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  1. Jubilaeum

Das Athenaeum wird 425 !!

Portal der Athe-Jugendreporter

425 Jahre wird das Athenaeum! Ein stolzes Alter und ein besonderer Geburtstag, der entsprechend gefeiert werden soll! Die Referenten, Musiker und Künstler sind ausnahmslos Ehemalige, die ihr Abitur am Athenaeum gemacht und sich zur Verfügung gestellt haben. Die Lebenswege unsere Ehemaligen zeigen ganz deutlich: Mit dem Abitur am Athenaeum ist alles möglich, alle Wege stehen Dir offen: Vom Abitur über ein Studium bis zum Arzt, Professor, Musiker, Künstler, Chef großer deutscher Unternehmen, zum Komponisten oder wichtigem deutschen Publizisten!

„Stoer-Fall“ Elbe? Rückblick und Ausblick"
Prof. Dr. Heinrich Reincke (Abi’ 1967)

Mittwoch, 16. Januar 2013 um 19.30 Uhr in der Aula des Athenaeums

Es war einmal ein breiter Tidestrom, der durch das weite Marschenland dahinfloss. Hinter kilometerweit zurückliegenden Deichen an der Niederelbe siedelten Bauern, Fischer und auch Handwerker, die vom Handel in der Niederelberegion wohlhabend lebten und auch nach verheerenden Sturmfluten der Niederelbe immer wieder die Treue hielten. Dieses “Es war einmal“ hat etwa bis in die sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts gewährt. Nach der schweren Sturmflut von 1962 trat ein tiefgreifender Wandel ein, der von den Chronisten damals als “Eine Landschaft im Umbruch“ beschrieben wurde. Was davor und danach sich an dem Tidestrom entwickelt hat wird in dem Vortrag dargestellt.

„Wie wir lernen und vergessen – und was die Neurowissenschaft dazu sagt“
Prof. Dr. Stephan Kröger (Abi 1977)

Mittwoch, 23. Januar 2013 um 19.30 Uhr in der Aula des Athenaeums

Wir lernen täglich und wir lernen immer. Man kann das Gehirn nur mit Gewalt am Lernen hindern. Lernen ist wie Hunger – er ist da und will gestillt werden. Aber was passiert im Gehirn, wenn wir lernen und was passiert, wenn wir etwas vergessen? Was sind die Mechanismen, nach denen wir lernen und wo im Gehirn werden Informationen gespeichert? Diese und einige weitere Fragen sollen auf unterhaltsame Art zeigen, dass es sich nicht nur für Lehrer lohnt, etwas über das Gehirn zu wissen und dass es Spaß macht, sich mit dem Gehirn zu beschäftigen.

"Von Stammzellen und Umprogrammierungen: Wie sich das Herz erneuert"
Prof. Dr. Dr. Thomas Braun (Abi 1980)

Montag, 11. Februar 2013 um 19.30 Uhr in der Aula des Athenaeums

Wenn eine kleine Wunde heilt, halten wir dies für selbstverständlich. Wieso ist dies aber nicht auch bei Erkrankungen des Herzens so, bei denen etwa ein Herzinfarkt eine Wunde im Herzmuskel erzeugt? Wieso können einige Tierarten ihre Organe und Gewebe bis ins hohe Alter hinein komplett wiederherstellen? Welche Rolle spielen Stammzellen dabei? Sind in Zukunft neue Therapieansätze zu erwarten, die kranken Menschen Hilfe bringen? Dies sind Fragen, die uns alle irgendwann betreffen. Einblicke in aktuelle Forschungsansätze sind gar nicht so schwer zu bekommen und spannender als manche Krimis.

"Der Lebensmitteldschungel – wie komme ich da durch"
Prof. Dr. Hauke Hilz (Abi’ 1996)

Freitag, 22. Februar 2013 um 19.30 Uhr in der Aula des Athenaeums

Unsere Lebensmittel sind voller Informationen. Dazu gibt es Tausende von Expertentipps, die es zu befolgen gilt. Viele Verbraucher fühlen sich im Supermarkt überfordert und von den vielen Angaben und Ernährungsempfehlungen verwirrt. Dieser Vortrag soll eine Hilfestellung für die Verbraucher bieten. Thematisiert werden dabei Nährwertkennzeichnung, Vollkornernährung, Biolebensmittel, vegetarische Ernährung und Lebensmittelzusatzstoffe.

„Alles, was Sie immer schon über Genetik wissen wollten“
Prof. Dr. H. Hilger Ropers (Abi 1963)

Montag, 25. Februar 2013 um 19.30 Uhr in der Aula des Athenaeums

In den vergangenen 50 Jahren hat sich die Genetik zur Leitdisziplin im Bereich der Lebenswissenschaften entwickelt. Seit ca. 10 Jahren ist die grundlegende Struktur des menschlichen Erbguts bekannt, welches 2 x 3,2 Milliarden DNS-Bausteine umfasst. Neue, hocheffiziente Verfahren zum Nachweis von Veränderungen in der menschlichen DNS-Sequenz haben die Voraussetzungen dafür geschaffen, alle genetisch bedingten
Krankheiten molekular aufzuklären. Als früherer Leiter eines
Humangenetischen Instituts in den Niederlanden und als
Max-Planck-Direktor war und ist der Vortragende an dieser Forschung maßgeblich beteiligt, und als Arzt ist ihm die Verbesserung der Diagnose, Verhütung und Behandlung von genetisch bedingten Krankheiten in Deutschland ein besonderes Anliegen.

„Technische Potentiale der Windenergietechnik“
Prof. Dr. Reiner Schütt (Abi 1981)

Mittwoch, 6. März 2013 um 19.30 Uhr in der Aula des Athenaeums

Warum Deutschlands Ingenieure so erfolgreich Windenergieanlagen entwickeln und was sie tun, damit es so bleibt!

Unternehmen wie die ENERCON GmbH aus Niedersachsen oder die REpower Systems GmbH aus Schleswig-Holstein entwickeln seit Jahren hochinnovative Windenergieanlagen für den Weltmarkt. Windenergieanlagen aus Deutschland haben weltweit den besten Ruf. Entwicklungen deutscher Ingenieurbüros stecken in den Windenergieanlagen „Made in China“. Junge Menschen aus der ganzen Welt kommen nach Deutschland, um hier in Sachen „Windenergie“ zu studieren. Warum ist das so und wohin geht die Entwicklung? Was tun deutsche Unternehmen, die Hochschulen und Organisationen, um den technologischen Vorsprung zu halten? Welche Potenziale stecken in der Windenergietechnik? Der Vortrag will einige Antworten auf diese Fragen geben.

