Portal der Athe-Jugendreporter
Das Athenaeum wird 425 !!
425 Jahre wird das Athenaeum! Ein stolzes Alter und ein besonderer Geburtstag, der entsprechend gefeiert werden soll! Die Referenten, Musiker und Künstler sind ausnahmslos Ehemalige, die ihr Abitur am Athenaeum gemacht und sich zur Verfügung gestellt haben. Die Lebenswege unsere Ehemaligen zeigen ganz deutlich: Mit dem Abitur am Athenaeum ist alles möglich, alle Wege stehen Dir offen: Vom Abitur über ein Studium bis zum Arzt, Professor, Musiker, Künstler, Chef großer deutscher Unternehmen, zum Komponisten oder wichtigem deutschen Publizisten!

„Stoer-Fall“ Elbe? Rückblick und Ausblick"
Prof. Dr. Heinrich Reincke (Abi’ 1967)
Mittwoch, 16. Januar 2013 um 19.30 Uhr in der Aula des Athenaeums
Es war einmal ein breiter Tidestrom, der durch das weite
Marschenland dahinfloss. Hinter kilometerweit zurückliegenden
Deichen an der Niederelbe siedelten Bauern, Fischer und auch
Handwerker, die vom Handel in der Niederelberegion wohlhabend
lebten und auch nach verheerenden Sturmfluten der Niederelbe immer
wieder die Treue hielten. Dieses “Es war einmal“ hat etwa bis in
die sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts gewährt. Nach der
schweren Sturmflut von 1962 trat ein tiefgreifender Wandel ein, der
von den Chronisten damals als “Eine Landschaft im Umbruch“
beschrieben wurde. Was davor und danach sich an dem Tidestrom
entwickelt hat wird in dem Vortrag dargestellt.

„Wie wir lernen und vergessen – und was die Neurowissenschaft dazu
sagt“
Prof. Dr. Stephan Kröger (Abi 1977)
Mittwoch, 23. Januar 2013 um 19.30 Uhr in der Aula des Athenaeums
Wir lernen täglich und wir lernen immer. Man kann das Gehirn nur
mit Gewalt am Lernen hindern. Lernen ist wie Hunger – er ist da und
will gestillt werden. Aber was passiert im Gehirn, wenn wir lernen
und was passiert, wenn wir etwas vergessen? Was sind die
Mechanismen, nach denen wir lernen und wo im Gehirn werden
Informationen gespeichert? Diese und einige weitere Fragen sollen
auf unterhaltsame Art zeigen, dass es sich nicht nur für Lehrer
lohnt, etwas über das Gehirn zu wissen und dass es Spaß macht, sich
mit dem Gehirn zu beschäftigen.

"Von Stammzellen und Umprogrammierungen: Wie sich das Herz
erneuert"
Prof. Dr. Dr. Thomas Braun (Abi 1980)
Montag, 11. Februar 2013 um 19.30 Uhr in der Aula des Athenaeums
Wenn eine kleine Wunde heilt, halten wir dies für
selbstverständlich. Wieso ist dies aber nicht auch bei Erkrankungen
des Herzens so, bei denen etwa ein Herzinfarkt eine Wunde im
Herzmuskel erzeugt? Wieso können einige Tierarten ihre Organe und
Gewebe bis ins hohe Alter hinein komplett wiederherstellen? Welche
Rolle spielen Stammzellen dabei? Sind in Zukunft neue
Therapieansätze zu erwarten, die kranken Menschen Hilfe bringen?
Dies sind Fragen, die uns alle irgendwann betreffen. Einblicke in
aktuelle Forschungsansätze sind gar nicht so schwer zu bekommen und
spannender als manche Krimis.

"Der Lebensmitteldschungel – wie komme ich da durch"
Prof. Dr. Hauke Hilz (Abi’ 1996)
Freitag, 22. Februar 2013 um 19.30 Uhr in der Aula des Athenaeums
Unsere Lebensmittel sind voller Informationen. Dazu gibt es
Tausende von Expertentipps, die es zu befolgen gilt. Viele
Verbraucher fühlen sich im Supermarkt überfordert und von den
vielen Angaben und Ernährungsempfehlungen verwirrt. Dieser Vortrag
soll eine Hilfestellung für die Verbraucher bieten. Thematisiert
werden dabei Nährwertkennzeichnung, Vollkornernährung,
Biolebensmittel, vegetarische Ernährung und
Lebensmittelzusatzstoffe.

„Alles, was Sie immer schon über Genetik wissen wollten“
Prof. Dr. H. Hilger Ropers (Abi 1963)
Montag, 25. Februar 2013 um 19.30 Uhr in der Aula des Athenaeums
In den vergangenen 50 Jahren hat sich die Genetik zur Leitdisziplin
im Bereich der Lebenswissenschaften entwickelt. Seit ca. 10 Jahren
ist die grundlegende Struktur des menschlichen Erbguts bekannt,
welches 2 x 3,2 Milliarden DNS-Bausteine umfasst. Neue,
hocheffiziente Verfahren zum Nachweis von Veränderungen in der
menschlichen DNS-Sequenz haben die Voraussetzungen dafür
geschaffen, alle genetisch bedingten
Krankheiten molekular aufzuklären. Als früherer Leiter eines
Humangenetischen Instituts in den Niederlanden und als
Max-Planck-Direktor war und ist der Vortragende an dieser Forschung
maßgeblich beteiligt, und als Arzt ist ihm die Verbesserung der
Diagnose, Verhütung und Behandlung von genetisch bedingten
Krankheiten in Deutschland ein besonderes Anliegen.

„Technische Potentiale der Windenergietechnik“
Prof. Dr. Reiner Schütt (Abi 1981)
Mittwoch, 6. März 2013 um 19.30 Uhr in der Aula des Athenaeums
Warum Deutschlands Ingenieure so erfolgreich Windenergieanlagen
entwickeln und was sie tun, damit es so bleibt!
Unternehmen wie die ENERCON GmbH aus Niedersachsen oder die REpower
Systems GmbH aus Schleswig-Holstein entwickeln seit Jahren
hochinnovative Windenergieanlagen für den Weltmarkt.
Windenergieanlagen aus Deutschland haben weltweit den besten Ruf.
Entwicklungen deutscher Ingenieurbüros stecken in den
Windenergieanlagen „Made in China“. Junge Menschen aus der ganzen
Welt kommen nach Deutschland, um hier in Sachen „Windenergie“ zu
studieren. Warum ist das so und wohin geht die Entwicklung? Was tun
deutsche Unternehmen, die Hochschulen und Organisationen, um den
technologischen Vorsprung zu halten? Welche Potenziale stecken in
der Windenergietechnik? Der Vortrag will einige Antworten auf diese
Fragen geben.

