In Kleingruppen wird jeweils ein Unternehmensvorstand simuliert. Im
direkten Wettbewerb mit den anderen Teams auf dem deutschen und
US-Markt müssen treffsichere Entscheidungen gefällt und deren
mutmaßliche Auswirkungen zu Gewinn und Verlust, Bilanzdaten und
Liquiditätsübersicht verdichtet werden. Und das alles bei
schwankender Konjunktur, Veränderungen im Sozialbereich und
möglichen Versorgungskrisen. Optional rundet eine
Marketingpräsentation sowie eine Aktionärs-Hauptversammlung im
Rollenspiel das Lernpotential des Seminars ab.
Aber es wird nicht nur gespielt: 7-8 Fachvorträge von
Führungskräften aus Unternehmen zu einschlägigen
betriebswirtschaftlichen Grundlagenthemen schaffen einen hautnahmen
Einblick in die unternehmerische Praxis.
Alles echt?
Trouble im Weißen Haus mit Auswirkungen für die Weltwirtschaft?
Neue Regierung und Steuerreform?
Naturkatastrophen?
Energiekrise auf dem Weltmarkt?
Sponsoringskandal?
Klimaschutz?
Bitte sehr - alles kann ins Planspielgeschehen integriert werden
und macht das Erfahrungspotenzial realitätsnah.
Management Information Game (MIG)
Video zum MIG
Das nächste MIG findet in Zusammenarbeit mit den Wirtschaftsjunioren Stade und dem Bildungswerk der niedersächsichen Wirtschaft im Mai 2020 in Stade statt.
Anmeldungen und weitere Infos bei Jan Bauer


Haben Sie Interesse an wirtschaftlichem Denken?
Oder : Ist es Ihr Wunsch, später eine Abteilung zu leiten?
Oder : Träumen Sie von der Selbständigkeit?
Oder : Möchten Sie in einem großen Konzern Karriere machen?
Oder : Möchten Sie Ihre kreativen Ideen ausleben?
Oder : Können Sie ein Marketing-Konzept entwickeln?
Oder : Arbeiten Sie gern im Team?
Oder : Fehlt Ihnen schon immer ein Ziel, was soll nach dem Abi
geschehen?
Oder : Möchten Sie erfahren, was Sie als Manager erwartet?
Oder : Wollen Sie dem Schulalltag entfliehen, um sich im Business
zu probieren?
Dann sollten Sie diese Gelegenheit auch im Hinblick auf Ihre
anstehende Bewerbung unbedingt nutzen!
Sie müssen weder ein Mathegenie sein noch Politik auf erhöhtem
Niveau gewählt haben,
hier zählen die Stärken und die Softskills, die Sie ganz persönlich
einbringen.

Eindrücke des MIG – Management Information Game
Montagmorgen, 22.Oktober 2012, 6.30 Uhr. Der Wecker klingelt, es
ist der erste Ferientag. Aufstehen, duschen, sich in den Anzug oder
Blazer werfen, Ordner und Laptop schnappen und auf geht’s zur AOS
Stade. Wir, angehende Abiturienten des VLGs und des Athenaeums,
waren eingeladen beim Management Information Game mitzuspielen.
Dies ist ein simuliertes Wirtschaftsplanspiel, welches uns eine
Woche lang einen Einblick in das Leben vieler Manager und
Anzugträger geben sollte. Die AOS stellte uns dafür Räume und
Mittagessen zur Verfügung.
Um 7.50 Uhr wurde die Anwesenheit beim Pförtner durch ein Kreuzchen
bestätigt, denn pünktlich um 8.00 Uhr begann die
Vorstandsversammlung der Unternehmen in den Konferenzräumen der AOS
Stade.
Wir 24 Jugendlichen stellten die Vorstände von drei Unternehmen
dar, die sich zum Beispiel „ThermoCorpAG“ oder andere interessante
Firmennamen überlegten. Über 5 Tage verteilt, spielten wir 4
Geschäftsjahre durch, in denen unser selbsterdachtes Produkt, ein
Thermobademantel, entwickelt und vermarket wurde. Wir diskutierten
bis in die Dunkelheit über Dividende und Ausgaben für Marketing und
Forschung und vieles, vieles mehr. Bis zum nächsten Morgen wusste
keiner von uns über die Geschäftszahlen des Geschäftsjahres vom
nachgespielten Jahr und über die Ergebnisse unserer Konkurrenten
Bescheid. Es war reine Spekulation, wie die beiden anderen
Unternehmen gehandelt hatten.

