteten
E-Bau. So ist er wirklich froh, die neueste Erweiterung des
Athenaeums mit ihrer guten Ausstattung immerhin noch zwei Jahre als
Schüler erleben zu können. Nur die Einrichtung der kleinen
Oberstufenräume im Altbau, von denen die meisten leider kein
Whiteboard haben, könnte seiner Meinung nach etwas besser sein.
Denn Geschichtsunterricht in der Oberstufe mit Overheadprojektor
und Folienstift sei zwar möglich, aber nicht gerade „up to date“
und könne nicht alle Möglichkeiten ausschöpfen, wie es mit
Whiteboards möglich sei.
Was Lukas später einmal beruflich machen möchte, weiß er noch nicht
so genau. Nach seinem Abitur, das er wohl nächsten Sommer in der
Tasche haben wird, will er sich erst einmal eine Auszeit nehmen.
Das freiwillige soziale Jahr als Puffer zwischen Schule und Studium
will er dann nutzen, um in Ruhe über seine Zukunft und einen
eventuell passenden Studiengang nachzudenken. Außerdem bietet das
FSJ ihm die Gelegenheit, schon mal in den Berufsalltag
reinzuschnuppern, ohne sich gleich festlegen zu müssen.
Und dann hat Lukas vielleicht auch wieder Zeit, sich seiner
Sportart, dem Schießen, zu widmen.
Interview: Julius Kamper, 10l2
- An wen möchtest du das rote AtheBand weitergeben?
Ich möchte das rote AtheBand an Herrn Dr. Hellwinkel überreichen.
- Welche Gründe gibt es für diese Weitergabe?
Der Unterricht bei ihm ist immer sehr interessant, aber ich möchte eigentlich nicht so schleimen, sonst nimmt er mich nicht mehr ernst.
5. Matthias Trau

Mountain Biker mit Pfiff
Wenn es auf dem Weg zum Athenaeum steile Berge, ein paar mehr Bäume
und richtig steinige Wege gäbe, dann würde Herr Trau sicher jeden
Tag und bei jedem Wetter begeistert mit dem Mountain Bike zur
Schule kommen, denn diese anstrengende Sportart ist seine Passion.
Klar, dass sein Bike von hoher Qualität ist und die neueste Technik
aufweist, denn sonst wäre das Fahren ja nur halb so schön.
„Meistens fahre ich im Harz herum, wenn ich an Wochenenden mal Zeit
habe und abschalten möchte“, erzählt er beim Interview. Wir sitzen
in seiner Küche bei einem Kaffee aus ganz bunten Bechern.
Kurz hinter einer Kaffeedose hat sich eine seiner beiden Katzen
platziert. Es scheint, als ob uns das Tier mit seinen blauen Augen
ganz genau beobachtet, aber geschickt so tut, als schaue es nur
schläfrig in der Gegend herum.
Und was ist im schulischen Bereich das, was ihn begeistert oder aus
der Reserve lockt? Eigentlich kann man bei Matthias Trau kaum von
einem „Reserve-Modus“ sprechen, denn er ist während eines
Schultages eigentlich nie untätig, besser gesagt immer aktiv. Er
versucht, das, was er macht, mit vollem Einsatz zu machen. Es
verwundert also nicht, dass es keinen Stuhl im Lehrerzimmer gibt,
der für ihn frei gehalten werden muss – er flitzt wohl lieber
herum... Hoffentlich wird die gesparte Zeit dann nicht, wie bei
Momo in Michael Endes Roman, von irgendwelchen grauen Männern
gestohlen. Diese Gefahr sieht er selbst.
Für den Deutsch- und Erdkundelehrer soll Schule Begegnung und
Miteinander sein. Wenn gesagt wird, dass man mit ihm auf dem
Schulhof immer schnell ins Gespräch kommt, ist das ein gewolltes
Ergebnis und ein großes Anliegen: „Die Atmosphäre zwischen den
Menschen ist sehr wichtig. Es geht immer um Kommunikation zwischen
den einzelnen Menschen und Gruppen“, erklärt er. So kommen auch
später noch Schüler mit Problemen oder Anliegen zu ihm. Und er
versucht konsequent, sich an die Geburtstage seiner Schüler und
Schülerinnen zu erinnern.
An den ersten Schultagen am Athe wurde Herr Trau gleich
Klassenlehrer und war ziemlich aufgeregt. Als er sich endlich im
verwinkelten Gebäude zu seiner wartenden Klasse durchgefragt hatte,
war es auf dem Gang ganz schon laut und er wollte sich gleich zu
Anfang richtig durchsetzten. Deshalb pfiff er einmal ganz kräftig.
Das saß und schlagartig war Ruhe. Er muss selber lachen bei dieser
Erinnerung, denn eigentlich, meint er, sei das etwas übertrieben
gewesen. Die meisten Schüler seien hier doch recht höflich und
engagiert, da brauche es keinen Exerzierplatzton. Wenn er von
„hier“ spricht, sind die ländliche Umgebung und Stade gemeint, denn
der Berufsweg von Berlin über Magdeburg an die Schwinge zeigt eine
Entwicklung Richtung gemütliche Kleinstadt.