„Die Zukunft der Werbung: Herausforderungen und Probleme“
Prof. Dr. Matthias Sander (Abi 1983)
Mittwoch, 13. März 2013 um 19.30 Uhr in der Aula des Athenaeums
Werbung ist ein komplexes Phänomen moderner Marktwirtschaften.
Nahezu jeder ist ihr tagtäglich ausgesetzt. Inzwischen existiert
eine Vielzahl von Werbe- bzw. Kommunikationsformen. Im Rahmen des
Vortrages werden die einzelnen Werbearten kurz vorgestellt sowie
die Bedeutung der Werbung dargestellt. Darüber hinaus wird auf die
dramatisch geänderten Rahmenbedingungen von Werbung eingegangen.
Beispielhaft wird dargestellt, wie Unternehmen auf diese geänderten
Rahmenbedingungen im Rahmen ihres Kommunikationsmanagements
reagieren können. Schließlich werden mögliche Trends und
Zukunftsperspektiven der Werbung aufgezeigt.

„In Memoriam Johann Sebastian Bach“
Chor- und Orgelkonzert mit dem Kammerorchester der Hochschule für
Musik Detmold unter der Leitung von Prof. Dr. Anne Kohler (Abi
1986) und dem Organisten Martin Küssner (Abi 1986), Dozent an der
PH Weingarten
Donnerstag, 14. März 2013 um 19.30 Uhr in St. Cosmae
Es erklingen Chor- und Orgelwerke von Johann Sebastian Bach,
Chorwerke von Verwandten des Komponisten Johann Sebastian Bach,
sowie Widerspiegelungen der Kompositionen Bachs im Werk
zeitgenössischer Komponisten.
Der Kammerchor der Hochschule für Musik Detmold ist ein
Auswahlensemble von 36 Sängerinnen und Sängern, das anspruchsvolle
Chorliteratur von der Renaissance bis hin zur Moderne konzertant
aufführt. Studierende der Schul- und Kirchenmusik, Studierende mit
Hauptfach Gesang sowie stimmlich begabte Tonmeister und
Orchestermusiker finden sich in wöchentlichen Proben und
zusätzlichen Probenphasen unter Leitung von Prof. Anne Kohler
zusammen.
Der Kammerchor nahm in den vergangenen Jahren mehrfach an
internationalen Chorwettbewerben (Athen, Trnava, Marktoberdorf)
teil und wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Im April 2012
gewann das Ensemble den 1. Preis im internationalen
Kammerchorwettbewerb in Mosbach.

„Die Rolle der Banken in Deutschland“
Ein Streitgespräch zwischen Stefan Aust (Publizist, Abi 1966) und
Jürgen Fitschen (Vorstand der Deutschen Bank, Abi 1967)
Freitag, 12. April 2013 um 19.30 Uhr in der Aula des Athenaeums

„Klimawandel und Anpassungsprobleme urbaner Räume in globaler
Perspektive“
Prof. Dr. Jürgen Oßenbrügge (Abi 1972)
Mittwoch, 17. April 2013 um 19.30 Uhr in der Aula des Athenaeums
Das 21. Jahrhundert wird bereits durch zwei Trends gekennzeichnet,
die einen wesentlichen Einfluss auf die menschlichen
Lebensbedingungen haben werden. Zum einen greift der globale
Klimawandel mit seinen Folgewirkungen tief auf unsere ökologischen
und infrastrukturellen Voraussetzungen für die Wirtschaft und
Siedlungen ein. Klimaschutz und Klimaanpassung erfordern
gesellschaftliche Transformationen, die in ihrer Reichweite mit dem
Übergang in das Industriezeitalter verglichen werden, aber in eine
ganz andere Richtung verweisen. Neben diesen epochalen
Veränderungen treten die Städte als dominante räumliche
Organisationsform der Gesellschaft in den Vordergrund. Derzeit
leben bereits über 50% der Weltbevölkerung in Städten und dieser
Anteil wird in den kommenden Jahrzehnten zunehmen. Wir erleben eine
massive Urbanisierung im globalen Süden, gleichzeitig eine
Re-Urbanisierung in den postindustriellen Ländern. Die Klimafrage
ist damit sehr eng an die Entwicklungen der Groß- und Megastädte
der Welt gebunden, umgekehrt werden unsere urbanen Zentren nur
lebensfähig bleiben, wenn sie nachhaltig gestaltet, resilient
gegenüber Umweltrisiken geplant und ihr „ökologischer Fußabdruck“
minimiert wird.

"Liedergala"
Okka von der Damerau (Abi 1995)
Malte Kroidl (Abi 1990)
Samstag, 04. Mai 2013 um 19.30 Uhr in der Aula des Athenaeums
Arien und Duette aus der Geschichte der Oper (u.a. von Mozart,
Tschaikowsky, Massenet, Verdi und Wagner) umrahmt mit Klaviermusik

„Morde im Minutentakt“
Lesung mit Wolfgang Röhl (Abi 1966)
Mittwoch, 15. Mai 2013 um 19.30 Uhr in der Aula des Athenaeums
Der Vortag dreht sich um die Bedeutung, die der geschriebene und
gedrehte Krimi in unserer Gesellschaft bekommen hat. Inzwischen ist
das Genre mit Abstand die meist konsumierte Sparte im Fernsehen;
die Buchhandlungen liegen voll mit Krimis aus allen möglichen
Ländern, Regionalkrimis decken die letzte Pampa ab. Das ist nicht
nur quantitativ von Bedeutung, es verändert auch unser aller
Wahrnehmung.
Das Bombardement mit fiktiven Verbrechen bleibt auf unsere
Wahrnehmung der Realität nicht ohne Wirkung - die meisten schätzen
die tatsächliche Verbrechensrate in Deutschland zu hoch ein. Viele
meinen auch, kapitale Verbrechen fänden vorzugsweise dort statt, wo
ideologisch einschlägig verortete Drehbuchautoren und
Sendeanstalten sie gern spielen lassen, also im Milieu von
Politikern, Pharmaunternehmern, Ärztelobbyisten, Baulöwen,
Finanzhaien, Umweltfrevlern, Genforschern etc.
Krimis sind so etwas wie ein politisches Instrument geworden -
subtiler als Wahlkampfgeschrei, aber auf Dauer wirkungsmächtiger.