„Die Zukunft der Werbung: Herausforderungen und Probleme“
Prof. Dr. Matthias Sander (Abi 1983)

Mittwoch, 13. März 2013 um 19.30 Uhr in der Aula des Athenaeums

Werbung ist ein komplexes Phänomen moderner Marktwirtschaften. Nahezu jeder ist ihr tagtäglich ausgesetzt. Inzwischen existiert eine Vielzahl von Werbe- bzw. Kommunikationsformen. Im Rahmen des Vortrages werden die einzelnen Werbearten kurz vorgestellt sowie die Bedeutung der Werbung dargestellt. Darüber hinaus wird auf die dramatisch geänderten Rahmenbedingungen von Werbung eingegangen. Beispielhaft wird dargestellt, wie Unternehmen auf diese geänderten Rahmenbedingungen im Rahmen ihres Kommunikationsmanagements reagieren können. Schließlich werden mögliche Trends und Zukunftsperspektiven der Werbung aufgezeigt.

„In Memoriam Johann Sebastian Bach“

Chor- und Orgelkonzert mit dem Kammerorchester der Hochschule für Musik Detmold unter der Leitung von Prof. Dr. Anne Kohler (Abi 1986) und dem Organisten Martin Küssner (Abi 1986), Dozent an der PH Weingarten
Donnerstag, 14. März 2013 um 19.30 Uhr in St. Cosmae


Es erklingen Chor- und Orgelwerke von Johann Sebastian Bach, Chorwerke von Verwandten des Komponisten Johann Sebastian Bach, sowie Widerspiegelungen der Kompositionen Bachs im Werk zeitgenössischer Komponisten.

Der Kammerchor der Hochschule für Musik Detmold ist ein Auswahlensemble von 36 Sängerinnen und Sängern, das anspruchsvolle Chorliteratur von der Renaissance bis hin zur Moderne konzertant aufführt. Studierende der Schul- und Kirchenmusik, Studierende mit Hauptfach Gesang sowie stimmlich begabte Tonmeister und Orchestermusiker finden sich in wöchentlichen Proben und zusätzlichen Probenphasen unter Leitung von Prof. Anne Kohler zusammen.

Der Kammerchor nahm in den vergangenen Jahren mehrfach an internationalen Chorwettbewerben (Athen, Trnava, Marktoberdorf) teil und wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Im April 2012 gewann das Ensemble den 1. Preis im internationalen Kammerchorwettbewerb in Mosbach.

„Die Rolle der Banken in Deutschland“
Ein Streitgespräch zwischen Stefan Aust (Publizist, Abi 1966) und Jürgen Fitschen (Vorstand der Deutschen Bank, Abi 1967)

Freitag, 12. April 2013 um 19.30 Uhr in der Aula des Athenaeums

„Klimawandel und Anpassungsprobleme urbaner Räume in globaler Perspektive“
Prof. Dr. Jürgen Oßenbrügge (Abi 1972)

Mittwoch, 17. April 2013 um 19.30 Uhr in der Aula des Athenaeums

Das 21. Jahrhundert wird bereits durch zwei Trends gekennzeichnet, die einen wesentlichen Einfluss auf die menschlichen Lebensbedingungen haben werden. Zum einen greift der globale Klimawandel mit seinen Folgewirkungen tief auf unsere ökologischen und infrastrukturellen Voraussetzungen für die Wirtschaft und Siedlungen ein. Klimaschutz und Klimaanpassung erfordern gesellschaftliche Transformationen, die in ihrer Reichweite mit dem Übergang in das Industriezeitalter verglichen werden, aber in eine ganz andere Richtung verweisen. Neben diesen epochalen Veränderungen treten die Städte als dominante räumliche Organisationsform der Gesellschaft in den Vordergrund. Derzeit leben bereits über 50% der Weltbevölkerung in Städten und dieser Anteil wird in den kommenden Jahrzehnten zunehmen. Wir erleben eine massive Urbanisierung im globalen Süden, gleichzeitig eine Re-Urbanisierung in den postindustriellen Ländern. Die Klimafrage ist damit sehr eng an die Entwicklungen der Groß- und Megastädte der Welt gebunden, umgekehrt werden unsere urbanen Zentren nur lebensfähig bleiben, wenn sie nachhaltig gestaltet, resilient gegenüber Umweltrisiken geplant und ihr „ökologischer Fußabdruck“ minimiert wird.

"Liedergala"
Okka von der Damerau (Abi 1995)
Malte Kroidl (Abi 1990)

Samstag, 04. Mai 2013 um 19.30 Uhr in der Aula des Athenaeums

Arien und Duette aus der Geschichte der Oper (u.a. von Mozart, Tschaikowsky, Massenet, Verdi und Wagner) umrahmt mit Klaviermusik

„Morde im Minutentakt“
Lesung mit Wolfgang Röhl (Abi 1966)

Mittwoch, 15. Mai 2013 um 19.30 Uhr in der Aula des Athenaeums

Der Vortag dreht sich um die Bedeutung, die der geschriebene und gedrehte Krimi in unserer Gesellschaft bekommen hat. Inzwischen ist das Genre mit Abstand die meist konsumierte Sparte im Fernsehen; die Buchhandlungen liegen voll mit Krimis aus allen möglichen Ländern, Regionalkrimis decken die letzte Pampa ab. Das ist nicht nur quantitativ von Bedeutung, es verändert auch unser aller Wahrnehmung.
Das Bombardement mit fiktiven Verbrechen bleibt auf unsere Wahrnehmung der Realität nicht ohne Wirkung - die meisten schätzen die tatsächliche Verbrechensrate in Deutschland zu hoch ein. Viele meinen auch, kapitale Verbrechen fänden vorzugsweise dort statt, wo ideologisch einschlägig verortete Drehbuchautoren und Sendeanstalten sie gern spielen lassen, also im Milieu von Politikern, Pharmaunternehmern, Ärztelobbyisten, Baulöwen, Finanzhaien, Umweltfrevlern, Genforschern etc.
Krimis sind so etwas wie ein politisches Instrument geworden - subtiler als Wahlkampfgeschrei, aber auf Dauer wirkungsmächtiger.

