Jugendreporter Leonie Habenicht, Luise Hartung und Anna Niemann
berichten über ein ganz besonderes Ereignis im Rahmen der
Jubiläumsveranstaltungen zu den 425-Jahr-Feierlichkeiten.
Am sommerlich sonntäglichen Nachmittag öffneten sich die Türen des
Stadeums für ein ganz besonderes Ereignis: „Stundenplan“ –
komponiert, gedichtet und geschrieben von Sandeep Bhagwati für
unsere Schule - das Gymnasium Athenaeum, uraufgeführt unter der
musikalischen Leitung von Benjamin Warnat. Die Komposition ist
inspiriert von den verschiedenen Unterrichtsfächern und präsentiert
diese in einer umwerfenden Vielfalt.
Sandeep Bhagwati ist preisgekrönter Komponist, Theatermacher,
Medienkünstler und Forscher und war selbst einmal Schüler des
Athenaeums, machte dort 1982 sein Abitur. Im Sommer 2012 wurde
Sandeep Bhagwati gebeten für das Jubiläum anlässlich zur
425-Jahrfeier ein Musikstück zu komponieren, das Ergebnis erlebte
das Publikum am letzten Sonntag.
Als alle 230 Mitwirkende des Konzertes auf der Bühne waren, wurde
es im Saal langsam still. Auf einer großen Leinwand war per Beamer
eine Schultafel inszeniert, worauf der Name des Stückes
„Stundenplan für Solisten, Chöre und Orchester“ zu lesen war.
Zu Beginn des ersten Stückes, welches von dem Fach Physik handelte,
ertönte ein tiefer Bass. Alle Aufmerksamkeit richtete sich auf die
Bühne. Die Stimmung des Stückes war sehr mystisch, beinahe
gruselig, und ließ die Zuhörer die Entstehung der Welt
nachempfinden.
Viele Stücke wurden durch den Sprecher Michel Dierks begleitet.
Erzähltes, Musik und der Gesang des Chores traten zueinander in
Beziehung. Als der Sprecher von einem Rauschen im Weltall sprach,
wurde dies von einem rauschenden Gesang unterstützt. Bei fast jedem
Stück war eine klare Gemeinsamkeit zwischen Schulfach und
Komponiertem zu hören. Dies war beispielsweise auffällig bei dem
zweiten Stück, welches vom Fach Religion handelte, bei dem der
Gesang stark an einen Kirchenchor erinnerte. Anschließend
intonierten die Opernsänger Silke Willmann (Sopran), Alina Behning
(Alt), Christoph Bessell (Tenor) und Johannes Heinßen (Bass) die
verschiedenen chemischen Elemente des Periodensystems wie Fluor,
CO2, Methan und Polytetrafluorethylen. In szenischer Darstellung
zeigte der Sprecher, Michel Dierks, die narkotisierende Wirkung von
Propen.
Das Fach Biologie wurde in dem vierten Stück widergespiegelt. Nun
war nur noch eine Sopranistin, welche von wenigen Violinen und
Cellos begleitet wurde, zu hören. Sie sang über den Wald,
Hirnströme und Laborgläser.
Sandeep Bhagwati „Stundenplan“ – Das Festkonzert zur 425-Jahr-Feier am 16. Juni 2013 unter der musikalischen Leitung von Benjamin Warnat.


Oftmals wurde das Publikum direkt durch Fragen oder Aussagen des
Sprechers angesprochen, so auch in dem Fach Kunst/ Politik. Bilder
in verschiedenen Zusammenhängen wie Spiegelbilder, Bild der Welt
oder Bilder als Kunstwerk trug der Chor im Sprechgesang vor und das
Publikum wurde gefragt, welches Bild sie vor Augen hätten.
Der Text im folgendem Stück Geographie bestand vollständig aus
geographischen Namen, die nach verschiedenen Themenkreisen, zum
Beispiel Deutsche Orte von A-Z, Orte rund um Stade, Nebenflüsse der
Elbe und Orte an denen Konzentrationslager standen,
zusammengestellt worden waren.
Das Fach Mathematik stellte Sandeep Bhagwati durch Gesang von
Zahlen dar. Wer genau aufgepasst hatte, konnte im Ablauf die
Ziffernfolge die Zahl Pi erkennen. Dies verlangte, laut Aussage
während eines Interviews in der Pause einer Chorsängerin, hohe
Konzentration und viel Geduld bei langen Proben.
Wie wir in der Pause erfuhren, fanden viele der Besucher die etwas
andere Art eines Klassikkonzertes gewöhnungsbedürftig, aber dennoch
sehr aufregend und großartig. Die älteren Besucher beschrieben es
als sehr modern. Vor allem das Fach Geographie war sehr beliebt.

Nach der Pause wurden die Fächer Geschichte und Wirtschaft
präsentiert und geschickt miteinander verbunden, indem es um die
Geschichte der Wirtschaft ging. Wieder wurde das Publikum durch
intensive Fragen, wie die Bedeutung von Geld, einbezogen. Erstmals
setzte nun auch eine Musikklasse des Athenaeums ein.
Das erste fremdsprachige Stück, welches ausschließlich in
Französisch gesungen wurde, bildete durch seine harmonischen Klänge
einen Kontrast zur zuvor zu hören-den experimentellen Musik.
Das mit Abstand beliebteste Stück handelte vom Sport. Der Zuschauer
hatte anfangs das Gefühl in einem Stadion, in dem ein großes
Fußballspiel stattfand, zu sein. Gesang von bekannten
Fußballliedern und das Jubeln des Chores bei Fall eines Tores und
das Stöhnen beim Foul brachten viele Zuschauer zum Schmunzeln und
Lachen.
Die vier Opernsänger repräsentierten mit Begleitung des Orchesters
das elfte Fach Deutsch. Dieses wurde durch ein vertontes Gedicht
von August von Kotzebue (1761-1819) veranschaulicht.
Das Konzert wurde durch Mitwirken des Chores mit dem Fach Latein
beendet, dieses wurde hauptsächlich auf lateinisch gesungen und der
Chor wechselte sich mit den Opernsängern ab.
Nach großem Applaus, der die Begeisterung der Zuschauer zeigte,
endete das Konzert im Saal des Stadeums. Dieses Konzert hat uns als
Schülerreporter sehr beeindruckt und wird allen Mitwirkenden und
Besuchern als großartiges Erlebnis in Erinnerung bleiben.




