"B.A.R.E.S. - Botanische Athenaeums Raritäten"
StDir Elfriede Schöning (am Athe seit 1996)
Mittwoch, 22. Mai 2013 um 19.00 Uhr
Treffpunkt ist der Schulhof
Sie erfahren etwas über Pflanzen und ihre Nebenwirkungen, wenn man
sie nur einmal oder öfter isst, sowie auch Ökologisches und
Mythologisches.
Elfriede Schöning, Abitur 1977 in der Liebfrauenschule Mülhausen,
Mathematik- und Biologiestudium in Essen, Religionsstudium in
Hildesheim, am Athenaeum seit 1996, als Studiendirektorin zuständig
für Haus und Hof sowie Finanzen

„Der Kontrabass“ von P. Süßkind
One-man-show mit Timo Fröhlich (Abi 1999)
Freitag, 31. Mai 2013 um 19.30 Uhr in der Aula des Athenaeums
Das Stück besteht aus dem Monolog eines Kontrabassisten, in dem
sich ein bieder-selbstgerechter Charakter offenbart, dessen
Vorurteilen und Denkschablonen wir im "richtigen Leben" überall
begegnen.
Thiemo Fröhlich, geb. 1977 in Stade, aufgewachsen in Fredenbeck,
nach zehn Jahren Auslandsaufenthalt in Südfrankreich zurück nach
Fredenbeck und Schulbesuch am Gymnasium Athenaeum.
Kontrabass-Studium an der Hochschule für Musik, Theater und Medien
in Hannover bei Prof. Peter Pühn und an der Sibelius Akatemia in
Helsinki / Finnland bei Prof. Panu Pärssinen.
Als Orchester- und Kammermusiker arbeitete er hauptsächlich in
Deutschland und Finnland. Zahlreiche Orchestertourneen führten ihn
mit namhaften Dirigenten (Eiji Oue, Leif Seserstamm, Jorma Panula,
Markus Stenz, Lothar Zagrosek u.a.) durch Europa bis Asien. Des
weiteren unterrichtet er an allgemeinbildenden Schulen und gibt
Privatunterricht (Kontrabass).
2008 entdeckte er seine zweite große Leidenschaft, das Schauspiel,
mit der Inszenierung des abendfüllenden Ein-Mann-Theaterstückes
„Der Kontrabass“ von Patrick Süskind und schlüpft nach
erfolgreicher Premiere im April 2008 im Großen Saal der Hochschule
für Musik, Theater und Medien immer wieder in die Rolle des
verliebt, verklemmt, verzweifelten Kontrabassisten.

„Moderne Medizin für den Menschen im Elbe-Weser-Raum“
Dr. Christoph Hancken (Abi 1977)
Mittwoch, 05. Juni 2013 um 19.30 Uhr in der Aula des Athenaeums
Seit mehr als 60 Jahren ist die Klinik Dr. Hancken ein Synonym für
moderne radiologische Diagnostik und komplexe Tumortherapien in der
Elbe-Weser-Region. Vom Beinbruch bis zur komplexen Krebsbehandlung
nach internationalem Standard – die Klinik Dr. Hancken ist für alle
Unfälle und Erkrankungen gerüstet, zu deren Diagnose ein klares
Bild gebraucht wird oder zu deren Behandlung anspruchsvolle
radio-onkologische, nuklearmedizinische oder systemische Therapien
nach aktuellstem wissenschaftlichen Standard erforderlich sind.
Wie es gelingen kann, auch in Zeiten knapper Kassen im
Gesundheitswesen als Familienbetrieb diesen hohen Standard zu
erreichen und die technischen Errungenschaften allen Menschen in
der Elbe-Weser-Region zur Verfügung zu stellen, schildert der
Geschäftsführer der Klinik Dr. Hancken Gruppe, Dr. med. Christoph
Hancken, in seinem Vortrag.
Bahnbrechende Entwicklungen finden in der Klinik Dr. Hancken Gruppe
aber nicht nur im medizinischen Bereich statt, sondern auch auf dem
Gebiet flächendeckender Versorgung durch die enge Verzahnung
zwischen ambulantem und stationärem Sektor.

„Raumgeschichten Athenaeum“
Projekt mit Prof. Sandeep Bhagwati (Abi 1982)
Samstag, 15. Juni 2013 12 bis 18 Uhr im Altbau des Athenaeums
VOM KLANG DES LERNENS - akustische und skulpturale
Ausstellungsperformance
Parallel zum Oratorium werden auch die 12 Orte im Altbau des
Athenaeum zu Orten der Schulerfahrung: ein wie gerade verlassenes
Prüfungszimmer mit seinen charakteristischen Geräuschen, eine
Lesung aus Klassenbucheintragungen, eine Ausstellung kostbarer
Bücher aus der Bibliothek, die ihren Inhalt nur dem offenbaren, der
an ihnen lauscht, eine Installation aus Kleiderbügeln mit den Namen
aller jemals am Athe unterrichtet habenden Lehrer (an die noch
Jahrzehnte nach ihrem Ausscheiden ein Kleiderbügel im Lehrerzimmer
erinnert), ein Lichtraum, in dem man mit geschlossenen Augen einen
Schultag am Athe akustisch erfahren kann, ein Treppenabgang, der
wie eine Zeitreise vergangene Epochen des Lernens lebendig werden
lässt und vieles mehr. Besucher können den Altbau wie eine
Ausstellung durchstreifen - oder sich irgendwo niederlassen und der
ständig sich wandelnden Mischung aus vielen Klängen wie eine
Musikwerk lauschen - und sich von vielfältigen Aufführungen
überraschen lassen, die diesen Tag zu einem aussergewöhnlichen
vielgestaltigen Kunsterlebnis werden lassen, der den Besuchern
überraschende sinnliche Einblicke in die Abgründe des Lernens und
des Lehrens gewährt.
SANDEEP BHAGWATI ist mehrfach preisgekrönter Komponist,
Theatermacher, Medienkünstler und Forscher. Seine Werke und
Ausstellungen finden weltweit Anklang, 5 seiner Opern wurden an
wichtigen Bühnen zur Aufführung gebracht, zahllose Aufführungen
seiner Kammer-, Orchester- und Vokalmusik. Er ist auch bekannt für
seine Installationen, die ganze Gebäude in künstlerische
Erlebniswelten verwandeln, so zum Beispiel das Haus der Kulturen
der Welt in Berlin, das Stadthaus Ulm und die Musikhochschule
München. 2000 wurde er auf einen Lehrstuhl für Komposition und
Multimedia an der Musikhochschule Karlsruhe berufen, 2006 dann als
Canada Research Chair an die Concordia University Montréal
(Kanada), wo er ein künstlerisches Labor leitet (matralab) und
Spitzenforschung im Bereich neuen Musiksoftwares für
computergestützte Kreativität, z.B. improvisierende Computer,
selbsterzeugende Partituren oder neue, in Kledung eingebettete
Musikerinformationssysteme betreibt. 2013 ist er ausserdem
Gastprofessor für Neue Musik an der Universität der Künste Berlin.