"B.A.R.E.S. - Botanische Athenaeums Raritäten"
StDir Elfriede Schöning (am Athe seit 1996)


Mittwoch, 22. Mai 2013 um 19.00 Uhr
Treffpunkt ist der Schulhof

Sie erfahren etwas über Pflanzen und ihre Nebenwirkungen, wenn man sie nur einmal oder öfter isst, sowie auch Ökologisches und Mythologisches.

Elfriede Schöning, Abitur 1977 in der Liebfrauenschule Mülhausen, Mathematik- und Biologiestudium in Essen, Religionsstudium in Hildesheim, am Athenaeum seit 1996, als Studiendirektorin zuständig für Haus und Hof sowie Finanzen

„Der Kontrabass“ von P. Süßkind
One-man-show mit Timo Fröhlich (Abi 1999)

Freitag, 31. Mai 2013 um 19.30 Uhr in der Aula des Athenaeums

Das Stück besteht aus dem Monolog eines Kontrabassisten, in dem sich ein bieder-selbstgerechter Charakter offenbart, dessen Vorurteilen und Denkschablonen wir im "richtigen Leben" überall begegnen.

Thiemo Fröhlich, geb. 1977 in Stade, aufgewachsen in Fredenbeck, nach zehn Jahren Auslandsaufenthalt in Südfrankreich zurück nach Fredenbeck und Schulbesuch am Gymnasium Athenaeum. Kontrabass-Studium an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover bei Prof. Peter Pühn und an der Sibelius Akatemia in Helsinki / Finnland bei Prof. Panu Pärssinen.

Als Orchester- und Kammermusiker arbeitete er hauptsächlich in Deutschland und Finnland. Zahlreiche Orchestertourneen führten ihn mit namhaften Dirigenten (Eiji Oue, Leif Seserstamm, Jorma Panula, Markus Stenz, Lothar Zagrosek u.a.) durch Europa bis Asien. Des weiteren unterrichtet er an allgemeinbildenden Schulen und gibt Privatunterricht (Kontrabass).

2008 entdeckte er seine zweite große Leidenschaft, das Schauspiel, mit der Inszenierung des abendfüllenden Ein-Mann-Theaterstückes „Der Kontrabass“ von Patrick Süskind und schlüpft nach erfolgreicher Premiere im April 2008 im Großen Saal der Hochschule für Musik, Theater und Medien immer wieder in die Rolle des verliebt, verklemmt, verzweifelten Kontrabassisten.

„Moderne Medizin für den Menschen im Elbe-Weser-Raum“
Dr. Christoph Hancken (Abi 1977)

Mittwoch, 05. Juni 2013 um 19.30 Uhr in der Aula des Athenaeums


Seit mehr als 60 Jahren ist die Klinik Dr. Hancken ein Synonym für moderne radiologische Diagnostik und komplexe Tumortherapien in der Elbe-Weser-Region. Vom Beinbruch bis zur komplexen Krebsbehandlung nach internationalem Standard – die Klinik Dr. Hancken ist für alle Unfälle und Erkrankungen gerüstet, zu deren Diagnose ein klares Bild gebraucht wird oder zu deren Behandlung anspruchsvolle radio-onkologische, nuklearmedizinische oder systemische Therapien nach aktuellstem wissenschaftlichen Standard erforderlich sind.
Wie es gelingen kann, auch in Zeiten knapper Kassen im Gesundheitswesen als Familienbetrieb diesen hohen Standard zu erreichen und die technischen Errungenschaften allen Menschen in der Elbe-Weser-Region zur Verfügung zu stellen, schildert der Geschäftsführer der Klinik Dr. Hancken Gruppe, Dr. med. Christoph Hancken, in seinem Vortrag.
Bahnbrechende Entwicklungen finden in der Klinik Dr. Hancken Gruppe aber nicht nur im medizinischen Bereich statt, sondern auch auf dem Gebiet flächendeckender Versorgung durch die enge Verzahnung zwischen ambulantem und stationärem Sektor.

„Raumgeschichten Athenaeum“
Projekt mit Prof. Sandeep Bhagwati (Abi 1982)

Samstag, 15. Juni 2013 12 bis 18 Uhr im Altbau des Athenaeums

VOM KLANG DES LERNENS - akustische und skulpturale Ausstellungsperformance
Parallel zum Oratorium werden auch die 12 Orte im Altbau des Athenaeum zu Orten der Schulerfahrung: ein wie gerade verlassenes Prüfungszimmer mit seinen charakteristischen Geräuschen, eine Lesung aus Klassenbucheintragungen, eine Ausstellung kostbarer Bücher aus der Bibliothek, die ihren Inhalt nur dem offenbaren, der an ihnen lauscht, eine Installation aus Kleiderbügeln mit den Namen aller jemals am Athe unterrichtet habenden Lehrer (an die noch Jahrzehnte nach ihrem Ausscheiden ein Kleiderbügel im Lehrerzimmer erinnert), ein Lichtraum, in dem man mit geschlossenen Augen einen Schultag am Athe akustisch erfahren kann, ein Treppenabgang, der wie eine Zeitreise vergangene Epochen des Lernens lebendig werden lässt und vieles mehr. Besucher können den Altbau wie eine Ausstellung durchstreifen - oder sich irgendwo niederlassen und der ständig sich wandelnden Mischung aus vielen Klängen wie eine Musikwerk lauschen - und sich von vielfältigen Aufführungen überraschen lassen, die diesen Tag zu einem aussergewöhnlichen vielgestaltigen Kunsterlebnis werden lassen, der den Besuchern überraschende sinnliche Einblicke in die Abgründe des Lernens und des Lehrens gewährt.


SANDEEP BHAGWATI ist mehrfach preisgekrönter Komponist, Theatermacher, Medienkünstler und Forscher. Seine Werke und Ausstellungen finden weltweit Anklang, 5 seiner Opern wurden an wichtigen Bühnen zur Aufführung gebracht, zahllose Aufführungen seiner Kammer-, Orchester- und Vokalmusik. Er ist auch bekannt für seine Installationen, die ganze Gebäude in künstlerische Erlebniswelten verwandeln, so zum Beispiel das Haus der Kulturen der Welt in Berlin, das Stadthaus Ulm und die Musikhochschule München. 2000 wurde er auf einen Lehrstuhl für Komposition und Multimedia an der Musikhochschule Karlsruhe berufen, 2006 dann als Canada Research Chair an die Concordia University Montréal (Kanada), wo er ein künstlerisches Labor leitet (matralab) und Spitzenforschung im Bereich neuen Musiksoftwares für computergestützte Kreativität, z.B. improvisierende Computer, selbsterzeugende Partituren oder neue, in Kledung eingebettete Musikerinformationssysteme betreibt. 2013 ist er ausserdem Gastprofessor für Neue Musik an der Universität der Künste Berlin.

