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Nachgedacht über...

...Science Fiction

von Michael Gisbrecht

Romane über fremde Welten waren oft verpackte Gesellschaftskritik

Mai 2013 - Science-Fiction hat keinen guten Ruf. Der Name gilt bereits als Synonym für völlig wirklichkeitsfremde Zukunftsfantasien. Doch stimmt dieses Klischee wirklich? Jugendreporter Michael Gisbrecht hat nun dieses Genre einmal genauer unter die Lupe genommen und herausgefunden, dass manchmal zwischen früherer Science-Fiction und heutiger Wirklichkeit kein so großer Unterschied mehr besteht.

Science-Fiction kann auf eine mittlerweile fast 200-jährige Geschichte zurückblicken. Als erster Science-Fiction-Roman gilt Mary Shelleys Frankenstein (1818). Seitdem hat diese Art zu schreiben viele Wandlungen erlebt. Science-Fiction ist die Beschreibung von etwas, was es derzeitig noch nicht gib, wobei allerdings versucht wird, die Geschehnisse wissenschaftlich zu erklären. Es gibt viele berühmte Autoren und Geschichten dieses Genres. Diese lassen sich aufteilen einerseits in Geschichten über mögliche Technologien und andererseits in welche, die eher Soziales, Politisches und Philosophisches behandeln.

Als einer der Begründer dieses Genre gilt der Brite Herbert George Wells (1866-1946). Mit „Krieg der Welten“(1898) hat er das Szenario eines Alienangriffes geschaffen. Dabei ist das Original das Beste, denn es gibt hier keinen großen Helden, der die Außerirdischen vertreibt, sondern die Menschen können gegen die Marsianer nichts ausrichten. Das ist als Kritik an dem britischem Imperialismus interpretiert worden. Zum Ende gibt es eine Überraschung, die ich jetzt nicht verraten werde. Auch die Grundidee der Zeitreise hat er mit „Die Zeitmaschine“(1895) erfunden. Die Hauptperson reist in die weit entfernte Zukunft der Menschheit. Diese ist ein Abbild der Schichten des viktorianischen Englands. Die im Untergrund lebenden Morlocks sind dabei die Dominanten und essen die oberirdischen Eloi. Beide Rassen haben dabei menschliche Intelligenz und Tugenden verloren. In „Die Insel des Dr. Moreau“(1896) erschafft der Protagonist Dr. Moreau auf einer abgelegenen Südseeinsel Mischungen aus Mensch und Tier ohne auf grundlegende Ethik zu achten.
Der Autor verwendet Science-Fiction in seinen Werken eindeutig als Mittel zur Gesellschaftskritik.

Sehr berühmt ist auch der russisch-amerikanische Autor Isaac Asimov (1920-1990). Er gilt als einer der drei Autoren des goldenen Zeitalters. In seinen zahlreichen Robotergeschichten hat er den Begriff der Robotik und die viel zitierten drei Gesetze der Robotik geprägt:
• Ein Roboter darf keinem Menschen Schaden zufügen oder durch Untätigkeit zulassen, dass so etwas geschieht.
• Ein Roboter muss den Befehlen eines Menschen gehorchen, solange dies nicht gegen das erste Gesetz verstößt.
• Ein Roboter muss sich selbst schützen, so lange das mit dem erstem und dem zweitem Gesetz übereinstimmt.
Darin hat er die mögliche Konstruktionsweise und den möglichen Nutzen von Robotern erwähnt. In seiner ersten Geschichte „Robbie“ (1940) ist der gleichnamige Roboter der Spielkamerad eines Mädchen und rettet dieses am Ende. In „Der Zweihundertjährige“(1976) erkämpft ein Roboter Roboterrechte und gibt zum Schluss seine Unsterblichkeit für ein Leben als Mensch auf. Für Krimifans gibt es die Lucky Star-Reihe und die beiden Romane „Die Stahlhöhlen“ (1954) und „Die nackte Sonne“ (1660). In ferner Zukunft spielt sein Foundation-Zyklus, in dem er die Geschichte des galaktischen Imperiums beschreibt.

John Scalzi (geb.:1969) gilt als einer der besten Science-Fiction Autoren der Gegenwart. Er hat einen humorvollen Schreibstil und bereits die erfolgreiche Reihe „Krieg der Klone“ geschrieben. In dieser werden für die Verteidigung der menschlichen Kolonien nur Menschen rekrutiert, die mindestens 75 Jahre alt sind. Diese bekommen einen neuen optimierten Körper und kämpfen gegen die unterschiedlichsten Alienrassen. Hier gibt es genügend Kampfbeschreibungen für Actionliebhaber. Daneben stammt auch „Agent der Sterne“ von ihm, wo eine Alienspezies mit der Menschheit Kontakt aufnehmen will. Leider sehen sie nicht sehr schön aus und um ihrer Kommunikation beizuwohnen braucht ein Mensch Nasenstöpsel. Die Aufgabe, die Menschen bereit für die Kontaktaufnahme zu machen, hat der Hollywoodagent Tom Stein, dem dies aufgrund eines sehr aufdringlichen Journalisten nicht leicht fällt. Und dann schwebt auch noch Toms Klientin Michelle in Lebensgefahr und die Außerirdischen könnten sie retten. Eine interessante Story entwickelt sich.

Man sieht, dass die Science-Fiction sehr vielseitig ist. Über mittlerweile zwei Jahrhunderte haben viele Autorinnen und Autoren sie geprägt. Während einiges, wie das galaktische Imperium, noch in weiter Zukunft sind, sind wir bei der Robotik nur noch Jahrzehnte von der Science-Fiction entfernt. Und auch das Horrorszenario der Mensch-Tier-Mischwesen könnte dank Gentechnik bald Wirklichkeit werden.

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