Weil wir von vielen Finanzbegriffen und komplizierten
Rechenvorgängen wenig Ahnung hatten, wurde das Planspiel durch
Vorträge von Wirtschafts- und Finanzvertretern aus dem Raum Stade
(zum Beispiel von Vertretern der Volksbank Stade-Cuxhaven,
Sparkasse Stade-Altes Land, Kreissparkasse, City-map Stade) mit
Informationen und Tipps, unter Anderem zum Thema Selbstständigkeit
und zur Unternehmungsgründung, begleitet. Außerdem stellte uns das
Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft gGmbH
Unternehmensunterlagen und ihren Referenten Andreas Mätzold zur
Verfügung, der mit Rat und Tat zur Seite stand und als
Steuerberater oder Betriebsrat in Anspruch genommen werden konnte.
Unter seinen kritischen Blicken wurde auch der Präsentationsabend
vorbereitet, bei dem wieder Vertreter aus der Wirtschaft anwesend
waren. Möglichst geschickt wurden die Produkte präsentiert. Ein
Flyer, eine PowerPointPräsentation und sogar ein Model wurde
eingesetzt, um das Produkt schmackhaft zu machen. Es war ein
kleiner Wettbewerb, um zu zeigen, welches Unternehmen seinen
Thermobademantel am besten vermarkten konnte.
Bei einer Führung über das Gelände der AluminiumOxidStade sahen wir
sogar auch außerhalb der Konferenzräume etwas.
Es waren anstrengende Tage, und es gab manche Spannungen
auszuhalten. Im wirklichen Geschäftsleben wird es wahrscheinlich
nicht anders sein.
Aus dieser erlebnisreichen und spannenden Wirtschaftswoche haben
wir viele Eindrücke mit nach Hause genommen und können uns nun das
Leben eines Managers und Anzugträgers vielleicht besser vorstellen.
Manager für eine Woche
In einem Wirtschafsplanspiel simulieren Schüler der beiden Stader Gymnasien Unternehmensführung