Schulhoffete mit Musik und Kleinkunst

Samstag, 15. Juni 2013 ab 18 bis 24 Uhr

Programm

„Jubiläumskonzert Stundenplan“
Komponist Prof. Sandeep Bhagwati (Abi 1982)
Leitung Benjamin Warnat

Sonntag, 16. Juni 2013 um 16 Uhr und um 19:45 Uhr im Stadeum

Ein Konzertsaal als Klassenzimmer, ein Oratorium als Schulstunde - zum Jubiläum des Athenaeum wird der Komponist Sandeep Bhagwati ein abenteuerlustiges Werk schreiben, das 12 verschiedene Fächer des Schulunterrichts zum musikalisch-szenischen Ereignis werden lässt - eine Sprechfuge aus geographischen Namen, eine Arie mit erotischen Annäherungen (sogenannten "Asymptoten") an die - Mathematik, ein französischer Dialog, in dem nur der Vokal "e" vorkommen darf (der aber Im Französischen immer verschieden ausgesprochen werden kann), eine englische Szene, in der die vielen Kürzel der SMS-Sprache (U C ? = you see ? = Siehst Du ?) einen kurzatmigen, aber geistreichen Choral ergeben, eine Litanei historischer Ereignisse am Athenaeum, eine Meditation über die Kunst in Zeiten der Bilderflut usw. All diese Unterrichtsstunden finden im grossen Saal des Stadeum statt, der zu diesem Zwecke als Klassenzimmer gestaltet wird - denn schliesslich ist ein Gymnasium auch an einem Jubiläum vor allem zum Lernen da, oder etwa nicht ?

Festakt

Montag, 17. Juni 2013 um 14 Uhr in der Aula des Athenaeums

Sporttag für Schüler und Schülerinnen des Athenaeums

Mittwoch, 19. Juni 2013

Programm

Naturwissenschaftstag
Vorträge, Workshops und Austellungen

Donnerstag, 20. Juni 2013

„Zuckerkrank - was nun?“
Dr. Harm Spreckels (Abi 1978)

Donnerstag, 20. Juni 2013 um 16.30 Uhr in der Aula des Athenaeums

Bekanntlich gehört der Diabetes mellitus zu den Volkskrankheiten
mit deutlichem Anstieg der Erkrankungsrate.
Welche enormen gesellschaftlichen und individuellen Konsequenzen sich jedoch hinter dieser Krankheit verbergen, soll in dem Vortrag deutlich werden.
Nach einer kurzen Darstellung der Pathophysiologie, der Diagnostik und der Therapie folgt die Beschreibung der Komplikationen an Fallbeispielen aus der eigenen Praxis. Begleitend besteht die Möglichkeit der Blutzuckermessung.

„CO2 und Geotechnik – Die Lösung von Klimaproblemen?"
Prof. Dr. Günter Borm (Abi 1963)

Donnerstag, 20. Juni 2013 um 20.00 Uhr in der Aula des Athenaeums

Kohlendioxid CO2 ist verbrannte Kohle. Es brennt nicht, explodiert nicht und ist ungiftig. Wir Menschen atmen es aus, die Pflanzen atmen es ein und bilden daraus Sauerstoff und Kohlehydrate–essentiell für unsere Ernährung und als Energierohstoffe.
ZuvielCO2 in der Luft erhöht den Treibhauseffekt auf der Erde und damit das Risiko von Orkanen und Überschwemmungen. Klimaforscher warnen schon lange und fordern eine Minderung der industriellen CO2 Emissionen in naher Zukunft.
Die Erdkruste kann mehr als tausendmal mal so viel CO2speichern wie die Ozeane und fast hunderttausend mal mehr als die Atmosphäre. Warum sollte man dann die klimaschädlichen Abgase der Industrie noch weiterhin durch die Schlote in den Himmel blasen anstatt das CO2 abzutrennen und in den tiefen Untergrund zu pumpen, wo es ja auch herstammt?
Ein internationaler Verbund aus Wissenschaft und Industrie entwickelte bei Ketzin im Havelland vor Jahren das erste Pilotprojekt zur geologischen Speicherung von CO2 auf dem europäischen Festland. Darin soll untersucht werden, ob und mit welchen Risiken die unterirdische Lagerung von CO2 in ländlichen Gebieten möglich ist und ob die Menschen das dann auch akzeptieren. Wie weit ist man einer Lösung der Klimaprobleme mit diesem wissenschaftlich-technischen Großprojekt schon näher gekommen?
Der Vortragende war Direktor am Deutschen GeoForschungsZentrum Potsdam, wo er u. a. das EU Projekt CO2 SINK initiierte und leitete (www.co2sink.org).

„Die Bewältigung des Technologiewandels in der Fotobranche durch Innovationen am Beispiel der CEWE Color AG“
Dr. Rolf Hollander (Abi 1970)

Donnerstag, 20. Juni 2013 um 18:00 Uhr in der Aula des Athenaeums


Das Geschäftsmodell des Fotodienstleisters CEWE COLOR, das Entwickeln von Filmen und Ausbelichten von Analogfotos, wurde ab der Jahrtausendwende bedroht von der Digitalfotografie.
Mit Hilfe von Produktinnovationen (z.B. dem CEWE FOTOBUCH) und Erweiterung der Vertriebswege gelang dem Unternehmen eine Anpassung an Veränderungen von Technologie und Kundenverhalten. Die spannende Geschichte dieser erfolgreichen Technologietransformation ist Inhalt des Vortrages.

