Über die Wirkung von Computerspielen wird viel diskutiert. Die
Spieler selbst meinen, abgesehen von einigen Sonderfällen, dass die
Auswirkungen eher gering seien. Die Kritiker hingegen sind der
Überzeugung, dass das unkontrollierte Konsumieren von
Computerspielen dazu führen würde, dass die Spieler vereinsamen und
ihre Bindung zum echten Leben verlieren. Diese gegensätzlichen
Einschätzungen haben mich dazu veranlasst, einmal genauer über die
möglichen Auswirkungen von Computerspielen nachzudenken...
Auch die Meinungen von Experten gehen weit auseinander. Manche
Studien sollen belegen, dass Computerspieler vereinsamen, manche
hingegen betonen die positive - bzw. die nicht existierende Wirkung
von Computerspielen. Und beide Seiten zweifeln natürlich die
Studien an, die das Gegenteilige beweisen sollen. Dieser
„Expertenstreit“ wird in ähnlicher Form auch häufig zwischen Jung
und Alt zu Hause ausgetragen.
Eine Studie der Universitäten von Pierre-Mendès, Ohio und Hohenheim
soll bewiesen haben, dass gewalthaltige Computerspiele aggressiv
machen. Einen Kontrast hierzu stellt hingegen eine Studie der
University of Rochester in New York dar, die ausführt, dass Spieler
durch das „Counterstrike“ lernen würden, ihre Umwelt schneller und
besser wahrzunehmen. Andere Studien betonen zudem, dass das
Computerspielen eine verbesserte Kontrastwahrnehmung hervorrufen
würde.
Der Einfluss von meinungsbildenden Medien darf nicht vergessen
werden. Der Fernsehsender RTL strahlte in der Sendung “Explosiv“
eine sehr beleidigende „Reportage“ über Computerspieler aus. Darin
wurden die Computerspieler als „sich selten waschende, debil vor
sich hin glotzende Freaks“ denunziert. Zwar entschuldigte sich der
Filmautor Tim Kickbusch via Facebook, doch der Schaden war bereits
angerichtet.
Viele Eltern wissen nicht genügend über Computerspiele und
verstehen entsprechend natürlich nicht so viel von ihnen. So können
kleine Reibereien und auch Konflikte durch gegenseitiges Unwissen
entstehen, da sich die Spieler auch nicht ausreichend mit der
Position und den Sorgen der Eltern befasst haben.
Abschließend kann festgehalten werden, dass dieser Konflikt nicht
mit einem einfachen „richtig“ oder „falsch“ abzustempeln ist. Die
Studienergebnisse und die Meinungen gehen sehr weit auseinander. Da
ich selber Computerspieler bin, kann ich diejenigen Spieler
verstehen, die sich gegen Vorwürfe wehren. Häufig sind Spieler eben
doch die Opfer von einer Gruppe von Leuten, die ihre Unkenntnis
durch großes “Geschreie“ und entsprechende „Panik“ zu verdecken
versucht.
Nachgedacht über...
...die Auswirkungen von Computerspielen
von Henry Reinecke