In den Ferien veranstalteten die Wirtschaftsjunioren Stade das
Wirtschaftsplanspiel „Management Information Game“ (MIG) für
Schüler der Stader Gymnasien Athenaeum und
Vincent-Lübeck-Gymnasium. Zusammen mit 22 angehenden Abiturienten
schlüpfte Florian Siebert (18) eine Woche lang in die Rolle von
Führungskräften konkurrierender mittelständischer Unternehmen. Der
Jugendreporter berichtet.
Manch einer würde es wohl verrückt nennen, in den Ferien um 6 Uhr
morgens aufzustehen, um sich den ganzen Tag mit Wirtschaft zu
beschäftigen. Doch die Teilnehmer des „MIG“-Planspiels erwartete
eine spannende Woche mit viel Spaß und wenig Schlaf.
Die Schüler teilten sich auf in drei Vorstände, die jeweils für ein
MIG-Unternehmen verantwortlich waren. Sie sollten diese in vier
Geschäftsjahren, die in vier Tagen simuliert wurden, aus der Krise
führen. Als Produkt wurde von den Teilnehmern ein intelligenter
Ernährungsberatungs-Löffel erdacht, der Essen analysiert und bei
Ernährungsfehlern warnen soll.
Vormittags fanden Vorträge über Unternehmensführung und Marketing
statt, die von Wirtschaftsvertretern aus Stade gehalten wurden.
Nachmittags trafen sich die Vorstände, um den Geschäftsbericht des
Vorjahres zu analysieren und anschließend eine umfassende Strategie
für das kommende Jahr aufzustellen.
Bei den Diskussionen zeigte sich, wie gut die Teams funktionierten.
Jeder konnte sich fernab von Leistungsdruck und mündlichen Noten
einmal ausprobieren und seine Fähigkeiten unter Beweis stellen.
Neben wirtschaftlichem Verständnis war Kreativität gefragt, wenn
zum Beispiel Spendenkampagnen erdacht wurden, um das Firmenimage zu
verbessern. So entstanden Hilfsprojekte für das Waisenkind „Ranjid“
aus Indien oder Benefizkonzerte mit Lotto King Karl.
Ein stilvolles Ambiente erhielt das Planspiel durch den
Veranstaltungsort, das Bau-Erlebnishaus der Firma Lindemann, und
den schicken Businessdress der Teilnehmer. Seit 16 Jahren
veranstalten die Wirtschaftsjunioren das MIG für die beiden
Gymnasien. Organisator Jan Meyer sagte, dass es ihm am Herzen
liege, Jugendlichen Einblicke in Alltag und Praxis der Wirtschaft
zu geben. Ihn beeindruckte das anspruchsvolle Niveau der
Veranstaltung und die Souveränität der Teilnehmer.
Neben der Unternehmensführung erhielten die Teilnehmer noch einen
Sonderauftrag. An einem Präsentationsabend sollte der
Ernährungsberatungs-Löffel den Wirtschaftsjunioren, Lehrern und
Referenten vorgestellt werden. Die Gäste, die in die Rolle von
Vertretern einer Krankenkassenvereinigung schlüpften, stimmten
danach über die beste Präsentation ab und entschieden somit,
welches Unternehmen den Sonderauftrag ausführen durfte.
Die Vorbereitungen für den Abend mussten die Vorstandsmitglieder
nebenbei erledigen, weshalb sie sich nach Feierabend bei Pizza und
Cola trafen, um bis spät in die Nacht an der Präsentation zu
arbeiten. Entsprechend übermüdet erschienen sie morgens, um den
Vorträgen zu lauschen. Zudem mussten noch Flash-Animationen zu Ende
gebracht oder eine echte Mediendesignagentur mit einem Flyer
beauftragt werden.
All diese Aufgaben verlangten den Schülern wahres Multitasking ab
und führten ihnen vor Augen, wie anstrengend ein Job in der
Wirtschaft sein kann. Einen Eindruck davon vermittelten auch die
Gespräche mit den Gästen. So war zu erfahren, wie zum Beispiel
Wirtschaftsberater oder Personalmanager ihren eigenen Beruf sehen.
Am letzten Tag wurden die Ergebnisse des vierten Geschäftsjahres
bekannt gegeben. Nun musste jeder Vorstand eine
Aktionärsversammlung durchführen. Dabei rechtfertigten die Manager
ihre Entscheidungen und stellten erneut rhetorisches Geschick unter
Beweis, wenn sie gemeinen Fragen der anderen Teilnehmer auswichen.
Wie sich herausstellte, hatten alle drei Vorstände ausgezeichnet
gewirtschaftet. Jedes der drei konkurrierenden Unternehmen hatte
sein Marktsegment gefunden und konnte den Gewinn in den vier Jahren
vervielfachen. Dies geschah nicht auf Kosten der Mitarbeiter,
sondern war mit nachhaltigen Investitionen in neue Maschinen oder
Umweltschutz verbunden.
Das Management Information Game aus der Sicht eines Insiders
Heiner Stinner berichtet