„Jubiläumskonzert Stundenplan“
Komponist Prof. Sandeep Bhagwati (Abi 1982)
Leitung Benjamin Warnat
Sonntag, 16. Juni 2013 um 16 Uhr und um 19:45 Uhr im Stadeum
Ein Konzertsaal als Klassenzimmer, ein Oratorium als Schulstunde -
zum Jubiläum des Athenaeum wird der Komponist Sandeep Bhagwati ein
abenteuerlustiges Werk schreiben, das 12 verschiedene Fächer des
Schulunterrichts zum musikalisch-szenischen Ereignis werden lässt -
eine Sprechfuge aus geographischen Namen, eine Arie mit erotischen
Annäherungen (sogenannten "Asymptoten") an die - Mathematik, ein
französischer Dialog, in dem nur der Vokal "e" vorkommen darf (der
aber Im Französischen immer verschieden ausgesprochen werden kann),
eine englische Szene, in der die vielen Kürzel der SMS-Sprache (U C
? = you see ? = Siehst Du ?) einen kurzatmigen, aber geistreichen
Choral ergeben, eine Litanei historischer Ereignisse am Athenaeum,
eine Meditation über die Kunst in Zeiten der Bilderflut usw. All
diese Unterrichtsstunden finden im grossen Saal des Stadeum statt,
der zu diesem Zwecke als Klassenzimmer gestaltet wird - denn
schliesslich ist ein Gymnasium auch an einem Jubiläum vor allem zum
Lernen da, oder etwa nicht ?

Festakt
Montag, 17. Juni 2013 um 14 Uhr in der Aula des Athenaeums

Naturwissenschaftstag
Vorträge, Workshops und Austellungen
Donnerstag, 20. Juni 2013

„Zuckerkrank - was nun?“
Dr. Harm Spreckels (Abi 1978)
Donnerstag, 20. Juni 2013 um 16.30 Uhr in der Aula des Athenaeums
Bekanntlich gehört der Diabetes mellitus zu den Volkskrankheiten
mit deutlichem Anstieg der Erkrankungsrate.
Welche enormen gesellschaftlichen und individuellen Konsequenzen
sich jedoch hinter dieser Krankheit verbergen, soll in dem Vortrag
deutlich werden.
Nach einer kurzen Darstellung der Pathophysiologie, der Diagnostik
und der Therapie folgt die Beschreibung der Komplikationen an
Fallbeispielen aus der eigenen Praxis. Begleitend besteht die
Möglichkeit der Blutzuckermessung.

„CO2 und Geotechnik – Die Lösung von Klimaproblemen?"
Prof. Dr. Günter Borm (Abi 1963)
Donnerstag, 20. Juni 2013 um 20.00 Uhr in der Aula des Athenaeums
Kohlendioxid CO2 ist verbrannte Kohle. Es brennt nicht, explodiert
nicht und ist ungiftig. Wir Menschen atmen es aus, die Pflanzen
atmen es ein und bilden daraus Sauerstoff und
Kohlehydrate–essentiell für unsere Ernährung und als
Energierohstoffe.
ZuvielCO2 in der Luft erhöht den Treibhauseffekt auf der Erde und
damit das Risiko von Orkanen und Überschwemmungen. Klimaforscher
warnen schon lange und fordern eine Minderung der industriellen CO2
Emissionen in naher Zukunft.
Die Erdkruste kann mehr als tausendmal mal so viel CO2speichern wie
die Ozeane und fast hunderttausend mal mehr als die Atmosphäre.
Warum sollte man dann die klimaschädlichen Abgase der Industrie
noch weiterhin durch die Schlote in den Himmel blasen anstatt das
CO2 abzutrennen und in den tiefen Untergrund zu pumpen, wo es ja
auch herstammt?
Ein internationaler Verbund aus Wissenschaft und Industrie
entwickelte bei Ketzin im Havelland vor Jahren das erste
Pilotprojekt zur geologischen Speicherung von CO2 auf dem
europäischen Festland. Darin soll untersucht werden, ob und mit
welchen Risiken die unterirdische Lagerung von CO2 in ländlichen
Gebieten möglich ist und ob die Menschen das dann auch akzeptieren.
Wie weit ist man einer Lösung der Klimaprobleme mit diesem
wissenschaftlich-technischen Großprojekt schon näher gekommen?
Der Vortragende war Direktor am Deutschen GeoForschungsZentrum
Potsdam, wo er u. a. das EU Projekt CO2 SINK initiierte und leitete
(www.co2sink.org).

„Die Bewältigung des Technologiewandels in der Fotobranche durch
Innovationen am Beispiel der CEWE Color AG“
Dr. Rolf Hollander (Abi 1970)
Donnerstag, 20. Juni 2013 um 18:00 Uhr in der Aula des Athenaeums
Das Geschäftsmodell des Fotodienstleisters CEWE COLOR, das
Entwickeln von Filmen und Ausbelichten von Analogfotos, wurde ab
der Jahrtausendwende bedroht von der Digitalfotografie.
Mit Hilfe von Produktinnovationen (z.B. dem CEWE FOTOBUCH) und
Erweiterung der Vertriebswege gelang dem Unternehmen eine Anpassung
an Veränderungen von Technologie und Kundenverhalten. Die spannende
Geschichte dieser erfolgreichen Technologietransformation ist
Inhalt des Vortrages.