Kulturtag
Vorträge, Filme und  Workshops

Freitag, 21. Juni 2013


Programm

„ Ich lese nicht, ich denke selbst“
Christoph Duwe (Abi 1988)


Freitag, 21. Juni 2013 um 16.00 Uhr im Erweiterungsbau des Athenaeums Raum E001

Religion und Moral, Demokratie und Freiheit, Kunst und Kommerz –
in seinem ersten Buch wagt sich der Komponist, Musikwissenschaftler und Autor Christoph Duwe an die klassischen Fragen aus Philosophie, Politik und Kultur.
Es gelingt ihm, all diese vermeintlich sperrigen Themen dem oftmals bemüht intellektuellen Diskurs im Elfenbeinturm zu entreißen. Duwes Fähigkeit, den Dingen auf den Grund zu gehen, resultiert ganz sicher auch aus seiner persönlichen Lebenssituation, denn er sitzt seit mehr als 30 Jahren wegen einer schweren Muskelerkrankung im Rollstuhl.
ICH LESE NICHT ICH DENKE SELBST ist deshalb so etwas wie ein kluger Blick auf die Welt - vom Rand der Gesellschaft. Duwes Ausführungen treffen den
Kern und klingen dabei weder flapsig noch abgehoben. Insofern stößt er mit seiner Essaysammlung genau in die Lücke zwischen Eckart von Hirschhausen und
Richard D. Precht.
Auch wenn Duwe manchen Scharlatan lustvoll abwatscht, so beteiligt er sich doch niemals am heute üblichen kulturpessimistischen Gedröhn. Vielmehr ist sein Buch
geprägt von Optimismus, von der Hoffnung auf mehr Frieden, mehr Weisheit und mehr Empathie: Er glaubt an "die Evolution des Geistes". Selten war es im gleichen Maße kurzweilig wie erhellend, sich mit Gott und der Welt zu beschäftigen.


Eintritt: 5 €, Schüler freier Eintritt
Karten über Ticket-Point, Tourist-Information, Sekretariat, Stadeum und online

"Texte von Peter Rühmkorf"
Lesung mit Ronald M. Finke (Abi 1991)


Freitag, 21. Juni 2013 um 18.00 Uhr um Erweiterungsbau des Athenaeums Raum E001

Anlässlich des fünften Todestages von Peter Rühmkorf, einem der bedeutendsten deutschen Autoren Nachkriegsdeutschlands, findet am Freitag, dem 21. Juni um 18 Uhr eine Lesung im Athenaeum Stade statt. Rühmkorf erlebte seine Kindheit in Warstade / Hemmor und absolvierte sein Abitur am „Athe“ 1951. Er gründete 1957 den „Studentenkurier“ aus dem später das Magazin „konkret“ hervorging. Sein Werk erstreckt sich über mehr als 50 Jahre und besteht aus Essays, Reden, Pamphleten und vor allem auch Gedichten und modernen Märchen. Viele seiner Gedichte wurden vertont und als „Jazz & Lyrik“ bekannt. Marcel Reich-Ranicki nannte Rühmkorf „einen handfesten Spaßmacher und exquisiten Ironiker“. Er erhielt zahlreiche Literaturpreise und starb im Juni 2008 im Alter von 78 Jahren.
Ronald Finke (Abitur am Athe 1991) spielt seit der Grundschulzeit Theater und ist langjähriges Mitglied des Thalia-Amateurtheaters in Hamburg. In einer einstündigen Lesung begibt er sich auf die Suche nach Peter Rühmkorf und wird einige ausgewählte Texte und Gedichte vortragen.

„Viele Wege führen nach Mekka – Meine Lebensreise von Stade ins Morgenland“
Dr. Peter Schütt (Abi 1959)


Freitag, 21. Juni 2013 um 18.00 Uhr in der Aula des Athenaeums

Der Schriftsteller Peter Schütt wurde als Sohn des Lehrers Walter Schütt am 10. Dezember 1939 in Basbeck geboren. Mit seinen beiden jüngeren Schwestern wuchs er im Schulhaus in Basbeck am Moor auf, wo sein Vater als Einklassenlehrer Unterricht erteilte. Später besuchte er zunächst die Private Oberschule Warstade und dann das Athenaeum in Stade. 1959 machte er dort sein Abitur. Bereits in seiner Schulzeit schrieb er meteorologische Beiträge für die Nieder-Elbe-Zeitung.

In Göttingen, Bonn und vor allem in Hamburg studierte Peter Schütt Germanistik und Geschichte. Er schloss seine Studien 1967 mit einer Dissertation über den schlesischen Barockdichter Andreas Gryphius zum Doktor der Philosophie ab. Anschließend war er als freier Schriftsteller tätig.

Seine ersten literarischen Veröffentlichungen fallen in seine Studentenzeit, im Zeichen des linken Radikalismus der 68er Bewegung. Bereits 1966 kam er zur Dortmunder Gruppe 61. Drei Jahre später war er einer der Initiatoren des „Werkkreises Literatur der Arbeitswelt“, dessen Hamburger Gruppe er mehrere Jahre leitete. Im Hamburger Quer-Verlag erschienen damals seine ersten Lyrik- und Prosasammlungen. In den Siebziger- und Achtzigerjahren machte sich Peter Schütt mit seinen Reiseberichten – über Vietnam, Sibirien, das andere Amerika, Afrika und den Iran – einen Namen. Zum Schreiben wurde er vor allem von seinem Onkel Alfred Vagts und von Peter Rühmkorf angeregt.

Über letzteren bekam Peter Schütt schon früh Zugang zum Kreis um die linke Studentenzeitschrift „konkret“. Er trat 1965 dem Sozialistischen Studentenbund bei und wurde 1967 in der Studentenbewegung aktiv. Wegen seiner Beteiligung am Sturz des Hamburger Kolonialdenkmals im Garten der Universität verlor er 1967 seine Assistentenstelle am Literaturwissenschaftlichen Seminar. Seitdem lebt er als freier Schriftsteller in Hamburg – Eppendorf.

Von 1971 bis 1988 gehörte er dem Vorstand der „Deutschen Kommunistischen Partei“ an, aus der er wegen seines Engagements für den Reformkurs von Michail Gorbatschow ausgeschlossen wurde. Er trat daraufhin aus der Partei aus und bilanzierte in seinem Buch „Mein letztes Gefecht. Abschied und Beichte eines Genossen“ selbstkritisch seine Irrtümer. Seither ist er parteilos.

Nachdem Peter Schütt 1987 eine Iranerin geheiratet hatte, mit der er zwei Kinder hat, konvertierte er 1990 zum schiitischen Glauben. In religiöser Hinsicht ist Peter Schütt zeitlebens ein Suchender gewesen. Bereits 1959 trat der ursprünglich lutherische Christ zum Katholizismus über.

Sein Interesse für den Islam begann bereits während der Studentenbewegung. 1996 unternahm er eine Pilgerfahrt nach Mekka. Seine Heimat hat er im Islamischen Zentrum an der Hamburger Außenalster gefunden. Dort trifft er sich in einem offenen Kreis mit Glaubensbrüdern, Nichtmuslime wie Christen, Juden, Buddhisten, Esoteriker und sogar erklärte Atheisten.

