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  1. nichts

Nachgedacht über...

...Nichts - Rein. Gar. Nichts.

von Melina Umland und Adriana Dinter

Mir reicht’s.
Drei Tage Schule und meine Motivation ist im Urlaub. Faule Sau.
Jetzt ist Freitag – Wochenende. Endlich. Zwei Ruhetage als lang ersehnte Inseln in einem Meer voller explodierter, wässriger Hirnmasse zerpflückt von Ovid und ganzrationalen Funktionen.
Ich bin zu Hause und werde nur noch eine einzige Sache tun – nichts. Rein GAR nichts.
Und ich schreibe mit Sicherheit keinen philosophischen Artikel übers Nichtstun. Das wäre mir jetzt zu viel.
Na gut, vergesst den letzten Satz, die Wand wird uninteressant. Außerdem kann ich nicht schlafen. Widmen wir uns also wichtigen Fragen der letzten halben Stunde:
Was ist Nichts? Wie tut man es? Und kann man es essen?
In Chemie haben wir gelernt, dass zwischen den Quarks der Protonen und Neutronen in Atomkernen nichts ist. Unser Universum dehnt sich eierförmig ins Nichts aus. Ich habe gerade beschlossen, nichts zu tun. Nichts muss also existieren. Wir reden über das Nichts. Und da wir nicht schweigen, haben wir einen Redensinhalt, der Nichts ist, also muss Nichts ja einen Inhalt haben, über den man sprechen und dann auch tun und mit einer Wahrscheinlichkeit von 67,38 % essen kann. Aber was tue ich, wenn ich Nichts tue?
Wenn man Nichts tut, kann man zum Beispiel Cookieklicker spielen. Ein durch und durch sinnloses Spiel, das von Keksen handelt. Ich kann etwas lesen. Oder Fernsehserien gucken, die ich schon kenne. Ich kann Videos auf Youtube gucken und versuchen, nicht zu lachen (Dumme Katze!). Ich kann „blubb“ tun. Oder meine Wand anstarren. Die Taubenverschwörung vor meinem Fenster beobachten. Oder die gegnerische Meisenarmee.
Und was hat das alles gemeinsam? Es ist sinnlos. Zumindest in der Meinung der meisten Menschen, die noch nicht vollkommen dem Cookieklicker erlegen sind.
Für gewöhnlich tut (oder isst) man Nichts, um zu entspannen, also in den – jetzt leider beendeten – Ferien, am – glücklicherweise bevorstehenden – Wochenende oder Feiertagen. Die schönste Kombination zum langen Nichtstun sind Wochenenden mit Feiertagen – da kriegt man einen Brückentag gratis dazu. Am ersten Mai haben wir endlich wieder das

Vergnügen uns durch Nichts erholen zu dürfen. Zwei Wochen später steht bereits der Feiertag zu Ehren Buddhas Geburt und seiner Erleuchtung an – der wichtigste Feiertag für die Meister des Nichts. Das buddhistische Meditieren sollte den meisten bekannt sein: Orangene Kutten an Männern mit kahlen Köpfen. Der Sinn dahinter wohl weniger.

Die Buddhisten trainieren beim Meditieren nicht zu denken und sich von allen Empfindungen zu befreien. Durch jahrelanges Training kann man dadurch wie der erste Buddha die Erleuchtung erreichen und ins Nirwana gelangen – ins Nichts.
Nur sitzen und nicht denken, scheint also das einzig wahre Nichtstun zu sein. Solange man es nicht schafft, sein Hirn von Gedanken frei zu räumen, lügt man, wenn man sagt, nichts zu tun. Das schaffen wohl nur die asiatischen Meister.
Trotzdem werden wir selbst es behaupten und wünschen Euch allen dabei auch viel Spaß:
Nichtstun an den Feiertagen, die uns im Mai bevorstehen!

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