Eigentlich lag sein Talent im Vertrieb/Marketing, dachte Matthias
Trau schon früh und probierte das in Jobs aus. Dann kam ein
Lehrerstudium und gleich zu Beginn war klar, das dies der richtige
Beruf für ihn war.
Sport und das Vermitteln von Wissen sind nun also immer noch das,
was er am liebsten macht.
Und jetzt los auf’s Rad, Herr Trau!
Interview: Barbara Post
- An wen möchten Sie das rote AtheBand weitergeben?
Ich möchte das rote AtheBand an Lukas Theivagt (Jg. 12) überreichen.
- Welche Gründe gibt es für diese Weitergabe?
Ich kenne Lukas seit der siebten Klasse. Er ist ruhig, ausgeglichen, von stoischer Tiefe und kein Mensch, der sich in die erste Reihe drängt. Ich glaube, dass man mit ihm Pferde stehlen kann, sie dann aber anschließend auch wieder dem Eigentümer zurückgibt.
4. Lara Haidar

Musikliebhaberin, die zweisprachig aufwächst
Zuerst, sagt Lara Haidar aus Jahrgang 10 von sich selbst, sei sie
bei einer Begegnung mit neuen Menschen eher ruhig oder auch
schüchtern. Das gebe sich aber schnell, wenn sie Leute besser und
länger kenne. Die Schülerin, die mir im Interview gegenüber sitzt,
spricht verhalten und sprudelt nicht von Anfang an mit Worten, aber
sie konzentriert sich, lächelt und wirkt sehr selbstbewusst.
Lara spricht nicht nur die üblichen Fremdsprachen, die man in der
Schule lernt, sondern sie verständigt sich täglich in zwei ganz
unterschiedlichen Sprachen: arabisch und deutsch. Arabisch ist ihre
„Elternsprache“, denn die Familie kommt ehemals aus dem Libanon.
Laras Eltern sind vor vielen Jahren mit der ältesten Tochter aus
dem Libanon geflüchtet. Alle anderen Geschwister (insgesamt hat
Lara 5 Schwestern und Brüder) wurden in Deutschland geboren und die
meisten sprechen untereinander deutsch, weil das für sie einfacher
ist. Wenn ihnen aber mal ein Wort fehlt, wird mitten im Satz auf
arabisch weiter geredet. „Manchmal merken wir das gar nicht.“ In
den Sommerferien fährt die Familie gern in den Libanon, weil dort
die andere Hälfte der Verwandtschaft wohnt und weil es ein schönes
Land ist.
In unserer Schule ist Lara eine der wenigen Mädchen, die ein
Kopftuch tragen. Deshalb möchte ich wissen, was zu dieser
Entscheidung führte. Sie berichtet, dass in der Familie nur sie und
ihre Mutter so ein Kopftuch tragen und dass sie das so etwa ab der
8. Klasse für sich selbst aus religiösen Gründen entschieden hat.
Zuerst war es sehr ungewohnt für sie und auch Mitschüler und Lehrer
waren interessiert und fragten nach. Jetzt sei es aber ganz normal
dieses Tuch in der Öffentlichkeit zu tragen. Sie kann sich nicht
erinnern, dass es jemals in ihrem schulischen Umfeld komische
Bemerkungen deswegen gegeben hat.
Lara arbeitet freiwillig und begeistert in einem Projekt mit, dass
sich an Mädchen und Jungen mit Migrationshintergrund wendet. Sie
betreut nachmittags alle zwei Wochen einmal eine Gruppe von
Schülern aus der Pestalozzi Grundschule. Die „Fabi“ unterstützt
dieses Mentoring-Projekt. Dort wird gesungen, gespielt, gebastelt
und es werden manchmal Ausflüge gemacht. Wichtig ist, dass die
Jungen und Mädchen stolz auf ihren einzigartigen Hintergrund sein
sollen. Lara berichtet sogar, dass die anderen Kinder sich auch für
diese Gruppe interessiert haben und an einem Tag mal mit eingeladen
wurden. Ihr macht diese Tätigkeit viel Spaß, weil sie da kreativ
sein kann.