Er ist Mitglied der Hamburger „Patriotischen Gesellschaft von 1765“ und leitet dort seit 1983 den „Interreligiösen Dialog“. Er versteht sich als Anwalt des multireligiösen Dialogs und als der er im In- und Ausland geachtet wird. Weiter ist er seit 1971 Mitglied des Verbandes Deutscher Schriftsteller und des Werkkreises „Literatur der Arbeitswelt“. Von 1966 – 1969 war er Mitglied des SDS in Hamburg. Bei der Zeitschrift MUT ist Peter Schütt heute noch ständiger Mitarbeiter, für der er regelmäßig Beiträge abliefert. Außerdem arbeitet er für die FAZ, Die Welt, den Rheinischen Merkur und den Deutschlandfunk.

In Gedichten und Kurzgeschichten hat er sich immer wieder mit seiner Heimat, dem Osteland, beschäftigt, nicht zuletzt in seinen Veröffentlichungen „Mein Niederelbebuch“ und „Notlandung in Turkmenistan“. Die Oste, die Schwebefähre zwischen Osten und Hemmoor , „Gottes himmlische Galeere“, wie er sie nennt, spielen eine Dauerrolle.

Eine Dichterlesung am 14. Juni 1996 in der Kulturdiele, organisiert vom Hemmoorer Geschichts- und Heimatverein und vom Culturkreis Hemmoor, stand unter dem Motto: „Von Hemmoor nach Mekka“. Peter Schütt las an dem Abend u.a. Texte aus seinem Buch „Notlandung in Turkmenistan“.

Seine Veröffentlichungen:
• „Sicher in die siebziger Jahre. Straßentexte“ Hamburg 1969
• „Die Dramen des Andreas Gryphius“ Hamburg 1971
• „Friedensangebote“ Hamburg 1971
• „Vietnam 30 Tage danach“ Dortmund 1973
• „40 Pfennig mehr oder der Stapellauf fällt ins Wasser“ Oberhausen 1975
• „Mein Niederelbebuch“ Fischerhude 1976
• „Ab nach Sibirien“ Dortmund 1977
• „Für wen? Für uns!“ Fischerhude 1977
• „Beziehungen“ Fischerhude 1977
• „Klarstellung“ Berlin 1978
• „Zwei Kontinente Fischerhude 1978
• „Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan....“ Dortmund 1980
• „Die Muttermilchpumpe“ Dortmund 1980
• „Peter Schütt, Zeitgedichte“ München 1980
• „Zwischen Traum & Alltag“ Fischerhude 1981
• „Entrüstet Euch!“ Dortmund 1982
• „Let´s go East“ Dortmund 1982
• “Schaut auf diese Werft” Hamburg 1983
• „Was von den Träumen bleibt“ Dortmund 1983
• „Bäume sterben aufrecht“ Berlin1983
• „Das kleine 35-Stunden-Buch“ Dortmund 1984
• „Das Kreuz des Südens“ Dortmund 1985
• „Liebesgedichte“ Fischerhude 1987
• „... wenn fern hinter der Türkei die Völker aufeinander schlagen“ Köln 1987
• „Die Himbeersoße kam vom KGB“ Dortmund 1989
• „Moskau funkt wieder“ Köln 1989
• „Mein letztes Gefecht. Abschied und Beichte eines Genossen“ Böblingen 1992
• „Notlandung in Turkmenistan“ Asendorf 1996
• „Allahs Sonne lacht über der Alster“ Asendorf 2001
• „Von Basbeck am Moor, über Moskau nach Mekka
Stationen einer Lebensreise“, Asendorf 2008

als Herausgeber
• „Aktion Roter Punkt“ München 1969
• „Faustregeln für Klassenkämpfer“ Dortmund 1970
• „Linkes Lesebuch“ Dortmund 1970
• „Nix zu machen?“ Köln 1971
• „Zu Gast bei Freunden“ Dortmund 1972
• „Mitbestimmen, Macht gewinnen“ Oer-Erkenschwick 1973
• „Frieden & Abrüstung“ Fischerhude 1977
• „Amandla maatla“ Dortmund 1983

Peter Schütt Texte:
Die Rettung der Schwebefähre
Von Dichtern und Dörfern
Weiterführende Links:
http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Schütt

„Bulle im St.-Pauli-Sumpf – wie die Mafia nach Deutschland kam“
Peter Reichard (Abi 1966)


Freitag, 21. Juni 2013 um 20.00 Uhr in der Aula des Athenaeums

Ein Zeitzeugenbericht von Peter Reichard über seinen Kampf gegen internationales organisiertes Verbrechen und Korruption auf Hamburgs Roter Meile

