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Sandeep Bhagwati „Stundenplan“ – Das Festkonzert zur 425-Jahr-Feier am 16. Juni 2013 unter der musikalischen Leitung von Benjamin Warnat.

Jugendreporter Leonie Habenicht, Luise Hartung und Anna Niemann berichten über ein ganz besonderes Ereignis im Rahmen der Jubiläumsveranstaltungen zu den 425-Jahr-Feierlichkeiten.

Am sommerlich sonntäglichen Nachmittag öffneten sich die Türen des Stadeums für ein ganz besonderes Ereignis: „Stundenplan“ – komponiert, gedichtet und geschrieben von Sandeep Bhagwati für unsere Schule - das Gymnasium Athenaeum, uraufgeführt unter der musikalischen Leitung von Benjamin Warnat. Die Komposition ist inspiriert von den verschiedenen Unterrichtsfächern und präsentiert diese in einer umwerfenden Vielfalt.
Sandeep Bhagwati ist preisgekrönter Komponist, Theatermacher, Medienkünstler und Forscher und war selbst einmal Schüler des Athenaeums, machte dort 1982 sein Abitur. Im Sommer 2012 wurde Sandeep Bhagwati gebeten für das Jubiläum anlässlich zur 425-Jahrfeier ein Musikstück zu komponieren, das Ergebnis erlebte das Publikum am letzten Sonntag.

Als alle 230 Mitwirkende des Konzertes auf der Bühne waren, wurde es im Saal langsam still. Auf einer großen Leinwand war per Beamer eine Schultafel inszeniert, worauf der Name des Stückes „Stundenplan für Solisten, Chöre und Orchester“ zu lesen war.
Zu Beginn des ersten Stückes, welches von dem Fach Physik handelte, ertönte ein tiefer Bass. Alle Aufmerksamkeit richtete sich auf die Bühne. Die Stimmung des Stückes war sehr mystisch, beinahe gruselig, und ließ die Zuhörer die Entstehung der Welt nachempfinden.
Viele Stücke wurden durch den Sprecher Michel Dierks begleitet. Erzähltes, Musik und der Gesang des Chores traten zueinander in Beziehung. Als der Sprecher von einem Rauschen im Weltall sprach, wurde dies von einem rauschenden Gesang unterstützt. Bei fast jedem Stück war eine klare Gemeinsamkeit zwischen Schulfach und Komponiertem zu hören. Dies war beispielsweise auffällig bei dem zweiten Stück, welches vom Fach Religion handelte, bei dem der Gesang stark an einen Kirchenchor erinnerte. Anschließend intonierten die Opernsänger Silke Willmann (Sopran), Alina Behning (Alt), Christoph Bessell (Tenor) und Johannes Heinßen (Bass) die verschiedenen chemischen Elemente des Periodensystems wie Fluor, CO2, Methan und Polytetrafluorethylen. In szenischer Darstellung zeigte der Sprecher, Michel Dierks, die narkotisierende Wirkung von Propen.
Das Fach Biologie wurde in dem vierten Stück widergespiegelt. Nun war nur noch eine Sopranistin, welche von wenigen Violinen und Cellos begleitet wurde, zu hören. Sie sang über den Wald, Hirnströme und Laborgläser.

Oftmals wurde das Publikum direkt durch Fragen oder Aussagen des Sprechers angesprochen, so auch in dem Fach Kunst/ Politik. Bilder in verschiedenen Zusammenhängen wie Spiegelbilder, Bild der Welt oder Bilder als Kunstwerk trug der Chor im Sprechgesang vor und das Publikum wurde gefragt, welches Bild sie vor Augen hätten.
Der Text im folgendem Stück Geographie bestand vollständig aus geographischen Namen, die nach verschiedenen Themenkreisen, zum Beispiel Deutsche Orte von A-Z, Orte rund um Stade, Nebenflüsse der Elbe und Orte an denen Konzentrationslager standen, zusammengestellt worden waren.
Das Fach Mathematik stellte Sandeep Bhagwati durch Gesang von Zahlen dar. Wer genau aufgepasst hatte, konnte im Ablauf die Ziffernfolge die Zahl Pi erkennen. Dies verlangte, laut Aussage während eines Interviews in der Pause einer Chorsängerin, hohe Konzentration und viel Geduld bei langen Proben.
Wie wir in der Pause erfuhren, fanden viele der Besucher die etwas andere Art eines Klassikkonzertes gewöhnungsbedürftig, aber dennoch sehr aufregend und großartig. Die älteren Besucher beschrieben es als sehr modern. Vor allem das Fach Geographie war sehr beliebt.

Nach der Pause wurden die Fächer Geschichte und Wirtschaft präsentiert und geschickt miteinander verbunden, indem es um die Geschichte der Wirtschaft ging. Wieder wurde das Publikum durch intensive Fragen, wie die Bedeutung von Geld, einbezogen. Erstmals setzte nun auch eine Musikklasse des Athenaeums ein.
Das erste fremdsprachige Stück, welches ausschließlich in Französisch gesungen wurde, bildete durch seine harmonischen Klänge einen Kontrast zur zuvor zu hören-den experimentellen Musik.
Das mit Abstand beliebteste Stück handelte vom Sport. Der Zuschauer hatte anfangs das Gefühl in einem Stadion, in dem ein großes Fußballspiel stattfand, zu sein. Gesang von bekannten Fußballliedern und das Jubeln des Chores bei Fall eines Tores und das Stöhnen beim Foul brachten viele Zuschauer zum Schmunzeln und Lachen.
Die vier Opernsänger repräsentierten mit Begleitung des Orchesters das elfte Fach Deutsch. Dieses wurde durch ein vertontes Gedicht von August von Kotzebue (1761-1819) veranschaulicht.
Das Konzert wurde durch Mitwirken des Chores mit dem Fach Latein beendet, dieses wurde hauptsächlich auf lateinisch gesungen und der Chor wechselte sich mit den Opernsängern ab.
Nach großem Applaus, der die Begeisterung der Zuschauer zeigte, endete das Konzert im Saal des Stadeums. Dieses Konzert hat uns als Schülerreporter sehr beeindruckt und wird allen Mitwirkenden und Besuchern als großartiges Erlebnis in Erinnerung bleiben.

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