Alles, was in diese Richtung geht, ist auch ihr Hobby: Sie kreiert
auf dem Papier Mode und würde später gerne einen „Design“-Beruf
ergreifen. Das Praktikum sollte deshalb auch am liebsten in einem
Einrichtungsstudio gemacht werden.
Die ruhige und besonnene Zehntklässlerin scheint viel Energie zu
haben, denn sie spricht von einer Schulbelastung, die auszuhalten
ist und die sie auch wegen der positiven Stimmung, die für sie am
Athe herrscht, gut weg steckt. Denn „wir sind ja nun schon in der
Oberstufe und da ist das halt so.“ Zur Entspannung hört sie dann
gerne Musik, hat ihre Kopfhörer also zu Hause oft auf.
Am ersten Tag war die Schule trotz der Erzählungen der älteren
Geschwister für sie überwältigend groß und sie hatte einen
unheimlichen Respekt vor den großen Schülern. Nun gehört sie selbst
dazu - und freut sich schon auf die eigene Mottowoche in der 12.
Klasse, denn diese und der traditionelle Chaotentag waren in den
ersten Schuljahren hier immer etwas, was sie gespannt erwartet hat.
Und am Ende des Interviews sprudelt ihre Sprache nun doch.
Interview: Barbara Post
- An wen möchtest du das rote AtheBand weitergeben?
Ich möchte das rote AtheBand an Herrn Trau überreichen.
- Welche Gründe gibt es für diese Weitergabe?
Ich finde, dass Herr Trau, der mein Klassenlehrer in der 7. und 8. Klasse war, immer offen und nett ist und dass er gut motivieren kann. Auch jetzt, wenn man sich auf dem Schulhof trifft, kommt man schnell wieder ins Gespräch.
3. Dorothee Harbort

Sprachspezialistin per Zufall und aus Überzeugung
Vielleicht kann man am besten verstehen, warum für Frau Harbort der
Umgang mit Sprachen und Texten und das Lesen zwischen den Zeilen so
selbstverständlich geworden ist, wenn man ihr in Gedanken zuschaut,
wie sie als junges Kind am elterlichen Esstisch saß.
Dort gaben es einen Vater, der viel erzählen konnte, der auch gerne
Ironie und Witz in der Sprache verwendete und der wohl einen großen
Wissensschatz angehäuft hatte. Das Kind Dorothee mit zwei Brüdern,
zwei Pflegeschwestern „und allen Leuten, die so vorbei liefen und
an den Esstisch fanden“ hörte zu, diskutierte mit und hatte also
genügend Zeit, dieses Wissen des „Allrounder-Vaters“ in sich
aufzunehmen und nebenbei das Vernetzen von Fakten und auch den
Umgang mit Ironie zu lernen.
Außerdem gab es da im Hause Harbort so ganz nebenbei eine
Sprachenvielfalt, die für alle selbstverständlich war: Man hörte
und sprach zwei sehr verschiedene Arten Plattdeutsch, Alemannisch
und auch Hochdeutsch. Jeder passte sich an und wechselte die
Sprachart mit dem neuen Gegenüber. Als Kind finde man es normal,
weil man sich nicht vorstellen könne, dass es in anderen Familien
anders sein sollte. Man stelle sich einfach darauf ein, sagt sie.
Diese Umgebung ist natürlich schon mal eine gute, wenn auch
zufällige, Voraussetzung für das Interesse an immer neuen Sprachen.
Frau Harbort erklärt sich so, dass ihre Vorliebe für den Umgang mit
Texten und das genaue Lesen entstanden ist. Sie möchte diese
Begeisterung auch an Schüler weitergeben, denn diese Technik ist
sehr nützlich und besonders das Fach Latein bietet da viele
Möglichkeiten. Verschmitzt sagt sie: „Auch Caesar lügt ganz
kräftig, aber man kann ihn erwischen. Und das macht richtig Spaß.“
Bei Latein kommt sie regelrecht ins Schwärmen, denn sie liebt diese
Sprache, weil sie die Gelegenheit gibt, uraltes Wissen mit
aktuellen Themen zu verbinden. Die Sprache sei auch nicht
komplizierter als z. B. Türkisch, meint sie. Den Vergleich mit
Klingonisch und Elbisch bleibt sie allerdings schuldig, denn dass
sie diese Sprachen auch beherrsche, sei nun wirklich ein absolutes
Gerücht.
Es scheint sich aber in der Schülerschaft festgesetzt zu haben,
berichtet da nebenbei ein Jugendreporter.

