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  1. Kaugummi

Nachgedacht über....

...Kaugummi

von Adriana Dinter und Melina Umland

Im Unterricht sind sie trotz Verbot allgegenwärtig. Die Schüler ignorieren Schulvorschriften und verärgerte Lehrer, selbige haben bereits nachgegeben und sie zumindest in Klassenarbeiten erlaubt. Der Hausmeister hat angeblich immer wieder Probleme mit ihnen – meist unter den Tischen. Die Rede ist von Kaugummis - allgegenwärtig auch bei den beiden Jugendreporterinnen Melanie Umland und Adriana Dinter.

(Die Autorinnen haben viel Spaß beim kunstvollen Erzeugen von Kaugummiblasen.)


„Hilft bei der Konzentration!“ „Fördert das Denken!“ „Stört doch nicht!“

Doch manche stört es eben doch. Sogar Schüler sind davon betroffen, wenn sie sich am Tisch abstützen und die Fingerspitzen plötzlich in 6 Jahre alten, speichelgetränkten Hartgummimassen ihrer Vorgänger haben. „Iiiiahhrrlll! UAH!“, hallt es durch den Unterricht. „IGITT!“ Aber das ist das Seltsame: Kaum passiert es, dass ein Schüler in frische Kaugummis fasst. Gibt es diese ekelerregende Sitte überhaupt noch?
Durchschnittlich sagen zwei Drittel der Schüler, dass so etwas immer noch geschieht. Komisch, oder? Wobei eigentlich doch niemand Kaugummi kauen sollte? Die Schüler können den Kaugummi fast ungestört kauen, weil es nur selten von den Lehrern bemerkt wird – zu mindest im Verhältnis dazu, wie viel Kaugummi tatsächlich durch die Schülermünder wandert. Was, egal wie unschön es ist, dass Lehrer geflissentlich ignoriert werden, auch nur ein Beweis ist, dass die Schüler und Schülerinnen immer geschickter darin werden, ihre illegalen Kauaktivitäten zu verbergen. Dies ist der schlagende Konter um das wichtigste Argument der Lehrer weitestgehend außer Kraft zu setzen: Die Sprache wird durch das ständige Kauen und Vorhandensein eines Fremdkörpers zwischen den Zähnen beeinträchtigt. So undeutlich kann die Aussprache gar nicht sein, denn sonst würden die Lehrer jedes Kaugummi aufspüren können.

Da das soweit geklärt ist nun zu unserer Kriegsfüh-... Argumentation, die Lehrer zu ..... zu überzeugen. Eigentlich ist offiziell nämlich weder Essen noch Trinken verboten, geschweige denn das eigenständige Produkt Kaugummi – auch nicht in den Schulregeln. Die von den Lehrern bereits eingeführten Strafen sind sowieso keine „Bedrohung“. Mehr als eine Seite schreibt man sowieso bei den meisten Hausaufgaben, und Kuchen für die Klasse ausgeben.... für die meisten ist das fast schon eine Belohnung. Das Geld geben die Eltern, Penny hilft beim Backen. Außerdem, last but not least, das wichtigste Argument, welches sich wahrscheinlich jede erwachsene Person im Bereich der Schule schon mindestens vier mal im Leben anhören musste: Kaugummi ist konzentrationsfördernd.

Was viele Lehrer leichtfertig als Mythos abtun ist in Wirklichkeit wissenschaftlich bewiesen. Das durchgehende Kauen steigert die Herzfrequenz, das Gehirn wird besser durchblutet und dadurch mit Sauerstoff versorgt. Zudem hilft (zuckerfreies) Kaugummi bei der Zahnpflege und der Gewichtsabnahme, denn es vermindert das Bedürfnis nach Süßigkeiten. Nikotinkaugummis helfen bei der Rauchentwöhnung, und in Flugzeugen werden inzwischen Kaugummis gegen Reiseübelkeit benutzt.
Die Konzentrationsförderung wurde sogar von den USA, dem Land der Pioniere, im zweiten Weltkrieg benutzt. Die gesamte Front wurde nämlich mit ausreichend Kaugummi versorgt.
Auch einige Jahre vorher war der Kaugummi wichtig: 1919 entstand ein Leck im Motorkühlsystem einer Maschine der British Air Force. Die unkonventionelle Lösung der Besatzung bestand darin, den gesamten Kaugummibestand des Flugzeuges in kürzester Zeit zu kauen und das Loch damit zu stopfen. Warum sich an Bord eines Flugzeuges der britischen Luftwaffe mehrere Packen Kaugummi befanden, ist uns nicht bekannt.

Da dadurch bewiesen ist, dass Kaugummi Leben rettet, würden wir dafür stimmen, diesen auch in der Schule zu erlauben... sollte sie jemals vom Himmel zu stürzen drohen.

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