„ Ich lese nicht, ich denke selbst“
Christoph Duwe (Abi 1988)
Freitag, 21. Juni 2013 um 16.00 Uhr im Erweiterungsbau des
Athenaeums Raum E001
Religion und Moral, Demokratie und Freiheit, Kunst und Kommerz –
in seinem ersten Buch wagt sich der Komponist, Musikwissenschaftler
und Autor Christoph Duwe an die klassischen Fragen aus Philosophie,
Politik und Kultur.
Es gelingt ihm, all diese vermeintlich sperrigen Themen dem oftmals
bemüht intellektuellen Diskurs im Elfenbeinturm zu entreißen. Duwes
Fähigkeit, den Dingen auf den Grund zu gehen, resultiert ganz
sicher auch aus seiner persönlichen Lebenssituation, denn er sitzt
seit mehr als 30 Jahren wegen einer schweren Muskelerkrankung im
Rollstuhl.
ICH LESE NICHT ICH DENKE SELBST ist deshalb so etwas wie ein kluger
Blick auf die Welt - vom Rand der Gesellschaft. Duwes Ausführungen
treffen den
Kern und klingen dabei weder flapsig noch abgehoben. Insofern stößt
er mit seiner Essaysammlung genau in die Lücke zwischen Eckart von
Hirschhausen und
Richard D. Precht.
Auch wenn Duwe manchen Scharlatan lustvoll abwatscht, so beteiligt
er sich doch niemals am heute üblichen kulturpessimistischen
Gedröhn. Vielmehr ist sein Buch
geprägt von Optimismus, von der Hoffnung auf mehr Frieden, mehr
Weisheit und mehr Empathie: Er glaubt an "die Evolution des
Geistes". Selten war es im gleichen Maße kurzweilig wie erhellend,
sich mit Gott und der Welt zu beschäftigen.
Eintritt: 5 €, Schüler freier Eintritt
Karten über Ticket-Point, Tourist-Information, Sekretariat, Stadeum
und online

"Texte von Peter Rühmkorf"
Lesung mit Ronald M. Finke (Abi 1991)
Freitag, 21. Juni 2013 um 18.00 Uhr um Erweiterungsbau des
Athenaeums Raum E001
Anlässlich des fünften Todestages von Peter Rühmkorf, einem der
bedeutendsten deutschen Autoren Nachkriegsdeutschlands, findet am
Freitag, dem 21. Juni um 18 Uhr eine Lesung im Athenaeum Stade
statt. Rühmkorf erlebte seine Kindheit in Warstade / Hemmor und
absolvierte sein Abitur am „Athe“ 1951. Er gründete 1957 den
„Studentenkurier“ aus dem später das Magazin „konkret“ hervorging.
Sein Werk erstreckt sich über mehr als 50 Jahre und besteht aus
Essays, Reden, Pamphleten und vor allem auch Gedichten und modernen
Märchen. Viele seiner Gedichte wurden vertont und als „Jazz &
Lyrik“ bekannt. Marcel Reich-Ranicki nannte Rühmkorf „einen
handfesten Spaßmacher und exquisiten Ironiker“. Er erhielt
zahlreiche Literaturpreise und starb im Juni 2008 im Alter von 78
Jahren.
Ronald Finke (Abitur am Athe 1991) spielt seit der Grundschulzeit
Theater und ist langjähriges Mitglied des Thalia-Amateurtheaters in
Hamburg. In einer einstündigen Lesung begibt er sich auf die Suche
nach Peter Rühmkorf und wird einige ausgewählte Texte und Gedichte
vortragen.