Wenn das Sprachenlernen sich wie ein rotes Band durch ihr Leben
zieht, fragt man sich doch, warum Französisch denn ursprünglich
keine Begeisterungsstürme bei dieser Lehrerin auslöste. Das ist
auch schnell erklärt: Als es um die Wahl der 2. Fremdsprache ging,
war die Schülerin Harbort so überhaupt nicht begeistert von den
französischen Austauschschülerinnen, die an ihrer Schule
auftauchten. „Die fand ich irgendwie zickig und mit denen durfte
man auch nicht raufen. Da wollte ich ihre Sprache eben auch nicht
lernen.“ Ihr erster Lateinlehrer in Göttingen war dann per Zufall
ein ehemaliger Athenaeum-Schüler. Irgendwie musste dann ja wohl der
Weg an diese Schule gehen.
Am Athe gefällt ihr das gute Klima unter den Kollegen und
Kolleginnen, die sich oft gegenseitig helfen, wenn es nötig ist.
Auch die Mischung aus Fordern und Fördern im Bereich des
Unterrichts ist ihr hier positiv aufgefallen. Ihr Anliegen, in
jedem Schüler dessen Stärke zu erkennen und ihn/sie nicht nur als
„Fachling“ zu sehen, könne sie an diesem Ort gut umsetzen. Der
Zustand einiger Teile des Altbaus ist für Frau Harbort jedoch auch
ein Ärgernis, denn sie hat schon Ecken gefunden, die sicher sein
vielen Jahrzehnten nicht renoviert wurden und die einfach unschön
sind.
Erfreulich sind für sie dann wieder die, die dieses Gebäude mit
Leben füllen und sich engagieren: Ein Beispiel ist da die Mitarbeit
einiger in einem „Mentoring Programm“, das Schüler/innen mit
Migrationshintergrund aus dem Athe mit solchen aus der Pestalozzi
Grundschule zusammenbringt. Hier wird durch interessante Angebote
erfahrbar gemacht, dass verschiedenartige kulturelle Hintergründe
als Reichtum zu verstehen sind.
Interview: Barbara Post
- An wen möchten Sie das rote AtheBand weitergeben?
Ich möchte das rote AtheBand an Lara Haidar (Jg. 10) überreichen.
- Welche Gründe gibt es für diese Weitergabe?
Durch das Mentoring Programm habe ich Lara etwas näher kennen gelernt. Sie arbeitet da mit und ist sehr engagiert dabei.
2. Marie Saß

Zeichnerin mit klaren Zielen vor Augen
Wenn Marie Saß nicht gerade etwas für die Schule vorbereitet, dann
zeichnet sie. Sie zeichnet viel und vielfältig, alles was ihr in
den Sinn kommt. Landschaften, Menschen, Detailansichten, mit
verschiedenen Zeichentechniken. Es ist die Kontrolle über die
Linienführung, die ihr so viel Spaß macht, anders als z. B. bei
einer verlaufenden Aquarellfarbe muss man sich hier nicht mit den
Zufall einlassen, sondern kann selbst bestimmen, was auf dem Papier
passiert. Sogar Kurse, die sie weiterbilden, hat sie schon besucht.
„In einem privat von Herrn Fey organisierten Kurs mit einem
professionellen Aktmodell habe ich bei den schnellen Zeichnungen
viel über Anatomie gelernt“, schwärmt sie.
Marie überlässt auch sonst nicht so gerne Dinge dem Zufall, sondern
verfolgt ihre Ziele mit viel Konstanz. Sie hatte, vielleicht ja,
weil im Elternhaus oft Dokus über Kunst und Geschichte liefen,
schon in der Grundschule den Traum Archäologin oder
Kunsthistorikerin zu werden und wusste, dass dieser Weg über das
Gymnasium führen musste. Also war sie froh, dann am ersten Tag hier
im Athe zu sitzen und hörte gespannt der Rede von Herrn Krusemark
zu.
Besonders in Erinnerung ist ihr dabei geblieben, als er den
Fünftklässlern damals erzählte, dass auch sein eigener Schulweg
nicht immer gradlinig verlaufen war. Das hat ihr imponiert und auch
Mut gemacht.
Der Spruch oder Witz, den sie im Kunst-LK über die häufige
Arbeitslosigkeit der Kunsthistoriker hörte, erzählt sie dazu dann
schmunzelnd: Der Kunsthistoriker mit Arbeit fragt seinen
arbeitslosen Kollegen vorm Tresen: „Pommes rot-weiß?“ Trotzdem will
sie ihr Ziel weiter verfolgen, denn Kunst und das Interesse an
Geschichte ziehen sich wie ein rotes Band durch ihr bisheriges
Leben.