Was stellt man sich unter dem MIG vor, wenn man das erste Mal eine
Mail darüber von Frau Trusheim bekommt? Herzlich wenig.
So zumindest ging es mir ganz stark. Aber woran liegt das?
Sicherlich nicht an mangelnden Informationen in der Mail, sondern
viel eher daran, dass die Themen, die das MIG anspricht für die
meisten von uns eben doch noch fremdes Terrain sind.
Die Börse kennt man nur von Anja Kohl und ihren komischen
Wortspielen vor der Tagesschau, aber so richtig verstehen tut man
doch eigentlich nicht, was sie sagt.
Und genau dafür ist das MIG da. Man soll nach einer Woche sagen
können, man habe etwas über die Welt der Wirtschaft und vielleicht
auch ein wenig über seine persönlichen Grenzen erfahren. Denn
beides lehrt das MIG ganz hervorragend.

Aber beginnen wir doch einfach mal mit dem Montag. Da ich mich ja eigentlich in meinen Herbstferien befand und freiwillig am MIG teilnahm, hatte ich ein recht entspanntes und den Ferien angemessenes Ambiente erwartet. Nun - darin sollte ich mich geirrt haben. Die erste große Veränderung im Vergleich zum Schulalltag war der Dresscode. Alle kamen im Anzug. Manchmal mit, manchmal ohne Krawatte, aber immer sehr schick. Wie echte Manager angezogen begann nun also für uns das MIG. Aber wie kann man sich das MIG denn überhaupt vorstellen? Nun ja, es besteht eigentlich aus drei voneinander mehr oder weniger abhängigen Teilbereichen. Der erste sind die Vorträge, von denen wir jeden Morgen zwei von Vertretern regionaler Unternehmen hörten. Der zweite ist das Planspiel, in dem die MIG Teilnehmer in drei Vorstände von fiktiven Unternehmen aufgeteilt werden, die alle das gleiche Produkt verkaufen. Der dritte ist ein Präsentationsabend, an dem alle drei Unternehmen vor potenziellen Großauftraggebern ihr Produkt so vorstellen müssen, dass diese sich dann am Ende dazu entscheiden, den Großauftrag an das jeweilige Unternehmen zu vergeben.

Somit sieht ein normaler MIG Tag so aus, dass man sich morgens mit einer guten Tasse Kaffee des hervorragenden Gastgebers Lindemann GmbH und Co. KG in die zwei Vorträge setzt und so seinen Vormittag verbringt, nach dem Mittagessen anfängt seine Geschäftsjahr als fiktiver Vorstand zu planen, wobei ein Tag immer als ein Geschäftsjahr zählt, und man ab 18:30 bzw. 19:00 dann mit dem dritten Teil des MIGs anfängt, nämlich der Planung der Präsentation. Diese Planung kann am letzten Abend vor der eigentlichen Präsentation dann auch mal bis in die frühen Morgenstunden dauern, was einen allerdings nicht davor schützt, um Punkt 8 Uhr wieder für den ersten Vortrag anwesend zu sein. Unser persönlicher Rekord waren fünf bestellte Pizzen und das Beenden der Präsentation um 2:30 Uhr morgens. Da wächst man als MIG Vorstand von Leuten, die man so eigentlich nicht unbedingt gut kannte, doch recht stark zusammen.

Abwechslungsreich ist das MIG auf jeden Fall. Anstrengend auch.
Aber lohnt es sich denn?
Ich kann es nur von ganzem Herzen weiterempfehlen. Vor allem muss
man sich einfach nur trauen. Vielleicht sagt man sich nach der
einen Woche, dass es einem zu stressig war, aber dann weiß man
wenigstens, in welchen Bereich man beruflich nicht gehen sollte.
Schließlich ist BWL immer noch das am meisten angefangene, aber
auch das am häufigsten wieder abgebrochene Studienfach in
Deutschland.
Im Nachhinein kann ich nur von 24 zufriedenen Schülern berichten,
die nach einigem Meckern über die Strapazen in ihren Ferien doch
alle sehr zufrieden mit ihrer Entscheidung gewesen waren, am MIG
teilzunehmen.