„Viele Wege führen nach Mekka – Meine Lebensreise von Stade ins
Morgenland“
Dr. Peter Schütt (Abi 1959)
Freitag, 21. Juni 2013 um 18.00 Uhr in der Aula des Athenaeums
Der Schriftsteller Peter Schütt wurde als Sohn des Lehrers Walter
Schütt am 10. Dezember 1939 in Basbeck geboren. Mit seinen beiden
jüngeren Schwestern wuchs er im Schulhaus in Basbeck am Moor auf,
wo sein Vater als Einklassenlehrer Unterricht erteilte. Später
besuchte er zunächst die Private Oberschule Warstade und dann das
Athenaeum in Stade. 1959 machte er dort sein Abitur. Bereits in
seiner Schulzeit schrieb er meteorologische Beiträge für die
Nieder-Elbe-Zeitung.
In Göttingen, Bonn und vor allem in Hamburg studierte Peter Schütt
Germanistik und Geschichte. Er schloss seine Studien 1967 mit einer
Dissertation über den schlesischen Barockdichter Andreas Gryphius
zum Doktor der Philosophie ab. Anschließend war er als freier
Schriftsteller tätig.
Seine ersten literarischen Veröffentlichungen fallen in seine
Studentenzeit, im Zeichen des linken Radikalismus der 68er
Bewegung. Bereits 1966 kam er zur Dortmunder Gruppe 61. Drei Jahre
später war er einer der Initiatoren des „Werkkreises Literatur der
Arbeitswelt“, dessen Hamburger Gruppe er mehrere Jahre leitete. Im
Hamburger Quer-Verlag erschienen damals seine ersten Lyrik- und
Prosasammlungen. In den Siebziger- und Achtzigerjahren machte sich
Peter Schütt mit seinen Reiseberichten – über Vietnam, Sibirien,
das andere Amerika, Afrika und den Iran – einen Namen. Zum
Schreiben wurde er vor allem von seinem Onkel Alfred Vagts und von
Peter Rühmkorf angeregt.
Über letzteren bekam Peter Schütt schon früh Zugang zum Kreis um
die linke Studentenzeitschrift „konkret“. Er trat 1965 dem
Sozialistischen Studentenbund bei und wurde 1967 in der
Studentenbewegung aktiv. Wegen seiner Beteiligung am Sturz des
Hamburger Kolonialdenkmals im Garten der Universität verlor er 1967
seine Assistentenstelle am Literaturwissenschaftlichen Seminar.
Seitdem lebt er als freier Schriftsteller in Hamburg – Eppendorf.
Von 1971 bis 1988 gehörte er dem Vorstand der „Deutschen
Kommunistischen Partei“ an, aus der er wegen seines Engagements für
den Reformkurs von Michail Gorbatschow ausgeschlossen wurde. Er
trat daraufhin aus der Partei aus und bilanzierte in seinem Buch
„Mein letztes Gefecht. Abschied und Beichte eines Genossen“
selbstkritisch seine Irrtümer. Seither ist er parteilos.
Nachdem Peter Schütt 1987 eine Iranerin geheiratet hatte, mit der
er zwei Kinder hat, konvertierte er 1990 zum schiitischen Glauben.
In religiöser Hinsicht ist Peter Schütt zeitlebens ein Suchender
gewesen. Bereits 1959 trat der ursprünglich lutherische Christ zum
Katholizismus über.
Sein Interesse für den Islam begann bereits während der
Studentenbewegung. 1996 unternahm er eine Pilgerfahrt nach Mekka.
Seine Heimat hat er im Islamischen Zentrum an der Hamburger
Außenalster gefunden. Dort trifft er sich in einem offenen Kreis
mit Glaubensbrüdern, Nichtmuslime wie Christen, Juden, Buddhisten,
Esoteriker und sogar erklärte Atheisten.
Er ist Mitglied der Hamburger „Patriotischen Gesellschaft von 1765“
und leitet dort seit 1983 den „Interreligiösen Dialog“. Er versteht
sich als Anwalt des multireligiösen Dialogs und als der er im In-
und Ausland geachtet wird. Weiter ist er seit 1971 Mitglied des
Verbandes Deutscher Schriftsteller und des Werkkreises „Literatur
der Arbeitswelt“. Von 1966 – 1969 war er Mitglied des SDS in
Hamburg. Bei der Zeitschrift MUT ist Peter Schütt heute noch
ständiger Mitarbeiter, für der er regelmäßig Beiträge abliefert.
Außerdem arbeitet er für die FAZ, Die Welt, den Rheinischen Merkur
und den Deutschlandfunk.
In Gedichten und Kurzgeschichten hat er sich immer wieder mit
seiner Heimat, dem Osteland, beschäftigt, nicht zuletzt in seinen
Veröffentlichungen „Mein Niederelbebuch“ und „Notlandung in
Turkmenistan“. Die Oste, die Schwebefähre zwischen Osten und
Hemmoor , „Gottes himmlische Galeere“, wie er sie nennt, spielen
eine Dauerrolle.
Eine Dichterlesung am 14. Juni 1996 in der Kulturdiele, organisiert
vom Hemmoorer Geschichts- und Heimatverein und vom Culturkreis
Hemmoor, stand unter dem Motto: „Von Hemmoor nach Mekka“. Peter
Schütt las an dem Abend u.a. Texte aus seinem Buch „Notlandung in
Turkmenistan“.
Seine Veröffentlichungen:
• „Sicher in die siebziger Jahre. Straßentexte“ Hamburg 1969
• „Die Dramen des Andreas Gryphius“ Hamburg 1971
• „Friedensangebote“ Hamburg 1971
• „Vietnam 30 Tage danach“ Dortmund 1973
• „40 Pfennig mehr oder der Stapellauf fällt ins Wasser“ Oberhausen
1975
• „Mein Niederelbebuch“ Fischerhude 1976
• „Ab nach Sibirien“ Dortmund 1977
• „Für wen? Für uns!“ Fischerhude 1977
• „Beziehungen“ Fischerhude 1977
• „Klarstellung“ Berlin 1978
• „Zwei Kontinente Fischerhude 1978
• „Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan....“ Dortmund 1980
• „Die Muttermilchpumpe“ Dortmund 1980
• „Peter Schütt, Zeitgedichte“ München 1980
• „Zwischen Traum & Alltag“ Fischerhude 1981
• „Entrüstet Euch!“ Dortmund 1982
• „Let´s go East“ Dortmund 1982
• “Schaut auf diese Werft” Hamburg 1983
• „Was von den Träumen bleibt“ Dortmund 1983
• „Bäume sterben aufrecht“ Berlin1983
• „Das kleine 35-Stunden-Buch“ Dortmund 1984
• „Das Kreuz des Südens“ Dortmund 1985
• „Liebesgedichte“ Fischerhude 1987
• „... wenn fern hinter der Türkei die Völker aufeinander schlagen“
Köln 1987
• „Die Himbeersoße kam vom KGB“ Dortmund 1989
• „Moskau funkt wieder“ Köln 1989
• „Mein letztes Gefecht. Abschied und Beichte eines Genossen“
Böblingen 1992
• „Notlandung in Turkmenistan“ Asendorf 1996
• „Allahs Sonne lacht über der Alster“ Asendorf 2001
• „Von Basbeck am Moor, über Moskau nach Mekka
Stationen einer Lebensreise“, Asendorf 2008
als Herausgeber
• „Aktion Roter Punkt“ München 1969
• „Faustregeln für Klassenkämpfer“ Dortmund 1970
• „Linkes Lesebuch“ Dortmund 1970
• „Nix zu machen?“ Köln 1971
• „Zu Gast bei Freunden“ Dortmund 1972
• „Mitbestimmen, Macht gewinnen“ Oer-Erkenschwick 1973
• „Frieden & Abrüstung“ Fischerhude 1977
• „Amandla maatla“ Dortmund 1983
Peter Schütt Texte:
Die Rettung der Schwebefähre
Von Dichtern und Dörfern
Weiterführende Links:
http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Schütt

