Mir reicht’s.
Drei Tage Schule und meine Motivation ist im Urlaub. Faule Sau.
Jetzt ist Freitag – Wochenende. Endlich. Zwei Ruhetage als lang
ersehnte Inseln in einem Meer voller explodierter, wässriger
Hirnmasse zerpflückt von Ovid und ganzrationalen Funktionen.
Ich bin zu Hause und werde nur noch eine einzige Sache tun –
nichts. Rein GAR nichts.
Und ich schreibe mit Sicherheit keinen philosophischen Artikel
übers Nichtstun. Das wäre mir jetzt zu viel.
Na gut, vergesst den letzten Satz, die Wand wird uninteressant.
Außerdem kann ich nicht schlafen. Widmen wir uns also wichtigen
Fragen der letzten halben Stunde:
Was ist Nichts? Wie tut man es? Und kann man es essen?
In Chemie haben wir gelernt, dass zwischen den Quarks der Protonen
und Neutronen in Atomkernen nichts ist. Unser Universum dehnt sich
eierförmig ins Nichts aus. Ich habe gerade beschlossen, nichts zu
tun. Nichts muss also existieren. Wir reden über das Nichts. Und da
wir nicht schweigen, haben wir einen Redensinhalt, der Nichts ist,
also muss Nichts ja einen Inhalt haben, über den man sprechen und
dann auch tun und mit einer Wahrscheinlichkeit von 67,38 % essen
kann. Aber was tue ich, wenn ich Nichts tue?
Wenn man Nichts tut, kann man zum Beispiel Cookieklicker spielen.
Ein durch und durch sinnloses Spiel, das von Keksen handelt. Ich
kann etwas lesen. Oder Fernsehserien gucken, die ich schon kenne.
Ich kann Videos auf Youtube gucken und versuchen, nicht zu lachen
(Dumme Katze!). Ich kann „blubb“ tun. Oder meine Wand anstarren.
Die Taubenverschwörung vor meinem Fenster beobachten. Oder die
gegnerische Meisenarmee.
Und was hat das alles gemeinsam? Es ist sinnlos. Zumindest in der
Meinung der meisten Menschen, die noch nicht vollkommen dem
Cookieklicker erlegen sind.
Für gewöhnlich tut (oder isst) man Nichts, um zu entspannen, also
in den – jetzt leider beendeten – Ferien, am – glücklicherweise
bevorstehenden – Wochenende oder Feiertagen. Die schönste
Kombination zum langen Nichtstun sind Wochenenden mit Feiertagen –
da kriegt man einen Brückentag gratis dazu. Am ersten Mai haben wir
endlich wieder das
Nachgedacht über...
...Nichts - Rein. Gar. Nichts.
von Melina Umland und Adriana Dinter


Vergnügen uns durch Nichts erholen zu dürfen. Zwei Wochen später steht bereits der Feiertag zu Ehren Buddhas Geburt und seiner Erleuchtung an – der wichtigste Feiertag für die Meister des Nichts. Das buddhistische Meditieren sollte den meisten bekannt sein: Orangene Kutten an Männern mit kahlen Köpfen. Der Sinn dahinter wohl weniger.
Die Buddhisten trainieren beim Meditieren nicht zu denken und sich
von allen Empfindungen zu befreien. Durch jahrelanges Training kann
man dadurch wie der erste Buddha die Erleuchtung erreichen und ins
Nirwana gelangen – ins Nichts.
Nur sitzen und nicht denken, scheint also das einzig wahre
Nichtstun zu sein. Solange man es nicht schafft, sein Hirn von
Gedanken frei zu räumen, lügt man, wenn man sagt, nichts zu tun.
Das schaffen wohl nur die asiatischen Meister.
Trotzdem werden wir selbst es behaupten und wünschen Euch allen
dabei auch viel Spaß:
Nichtstun an den Feiertagen, die uns im Mai bevorstehen!