„Als Polizist läufst du Gefahr, politisch missbraucht zu werden“, warnte der Vater seinen Sohn, in den sechziger Jahren Stades Bürgermeister und tief geprägt von den Erfahrungen mit der Nazi-Diktatur. Der Sohn schlug die Warnung in den Wind. Erst viele Jahre später kam er zu der bitteren Erkenntnis: Sein Vater hatte Recht behalten.
1966, gleich nach dem Abitur, begann Peter Reichard seine Ausbildung bei der Hamburger Polizei. Ein Jahr später landete er als damals jüngster Polizist an der Davidwache. Tauchte ein in die Welt einer gnadenlosen Sex-Industrie, des Nepps, Drogenhandels, der Gewalt und Korruption. Und musste lernen, dass polizeiliche Arbeit im Milieu weniger vom Gegeneinander als vom Miteinander geprägt war. Sie alle gehörten zusammen, Kellner, Prostituierte, Polizisten. Wie eine Großfamilie. Schon in der ersten Nacht verlor der junge Mann aus Stade alle Illusionen von einem Leben, für das er nicht erzogen worden war.
Anfang der siebziger Jahre erhielt die Hamburger Kripo Hinweise darauf, dass der Bordellier Wilfrid Schulz, ehrfurchtsvoll der „Pate von St. Pauli“ genannt, Kontakte zu Mafia-Größen in Sizilien und Las Vegas unterhielt, darunter zu einem der Köpfe der Cosa-Nostra, Meyer Lansky. Spielcasinos wuchsen wie Pilze aus dem Boden, von Italienern gelenkt. Schutzgelder wurden eingetrieben. Polizisten bestochen.
Ein Polizeikommissar schlug bei der Polizeiführung und dem Oppositionsführer in der Hamburger Bürgerschaft Alarm. Nichts geschah. Auch die Presse duckte sich weg und wollte nicht wahrhaben, dass eben doch sein konnte, was nicht sein durfte.
Als Ende der siebziger Jahre auf den Chef eines Nobelpuffs auf der Reeperbahn geschossen wurde, weil er sich nicht dem Druck eines persischen Schutzgeldeintreibers aus dem Dunstkreis des „Paten“ beugte, wandte sich Peter Reichard, inzwischen Gruppenleiter einer Kriposonderheit geworden, an einen Bürgerschaftsabgeordneten, der später einmal Hamburgs Erster Bürgermeister werden sollte: Henning Voscherau. Der sorgte dafür, dass – geheim gehalten vor der Polizeispitze – Reichard und ein Kollege undercover im St.-Pauli-Sumpf ermitteln konnten. Die Aktion wurde verraten. Ein nun jahrelanger einsamer Kampf gegen Korruption in den eigenen Reihen und internationales organisiertes Verbrechen begann – begleitet von Morddrohungen, Straf- und Disziplinarverfahren. Unterwelt-Informanten, die auspackten über illegale Allianzen zwischen Puff, Polizei und Parlament, starben unter mysteriösen Umständen. In einem Pakt mit mutigen Journalisten und Voscherau gelang es schließlich, politisches Handeln zu erzwingen: 1980 schickte Bundeskanzler Helmut Schmidt seinen Abrüstungsexperten Alfons Pawelczyk mit dem Auftrag an die Elbe: Innensenator werden und aufräumen. Nun ging es Schlag auf Schlag. Eine Sonderkommission unter der Leitung der Justizsenatorin Eva Leithäuser, zu der Peter Reichard mit einem Kollegen als Berater abkommandiert wurde, untersuchte an die tausend Einzelvorwürfe allein gegen Polizeibeamte. Das 25-köpfige Einbruchsdezernat der Hamburger Kripo - es galt bis dahin als das erfolgreichste in Deutschland - wurde wegen illegaler Machenschaften komplett aufgelöst und personell neu besetzt. Die Führungsriege der St.-Pauli-Unterwelt landete hinter Schloss und Riegel. Sie hatte nicht nur Beamte bestochen und massiven politischen Einfluss zu nehmen versucht. Nicht nur das Prostitutionsgeschäft kriminell gesteuert. Und nicht nur mit Rauschgift gehandelt. Sie war, wie nun endlich nachgewiesen werden konnte, längst ins internationale illegale Glücks- und Falschspiel eingestiegen. Mit über 50 Partnern der US- und Italo-Mafia.
1983 musste Hamburgs Polizeipräsident zurücktreten. Damit fand der größte Polizeiskandal in der deutschen Nachkriegsgeschichte auch formal seinen Abschluss.
Die kriminalpolitische Konsequenz: In Hamburg wurden die bundesweit erste Dienststelle zur Bekämpfung organisierter Kriminalität und eine Anti-Korruptionsdienststelle, das heutige "Dezernat Interne Ermittlungen" (D.I.E.), gegründet.

1984 verließ Peter Reichard die Polizei. Seither arbeitet er als Autor und Journalist.

"Das Higgs-Teilchen: eine Jahrhundertentdeckung"
Dr. Petra Merkel (Abi 1990)

Montag, 24. Juni 2013 um 18.00 Uhr in der Aula des Athenaeums

Der Large Hadron Collider LHC am CERN in Genf kollidiert Protonen mit nahezu Lichtgeschwindigkeit gegeneinander, um Energiedichten und Zustände wie im frühesten Universum zu schaffen und nach neuen Teilchen und Kräften zu suchen.

Den großen Experimenten mit vielen tausend Forschern am LHC gelang kürzlich die Entdeckung eines neuen Teilchens: dem Higgs-Boson, nach dem bereits seit fast 50 Jahren gesucht worden war. Dieses Teilchen, welches das Standardmodell der Teilchenphysik komplementiert und große Wichtigkeit für die theoretische Beschreibung der subatomaren Welt hat, verleiht den fundamentalen Bausteinen der Materie ihre Masse. Ohne Masse gäbe es keine Atome und keine normale Materie, denn die Masse sorgt dafür, dass die Grundbausteine der Materie zusammenhalten und miteinander in Wechselwirkung stehen. Die Entdeckung des Higgs-Bosons stellt einen
historischen Meilenstein in der Physik dar.
Der Vortrag behandelt die Frage, warum das Higgs-Teilchen so etwas Besonderes ist und wie die Physiker ihm auf die Spur gekommen sind.

„Unsere Augen im All - sehen Satelliten wirklich alles?“
Prof. Dr. Manfred Ehlers (Abi 1966)