Hilfsbereit? Naja, sagt Marie bescheiden aber auch bestimmt, eigentlich nicht mehr als andere. Man kann doch jemanden, der weint, nicht einfach stehen lassen. Da hat sie natürlich Recht.
Interview: Barbara Post
- An wen möchtest du das rote AtheBand weitergeben?
Ich möchte das rote AtheBand an Frau Harbort überreichen.
- Welche Gründe gibt es für diese Weitergabe?
Frau Harbort kümmert sich intensiv um ihre Schüler und das Lernen macht mir da Spaß. Ich würde gerne wissen, woher sie ihr ganzes Hintergrundwissen hat.
1. Kornelia Götter

Harzerin mit Sinn für Handwerk und Schwinge-Schwimmen
Als Frau Götter mit 24 Jahren an das Athenaeum gerufen wurde, war
Koedukation, also das gemeinsame Unterrichten von Mädchen und
Jungen, noch etwas ganz Besonderes. Gerade erst kamen die ersten
Mädchen als Fünftklässlerinnen an unsere Schule. „Ein Glücksfall
für mich“, sagt sie, denn nun wurden Kolleginnen für das Fach
Textiles Gestalten und auch für den getrennten Mädchensport
gebraucht. Für uns heute kaum vorstellbar, damals gab es erst 10
weibliche Lehrkräfte im Kollegium.
Sie kam aus dem Harz, mit den Ideen der 68er im Kopf, musste sich
also in Stade zuerst an die flache Landschaft und dann auch noch an
die „Kavaliere der alten Schule“ unter den Kollegen gewöhnen, die
sie nett aufnahmen und ihr ständig die Türen aufhielten.
Neu aufgebaut wurde von ihr die Textilsammlung, damit der
Unterricht in der Hausmeisterwohnung unterm Dach statt finden
konnte. „Die Schule hatte keine müde Nadel!“, erzählt Kornelia
Götter und lacht. Auch die Jungen haben bei ihr den Umgang mit
diesen Nadeln gelernt, denn zu Beginn waren Textil und Werken noch
Pflicht für die Klassen 5 bis 8.

Auch im Sport leistete sie Pionierarbeit, z. B. durch die
anfängliche Leitung des neu eingerichteten Skikurses mit den
Vorbereitungsseminaren. Skifahren lag ihr ja als Harzerin im Blut.
Ihr ging es aber nie hauptsächlich um Hochleistung im Sport,
sondern Frau Götter liegt und lag es am Herzen, dass im Schulsport
eine Sensibilisierung für den eigenen Körper und dessen Gesundheit
statt findet und dass besonders die Schwächeren motiviert werden.
Nur so könne das Selbstwertgefühl gesteigert werden. Gerade erst
traf sie „ihre“ Schüler vom Abi-Jahrgang 1983 auf dem
Jubiläumsschulfest wieder und einer erinnerte sich: „Sie haben mir
damals eine 3 gegeben, weil ich es geschafft habe, über den kleinen
Bock zu springen. Und ich war wirklich stolz auf mich!“
Privat hat Konni Götter die Schwinge als persönliche Badeanstalt
genutzt. So nahe am Haus war das eine ideale Möglichkeit, sich
sportlich zu betätigen. Öffentliche Schwimmbäder hat sie meist
gemieden – sicher hat der jahrelange Schwimmunterricht damit zu
tun, dass sie privat Chlor und Lärm lieber aus dem Wege ging.
So wie im Beruf zieht sich auch zu Hause Handwerkliches wie ein
rotes Band durch ihr Leben – basteln mit ihren Töchtern (beide
Schülerinnen am Athe), nähen von eigenen Kleidern, Fahrräder
reparieren und gemeinsame handwerkliche Tätigkeiten am Haus mit
ihrem Mann (Kollege am Athe, verstorben 1998). „Wichtig ist mir,
dass alles, was ich herstelle, funktional ist. Nur schön und
dekorativ reicht nicht, man muss die Dinge gebrauchen können - “
Nach der Pensionierung in diesem Sommer wird im neuen Haus in den
Bergen (!) nahe Füssen bestimmt noch viel zu hämmern, bohren und
sägen sein: sportlich und kreativ zugleich, Frau Götter!
Interview: Barbara Post
- An wen möchten Sie das rote AtheBand weitergeben?
Ich möchte das rote AtheBand an Marie Saß (Jg. 10) überreichen.
- Welche Gründe gibt es für diese Weitergabe?
Marie habe ich als ein sehr soziales Mädchen kennen gelernt, das sich oft rührend um andere Mitschüler/innen kümmert. Verantwortungsbewusstsein und ernsthafte Mitarbeit haben sie im Sport immer ausgezeichnet.


