Wenn ein Gebäude seine Bewohner, eine Institution ihre Insassen
überdauert, sammelt sich an diesem Ort eine unsichtbare,
unhörbare, aber dennoch wirksame Alltagsgeschichte an – all die
Gefühle, Erlebnisse, Ereignisse und Worte, die sich an diesen Ort,
an ein Gebäude, an eine Institution heften, machen aus simplen
Steinen und Fenstern einen mythischen Ort, der manchmal über
Generationen hinweg Verbundenheit und Abneigung, Erinnerung und
Vergessen, Alltag und festliche Momente, grosses Glück und manche
Enttäuschung in sich aufsaugt, jenseits von offiziellen Akten und
grosser Geschichte.
Das Athenaeum ist ein solcher mythischer Ort, für inzwischen
hunderte von Schülergenerationen – und auch für mich als
ehemaligen Schüler. Die Grundidee der "Raumgeschichten" ist, für
einen Tag diesen Alltagsmythos des Athenaeums sichtbar und hörbar
zu machen, ihn zum Klingen und Sprechen zu bringen und so die
Wirklichkeit, die das Athenaeum in den Köpfen und inneren Welten
seiner Schüler, seiner Ehemaligen, seiner Lehrer und seiner
Angestellten darstellt, in künstlerischer Form zugänglich und
erlebbar zu machen. In diesem Kontext geht ein tiefer Dank an all
die vielen Ehemaligen des Athenaeum, die uns ihre Erinnerungen und
Erinnerungsstücke geschickt haben - und uns so nacherleben
liessen, wie es einmal am Athe war.
Eine Idee zu haben ist nur der erste Schritt – sie muss auch mit
Leben gefüllt werden: Ich möchte mich ganz ausdrücklich bei den
Dutzenden von hochengagierten Lehrern, freiwilligen Helfern und vor
allem bei den hunderten von Schülern bedanken, die alle über
Monate hinweg mit ihren Einfällen, ihren Beobachtungen, ihrem
praktischen Einsatz weit über das Erwartbare hinaus und mit ihrer
Begeisterungsfähigkeit den Altbau des Athenaeums in ein derart
mythisches Gebäude verwandelt haben, wie sie es heute erleben.
Flanieren Sie, hören Sie zu, schauen Sie genau hin, lesen Sie,
lächeln Sie – und entdecken Sie dabei ihren ganz eigenen
Athenaeums-Mythos !!!
Sandeep Bhagwati, Abitur 1982
Impressionen der "Raumgeschichten" - eine Klanginstallation zum Mythos Athenaeum
Fotos:Sönke Dwenger www.soenke-dwenger.de