„Bulle im St.-Pauli-Sumpf – wie die Mafia nach Deutschland kam“
Peter Reichard (Abi 1966)
Freitag, 21. Juni 2013 um 20.00 Uhr in der Aula des Athenaeums
Ein Zeitzeugenbericht von Peter Reichard über seinen Kampf gegen
internationales organisiertes Verbrechen und Korruption auf
Hamburgs Roter Meile
„Als Polizist läufst du Gefahr, politisch missbraucht zu werden“,
warnte der Vater seinen Sohn, in den sechziger Jahren Stades
Bürgermeister und tief geprägt von den Erfahrungen mit der
Nazi-Diktatur. Der Sohn schlug die Warnung in den Wind. Erst viele
Jahre später kam er zu der bitteren Erkenntnis: Sein Vater hatte
Recht behalten.
1966, gleich nach dem Abitur, begann Peter Reichard seine
Ausbildung bei der Hamburger Polizei. Ein Jahr später landete er
als damals jüngster Polizist an der Davidwache. Tauchte ein in die
Welt einer gnadenlosen Sex-Industrie, des Nepps, Drogenhandels, der
Gewalt und Korruption. Und musste lernen, dass polizeiliche Arbeit
im Milieu weniger vom Gegeneinander als vom Miteinander geprägt
war. Sie alle gehörten zusammen, Kellner, Prostituierte,
Polizisten. Wie eine Großfamilie. Schon in der ersten Nacht verlor
der junge Mann aus Stade alle Illusionen von einem Leben, für das
er nicht erzogen worden war.
Anfang der siebziger Jahre erhielt die Hamburger Kripo Hinweise
darauf, dass der Bordellier Wilfrid Schulz, ehrfurchtsvoll der
„Pate von St. Pauli“ genannt, Kontakte zu Mafia-Größen in Sizilien
und Las Vegas unterhielt, darunter zu einem der Köpfe der
Cosa-Nostra, Meyer Lansky. Spielcasinos wuchsen wie Pilze aus dem
Boden, von Italienern gelenkt. Schutzgelder wurden eingetrieben.
Polizisten bestochen.
Ein Polizeikommissar schlug bei der Polizeiführung und dem
Oppositionsführer in der Hamburger Bürgerschaft Alarm. Nichts
geschah. Auch die Presse duckte sich weg und wollte nicht
wahrhaben, dass eben doch sein konnte, was nicht sein durfte.
Als Ende der siebziger Jahre auf den Chef eines Nobelpuffs auf der
Reeperbahn geschossen wurde, weil er sich nicht dem Druck eines
persischen Schutzgeldeintreibers aus dem Dunstkreis des „Paten“
beugte, wandte sich Peter Reichard, inzwischen Gruppenleiter einer
Kriposonderheit geworden, an einen Bürgerschaftsabgeordneten, der
später einmal Hamburgs Erster Bürgermeister werden sollte: Henning
Voscherau. Der sorgte dafür, dass – geheim gehalten vor der
Polizeispitze – Reichard und ein Kollege undercover im
St.-Pauli-Sumpf ermitteln konnten. Die Aktion wurde verraten. Ein
nun jahrelanger einsamer Kampf gegen Korruption in den eigenen
Reihen und internationales organisiertes Verbrechen begann –
begleitet von Morddrohungen, Straf- und Disziplinarverfahren.
Unterwelt-Informanten, die auspackten über illegale Allianzen
zwischen Puff, Polizei und Parlament, starben unter mysteriösen
Umständen. In einem Pakt mit mutigen Journalisten und Voscherau
gelang es schließlich, politisches Handeln zu erzwingen: 1980
schickte Bundeskanzler Helmut Schmidt seinen Abrüstungsexperten
Alfons Pawelczyk mit dem Auftrag an die Elbe: Innensenator werden
und aufräumen. Nun ging es Schlag auf Schlag. Eine Sonderkommission
unter der Leitung der Justizsenatorin Eva Leithäuser, zu der Peter
Reichard mit einem Kollegen als Berater abkommandiert wurde,
untersuchte an die tausend Einzelvorwürfe allein gegen
Polizeibeamte. Das 25-köpfige Einbruchsdezernat der Hamburger Kripo
- es galt bis dahin als das erfolgreichste in Deutschland - wurde
wegen illegaler Machenschaften komplett aufgelöst und personell neu
besetzt. Die Führungsriege der St.-Pauli-Unterwelt landete hinter
Schloss und Riegel. Sie hatte nicht nur Beamte bestochen und
massiven politischen Einfluss zu nehmen versucht. Nicht nur das
Prostitutionsgeschäft kriminell gesteuert. Und nicht nur mit
Rauschgift gehandelt. Sie war, wie nun endlich nachgewiesen werden
konnte, längst ins internationale illegale Glücks- und Falschspiel
eingestiegen. Mit über 50 Partnern der US- und Italo-Mafia.
1983 musste Hamburgs Polizeipräsident zurücktreten. Damit fand der
größte Polizeiskandal in der deutschen Nachkriegsgeschichte auch
formal seinen Abschluss.
Die kriminalpolitische Konsequenz: In Hamburg wurden die bundesweit
erste Dienststelle zur Bekämpfung organisierter Kriminalität und
eine Anti-Korruptionsdienststelle, das heutige "Dezernat Interne
Ermittlungen" (D.I.E.), gegründet.
1984 verließ Peter Reichard die Polizei. Seither arbeitet er als
Autor und Journalist.

"Das Higgs-Teilchen: eine Jahrhundertentdeckung"
Dr. Petra Merkel (Abi 1990)
Montag, 24. Juni 2013 um 18.00 Uhr in der Aula des Athenaeums
Der Large Hadron Collider LHC am CERN in Genf kollidiert Protonen
mit nahezu Lichtgeschwindigkeit gegeneinander, um Energiedichten
und Zustände wie im frühesten Universum zu schaffen und nach neuen
Teilchen und Kräften zu suchen.
Den großen Experimenten mit vielen tausend Forschern am LHC gelang
kürzlich die Entdeckung eines neuen Teilchens: dem Higgs-Boson,
nach dem bereits seit fast 50 Jahren gesucht worden war. Dieses
Teilchen, welches das Standardmodell der Teilchenphysik
komplementiert und große Wichtigkeit für die theoretische
Beschreibung der subatomaren Welt hat, verleiht den fundamentalen
Bausteinen der Materie ihre Masse. Ohne Masse gäbe es keine Atome
und keine normale Materie, denn die Masse sorgt dafür, dass die
Grundbausteine der Materie zusammenhalten und miteinander in
Wechselwirkung stehen. Die Entdeckung des Higgs-Bosons stellt einen
historischen Meilenstein in der Physik dar.
Der Vortrag behandelt die Frage, warum das Higgs-Teilchen so etwas
Besonderes ist und wie die Physiker ihm auf die Spur gekommen sind.