Montag, 24. Juni 2013 um 19.30 Uhr in der Aula des Athenaeums

Glaubt man gängigen Krimiserien wie ‚24‘ werden Satelliten benutzt, um Terroristen aufzuspüren und wilde Verfolgungsjagden zu koordinieren. Sie zoomen in Sekundenschnelle von einem ganzen Kontinent oder Land auf Objekte in Zentimetergröße und wechseln bei schlechtem Wetter automatisch auf Radar um. Ist das alles wirklich wahr? Können Satelliten das alles?
Manfred Ehlers (Abitur 1966) ist Professor für Fernerkundung am Institut für Geoinformatik und Fernerkundung (IGF) der Universität Osnabrück und räumt mit etlichen Falschinformationen in Hollywood-Filmen auf: „Satelliten umrunden die Erde auf festen Umlaufbahnen und können nicht einfach vom CIA oder einer anderen Organisation umprogrammiert werden.“ „Außerdem besitzen sie eine feste geometrische Auflösung und kein variables Zoom-Objektiv, wie uns immer wieder vorgegaukelt wird“, kritisiert er den Wahrheitsgehalt der Filmindustrie aus Hollywood. Auch können sie keineswegs mittels Radar- oder Wärmekameras Bösewichter in Gebäuden aufspüren.
Allerdings sind Satellitendaten für die moderne Welt unverzichtbar. Gestochen scharf zeigen sie die Erde, nichts auf der Erdoberfläche bleibt ihnen verborgen. Satelliten überwachen Abrüstungsverträge, zeigen Auswirkungen von Naturkatastrophen wie den Tsunami von Fukushima, sie sind unverzichtbar für Wettervorhersage und Klimamodellierung und sind die Grundlagen für ein effektives Umweltmonitoring. In seinem Vortrag erläutert Professor Ehlers die realen Möglichkeiten und Grenzen der Satellitenfernerkundung: „Kein Satellit kann den Gesetzen der Physik entkommen“, betont Ehlers: „Entweder können wir von Satelliten aus besonders große Gebiete aufnehmen, dann besitzen sie nur eine grobe Bodenauflösung, oder wir wollen höchst detaillierte Information gewinnen, dann erhalten wir nur einen kleinen geographischen Ausschnitt.“
Von besonderer Bedeutung sind heutzutage diejenigen Satellitensysteme, wie sie zur Herstellung von Google- oder Bing-Karten benutzt werden. Sie bilden aus rund 700km Höhe die Erde mit einer Bodenauflösung von 50cm und besser ab und sind in der Lage, mittels einer schwenkbaren Optik innerhalb von 2-3 Tagen dasselbe Gebiet wieder aufzunehmen. Sie werden benötigt, wenn es darum geht, schnell und akkurat Veränderungen aufzuzeigen und Gebiete zu beobachten, zu denen man nur schwer Zugang erhält, wie z.B. Iran, Nordkorea oder unzugängliche Regionen wie Wüsten oder Polgebiete. Während bei Google Echtfarbenbilder als Basis der Satellitenkarten dienen, sind für Umweltanalysen Informationen aus dem Infrarotbereich wichtiger. Für Untersuchungen zum Pflanzenstress oder zur Ernteschätzung gibt der infrarote Wellenlängenbereich wichtige Hinweise auf die Chlorophyll-Aktivitäten der Pflanzen und ermöglicht damit grundlegende Aussagen zur Pflanzenernährung.
Nachteil dieser so genannten elektro-optischen Sensoren ist allerdings, dass das Wetter mitspielen muss. Wie bei normalen Kameras können diese Supersatelliten nicht durch Regen und Wolken hindurchsehen. Hier können Radarsatelliten eingesetzt werden, die als aktive Sensoren bei Tag und bei Nacht Bilder aufnehmen können und von Wolken und Regen nicht oder nur sehr gering beeinträchtigt werden. Allerdings sind ihre Daten nicht so leicht zu interpretieren wie die der optischen Satelliten, also solche, die mit einem Linsensystem ausgestattet sind und die Wellenlängenbereiche des Lichts zur Informationsgewinnung nutzen. Neben den Grundlagen der Satellitenfernerkundung wird Prof. Ehlers in seinem Vortrag viele Beispiele zu neuen Entwicklungen in der Forschung und
Entwicklung zeigen. Dabei wird er auch einen Überblick über die deutschen Satelliten- Programme geben, die gerade in den letzten Jahren international an Bedeutung gewonnen haben.
Professor Ehlers machte im September 1966 Abitur am Athenaeum und studierte Mathematik an den Universitäten in Marburg und Kiel. Er arbeitete als wissenschaftlicher Mitarbeiter zunächst am Institut für Meereskunde in Kiel, wo er 1975 das erste Mal mit der Fernerkundung in Berührung kam. Danach wechselte er an die Universität Hannover zum Sonderforschungsbereich ‚Fernerkundungsverfahren an Küsten und Meeren‘ und promovierte dort 1983 zum Dr.-Ing.. Im folgenden Jahr ging er in die USA an die University of Georgia, wo er an einem NASA-Projekt mitarbeitete, bevor er 1988 als ‚Associate Professor‘ an die University of Maine wechselte. Zwei Jahre später kam er nach Europa zurück an das ITC, einer internationalen Universität in Enschede (Niederlande) und leitete dort das neu gegründete Institut für Geoinformatik. Wiederum zwei Jahre später nahm er einen Ruf nach Deutschland an und wechselte an den Campus Vechta der Universität Osnabrück. Dort war er verantwortlich für den Aufbau des Studienganges Umweltwissenschaften und leitete das dazugehörige Institut. Seit 2004 leitet er an der Universität Osnabrück das IGF und ist dort verantwortlich für die Bachelor- und Masterstudiengänge in der Geoinformatik. 2006 war er der Gründungspräsident der ‚Gesellschaft für Geoinformatik‘ mit Mitgliedern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz und ist derzeitig Vorstandsvorsitzender des ‚Vereins zur Förderung der Geoinformatik in Norddeutschland‘ (kurz GiN e.V.), dem Institutionen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung angehören. Professor Ehlers hat viele Projekte in der Fernerkundung initiiert und geleitet und besitzt Forschungskontakte in vielen Ländern der Welt (u.a. USA, Kanada, Australien und China). Er ist verheiratet und hat drei erwachsene Kinder.

Spendenlauf (schulintern)

Dienstag, 25. Juni 2013

Kunstausstellung
Werke Ehemaliger im Kunsthaus Stade

ab Samstag, 14. September 2013




Jan Berg - Kommunikationsdesign (Abi 2002)

Julia Borchert - Kostüm- und Modedesign (Abi 1993)

Sabine Fassl - Objekte und Grafik (Abi 1993)

Gunilla Jähnichen - Zeichnung und Malerei (Abi 1993)

Till Muhl - Produktdesign (Abi 1993)

Iris Schomaker - Malerei (Abi 1992)

"Ozean-Versauerung - Das andere CO2-Problem "
Prof. Dr. Ulf Riebesell (Abi 1979)

Freitag, 16. Mai 2014 um 19.30 Uhr in der Aula des Athenaeums

Prof. Dr. Ulf Riebesell studierte zunächst Biologie und biologische Meereskunde in Kiel, Seattle und Rhode Island, USA. Er promovierte an der Universität Bremen und war am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung wissenschaftlich tätig. Längere Gastaufenthalte führten ihn an die University of California Santa Barbara, ehe er im Jahre 2003 ans damalige Institut für Meereskunde (heute: GEOMAR) nach Kiel wechselte, verbunden mit einer Professur für Biologische Ozeanographie an der Christian-Albrechts Universität zu Kiel (CAU). Professor Riebesell ist Mitglied in vielen nationalen und internationalen Gremien. Neben der Leitung des BMBF Verbundvorhabens BIOACID (Biological Impacts of Ocean Acidification) und der stellvertretenden Koordination des EU Vorhabens EPOCA (European Project on Ocean Acidification), engagiert sich Riebesell auch im Kieler Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ und dem Sonderforschungsbereich 754 „Klima-Biogeochemische Wechselwirkungen im Tropischen Ozean“. Er ist Autor von mehr als 100 begutachteten Fachpublikationen und erhielt 2012 den renommierten Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis, dotiert mit 2,5 Mio Euro.

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