Sie sind hier :
  1. computerspiele

Nachgedacht über...

...die Auswirkungen von Computerspielen

von Henry Reinecke

Über die Wirkung von Computerspielen wird viel diskutiert. Die Spieler selbst meinen, abgesehen von einigen Sonderfällen, dass die Auswirkungen eher gering seien. Die Kritiker hingegen sind der Überzeugung, dass das unkontrollierte Konsumieren von Computerspielen dazu führen würde, dass die Spieler vereinsamen und ihre Bindung zum echten Leben verlieren. Diese gegensätzlichen Einschätzungen haben mich dazu veranlasst, einmal genauer über die möglichen Auswirkungen von Computerspielen nachzudenken...
Auch die Meinungen von Experten gehen weit auseinander. Manche Studien sollen belegen, dass Computerspieler vereinsamen, manche hingegen betonen die positive - bzw. die nicht existierende Wirkung von Computerspielen. Und beide Seiten zweifeln natürlich die Studien an, die das Gegenteilige beweisen sollen. Dieser „Expertenstreit“ wird in ähnlicher Form auch häufig zwischen Jung und Alt zu Hause ausgetragen.
Eine Studie der Universitäten von Pierre-Mendès, Ohio und Hohenheim soll bewiesen haben, dass gewalthaltige Computerspiele aggressiv machen. Einen Kontrast hierzu stellt hingegen eine Studie der University of Rochester in New York dar, die ausführt, dass Spieler durch das „Counterstrike“ lernen würden, ihre Umwelt schneller und besser wahrzunehmen. Andere Studien betonen zudem, dass das Computerspielen eine verbesserte Kontrastwahrnehmung hervorrufen würde.
Der Einfluss von meinungsbildenden Medien darf nicht vergessen werden. Der Fernsehsender RTL strahlte in der Sendung “Explosiv“ eine sehr beleidigende „Reportage“ über Computerspieler aus. Darin wurden die Computerspieler als „sich selten waschende, debil vor sich hin glotzende Freaks“ denunziert. Zwar entschuldigte sich der Filmautor Tim Kickbusch via Facebook, doch der Schaden war bereits angerichtet.
Viele Eltern wissen nicht genügend über Computerspiele und verstehen entsprechend natürlich nicht so viel von ihnen. So können kleine Reibereien und auch Konflikte durch gegenseitiges Unwissen entstehen, da sich die Spieler auch nicht ausreichend mit der Position und den Sorgen der Eltern befasst haben.
Abschließend kann festgehalten werden, dass dieser Konflikt nicht mit einem einfachen „richtig“ oder „falsch“ abzustempeln ist. Die Studienergebnisse und die Meinungen gehen sehr weit auseinander. Da ich selber Computerspieler bin, kann ich diejenigen Spieler verstehen, die sich gegen Vorwürfe wehren. Häufig sind Spieler eben doch die Opfer von einer Gruppe von Leuten, die ihre Unkenntnis durch großes “Geschreie“ und entsprechende „Panik“ zu verdecken versucht.

Vorschau