„Unsere Augen im All - sehen Satelliten wirklich alles?“
Prof. Dr. Manfred Ehlers (Abi 1966)
Montag, 24. Juni 2013 um 19.30 Uhr in der Aula des Athenaeums
Glaubt man gängigen Krimiserien wie ‚24‘ werden Satelliten benutzt,
um Terroristen aufzuspüren und wilde Verfolgungsjagden zu
koordinieren. Sie zoomen in Sekundenschnelle von einem ganzen
Kontinent oder Land auf Objekte in Zentimetergröße und wechseln bei
schlechtem Wetter automatisch auf Radar um. Ist das alles wirklich
wahr? Können Satelliten das alles?
Manfred Ehlers (Abitur 1966) ist Professor für Fernerkundung am
Institut für Geoinformatik und Fernerkundung (IGF) der Universität
Osnabrück und räumt mit etlichen Falschinformationen in
Hollywood-Filmen auf: „Satelliten umrunden die Erde auf festen
Umlaufbahnen und können nicht einfach vom CIA oder einer anderen
Organisation umprogrammiert werden.“ „Außerdem besitzen sie eine
feste geometrische Auflösung und kein variables Zoom-Objektiv, wie
uns immer wieder vorgegaukelt wird“, kritisiert er den
Wahrheitsgehalt der Filmindustrie aus Hollywood. Auch können sie
keineswegs mittels Radar- oder Wärmekameras Bösewichter in Gebäuden
aufspüren.
Allerdings sind Satellitendaten für die moderne Welt unverzichtbar.
Gestochen scharf zeigen sie die Erde, nichts auf der Erdoberfläche
bleibt ihnen verborgen. Satelliten überwachen Abrüstungsverträge,
zeigen Auswirkungen von Naturkatastrophen wie den Tsunami von
Fukushima, sie sind unverzichtbar für Wettervorhersage und
Klimamodellierung und sind die Grundlagen für ein effektives
Umweltmonitoring. In seinem Vortrag erläutert Professor Ehlers die
realen Möglichkeiten und Grenzen der Satellitenfernerkundung: „Kein
Satellit kann den Gesetzen der Physik entkommen“, betont Ehlers:
„Entweder können wir von Satelliten aus besonders große Gebiete
aufnehmen, dann besitzen sie nur eine grobe Bodenauflösung, oder
wir wollen höchst detaillierte Information gewinnen, dann erhalten
wir nur einen kleinen geographischen Ausschnitt.“
Von besonderer Bedeutung sind heutzutage diejenigen
Satellitensysteme, wie sie zur Herstellung von Google- oder
Bing-Karten benutzt werden. Sie bilden aus rund 700km Höhe die Erde
mit einer Bodenauflösung von 50cm und besser ab und sind in der
Lage, mittels einer schwenkbaren Optik innerhalb von 2-3 Tagen
dasselbe Gebiet wieder aufzunehmen. Sie werden benötigt, wenn es
darum geht, schnell und akkurat Veränderungen aufzuzeigen und
Gebiete zu beobachten, zu denen man nur schwer Zugang erhält, wie
z.B. Iran, Nordkorea oder unzugängliche Regionen wie Wüsten oder
Polgebiete. Während bei Google Echtfarbenbilder als Basis der
Satellitenkarten dienen, sind für Umweltanalysen Informationen aus
dem Infrarotbereich wichtiger. Für Untersuchungen zum
Pflanzenstress oder zur Ernteschätzung gibt der infrarote
Wellenlängenbereich wichtige Hinweise auf die
Chlorophyll-Aktivitäten der Pflanzen und ermöglicht damit
grundlegende Aussagen zur Pflanzenernährung.
Nachteil dieser so genannten elektro-optischen Sensoren ist
allerdings, dass das Wetter mitspielen muss. Wie bei normalen
Kameras können diese Supersatelliten nicht durch Regen und Wolken
hindurchsehen. Hier können Radarsatelliten eingesetzt werden, die
als aktive Sensoren bei Tag und bei Nacht Bilder aufnehmen können
und von Wolken und Regen nicht oder nur sehr gering beeinträchtigt
werden. Allerdings sind ihre Daten nicht so leicht zu
interpretieren wie die der optischen Satelliten, also solche, die
mit einem Linsensystem ausgestattet sind und die
Wellenlängenbereiche des Lichts zur Informationsgewinnung nutzen.
Neben den Grundlagen der Satellitenfernerkundung wird Prof. Ehlers
in seinem Vortrag viele Beispiele zu neuen Entwicklungen in der
Forschung und
Entwicklung zeigen. Dabei wird er auch einen Überblick über die
deutschen Satelliten- Programme geben, die gerade in den letzten
Jahren international an Bedeutung gewonnen haben.
Professor Ehlers machte im September 1966 Abitur am Athenaeum und
studierte Mathematik an den Universitäten in Marburg und Kiel. Er
arbeitete als wissenschaftlicher Mitarbeiter zunächst am Institut
für Meereskunde in Kiel, wo er 1975 das erste Mal mit der
Fernerkundung in Berührung kam. Danach wechselte er an die
Universität Hannover zum Sonderforschungsbereich
‚Fernerkundungsverfahren an Küsten und Meeren‘ und promovierte dort
1983 zum Dr.-Ing.. Im folgenden Jahr ging er in die USA an die
University of Georgia, wo er an einem NASA-Projekt mitarbeitete,
bevor er 1988 als ‚Associate Professor‘ an die University of Maine
wechselte. Zwei Jahre später kam er nach Europa zurück an das ITC,
einer internationalen Universität in Enschede (Niederlande) und
leitete dort das neu gegründete Institut für Geoinformatik.
Wiederum zwei Jahre später nahm er einen Ruf nach Deutschland an
und wechselte an den Campus Vechta der Universität Osnabrück. Dort
war er verantwortlich für den Aufbau des Studienganges
Umweltwissenschaften und leitete das dazugehörige Institut. Seit
2004 leitet er an der Universität Osnabrück das IGF und ist dort
verantwortlich für die Bachelor- und Masterstudiengänge in der
Geoinformatik. 2006 war er der Gründungspräsident der ‚Gesellschaft
für Geoinformatik‘ mit Mitgliedern aus Deutschland, Österreich und
der Schweiz und ist derzeitig Vorstandsvorsitzender des ‚Vereins
zur Förderung der Geoinformatik in Norddeutschland‘ (kurz GiN
e.V.), dem Institutionen aus Wirtschaft, Wissenschaft und
Verwaltung angehören. Professor Ehlers hat viele Projekte in der
Fernerkundung initiiert und geleitet und besitzt Forschungskontakte
in vielen Ländern der Welt (u.a. USA, Kanada, Australien und
China). Er ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder.

Spendenlauf (schulintern)
Dienstag, 25. Juni 2013

Kunstausstellung
Werke Ehemaliger im Kunsthaus Stade
ab Samstag, 14. September 2013
Jan Berg - Kommunikationsdesign (Abi 2002)
Julia Borchert - Kostüm- und Modedesign (Abi 1993)
Sabine Fassl - Objekte und Grafik (Abi 1993)
Gunilla Jähnichen - Zeichnung und Malerei (Abi 1993)
Till Muhl - Produktdesign (Abi 1993)
Iris Schomaker - Malerei (Abi 1992)

"Ozean-Versauerung - Das andere CO2-Problem "
Prof. Dr. Ulf Riebesell (Abi 1979)
Freitag, 16. Mai 2014 um 19.30 Uhr in der Aula des Athenaeums
Prof. Dr. Ulf Riebesell studierte zunächst Biologie und biologische Meereskunde in Kiel, Seattle und Rhode Island, USA. Er promovierte an der Universität Bremen und war am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung wissenschaftlich tätig. Längere Gastaufenthalte führten ihn an die University of California Santa Barbara, ehe er im Jahre 2003 ans damalige Institut für Meereskunde (heute: GEOMAR) nach Kiel wechselte, verbunden mit einer Professur für Biologische Ozeanographie an der Christian-Albrechts Universität zu Kiel (CAU). Professor Riebesell ist Mitglied in vielen nationalen und internationalen Gremien. Neben der Leitung des BMBF Verbundvorhabens BIOACID (Biological Impacts of Ocean Acidification) und der stellvertretenden Koordination des EU Vorhabens EPOCA (European Project on Ocean Acidification), engagiert sich Riebesell auch im Kieler Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ und dem Sonderforschungsbereich 754 „Klima-Biogeochemische Wechselwirkungen im Tropischen Ozean“. Er ist Autor von mehr als 100 begutachteten Fachpublikationen und erhielt 2012 den renommierten Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis, dotiert mit 2,5 Mio Euro.

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